Was ist die Ursache der Schwangerschaftsübelkeit?

Am häufigsten treten die Beschwerden zwischen der 6. und 12. Woche auf, und zwar meist in den Morgenstunden nach dem Aufstehen. Vielleicht hast du auch mal den Ausdruck Morgenübelkeit gehört? Die Schwangerschaftsübelkeit kann sich aber durchaus auch durch den ganzen Tag ziehen, dann wird der Alltag zur Herausforderung. Durch was das Unwohlsein und der Brechreiz ausgelöst werden, ist dabei von Frau zu Frau sehr verschieden, oft werden aber starke Gerüche wie zum Beispiel Parfüm oder auch fette oder stark gewürzte Speisen als Ursache aufgeführt. Manchmal reicht sogar der bloße Gedanke an eine bestimmte Speise, die Schwangerschaftsübelkeit auszulösen. Diese Nahrungsmittel zu essen, auch wenn sie vor der Schwangerschaft vielleicht ein Favorit auf dem Speiseplan waren, steht dann vollkommen außer Frage.

Im Frühstadium der Schwangerschaft, also in den ersten Wochen nach der Empfängnis, hat dein Körper ordentlich mit der Hormonumstellung zu tun, diese Veränderungen haben dabei auch einen Einfluss auf dein Geschmacks- und Geruchsempfinden. Die Umstellung der Hormone versetzt deinen Körper sozusagen in eine Art Ausnahmesituation. Kein Wunder, schließlich wird dein Körper in den kommenden Monaten Höchstleistungen vollbringen. Studien zeigen, dass hinter Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen konkret das Schwangerschaftshormon HCG steckt, das in diesen Wochen im Blut am höchsten konzentriert ist. Der höchste Wert findet sich im Blut übrigens etwa in der 10. bis 12. Schwangerschaftswoche (SSW). Der hohe HCG-Spiegel kann dir in dieser Zeit im wahrsten Sinne des Wortes den Geschmack verderben. Das gibt sich in der Regel mit der Zeit wieder, denn nach dem dritten Monat sinkt der Spiegel dieses Hormons in deinem Blut zum Glück wieder und lässt dich (hoffentlich) aufatmen. Pünktlich zu diesem Zeitpunkt nimmt die Übelkeit in den meisten Fällen ab oder verschwindet ganz. Nur selten zieht die Schwangerschaftsübelkeit sich durch die komplette Zeit, bis das Baby auf die Welt kommt.

Wann spricht man von extremer Schwangerschaftsübelkeit?

Ein schwacher Trost in dieser frühen Phase deiner Schwangerschaft, in der dir so oft übel werden kann, ist aber, dass diese unangenehmen Beschwerden deinem Kind nicht schaden. In den allermeisten Fällen ist die Schwangerschaftsübelkeit harmlos. Wichtig ist nur, dass du in diesen (im Normalfall nur wenigen) Wochen darauf achtest, genug Flüssigkeit und Nahrung bei dir zu behalten. Die Schwangerschaftsübelkeit ist schlichtweg eine körperliche Reaktion, die daraus resultiert, dass deine Schwangerschaft sich entwickelt und der Embryo in deinem Bauch wächst. Statistisch betrachtet, haben Frauen, die unter Übelkeit in der Schwangerschaft leiden, sogar weniger Fehlgeburten. Experten bezeichnen Schwangerschaftsübelkeit daher als positives Zeichen. Geht es dir in den ersten Schwangerschaftswochen hingegen prächtig, ist das natürlich trotzdem kein Grund zur Unruhe. Manche Frauen vertragen die Hormonumstellung auch ohne Probleme.

Hyperemesis gravidarum

Es gibt aber auch Fälle extremer Übelkeit, dann ist ständiges und auch heftiges Erbrechen möglich. Dies kann so schlimm sein, dass betroffene Frauen kaum Nahrung und sogar kaum Flüssigkeit bei sich behalten können. Wenn eine Schwangere sich mehr als fünf Mal am Tag erbricht und keine Nahrung bei sich behalten kann, sprechen Experten in der Regel von einer Hyperemesis gravidarum. Diese extreme Schwangerschaftsübelkeit muss vom Arzt behandelt werden, manchmal müssen Schwangere sogar stationär im Krankenhaus behandelt werden, da sie zu viel Flüssigkeit und Gewicht verlieren. Sie werden dann über einen Tropf mit Flüssigkeit und Nährstoffen versorgt. Schwangere Frauen, die Anzeichen einer Hyperemesis gravidarum haben, müssen daher dringend ärztlichen Rat einholen, um die eigene Gesundheit und die des Babys nicht zu gefährden.

Was hilft gegen Übelkeit in der Schwangerschaft?

Lästig ist sie, ohne Frage, oft erschwert sie auch ganz schön den Alltag, vor allen Dingen, wenn man bei der Arbeit in dieser frühen Phase noch niemandem von der Neuigkeit erzählen möchte. Trotzdem ist eine medikamentöse Therapie eher selten die Lösung, von einer Selbstmedikation mit Medikamenten gegen Übelkeit wird sogar dringend abgeraten. Sprich dich hier immer mit deinem Arzt ab. Vielleicht können auch der Gedanke, dass die Beschwerden nach ein paar Wochen abklingen und die Freude auf euer Baby, das ganze Übel schon ein wenig lindern.

Was kann ich gegen Übelkeit in der Schwangerschaft tun?

Tipps, die bei Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft helfen können

Bei jedem äußert sich die Schwangerschaftsübelkeit anders, aber trotzdem gibt es ein paar Tipps rund um die Ernährung, die zum Glück vielen Frauen helfen, die Beschwerden zumindest zu lindern. Wichtig ist, dass du dabei auf deinen Körper hörst und die für dich hilfreichen Mittel und Tipps findest, denn auch da reagiert jeder Körper ganz verschieden.

  • Vermeide die Auslöser, mach einen Bogen um die für dich unerträglichen Gerüche und zwinge dich nicht, sie zu ertragen.
  • Teile deine täglichen Mahlzeiten in häufigere und auch kleinere Portionen ein. Setze dabei am besten auf fettarme, kohlenhydratreiche Lebensmittel.
  • Morgens kann ein leerer Magen Grund zur Übelkeit sein. Ein kleiner Snack, wie ein Zwieback oder etwa Weißbrot, kann vor dem Aufstehen helfen, deinen Magen zu beruhigen, so dass du gut in den Tag starten kannst.
  • Achte darauf, dass du ausreichend Flüssigkeit zu dir nimmst, am besten stilles Wasser oder ungesüßten Tee.
  • Ein Zaubermittel ist die Ingwerknolle: Sie gilt für Schwangere in vielen Kulturen als magenberuhigende Maßnahme. Du kannst dir zum Beispiel Ingwer-Tee zubereiten, Ingwer-Kapseln im Akutfall einnehmen oder auch einfach frischen Ingwer schälen und kleine Stücke davon kauen.
  • Meide lieber sehr fettreiche, stark gewürzte oder säurehaltige Speisen, denn sie bringen den Magensäurehaushalt durcheinander und können Völlegefühl und Übelkeit bewirken. Auch eher schwierig: Kaffee, säure- oder kohlensäurehaltige Getränke.
  • Manchen Schwangeren hilft auch der Duft von Zitronen. Einfach eine unbehandelte Zitrone aufschneiden und daran riechen, oder auch eine Zitronenscheibe ins Trinkwasser oder in den Tee geben.
  • Sanfte Akkupressur kann helfen: Dafür kannst du den Punkt Kei-Nuan am Handgelenk leicht drücken, er befindet sich etwa zwei bis drei Fingerbreiten über der Handgelenksfalte auf der Innenseite des Unterarms. Alternativ kannst du ein Akkupressur-Band anlegen, das in der Apotheke oder in der Drogerien erhältlich ist.
  • Auch das Hochlegen der Beine kann die Beschwerden lindern.

Am Wichtigsten ist, dass du dir in deiner Schwangerschaft Ruhe und Entspannung gönnst. Regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft, Sofaabende zu zweit, leichtes Yoga: Gönn dir alles, was dir gut tut, denn Entspannendes gilt als bestes Mittel bei körperlichem Unwohlsein. Achte darauf, dass es dir gut geht und genieß die Vorfreude auf dein Kind.

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