Blutungen außerhalb der Periode

Schmierblutung: Was bedeutet das?

Wenn außerhalb der Periode leichte, bräunliche Vaginalblutungen auftreten, handelt es sich oft um Schmierblutungen. Was es damit auf sich hat, liest du hier.

Schmierblutungen sind kein Grund zur Sorge: Meistens sind diese Zwischenblutungen nicht sehr stark und dauern nicht länger als zwei Tage an. Am häufigsten treten sie als Vor- oder Nachblutungen unmittelbar vor oder nach der Periode auf. Hauptgrund dafür sind leichte Hormonschwankungen – zum Beispiel durch die hormonellen Veränderungen in der Pubertät oder durch hormonelle Verhütung. Auch der Eisprung ist eine häufige Ursache. Die Ovulationsblutung oder auch Mittelblutung in der Mitte des Zyklus, die manchmal von einem leichten Mittelschmerz begleitet wird, signalisiert die fruchtbarste Zeit einer Frau rund um den Eisprung herum. Und schließlich berichten besonders Frauen in den Wechseljahren von den bräunlichen Blutungen. Bist du dir trotzdem unsicher, solltest du mit deinem Arzt sprechen. Das gilt besonders dann, wenn die Blutungen häufig auftreten und über mehrere Tage anhalten, denn dann können sie das Symptom einer Erkrankung sein oder sogar organische Ursachen haben. Wir geben dir hier einen Überblick über verschiedene Ursachen.

Wie unterscheiden sich Schmier- und Monatsblutungen?

  • Im Aussehen: Das Blut bei einer leichten Schmierblutung ist bräunlich und in der Konsistenz eher schleimig. Darin liegen die größten Unterschiede zur normalen Regelblutung: Hier ist das Blut dunkelrot und enthält außerdem geringe Mengen der Gebärmutterschleimhaut.
  • In der Menge: Bei einer Schmierblutung ist der Ausfluss sehr leicht und dauert nur ein bis drei Tage. Die Regelblutung ist deutlich stärker und dauert fünf bis sieben Tage. Außerdem beginnt sie leicht, steigert sich und wird wieder weniger. Auch eine vollständige Ablösung der Gebärmutterschleimhaut gibt es bei der Zwischenblutung nicht.

Was sind Ursachen für Schmierblutungen?

Die wichtigste Ursache sind hormonelle Schwankungen und Störungen während des Zyklus.

 

Gelbkörperschwäche: Das Hormon Progesteron ist für den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut verantwortlich und sorgt dafür, dass die Schwangerschaft bestehen bleibt. Frauen mit einer sogenannten Gelbkörperschwäche bilden zu wenig von diesem Hormon. Die Folge sind eine verkürzte zweite Zyklushälfte, Schmierblutungen und nicht selten ein unerfüllter Kinderwunsch.

 

Eisprung: Während des Eisprungs kann es bei manchen Frauen zu Schmierblutungen kommen. Sie werden Mittelblutung genannt. Ursache ist der sinkende Östrogenspiegel.

 

Hormonschwankungen: In der Pubertät oder den Wechseljahren verändert sich der weibliche Hormonhaushalt. Auch hier treten Zwischenblutungen auf. Gleiches gilt übrigens für die Zeit nach der Geburt oder die Stillzeit. Diese Blutungen legen sich oft schnell wieder.

 

Verhütung: Auch bei hormoneller Verhütung treten Schmierblutungen auf. Der Körper braucht oft Zeit, um sich an die Hormon-Zufuhr zu gewöhnen. Deshalb kommt die Periode manchmal zunächst sehr unregelmäßig und wird von Schmierblutungen begleitet. Zudem wurde festgestellt, dass hormonelle Verhütungsmittel, die nur Gestagen enthalten, besonders oft Zwischenblutungen verursachen. Oft verschreibt der Arzt deshalb eine Pille, die auch Östrogen enthält, eine so genannte Kombinationspille. Bei Nebenwirkungen solltest du unbedingt mit deinem Arzt über eine Alternative sprechen. Auch bei einer Pillenpause kann eine sogenannte Abbruchblutung auftreten.

 

Auch eine organische Ursache ist denkbar:

Myome, gutartige Wucherungen in der Gebärmutter, treten laut „Frauenärzten im Netz bei jeder vierten bis sechsten Frau im gebärfähigen Alter auf. Für echte Beschwerden sorgen sie nur in seltenen Fällen, können aber Blutungen auslösen.

 

Auch eine Endometriose kann Blutungen verursachen. Diese gutartige Wucherung von Gebärmutterschleimhaut tritt außerhalb der Gebärmutter, also z.B. an den Eileitern und Eierstöcken auf.

 

Gleiches gilt für gutartige Polypen, die am häufigsten in oder nach den Wechseljahren auftreten.

 

Auch Schilddrüsen– und Lebererkrankungen können Störungen des Zyklus versuchen, die Zwischenblutungen auslösen.

Einnistungsblutung oder Eileiterschwangerschaft?

Für Frauen, die auf eine Schwangerschaft hoffen, ist das Einsetzen der Monatsblutung, das oft durch Schmierblutungen angekündigt wird, eine herbe Enttäuschung. Manchmal werden sie im Nachhinein auch positiv überrascht. Bei der vermeintlichen Menstruation kann es sich auch um eine Einnistungsblutung handeln, die häufig mit dem Zeitpunkt der Periode zusammenfällt.

 

Ursache für die Einnistungsblutung: Die Einnistung des Embryos in der Gebärmutterschleimhaut erweitert die Blutgefäße. Allerdings ist diese Zwischenblutung deutlich schwächer und nicht schmerzhaft. Die hellere Farbe erinnert aber ein wenig an die Menstruationsblutung. Kein Wunder also, dass Verwechslungen vorkommen. Etwa vier Prozent der Frauen haben zu Beginn der Schwangerschaft Einnistungsblutungen.

 

Eine leichte Blutung um den Zeitpunkt herum, an dem die Periode einsetzen sollte, kann jedoch auch Anzeichen einer Eileiterschwangerschaft sein. Die wird allerdings auch von starken Bauchschmerzen begleitet. In diesem Fall solltest du unbedingt zum Gynäkologen gehen. Er kann per Ultraschall sehen, ob der Fötus sich an der richtigen Stelle – also in der Gebärmutter – eingenistet hat.

Zwischenblutungen während der Schwangerschaft: Ist das gefährlich?

Auch während der Schwangerschaft sind Schmierblutungen keine Seltenheit. In den ersten drei Schwangerschaftsmonaten hat rund ein Viertel der werdenden Mütter leichte Zwischenblutungen, die auf Hormonschwankungen zurückzuführen sind. Diese sogenannten Durchbruchsblutungen treten meist dann auf, wenn eine Frau normalerweise ihre Periode bekommen hätte. Sie machen kaum Beschwerden und sind oft der Grund dafür, dass eine Schwangerschaft erst sehr spät festgestellt wird. Aber auch andere Ursachen können für Zwischenblutungen in der Schwangerschaft verantwortlich sein. So machen die Schwangerschaftshormone den Gebärmutterhals sehr empfindlich, was bei einer Reizung durch einen Abstrich oder beim Sex zu leichten Blutungen führen kann. Sicherheitshalber solltest du sie immer mit deinem Frauenarzt oder der Hebamme besprechen.

 

Denn die Blutungen können auch Symptom einer drohenden Fehlgeburt sein. Gerade in den ersten drei Monaten kommt das leider häufiger vor. Ein Anzeichen dafür sind starke Blutungen und Bauchkrämpfe. Manchmal wird deine Gynäkologin dir jetzt Bettruhe verordnen und hochdosiert Magnesium verschreiben, damit sich die Gebärmutter entspannt und die Blutungen wieder aufhören.

Schmierblutungen: auch ein mögliches Anzeichen für Wechseljahre

Nicht nur in der Pubertät und Schwangerschaft sind Frauen starken Hormonschwankungen ausgesetzt, auch die Wechseljahre sind eine Phase, die von hormonellen Veränderungen geprägt ist. Oft verkürzt sich bei Frauen zu Beginn der Wechseljahre die Zyklusdauer auf nur noch 21 - 23 Tage. Außerdem können Schmierblutungen in den Wechseljahren ein Symptom dafür sein, dass der Körper nicht mehr genug Östrogen produziert. Diese hormonellen Veränderungen führen dazu, dass die Eireifung nicht mehr so pünktlich und genau abläuft wie in den Jahren davor. Wenn die Eibläschen bereits vor der kompletten Reifung abgestoßen werden, kann dies eine Schmierblutung verursachen. Die Blutung während der Periode kann auch deshalb schwächer sein, weil sich die Gebärmutterschleimhaut nicht mehr komplett aufbaut. Grund ist die Unterversorgung mit dem Gelbkörperhormon, die ebenfalls mit den Wechseljahren einher geht.

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