Schwanger werden

Der magische Moment der Befruchtung: Wie die Schwangerschaftsanzeichen entstehen

Wenn die Eizelle im Laufe ihrer fünftägigen Reise durch die Eileiter befruchtet wird, beginnt sie sich zu teilen und besteht schon vier Tage später aus 58 Zellen. Diese so genannte Blastozyte produziert Enzyme, die es ihr erlauben, sich in der Gebärmutterschleimhaut einzunisten. Schon jetzt geschieht einiges im Hormonhaushalt, damit die noch völlig unbemerkte Schwangerschaft aufrecht erhalten bleibt. Das Gelbkörperhormon Progesteron fällt nicht wie sonst - wenn die Periode einsetzt - ab. Und mit der Einnistung fängt der Organismus an, das Schwangerschaftshormon HCG zu produzieren. Diese hormonellen Veränderungen verursachen die ersten Schwangerschaftsanzeichen.

Sichere und unsichere Schwangerschaftsanzeichen

Gibt es ein spannenderes Thema als die Tage vor den "Tagen", wenn du dir ein Baby wünschst? Kommen sie oder kommen sie nicht? Sind das Ziehen im Bauch und die gespannte Brust vielleicht schon frühe Schwangerschaftsanzeichen? Rührt die Müdigkeit daher, dass du ein Baby erwartest oder einfach nur vom vielen Arbeiten? Was sind die ersten Symptome, dass ein Kind unterwegs ist? Manche Frauen kennen ihren Körper besonders gut und wissen schon kurz nach der Empfängnis, dass es geklappt hat, anderen kommen die ersten Ahnungen, wenn ihre Regel ausbleibt: Es gibt zahlreiche Schwangerschaftsanzeichen, die - bei der einen mehr, der anderen weniger ausgeprägt - auf das Wunder hinweisen, das sich in ihrem Körper vollzieht. Wichtig zu wissen, vor allem wenn du einen Kinderwunsch hast: Es gibt sichere und weniger sichere Anzeichen, dass du schwanger bist.

Woran du erkennst, dass du schwanger bist, ist auch Thema unseres Videos:

Frühe Schwangerschaftsanzeichen: Veränderungen der Brust, Müdigkeit, Übelkeit

  • Veränderungen der Brust nehmen Frauen häufig als erste Schwangerschaftsanzeichen wahr. Die Brust wird größer, spannt, die Brustwarzen sind empfindlicher. Dahinter steckt die gesteigerte Hormonproduktion, die über die Hirnanhangdrüse der Mutter bereits früh die Milchdrüsen zum Wachsen anregt. Aber: Brustspannen muss kein Schwangerschaftsanzeichen sein. Es kann auch einfach nur das baldige Einsetzen der Menstruation ankündigen.
  • Müdigkeit kann ebenfalls ein erstes Schwangerschaftsanzeichen sein. Schläfrig zu sein kann also darauf hindeuten, dass du ein Kind erwartest. Es kann aber natürlich auch viele andere Ursachen haben. Zum Beispiel sind viele Frauen auch einfach an den Tagen vor ihrer Periode müder als sonst. Das Prämenstruelle Syndrom (PMS) kann sich ganz ähnlich anfühlen wie der Beginn einer Schwangerschaft.
  • Übelkeit gehört ebenfalls zu den ersten Anzeichen und zugleich oft ein recht deutliches Schwangerschaftssymptom. Die Übelkeit ist jedoch unterschiedlich stark ausgeprägt. Bei einigen Frauen tritt die Schwangerschaftsübelkeit am Morgen auf, bei anderen den ganzen Tag über in Wellen oder kontinuierlich. Bei manchen bleibt es bei der Übelkeit, andere erbrechen sich mehr als zehn mal am Tag. Für die Übelkeit wird das Schwangerschaftshormon Human-Chorion-Gonadotropin (HCG) verantwortlich gemacht.
  • Stimmungsschwankungen: Himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt - wie im Lauf eines Zyklus können die Veränderungen im Hormonhaushalt zu Beginn einer Schwangerschaft auch für einiges Durcheinander im Gefühlshaushalt sorgen. Allerdings können solche wechselnden Stimmungen natürlich auch andere Gründe haben und zählen daher zu den unsicheren ersten Anzeichen.
  • Ein Ziehen im Unterbauch, eventuell in der Leistengegend, kann ebenfalls zu den ersten Anzeichen einer Schwangerschaft gehören. Hintergrund ist das Dehnen und Wachsen der Bänder, die die Gebärmutter halten. Zu Beginn der Schwangerschaft kann sich dies anfühlen, als ob die Regel käme. Ab wann sich dann ein richtiger Schwangerschaftsbauch oderr ein -bäuchlein zeigt, das kann allerdings noch Wochen dauern.
  • Häufiger Harndrang: Der Körper jeder Frau reagiert anders, manche Frauen haben bereits kurz nach Ausbleiben der Periode das Gefühl, ständig zur Toilette gehen zu müssen, daran ist dann das Schwangerschaftshormon HCG Schuld. In der Spätschwangerschaft drücken das Kind und die große Gebärmutter oft auf die Blase und kann ebenfalls gesteigerten Harnddrang auslösen.
  • Heißhunger: Meist tritt der große Appetit der Schwangeren erst später auf, aber auch Heißhungerattacken können als Anzeichen gelten, dass du ein Kind erwartest - allerdings kein sicheres.

Recht sichere Schwangerschaftsanzeichen: Ausbleiben der Regel und hohe Temperatur

  • Das Ausbleiben der Regel ist eines der sichersten Schwangerschaftsanzeichen. Denn wenn die Eizelle befruchtet wurde, kommt es nicht wie sonst zum Hormonabfall und anschließenden Abstoßen der Gebärmutterschleimhaut.
    Aber trotzdem gilt auch hier: Die Regel kann auch aus anderen Gründen ausbleiben – zum Beispiel durch Stress, Hormonschwankungen oder eine organische Krankheit. Umgekehrt kann es in seltenen Fällen zur Zeit der Menstruation zu einer leichten Blutung kommen, obwohl du schwanger bist.
  • Hohe Temperatur: Wenn deine Temperatur nach dem Eisprung nicht mehr abfällt, sondern 18 Tage lang oder mehr über der Normaltemperatur liegt, ist das auch ein recht sicheres Schwangerschaftssymptom.

Sicherheit durch Schwangerschaftstest oder Ultraschall

Alle Schwangerschaftstests basieren auf dem Nachweis des Schwangerschafts-Hormons "humanes Chorion-Gonadotropin" (HCG).

In der Apotheke gibt es Urin-Tests, die bereits um die Zeit zwei Wochen nach der Befruchtung recht zuverlässige Ergebnisse liefern. Meist wird dazu der Morgen-Urin benötigt. Eine farbliche Veränderung zeigt an, ob eine Schwangerschaft vorliegt oder nicht. Da das Schwangerschaftshormon von Frau zu Frau unterschiedlich schnell produziert wird, kann es bei der einen oder anderen auch länger dauern bis ein Test positiv ausschlägt. Natürlich können Urintests auch bei der Gynäkologin gemacht werden. Manche Hersteller werben damit, dass der Test schon früher durchgeführt werden könne. Tests schon vor der erwarteten Menstruation sind aber nicht zuverlässig. Sie können zum Beispiel negativ ausfallen, obwohl du ein Baby erwartest, weil das Schwangerschaftshormon noch nicht ausreichend vorhanden ist.

Auch einen Bluttest kann der Arzt in Ausnahmefällen durchführen. Er ist sensibler als der Urintest und schlägt schon etwas früher an. Meist schon kurz nach Ausbleiben der Periode ist die Schwangerschaft auch durch eine spezielle Ultraschalluntersuchung – die Vaginalsonographie – nachweisbar. Diese Untersuchung gibt bei positivem Schwangerschaftstest auch Aufschluss darüber, ob sich das Baby in der Gebärmutter oder vielleicht im Eileiter oder der Bauchhöhle eingenistet hat. Im Ultraschall kann man auch bereits drei oder vier Wochen nach der Befruchtung das Herz des Embryos schlagen sehen.

Die Frauenärztin Dr. Heidi Younes-Kressin erklärt, dass sich das Schwangerschaftshormon sowohl im Urin als auch im Blut nachweisen lässt:

Wenn du schwanger bist – „das Alles-oder-Nichts-Prinzip“

Ein wichtiges Thema für Frauen, die gerade erst festgestellt haben, dass sie schwanger sind: Viele Frauen mit Kinderwunsch machen sich Sorgen, dass sie ihrem Baby im Bauch in den ersten zwei Wochen seit der Befruchtung ungewollt geschadet haben – vielleicht durch eine feucht-fröhliche Fete, Tabletten oder Zigaretten. Doch die Natur hat vorgesorgt.

Zu dem Zeitpunkt, da die Frau noch nicht von ihrer Schwangerschaft erfahren und sie noch nicht bemerkt hat, gilt das "Alles-oder-Nichts-Prinzip". Es besagt, dass die Schwangerschaft frühzeitig wieder zu Ende geht und die befruchtete Eizelle abgestoßen wird, wenn in dieser ersten Phase etwas nicht planmäßig verläuft. Die Frau erlebt dies manchmal durch eine vielleicht etwas stärkere oder leicht verschobene Menstruation. Es kann aber auch sein, dass sie die Fehlgeburt gar nicht bemerkt. Umgekehrt gesagt bedeutet dies: Über die ersten zwei Wochen (SSW) der Befruchtung brauchst du dir keine Gedanken zu machen. Erst nach diesen ersten 14 Tagen beginnt die Zeit, da Mütter den Konsum von Zigaretten, Alkohol und Medikamenten für ihr Baby einstellen sollten. Denn nun beginnt ein extrem sensibles Stadium der Schwangerschaft - die Organogenese, also die Ausbildung der inneren Organe des Kindes.

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