In der 7. Schwangerschaftswoche ist der Embryo schon 6 Millimeter groß. Das Gehirn deines Babys entwickelt sich, das Gesicht ist schon in Ansätzen zu erkennen. Am Ende von Arm- und Beinknospen entstehen Finger und Zehen. Erst 5 Wochen ist dein Kind alt, aber alle wichtigen inneren Organe sind in seinem kleinen Körper bereits angelegt, das Herz schlägt, Knochen und Muskeln wachsen. Einfach unglaublich, was da im 2. Monat in deinem Bauch passiert! Zeit, mal reinzuschauen? Wann ihr den Termin zur ersten Vorsorgeuntersuchung vereinbart, liegt bei euch. Wenn ihr euch als werdenden Eltern aber noch bis zur 8. Schwangerschaftswoche geduldet, ist die Chance größer, dass der Frauenarzt euch euer winziges Baby auch zeigen kann.

Die wichtigsten Daten zur 7. Schwangerschaftswoche

Foto: © Lushpix Illustration

Größe: Dein Baby ist in der 7. SSW etwa so groß wie eine Heidelbeere (6 mm).
Gewicht: Das Gewicht des Embryos ist in der 7. Schwangerschaftswoche noch zu gering zum Messen.
Noch 33 Wochen bis zur Geburt!

Der Vergleich mit Obst und Gemüse macht es anschaulich: So groß wie eine Heidelbeere ist dein Baby in der 7. Schwangerschaftswoche. Das mag dir jetzt noch winzig vorkommen. Aber das Baby wird in den nächsten Monaten rasant weiterwachsen. Und wenn man es genau nimmt, ist das Kind sogar noch ein bisschen größer. Denn die Beine werden während der Schwangerschaft nicht mitgemessen. Warum? Da der Embryo ja gekrümmt in deiner Gebärmutter liegt, wären die winzigen Beinchen sehr schwer zu messen. Die Medizin hat sich daher auf die Messung der Länge vom höchsten Punkt des Kopfes (Scheitel) bis zum Steiß geeinigt. Erst ab der 20. Schwangerschaftswoche ist eine Messung der Gesamtlänge des Babys möglich.

Übrigens: Nicht jedes Baby hat in der Schwangerschaftswoche 7 eine Scheitel-Steiß-Länge (SSL) von exakt 6 Millimetern. Je älter der Embryo wird, desto individueller wird er sich entwickeln. Um sicherzugehen, dass sich die Entwicklung deines Babys innerhalb des gesunden Durchschnitts bewegt, wird die SSL künftig bei jeder Ultraschalluntersuchung in den Mutterpass eingetragen. Den bekommst du bei deinem ersten Frauenarzttermin, der meistens in der 8. Schwangerschaftswoche stattfindet. Dabei erfährst du auch den voraussichtlichen Geburtstermin.

Die Entwicklung deines Babys/Embryos in der 7. Schwangerschaftswoche

Aus der kleinen Kaulquappe wird in der 7. Schwangerschaftswoche immer mehr ein kleiner Mensch. Der Schwerpunkt der Entwicklung ist der Kopf des Embryos. In ihm bilden sich jetzt schon die Strukturen des Gesichts. In der 7. Schwangerschaftswoche sind bereits Augenhöhlen, Nasenlöcher und der Mund deines Kindes zu sehen. Und auch das Gehirn des Embryos beginnt sich zu entwickeln. Die Anlage teilt sich schon jetzt in Vorder-, Mittel- und Hinterhirn. Das Vorderhirn ist später für die Denk- und Urteilsfähigkeit zuständig. Auch Probleme werden dort gelöst und Erinnerungen gespeichert. Das Mittelhirn ist die Kommandozentrale. Hier werden elektrische Reize und Signale erfasst und im Körper verteilt. Das Hinterhirn hat die Aufgabe, Herzfrequenz, Atmung, Muskelbewegungen und andere Körperfunktionen zu regulieren. Auch die Entwicklung der anderen Organe schreitet voran. Die Leber des Babys produziert bereits rote Blutkörperchen. Arme und Beine sind noch paddelähnlich. An den Enden lassen kleine Furchen aber schon Finger und Zehen erahnen. Die Entwicklung der ersten Muskelstränge führt bereits zu unkontrollierten Bewegungen. Spüren kannst du es noch nicht, wenn sich das Kind zum ersten Mal bewegt. Dazu ist der Embryo noch zu klein und die Bewegungen werden durch das Fruchtwasser geschluckt. Auf die ersten Stupser musst du noch bis zur 20. SSW warten.

Besonders interessant: Die Arme entwickeln sich schneller als die Beine. Diese Entwicklung von oben nach unten setzt sich auch nach der Geburt fort. Dein Baby wird daher früher greifen als laufen können.

Dein Körper in der 7. Schwangerschaftswoche

Sieht man jetzt schon, dass du schwanger bist? Ganz sicher an deinen strahlenden Augen. Aber ob der Bauch schon gewachsen ist, ist individuell ganz unterschiedlich. Es gibt Frauen, die schon in der 7. SSW zunehmen. Das liegt dann oft an den bekannten Heißhungerattacken. Andere nehmen in den ersten Schwangerschaftswochen sogar zunächst ab, da ihr Körper besonders mit Übelkeit zu kämpfen hat. Die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft hat übrigens nicht nur mit der Größe deines Babys zu tun. Hinzu kommt das Gewicht von Plazenta, wachsendem Uterus, Fruchtwasser, eingelagertem Wasser im Gewebe, zusätzlich gebildetem Blut und den gewachsenen Brüsten. Bist du normalgewichtig, wirst du am Ende der Schwangerschaft wahrscheinlich etwa 12 Kilogramm mehr auf die Waage bringen.

In der 7. SSW setzen nun bei den meisten Frauen die typischen Schwangerschaftsanzeichen ein. Neben Morgenübelkeit, Stimmungsschwankungen, häufigem Harndrang, spannenden Brüsten und Müdigkeit kommt es in den ersten Wochen auch zu einigen Veränderungen der Haut.

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Hautveränderungen in der Schwangerschaft

Mehr Pigmente: Die Warzenhöfe der Brüste dunkeln bei vielen Frauen im ersten Trimester nach. Auch die Brustvenen sind aufgrund der stärkeren Durchblutung des Gewebes deutlicher zu sehen. Später bildet sich häufig eine dunkle Linie (Linea Nigra), die sich bei vielen Frauen vom Schambein über den Bauchnabel - und manchmal auch darüber hinaus - zieht. Die hormonell bedingte stärkere Pigmentierung kann auch Sommersprossen und Muttermale dunkler werden lassen. Bei vielen Schwangeren führt die verstärkte Melanin-Ausschüttung zu einer Hyperpigmentierung, die sich zum Beispiel als dunkle Flecken im Gesicht (Schwangerschaftsmaske) zeigt. Benutz am besten eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, um eine zusätzliche Verschlimmerung durch Sonneneinstrahlung zu verhindern. Aber keine Sorge: Nach der Geburt nimmt die Haut normalerweise wieder ihre ursprüngliche Schattierung an.

Schwangerschaftsakne: Ja, es gibt sie, die Frauen, die in der Schwangerschaft noch reinere Haut und glänzende Haare bekommen. Leider strahlen aber in der Schwangerschaft nicht alle Mütter. Denn die Ausschüttung männlicher Androgene kann auch zu einer Schwangerschaftsakne führen. Was tun gegen verstopfte Poren? Zur Reinigung täglich einen frischen Wachlappen benutzen und das Gesicht anschließend vorsichtig trocken tupfen (nicht reiben!). Einmal wöchentlich die verstopften Poren durch ein Peeling öffnen. Möglichst die Haare aus dem Gesicht tragen und die Pickel nicht ausdrücken. Am besten pflegen jetzt Produkte, die fett- und ölfrei sind. Wenn du in hautärztlicher Behandlung bist, sprich unbedingt mit deinem Arzt über Akne-Medikamente, die du vielleicht vor der Schwangerschaft verschrieben bekommen hast. Mittel mit Isotretinoin können die Entwicklung deines Babys negativ beeinflussen. Rezeptfreie Aknecremes mit den Wirkstoffen Benzoylperoxid und Zink sind für den Embryo unbedenklich.

Wenn du bisher von Schwangerschaftsbeschwerden verschont wurdest, ist das nicht ungewöhnlich. Es gibt eben die Glücklichen, die viele der typischen Anzeichen erst nach der 7. Schwangerschaftswoche oder gar nicht verspüren. Kommt dir das Ganze aber komisch vor, ist es sicher sinnvoll, deinen Frauenarzt aufzusuchen. Vielleicht kannst du ja die erste Vorsorgeuntersuchung schon in der 7. statt in der 8. SSW machen.

In jedem Fall ist es wichtig, jetzt einen Termin für die erste Vorsorge zu vereinbaren. Denn dann bekommst du die Antworten auf die Fragen, die dich sicher schon seit einigen Wochen beschäftigen: Geht es dem Baby gut? Entwickelt es sich richtig? Und was kann ich tun, um meinem Kind einen guten Start ins Leben zu ermöglichen? In Deutschland hast du einen gesetzlichen Anspruch auf regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen. Die Kosten übernehmen Krankenkassen oder Sozialamt. Zunächst finden die Checks alle vier Wochen statt. Ab der 32. SSW gehst du dann alle zwei Wochen zur Vorsorge. Dabei musst du nicht unbedingt zu einem Frauenarzt. Auch eine Hebamme kann die Vorsorgeuntersuchungen bei der werdenden Mutter durchführen. Einzige Ausnahme: Die drei empfohlenen Ultraschalluntersuchungen darf nur ein Gynäkologe machen. Wenn ihr sichergehen wollt, dass ihr auf dem Ultraschall schon das Baby erkennen könnt, ist die Erstuntersuchung ab der 8. SSW sinnvoll.

Das kannst du jetzt für dich und dein Baby tun

Foto: © seb_ra

Der Gedanke, nun schwanger zu sein ist in der 7. Schwangerschaftswoche immer noch ziemlich neu. Deine Gedanken kreisen ständig um das Baby! So vieles wird sich nach der Geburt verändern: kein Job, wenig Schlaf, viel Trubel. Halt! 7 Monate zurückspulen! Jetzt geht es erstmal darum, dass du und das Baby eine entspannte und gesunde Schwangerschaft erlebt. Eine ausgewogene, gesunde Ernährung sind dabei wichtig.

Essen für zwei?
Dass Schwangere für zwei essen müssen ist ein überholtes Ammenmärchen! 300 Kalorien zusätzlich sind am Tag völlig ausreichend. Und noch wichtiger als die Menge ist die Zusammensetzung des Speiseplans:

• Viel frisches Obst und Gemüse sind besser als Tiefkühlkost.
• Vollkornprodukte schlagen Weißmehl-Speisen.
• Hochwertige Pflanzenfette, z. B. Rapsöl) sind gesünder als Butter und Bacon.
• Seefisch und Geflügel sollten häufiger auf den Teller als Rind und Schwein.

Unbändige Lust auf Süßes?
Der Sinn von Heißhungerattacken in der Schwangerschaft ist noch nicht abschließend erforscht. Wenn euer Körper aber das Signal gibt, dass jetzt unbedingt ein Stück Sahnetorte her muss, gibt es keinen Grund, ihn nicht zu erhören. Solange du dich ansonsten ausgewogen ernährst und die Waage nicht Alarm schlägt, sind spontane süße oder saure Sünden eben ein Privileg der Schwangeren.

Was geht gar nicht?
Solltest du allerdings Lust auf Sushi verspüren, müssen wir dich enttäuschen. Rohes Fleisch, Fisch und Rohmilchprodukte können Toxoplasmose- und Listeriose-Erreger enthalten und sind in der Schwangerschaft ein No Go. Auch rohe Eier stehen auf der roten Liste. Selbstgemachte Mayo oder Tiramisu machen also auch erstmal Pause. Ebenso wie Lakritz. Mehr als 100 g täglich können aufgrund seines Glycyrrhin-Gehalts dem Baby schaden.

Welche Untersuchungen stehen in der 7. SSW an?

Wenn du dich einfach nicht mehr gedulden kannst oder dir unzählige Fragen auf den Nägeln brennen, kannst du auch in der 7. SSW schon zur Vorsorgeuntersuchung gehen. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit dann noch gering, dass ihr im Ultraschall schon euer Baby erkennen könnt. Ab der 8. SSW und später stehen die Chancen dafür deutlich besser.

Vor dem Termin:
• Denk darüber nach, ob du einen Toxoplasmose-Test willst. Er ist eine IGeL-Leistung und wird nicht von den gesetzlichen Kassen übernommen.
• Pack deinen Impfausweis ein und lass von deinem Arzt deinen Impfstatus checken.
• Sprich mit deinem Partner darüber, was ihr in dem sehr unwahrscheinlichen Fall tut, dass mit eurem Baby etwas nicht in Ordnung ist. Denn schon der erste Ultraschall könnte darauf einen Hinweis liefern. Wenn ihr wisst, dass ihr auch ein Kind mit Behinderung in jedem Fall bekommen wollt, darf euch der Arzt nicht in eine Situation bringen, in der ihr euch für oder gegen das Kind entscheiden müsst.

Ultraschallbilder aus der 7. Schwangerschaftswoche

Der kleine Krümel in deinem Bauch sieht in der siebten Schwangerschaftswoche schon mehr wie ein Säugling aus. Dort, wo später die Augen sein werden, sind kleine schwarze Punkte zu erkennen. Auch die Arm- und Beinknospen des Babys lassen sich schon erahnen. Das kleine Herz schlägt munter vor sich hin. Ob ihr all das auch bei eurem ersten Ultraschalltermin sehen könnt, hängt unter anderem davon ab, wie gut das Gerät des Frauenarztes ist und ob das Baby gerade günstig liegt. Also keine Panik, wenn noch nichts zu sehen ist. Beim nächsten Termin könnt ihr euer Kind dann ausgiebig bestaunen.

Medizinerlatein: Was bedeutet IGeL?

Nein, nicht das süße Stacheltier ist gemeint, sondern die Abkürzung für die sogenannten Individuellen Gesundheitsleistungen. Das sind Untersuchungen, die dein Arzt nicht mit der Krankenkasse abrechnen kann und dir daher privat in Rechnung stellt. Was sie genau kosten, muss dein Arzt dir vorher mitteilen. Während einer Schwangerschaft tauchen IGeL-Untersuchungen immer wieder auf. Einige sind sinnvoll, andere nicht. Mach dich am besten schon vor deinem ersten Vorsorgetermin schlau, ob du dein Blut zum Beispiel zusätzlich auf Toxoplasmose-, Ringelröteln-, Zytomegalie- oder Windpocken-Antikörper untersuchen lassen möchtest.

Gut zu wissen

Foto: © © petrunjela

• Toxoplasmose kann auch durch Katzenkot oder verunreinigtes Gemüse übertragen werden. Die Katzentoilette solltest du jetzt lieber jemand anderen säubern lassen, wenn du nicht sicher weißt, ob du Toxoplasmose-Antikörper im Blut und somit immun bist. Und in der Küche ist Hygiene jetzt noch wichtiger. Alle frischen Lebensmittel gut abwaschen! Fleisch und Fisch nicht auf denselben Schneidebrettern zerkleinern wie Obst und Gemüse. Und das Fleisch immer gut durchgaren.

• Für die Müdigkeit in der Frühschwangerschaft ist das Gelbkörperhormon Progesteron zuständig. Wenn es dein Tagesrhythmus zulässt, solltest du den Signalen deines Körpers nachgeben und dich zwischendurch hinlegen. Die Ruhe kannst du gut gebrauchen. Schließlich musst du bald nachts immer häufiger raus, weil die wachsende Gebärmutter auf deine Blase drückt.

Quellen:

  • Imlau, Nora; Pfützner, Sabine: Babybauchzeit: Geborgen durch die Schwangerschaft und die Zeit danach. Hebammenwissen für Mutter und Kind, Weinheim 2018.
  • Kainer, Franz; Nolden, Annette: Das große Buch zur Schwangerschaft. Umfassender Rat für jede Woche, München 2018.
  • Blohmer, Jens-Uwe; Matthias, David; Henrich, Wolfgang; Sehouli, Jalid (Hrsg.): Charité Kompendium Gynäkologie, Berlin 2018.
  • Frauenärzte im Netz

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