Was ist eine Intercostalneuralgie?

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Eine Intercostalneuralgie (oder auch Interkostalneuralige) ist genau genommen keine eigenständige Erkrankung, sondern vielmehr eine ziemlich unangenehmes Begleiterscheinung. Die Nervenschmerzen, auch Neuralgien genannt, beginnen dabei zwischen den Rippen und strahlen in den Rücken und den Brustkorb aus. Grund für die Nervenreizung können ganz verschiedene Erkrankungen sein – zum Beispiel eine Gürtelrose, eine Lungenentzündung, Muskelverhärtungen oder Wirbelblockaden. In seltenen Fällen tritt eine Intercostalneuralgie auch im Laufe der Schwangerschaft auf. Ein Grund dafür kann die wachsende Belastung für den Rücken sein. In enger Absprache mit dem Arzt werden die starken Schmerzen mit Medikamente, Massagen und Physiotherapie behandelt. Eine Gefahr für das ungeborene Kind nicht.

 

Was sind die Symptome einer Intercostalneuralgie?

In den Zwischenräumen zwischen unseren Rippen verlaufen Nerven, auch Interkostalnerven genannt. Elf dieser Zwischenrippennerven besitzen wir auf jeder Körperseite. Sie entspringen in der Wirbelsäule und verlaufen nach vorne bis zum Brustbein. Die Interkostalneuralgie entsteht durch eine Verletzung oder Entzündung der Nervenwurzel am Rückenmark oder der Nerven selbst. Betroffene klagen deshalb über intensive, mehrere Tage, manchmal sogar Wochen anhaltende Brustschmerzen, die sich gürtelförmig bis zum Rücken ausbreiten können. Oft werden die akuten Schmerzen als stechend oder ziehend empfunden, auch Schmerzspitzen sind nichts Ungewöhnliches. Durch Husten oder Bewegung verstärken sich die Beschwerden, im Liegen verringern sie sich dagegen. Neben Schmerzen treten auch Taubheitsgefühl, Kribbeln, Jucken oder Atembeschwerden auf. In den Symptomen ähnelt die Interkostalneuralgie anderen schweren Erkrankungen wie einem Herzinfarkt.

Wie entsteht eine Intercostalneuralgie?

Interkostalneuralgie ist eine Entzündung der Zwischenrippennerven. Sie kann ganz verschiedene Ursachen haben:

  • Altersbedingte Rückenerkrankungen wie eine Entzündung der Wirbelsäule oder eine Degeneration von Knochen und Knorpel
  • Tumore an der Wirbelsäule
  • Muskelverhärtungen und Verspannungen im Rücken
  • ein Rippenbruch 
  • Eine häufige Ursache ist auch die Gürtelrose, eine Viruserkrankung, die von denselben Erregern ausgelöst wird wie die Windpocken
  • Erkrankungen der inneren Organe – Herz, Magen, Leber oder Gallenblase
     

Wie wird eine Intercostalneuralgie festgestellt?

Durch die Vielfalt der Auslöser und die unspezifischen Symptome ist eine gründliche Untersuchung durch den Arzt besonders wichtig. Immerhin verursacht eine Intercostalneuralgie ähnliche Schmerzen wie ein Herzinfarkt. Deshalb gilt es zu allererst, eine schwerwiegende Erkrankung auszuschließen. Für seine Diagnose bespricht der Arzt mit dem Patienten den Charakter des Schmerzes, die Ausdehnung und Intensität. Zusätzlich prüft er die Beweglichkeit der Wirbelsäule und die Empfindlichkeit des schmerzenden Bereichs. Zusätzlich können auch Blutuntersuchungen oder bildgebende Verfahren die Diagnose unterstützen – zum Beispiel, wenn der Arzt eine Infektion des Nervensystems oder eine Fehlstellung der Wirbelsäule als Ursache vermutet.

Wie wird eine Intercostalneuralgie behandelt?

Die Therapie hängt von der Stärke der Schmerzen und ihrer Ursache ab. Bei Muskelverhärtungen oder einer Wirbelblockade helfen bereits leichte Schmerzmittel und Medikamente zur Muskelentspannung, am besten in Kombination mit Massagen oder Physiotherapie. Bei besonders starken Schmerzen verschreibt der Arzt kurzfristig auch starke Medikamente oder setzt eine lokale Betäubungspritze. Eine langfriste Schmerztherapie mit starken Medikamenten ist aber eher die Ausnahme als die Regel. Das gilt auch für die lokale Betäubung durch einen kurzzeitig implantierten Katheter oder einen chirurgischen Eingriff, um die Druckbelastung auf den Nerv zu reduzieren.