Was ist der Muttermund?

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Der Muttermund (lat. Ostium uteri) ist ein Teil des Gebärmutterhalses. Er besteht aus zwei ringförmigen Öffnungen, dem inneren und dem äußeren Muttermund. Zwischen den Öffnungen liegt der Gebärmutterhals (auch Zervixkanal, zervix uteri oder cervix uteri). Die untere Öffnung ist die Verbindung zur Vagina. Sie nennt sich äußerer Muttermund. Die obere Öffnung ist die Verbindung zur Gebärmutter. Dies ist der innere Muttermund. Der Muttermund verändert sich im Verlauf des Zyklus, während der Schwangerschaft und bei einer Geburt. Ertasten lässt sich nur die unterschiedliche Beschaffenheit des äußeren Muttermunds.

Der Muttermund im Verlauf des Zyklus

Um den äußeren Muttermund zu ertasten, führst du vorsichtig zwei saubere Finger tief in die Scheide ein. Je nachdem, in welcher Zyklusphase du gerade bist, fühlt sich der kleine dicke Ring mit einem winzigen, runden Loch in der Mitte unterschiedlich an:

 

Um den Eisprung herum (fruchtbare Tage):

  • Der Muttermund ist schwerer zu ertasten, da er sehr hoch liegt (je näher der Eisprung rückt, desto höher steigt er)
  • Er ist leicht geöffnet, um den Fluss des Zervixschleims zu ermöglichen (die Samenzellen gelangen so schneller ans Ziel)
  • Er fühlt sich weich an, etwa so wie Lippen oder ein weiches Ohrläppchen
  • Dein Zervixschleim ist dünnflüssig, klar und spinnbar (um die Spermien besser durchzulassen)
  • Während des Orgasmus bewegt er sich wellenförmig. Die Bewegung dient dem Transport der Samenzellen Richtung Gebärmutter

Direkt nach der Periode (unfruchtbare Tage):

  • Der Muttermund ist geschlossen
  • Er ist leicht zu ertasten, da er jetzt tief liegt.
  • Er fühlt sich hart an, ein bisschen wie eine Nasenspitze
  • Er gibt nur wenig des jetzt zähflüssigeren Zervixschleims frei (die Fortbewegung von Spermien wird erschwert)

Der Muttermund nach einer Schwangerschaft

  • Der Muttermund kann nun etwas weiter geöffnet sein
  • War die Öffnung vorher rund, kann sie sich jetzt eher wie ein länglicher Schlitz anfühlen

Die Unterschiede zwischen weich und hart, leicht geöffnet oder geschlossen wirst du erst mit ein wenig Routine erkennen können. Wenn du die Beschaffenheit des Muttermundes regelmäßig beobachtest, wirst du die Nuancen bald sicher ertasten. Am besten verwendest du immer den- oder dieselben Finger. Gemeinsam mit der Konsistenz des Zervixschleims und der Messung deiner Basaltemperatur kann die Festigkeit des Muttermunds dir deine fruchtbaren Tage verraten. Diese Methode ist ein Teil der natürlichen Familienplanung (NFP) und kann sowohl zur Verhütung eingesetzt werden als auch, um schneller schwanger zu werden.

Die Ergebnisse deiner Untersuchung kannst du auch in eine Zyklus-App oder einen Zyklus-Computer eintragen. So hast du einen besseren Überblick über deine fruchtbaren Phasen. Der Zustand des Muttermunds wird dabei meistens in drei Kategorien festgehalten:

Kategorie

Ausprägung

Öffnung

geschlossen/teilweise geöffnet/vollständig geöffnet

Lage

liegt hoch/ liegt tief

Festigkeit

hart/weich

Wie lässt sich der Muttermund ertasten?

Am besten kannst du ihn ertasten, wenn du einen Fuß auf einen Hocker oder den Badewannenrand stellst und du dich ein wenig vorbeugst. Bevor du nun ein oder zwei Finger in die Scheide einführst, ist es wichtig, dass du dir vorher die Hände sehr gründlich wäschst, damit keine Keime in die Vagina gelangen. Außerdem ist es sinnvoll, die Fingernägel zu kürzen, um die Scheidenwand nicht zu verletzen. Wenn du deinen Muttermund zum ersten Mal ertasten möchtest, startest du am besten direkt nach der Periode. Dann ragt der äußere Muttermund weit in die Vagina und lässt sich besser erreichen. Bei einem geöffneten Muttermund fühlst du in der Mitte eine deutliche Vertiefung, ist er verschlossen, kannst du nur eine leichte Unebenheit ertasten.

Abtasten des Muttermundes beim Frauenarzt und bei der Hebamme

Die Bedeutung des Muttermunds lernen die meisten Frauen erst kennen, wenn sie schwanger sind. Bei der Vorsorgeuntersuchung wird der Frauenarzt oder deine Hebamme ihn behutsam abtasten. Deine Geburtsbegleiter können fühlen, ob dein Muttermund schon offen oder noch fest verschlossen ist. Wenn du mit den ersten leichten Wehen ins Geburtshaus oder ins Krankenhaus kommst, ist die Fingerprobe eine der ersten Untersuchungen. Passen beim vorsichtigen Einführen zwei Finger durch den Muttermund, ist er schon 2 bis 3 Zentimeter offen. Können Zeige- und Mittelfinger ein V bilden, ist er bereits 3 bis 4 Zentimeter offen.

Der Muttermund in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft schützt der Muttermund dein Kind vor aufsteigenden Keimen. Sobald die Eizelle sich eingenistet hat und dem Körper das Signal „schwanger“ gibt, setzt der das Schwangerschaftshormons HCG frei. Darauf reagiert auch der Muttermund. Er zieht sich nach oben und wird hart. Der Zervixschleim bildet einen festen Pfropf. Der Schleimpfropf verschließt nun für die gesamte Schwangerschaft den Weg zu Gebärmutter und Fruchtblase. 

Wird der Muttermund zu früh weich, kommen vorzeitige Wehen hinzu und geht der Schleimpfropf ab, können das Zeichen für eine Zervixinsuffizienz und damit für eine drohende Frühgeburt sein. Findest du eine gelatineartige Masse in deinem Slip, handelt es sich vermutlich um den Schleimpfropf und du solltest unbedingt den Arzt aufsuchen. Er wird dann in der Regel Bettruhe verordnen. Methoden, den Muttermund operativ zu verschließen (Cerclage) sind umstritten, da der Eingriff große Risiken birgt und wohl kaum nützt. 

Der Muttermund kurz vor der Geburt

Normalerweise wird der Muttermund durch den Einfluss von Hormonen erst wieder weich, wenn das Baby nach draußen drängt. Das geschieht um die 39. SSW. Die ersten Wehen setzen ein, der Muttermund weitet sich Millimeter für Millimeter und gibt den Schleimpfropf frei. Dieses sogenannte „Zeichnen“ geht oft mit einer leichten Blutung einher. Diese ist aber ungefährlich. Dein Kind macht sich jetzt langsam, aber sicher auf den Weg und gelangt aus der Gebärmutter in den Geburtskanal.

Beim ersten Kind kann sich der Muttermund auch schon einige Tage vor der Geburt leicht öffnen. In dem Fall geht auch häufig der Pfropf ab. Ist der Geburtstermin schon nah, ist das aber kein Grund zur Sorge. Die ersten Wehen werden dir verraten, wann es Zeit ist, sich ins Krankenhaus aufzumachen.

Der Muttermund während der Geburt

In den Frühwehen weitet sich der Muttermund auf einen Durchmesser von etwa drei Zentimetern. Erst wenn die Wehen stärker und regelmäßiger werden und er rund acht Zentimeter geöffnet ist, beginnt die aktive Geburtsphase. Bei der Untersuchung kann deine Hebamme die Finger nun weit spreizen. Die Presswehen setzen ein. Das Baby macht sich auf den Weg durch den Geburtskanal. Ist der Kopf schon zu sehen, hat der Muttermund seine maximale Öffnung von etwa 10 Zentimetern erreicht.

Der Muttermund nach der Geburt

Die Rückbildung nach der Geburt betrifft auch den Muttermund. Er zieht sich wieder zusammen. Die vorher kreisrunde Öffnung ist nun bei manchen Frauen eher schlitzförmig.

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