Freizeit und Urlaub

Ab wann darf ich mit Baby fliegen?

Wenn sie gesund sind, dürfen Neugeborene bei vielen Airlines bereits ab dem achten, bei anderen ab dem fünfzehnten Lebenstag mitfliegen. Wichtig ist, dass du dich bereit fühlst, eine Flugreise mit Baby zu meistern. Wenn ja, kann der Flug mit Baby sogar weitaus stressfreier sein als mit einem Kleinkind. Um gesundheitliche Risiken zu vermeiden, sollten Babys nicht fliegen, wenn sie unter einer Nasennebenhöhlenentzündung, Mittelohrentzündung, Zahnschmerzen oder anderen Erkrankungen leiden. Am besten prüft ein Kinderarzt vor dem Reiseantritt die Reisefähigkeit.

Braucht mein Baby schon einen Reisepass?

Bei Auslandsreisen benötigen auch Babys einen Kinderreisepass. Um das Dokument bei der Passbehörde zu erhalten, musst du dein Kind, ein biometrisches Foto, die Pässe der Eltern und die Geburtsurkunde oder bereits vorhandene Ausweisdokumente des Kindes dabei haben. Wenn nur ein Elternteil die Beantragung vornehmen möchte, brauchst du eine Vollmacht des anderen Elternteils. Den Reisepass erhältst du innerhalb weniger Tage, oft auch schon direkt vor Ort. In manchen Ländern gelten allerdings spezielle Einreisebestimmungen, über die du dich vorab informieren solltest. Beispielsweise ist für die Einreise in die USA in der Regel zusätzlich zum Kinderreisepass ein Visum erforderlich.

Welchen besonderen Sitzplatz- und Gepäckbestimmungen gelten für Babys im Flugzeug?

Sitzplatz und Sicherheit: Kinder unter zwei Jahren haben keinen Anspruch auf einen Sitzplatz, sie sitzen auf dem Schoß der Eltern. Deshalb ist in der Regel auch nur die Mitnahme eines Kindes unter zwei Jahren pro erwachsener Begleitperson möglich. Auf dem Schoß müssen sie, sobald das Anschnallzeichen leuchtet, mit dem sogenannten Loop Belt gesichert werden. Der TÜV Rheinland bemängelt dieses System jedoch als zu gefährlich. Im Ernstfall könne der Schlaufengurt zu lebensgefährlichen Verletzungen führen. Sicherer ist der Transport im Kindersitz für das Auto. Voraussetzung hierfür ist allerdings der kostenpflichtige Erwerb eines Sitzplatzanspruchs für das Baby. Und es muss zuvor geklärt werden, ob die Fluglinie ein Kinderrückhaltesystem bereitstellt oder ob das private Modell mit den Sitzen des Flugzeuges kompatibel ist, denn längst nicht alle Systeme sind geeignet.

Auf Langstreckenflügen können bei den großen Airlines meistens auch spezielle Babybettchen reserviert werden. Sie befinden sich oft in den vorderen Sitzreihen, sodass du besser eine eine entsprechende Sitzplatzreservierung vornimmst.

Freigepäck fürs Baby: Hier sind die Regelungen leider sehr unterschiedlich. Bei einigen Fluggesellschaften haben Kinder unter zwei Jahren sogar ein Gepäckstück bis 23 Kilogramm frei, bei anderen erhalten sie keinerlei Freigepäck. Außerdem gibt es das Freigepäckstück oftmals nur in bestimmten Tarifen.

Kinderwagen, Buggy und Co: Die meisten Fluglinien ermöglichen es Familien mit Baby, den Buggy oder Kinderwagen bis zum Einstieg in den Flieger mitzunehmen. Dort wird er vom Flugpersonal verstaut und gleich nach der Landung wieder ausgehändigt. Diese Sondergepäckstücke werden oftmals kostenlos im Laderaum befördert. Bei einigen Airlines ist die Anzahl jedoch auf zwei Stück begrenzt – danach fallen auch hier Kosten an.

Wie kann ich meinem Baby und mir den Flug erleichtern?

Druckausgleich: Um bei Start und Landung den unangenehmen Druck auf den Ohren zu mindern, hilft es, wenn du deinem Baby etwas zu Trinken oder den Schnuller anbietest. Da Säuglinge in den ersten Monaten durch die Nase atmen, kannst du sicherheitshalber etwas physiologische Kochsalzlösung im Handgepäck verstauen. In die Nase geträufelt hilft sie, wenn die Nasenschleimhäute deines Babys anschwellen. Mit einem stark erkälteten Baby solltest du jedoch nicht in den Flieger steigen.

Klima im Flieger: Die Temperaturschwankungen und die Klimatisierung im Flieger können leicht dazu führen, dass dein Baby friert. Drehe einfach die Lüftung oberhalb der Sitze aus und ziehe ihm am besten mehrere Kleidungsstücke übereinander an, um bei Bedarf eine Schicht an- oder ausziehen zu können. Eine kuschelige Decke und warme Söckchen helfen zusätzlich.

Wichtiges fürs Handgepäck: Wenn dein Baby alt genug zum Spielen ist, vergiss nicht, eine kleine Spielzeugauswahl mitzunehmen. Außerdem dürfen Wechselkleidung, Reinigungstücher, Nahrung bzw. Getränke, Wickelunterlage und Windeln natürlich im Handgepäck nicht fehlen. In den meisten Flugzeugen gibt es übrigens herunterklappbare Wickeltische in den Waschräumen.

Flugzeit: Damit die Kleinen ihren Schlafrhythmus beibehalten können, sind Nachtflüge besonders gut geeignet. Denn ein gewohnter Rhythmus hilft dabei, das Stresslevel beim Baby möglichst niedrig zu halten.

Preboarding: Bei vielen Airlines wird Familien mit Kindern ein bevorzugtes, das heißt ein frühes Einsteigen in das Flugzeug ermöglicht. Sie können vor den übrigen Fluggästen an Bord, um in Ruhe Platz zu nehmen, Gepäck zu verstauen und zum Beispiel den Kindersitz zu arrangieren.

Darf ich Babynahrung mit in den Flieger nehmen?

Grundsätzlich gilt für Flüssiges und auch Dickflüssiges im Handgepäck: Erlaubt sind Flüssigkeiten in Einzelbehältnissen von bis zu 100 Milliliter, die in einem durchsichtigen, wiederverschließbaren Beutel mit maximal einem Liter Fassungsvermögen verpackt sein müssen. Babynahrung ist von dieser strengen EU-Richtlinie jedoch ausgenommen. Bei Babybrei, Milch oder sterilisiertem Wasser im Babyfläschchen können die Mengen auch über dieser Grenze liegen. Die gestattete Gesamtmenge richtet sich danach, was für die Dauer des Fluges notwendig ist – sie muss dem Sicherheitspersonal also realistisch erscheinen. Du darfst diese Flüssigkeiten auch außerhalb des Plastikbeutels transportieren, solltest sie jedoch unaufgefordert vorzeigen. Es kann sein, dass du gebeten wirst, die Nahrung zu probieren. Als Alternative kannst du auch Milchpulver mitführen und erst an Bord ein Fläschchen zubereiten. Das Wasser hierfür wird dir vom Bordpersonal zur Verfügung gestellt.

Welche Tarife gelten für eine Flugreise mit Baby?

Auch wenn für Kinder unter zwei Jahren noch kein Sitzplatzanspruch vorliegt, fallen meist Kosten für den kleinen Passagier an. Sie bewegen sie sich in der Regel zwischen 10 und 20 Prozent des regulären Tarifs – je nach Fluggesellschaft und Strecke. Wenn ein eigener Sitzplatz gewünscht ist, wird es teurer. Bei vielen Airlines wird dann der Kindertarif für Über-Zweijährige berechnet, manchmal wird sogar der volle Ticketpreis fällig.

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