Schwangerschaft

Natürlich ist eine Schwangerschaft keine Krankheit, doch Nebenwirkungen können trotzdem auftreten. Auch, wenn es bei diesen Begleiterscheinungen um das körperliche wie seelische Wohlbefinden der Frau geht, sind auch die Männer davon betroffen. Damit du, lieber werdender Papa, weißt, was da alles auf dich zukommen kann, haben wir die wichtigsten „Baustellen“ für dich zusammengetragen.

1. Die ersten Wochen können übel werden

Übelkeit erwischt nahezu 75 Prozent aller werdenden Mütter – vor allem in den ersten drei Monaten. Manchen ist nur morgens oder abends schlecht, andere leiden den ganzen Tag unter starker Übelkeit. Forscher vermuten, dass vor allem das Schwangerschaftshormon HCG dafür verantwortlich ist. Wunder dich also nicht, wenn der geplante Restaurantbesuch oder andere Unternehmungen mit dem Satz „Mir ist so schlecht“ gecancelt werden. Nimm diese unangenehme Übelkeit ernst und sei für deine Liebste da! Bringe ihr morgens Zwieback, trockene Kekse oder Knäckebrot ans Bett und nutze jeden Moment, in dem deiner Frau nach Essen ist, ihr etwas Leckeres zuzubereiten. Denn der Blutzuckerspiegel sollte nicht allzu sehr fallen, da das auch zu Übelkeit führen kann.

2. Ich rieche was, was du nicht riechst!

Hat sich deine Frau plötzlich auch in eine „Spürnase“ verwandelt? Sie „wittert“ schon den leichtesten Duft und nimmt Gerüche mit einmal verändert und intensiver wahr. War der Parmesankäse bis vor kurzem noch heiß geliebt, ist er jetzt zur Stinkbombe mutiert. Bei Vanilleduft kommt deiner Partnerin die Galle hoch und manche Gerüche lähmen sie förmlich vor Übelkeit. Zusammengefasst könnte man sagen: Deiner Frau stinkt‘s gewaltig.
Sorge für frische Luft! Achte darauf, deine Partnerin nicht mit heftigen Düften wie Grill-Luft, Rauch, starkem Parfum, Knoblauch oder ähnlichem zu „quälen“. Ein kleiner Spaziergang im Freien kann auch oft helfen. Oder biete ihr eine aufgeschnittene Zitrone oder Ingwer zum Riechen an. Die meisten Schwangeren mögen diese Gerüche und empfinden diese als frisch und klärend.

3. Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt

Es gibt Tage, da weißt du nicht, wie dir geschieht? Gerade eben hat deine Frau noch herzhaft gelacht und beim nächsten Lied, das aus dem Radio ertönt, bricht sie in Tränen aus. Nur wenige Minuten später ist das kleine Häufchen Elend dann zu einer Zicke mutiert, die dich für alles beschimpft und scheinbar nur unzufrieden ist.
Versuche nicht, das Gefühlsleben einer Schwangeren zu verstehen. Akzeptiere es! Für deine Frau ist dieses Gefühlschaos, angetrieben durch hormonelle, körperliche und seelische Veränderungen, mindestens genauso schlimm. Ehrliche Gespräche über das Gefühlswirrwar, eine feste Umarmung und schöne, gemeinsame Unternehmungen helfen oft, positive Laune zu schaffen. Sollte deine kleine Hormonbombe aber zu zickig werden, darfst du auch einfach mal in Deckung gehen. Gehe deiner Frau dann besser aus dem Weg, anstatt sich auf Diskussionen oder Streit einzulassen. Das nützt niemandem in diesem Moment und tut auch dem ungeborenen Kind nicht gut.

4. Rollmops mit Nutella

Dem Mythos entgegen ist der Saure Gurken-Verzehr von Schwangeren genauso hoch oder niedrig wie der von nicht schwangeren Frauen. Was aber stimmt: Werdende Mütter haben häufig Heißhunger oder spezielle kulinarische Gelüste, die jedoch von Frau zu Frau verschieden sind.
Wenn du eine Schwangere glücklich machen willst, dann besorge ihr aktuelles Leibgericht! Dumm nur, dass man das selten vorbereiten kann. Denn so voll der Kühlschrank auch sein mag – meist zielt der Heißhunger genau auf das, was gerade nicht drin ist. Aber vielleicht hat der Supermarkt ja noch auf oder du bekommst das Erdbeereis und die Chips zum Nachtisch ja bei der Tankstelle um die Ecke…

5. Zeit für Zärtlichkeit

Gerade in den ersten drei Monaten fühlt die schwangere Frau sich aus schon genannten Gründen meist unpässlich. Es passiert so viel mit ihrem Körper, dass oft allein der Gedanke an Sex gar nicht mehr stattfindet. Bei manchen Frauen ändert sich das schnell wieder, andere kämpfen die ganze Zeit mit den Schwangerschaftsnebenwirkungen. Oft haben ab einer gewissen Babybauchgröße auch die Männer Hemmungen, weiterhin Sex mit ihrer Frau zu haben. Eine Schwangerschaft ist jedes Mal wieder unberechenbar und auch für das Paar ab und an eine Herausforderung.
Lege deshalb in dieser Zeit viel Wert auf Zärtlichkeiten, Kuscheln und Zweisamkeit! Oft entwickelt sich aus solchen Momenten auch die Lust auf Sex. Wenn nicht, werde erfinderisch. Dränge sie nicht, sondern lasse dir Alternativen einfallen, sich gegenseitig zu verwöhnen.

6. Wie war das doch gleich?

Obwohl alle über die so genannte Stilldemenz reden, ist es in Wirklichkeit eine Schwangerschaftsdemenz! Denn während der Schwangerschaft, so weiß die Wissenschaft inzwischen, kommt es aufgrund hormoneller Prozesse zu einem tatsächlichen Gedächtnisdefizit.
Die Vergesslichkeit, die Frauen später während der Stillzeit erleben, ist schlichtweg eine Reaktion auf den Schlafmangel. Nimm es deiner Frau also nicht übel, wenn sie einen gemeinsamen Termin, deinen Lieblingsjoghurt beim Einkauf oder gar den Haustürschlüssel in der Wohnung vergessen hat. Lacht gemeinsam über ihre kurzfristige Schusseligkeit und erinnere sie, wenn wichtige Termine anstehen.

7. Rund ist beautiful

Während der nächsten zehn Monate verwandeln sich Taille und Bauch deiner Partnerin in große Rundungen. Der Po und die Oberschenkel speichern jetzt zusätzlich Fett und Wasser. Viele Frauen fühlen sich deshalb mit fortschreitender Schwangerschaft unattraktiv, mögen ihren Körper nicht mehr und haben Angst, dass auch ihr Partner ihre „neue“ Figur eher abstoßend findet. Was deine Frau jetzt braucht: Bewundere ihre Rundungen und sage ihr, was sie für eine wunderschöne, schwangere Frau ist! Richte ihren Blick auf die neuen Vorzüge deiner Partnerin (z.B. auf ihren Busen) und zeige ihr, dass sie nach wie vor bildhübsch ist. Vielleicht gönnst du deiner Liebsten auch eine kleine Shoppingtour zu zweit und suchst gemeinsam mit ihr schicke Umstandsmode aus.

8. Nestbautrieb

Wappne dich für die letzten Wochen der Schwangerschaft. Denn auch wenn es nicht wissenschaftlich belegt ist, so erwischt doch die meisten Frauen der „Nestbautrieb“. Angefangen beim großen Hausputz, über den Kauf des neuen Kinderzimmers inklusive sämtlicher Accessoires bis zur großen Renovierung mit Streichen ist alles möglich. Viele Frauen bekommen zum Ende der zehn Monate noch mal einen Energieschub, den sie gerne im Nestbautrieb ausleben. Dabei vergessen sie aber oft, dass sie hochschwanger sind und eigentlich nichts mehr auf einer Leiter zu suchen haben.
Stelle dich deiner Frau als Begleiter und Helfer zur Verfügung. Sucht gemeinsam das Kinderzimmer für euer Baby aus, baue die Möbel auf und hilf ihr beim Dekorieren. Lasse deine Frau nichts Schweres tragen und passe auf, dass sie sich in ihrem Drang nicht überanstrengt.

9. Die Geburt – dabei sein ist alles

Heutzutage sind die meisten Männer bei der Geburt ihrer Kinder dabei. Aber was kannst du wirklich für deine Frau tun, während sie in den Wehen liegt und ein Baby bekommt? Kurz: Sei einfach nur da und mache, was immer deine Frau sich wünscht. Es gibt nur eine Regel im Kreißsaal: Deine Frau ist der Chef! Widersprich ihr nicht, ertrage es, angeschrien zu werden und Quetschungen an den Händen zu erleiden, wenn deine Frau die Presswehen hat. Vergiss dabei nicht, ab und an eine Kleinigkeit zu essen und zu trinken – sonst kippst du noch um, bevor dein Nachwuchs das Licht der Welt erblickt. Und: Halte durch! Das Ganze dauert im Durchschnitt beim ersten Kind rund 13 Stunden. Danach darfst du dich endlich stolz „Papa“ nennen.

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