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Das zweite Trimester ist erreicht. Du bist im vierten Monat schwanger. Damit hast du auch die kritische Phase überstanden. Das Risiko einer Fehlgeburt ist stark gesunken. Deine Freude und Erleichterung kannst du nun endlich Familie und Freunden mitteilen. Das wird auch Zeit, denn ab der 13. SSW werden Bauch und Baby nun schnell wachsen und deine Schwangerschaft für alle sichtbar machen! Jetzt ist auch ein guter Zeitpunkt, noch eine letzte Reise zu zweit zu planen. Denn Übelkeit und Müdigkeit sind meistens verschwunden und du fühlst dich wieder fitter als in den ersten Monaten und hast einen gesunden Appetit. Auch dein Baby ist jetzt sehr aktiv und macht weiter Turnübungen in deiner Gebärmutter. Nachdem alle Organe und Körperstrukturen angelegt sind, muss dein Kleines jetzt vor allem eins: wachsen, wachsen, wachsen.

Die wichtigsten Daten zur 13. Schwangerschaftswoche

Größe: Dein Baby ist in der 13. SSW etwa so groß wie ein Pfirsich (6 - 7,5 cm Scheitel-Steiß-Länge (SSL)).

Gewicht: Der Fötus wiegt in der 13. Schwangerschaftswoche zwischen 18 und 25 Gramm.

Noch 27 Wochen bis zur Geburt!

Im Vergleich zur SSW 12 ist ein guter Zentimeter hinzugekommen. Zwischen 6 und 7,5 Zentimeter ist der Fötus nun groß. Gemessen wird noch immer vom Scheitel bis zum Steiß (SSL). In Gedanken müsst ihr die Beinchen also dazurechnen. Auch schwerer ist das Baby geworden. Mit 18 bis 25 Gramm wiegt es in der 13. SSW so viel wie ein Paket Papiertaschentücher. Wichtig: Bei allen Werten handelt es sich um Durchschnittswerte. Je älter dein Kind nun wird, desto individueller wird es sich entwickeln. Du brauchst dir also über kleine Abweichungen keine Sorgen machen. Dein Arzt wird dir bei jeder Vorsorgeuntersuchung sagen, ob Größe und Gewicht des Babys weiter im grünen Bereich sind.

  

Die Entwicklung deines Babys/Fötus in der 13. Schwangerschaftswoche

In der 13. SSW nehmen die bereits angelegten Körperstrukturen und inneren Organe des Babys an Masse zu. Alles ist auf Wachsen und Reifen programmiert. Der Kopf macht derzeit fast die Hälfte der Gesamtgröße aus. In den kommenden Monaten wird der Körper aber aufholen, und bei der Geburt wird das Verhältnis von Kopf und Körper nur noch 1:4 betragen.

In der 13. Schwangerschaftswoche werden die Stimmbänder ausgebildet. Damit das Baby später seinen ersten lauten Schrei tun kann, muss es nun sein Zwerchfell trainieren. Im Ultraschall sieht das Heben und Senken des Bauchs dann aus wie Ein- und Ausatmen. Das ist es aber natürlich nicht. Denn die Lungen des Babys nehmen ihren Job erst nach der Geburt auf. Bis dahin wird der Fötus durch die Nabelschnur mit sauerstoffreichem Blut versorgt.


Auch die anderen Muskeln sind im ständigen Training, da das Baby sich in der Fruchtblase noch frei bewegen kann. Täglich lernt es dabei seinen Körper besser kennen. Es spielt mit der Nabelschnur, übt reflexhaft das Greifen, runzelt die Stirn, gähnt, schluckt und strampelt mit den Beinen. Du selbst spürst die Turnübungen in dieser Phase der Schwangerschaft jedoch noch nicht. Das Fruchtwasser puffert sie ab. Erst ab der 18. SSW (bei Zweitgebärenden möglicherweise auch etwas früher) kannst du die Kindsbewegungen als ein leichtes Flattern fühlen. Andersherum funktioniert es aber früher. Dein Baby kann dich jetzt schon spüren. Wenn du vorsichtig den Bauch anstupst, reagiert es auf den Druck in der Fruchtblase und dreht sich weg.

In SSW 13 nimmt auch die Verknöcherung des Knorpelgewebes weiter zu. Dieser Prozess dauert an, bis euer Kind zwischen seinem 16. und 20. Lebensjahr ausgewachsen sein wird. Die Entwicklung der Extremitäten ist derweil auch unten angekommen. Die Fußgelenke sind nun entwickelt, die Zehen des Babys vollständig getrennt.

Aus den bereits entstandenen Haarfollikeln wachsen jetzt erste Härchen: Augenbrauen, Wimpern und Kopfhaar. Alles ist bei der Geburt schon da. Das sich bis zur 16. SSW bildende Lanugo-Haar, das den Körper während der Schwangerschaft ganz bedeckt, wird bei der Geburt allerdings wieder verschwunden sein. Nur einige Kinder kommen mit einem „Fell“ auf dem Rücken zur Welt. Aber auch das fällt nach ein paar Tagen wieder aus.

Außerdem bildet sich jetzt die Vernix caseosa. Diese Schutzschicht kennt ihr vielleicht unter dem Begriff Käseschmiere. Sie schützt die Haut eures Babys vor dem Fruchtwasser. Die empfindliche, nur langsam dicker werdende Haut des Fötus weicht dadurch nicht so stark auf. Auch die Käseschmiere vergeht meistens bis zur Geburt. Nur bei Frühgeborenen bedeckt sie den Säugling in einer etwas dickeren Schicht.

Klar wollt ihr nun so langsam wissen, wer da in dir heranwächst. Mädchen oder Junge? Klitoris und Penis werden in den nächsten Wochen zwar deutlicher zu erkennen sein. In der 13. Schwangerschaftswoche eine Aussage über das Geschlecht zu machen, ist aber immer noch mit großer Unsicherheit verbunden. Doch auch ohne euer Wissen schreitet die Entwicklung zu Junge oder Mädchen natürlich weiter voran. Vagina und Jungfernhäutchen beginnen sich zu formen und in den Eierstöcken sind derzeit rund 2 Millionen Eizellen angelegt. Bis zur Geschlechtsreife eines Mädchens werden sie auf rund 200.000 bis 300.000 Keimzellen zurückgehen und dann mit jedem Jahr weiter sinken.

Dein Körper in der 13. Schwangerschaftswoche

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Das erste Trimester liegt hinter dir. Du bist erleichtert, dass das Fehlgeburtsrisiko stark gesunken ist. Euren Lieben habt ihr vielleicht schon erzählt, dass sich euer Leben in einem guten halben Jahr stark verändern wird. Wie schön! Viele Mütter berichten, dass sich das 2. Trimester am besten angefühlt hat. Der Bauch nimmt zwar leicht an Umfang zu, ist aber noch nicht im Weg. Müdigkeit und Übelkeit sind verschwunden, ihr seid voller Energie und der rundere Körper fühlt sich sehr weiblich an. Allerdings passt er so langsam nicht mehr in deine alten Klamotten. Nur einen Knopf auflassen reicht nicht mehr? Im vierten Schwangerschaftsmonat ist langsam Zeit, schöne Umstandsmode zu shoppen. Ob gemütlich online auf dem Sofa oder bei einer Shoppingtour mit der besten Freundin, liegt bei dir. Bequem und locker sollte es sein. Deine weiten Shirts und Tuniken kannst du noch eine Weile tragen. Als erstes wirst du Hosen mit einem bequemen Bund brauchen. Und denk dran, dass du in den kommenden Monaten kräftig zunehmen wirst.

Also alles easy? Na ja, auch in der 13. Schwangerschaftswoche haben Schwangere mit kleinen Zipperlein zu kämpfen.

Typische Schwangerschaftsanzeichen in der 13. Schwangerschaftswoche:

Schwindel

Bei zu schnellem Aufstehen kann dir jetzt leicht schwindelig werden. Dein Kreislauf hat einfach mit der größer werdenden Blutmenge in der Schwangerschaft mehr zu tun. Gerade im Sommer haben Schwangere daher mit Schwindelgefühlen zu kämpfen. Mit leichtem Sport und regelmäßigem Trinken kommst du wieder in Schwung.

Wadenkrämpfe

In der Schwangerschaft verändert sich dein Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt. Das kann auch unangenehme Wadenkrämpfe zur Folge haben. Oft kommen sie nachts. Die regelmäßige Einnahme von Magnesium kann helfen. Allerdings bitte erst nach Absprache mit deinem Arzt. Er kann dir auch sagen, ob ein Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll ist oder du die fehlenden Mineralstoffe auch durch die Nahrung aufnehmen kannst. In Samen, Nüssen und dunkler Schokolade ist zum Bespiel viel Magnesium. Wenn das keine Ausrede zum Naschen ist!

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Ziehen im Bauch

Das Wachsen deiner Gebärmutter spürst du jetzt vielleicht als leichtes Ziehen. Der Uterus wandert im zweiten Schwangerschaftsdrittel weiter nach oben. Die Schmerzen fühlen sich ein bisschen wie Regelschmerzen an. Ein Wärmekissen oder ein warmes Bad helfen, sie zu lindern.

Frühe Vormilch

Wenn du vorher eher eine kleine Körbchengröße hattest, freust du dich nun vielleicht über das Wachstum deiner Brüste. Die bereiten sich schon jetzt auf das Stillen vor und es kann auch vorkommen, dass schon etwas Milch als klares oder leicht gelbliches Sekret austritt. Die sogenannte Vormilch bildet sich bei vielen werdenden Müttern erst im letzten Drittel der Schwangerschaft. Wenn du zu den Frauen gehörst, bei denen der Körper sie schon in Schwangerschaftswoche 13 produziert, ist das aber keinesfalls untypisch oder krankhaft. Kauf dir am besten weiche Stilleinlagen, um deine Kleidung zu schützen. Kühlpads, Quarkpackungen und ein gutsitzender BH helfen ebenfalls bei spannenden Brüsten.

Das kannst du für dich und dein Baby tun

Das Kind schaukeln

Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr deines Babys beginnt zwischen der 12. und 14. Schwangerschaftswoche auf Bewegungen zu reagieren. Bei rhythmischem Hin und Her oder Auf und Ab aktivieren die Reizleitungen Areale in Babys Gehirn, die für Beruhigung und Wohlbehagen sorgen. Das bedeutet: Wenn du dich bewegst, fühlt dein Baby sich wohl. Ein gutes Argument für sanften Sport und viele Spaziergänge, oder?

Bindung fördern

Wenn du schon schwanger warst, weißt du, dass die Bindung zu deinem Kind nicht erst beginnt, wenn es auf der Welt ist. Schon während der Schwangerschaft sprichst du mit ihm, streichelst den Bauch und machst Pläne für seine Zukunft. Die Aufmerksamkeit kann es jetzt schon spüren. Auch wenn sie das Geschlecht noch nicht kennen, denken sich viele werdende Eltern ganz automatisch einen Spitznamen für den kleinen Menschen aus. Es ist einfach viel schöner, mit dem kleinen Krümel, Zwerg, Boxer oder Böhnchen zu sprechen als das Kind nur „Baby“ zu nennen.

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Trinken nicht vergessen

Trinken ist bei vielen Beschwerden in der Schwangerschaft die beste Medizin. Du gehörst aber leider zu den Frauen, die nie Durst haben? Stell dir doch morgens zwei Literflaschen mit Wasser oder Tee hin und nimm dir vor, sie über den Tag hinweg zu leeren. So hast du deinen Flüssigkeitshaushalt besser im Blick.

Kalorienbedarf sinnvoll decken

Ja, dein Körper braucht ab jetzt mehr Kalorien. Aber wie viel? Die Medizin geht von täglich 300 Kalorien Mehrbedarf in der Schwangerschaft aus. Das ist ja nichts? Kommt drauf an. Denn wichtiger als die Menge der Kalorien ist ihre Herkunft. Ob Schokoriegel oder Obstsalat ist eben für dich und den Fötus ein großer Unterschied. Achte auf eine vollwertige Ernährung mit frischem Obst und Gemüse und magerem Fleisch und Milchprodukten. Auch Seefisch sollte als Lieferant für Jod und Omega-3-Fettsäuren regelmäßig auf den Tisch. Gesund sattessen ist die Devise und nicht essen für zwei.

Welche Untersuchungen stehen in der 13. SSW an?

Hattest du bereits in der 9. SSW deine erste Vorsorgeuntersuchung, steht in dieser Woche bereits die zweite auf deiner Agenda. Sie wird etwas kürzer ausfallen als der erste große Check, ist aber natürlich genauso wichtig. Alle vier Wochen werden nun deine Blut- (Hämoglobin und Schilddrüse) und Urinwerte (Eiweiß- und Zuckergehalt, Bakterien) überprüft. Du wirst gewogen und dein Bauch wird abgetastet. So kann dein Arzt oder deine Hebamme die Größe und Lage der Gebärmutter bestimmen. Eine vaginale Untersuchung zeigt, ob der Muttermund verschlossen ist. Außerdem wird der Blutdruck im Mutterpass notiert.

Eine Ultraschalluntersuchung gehört nicht standardmäßig zur zweiten Vorsorgeuntersuchung. Möchtest du in der 13. Schwangerschaftswoche dennoch einen Blick in deine Gebärmutter werfen, musst du das selbst zahlen.

Habt ihr euch für eine pränataldiagnostische Untersuchung entschieden, müsst ihr euch spätestens jetzt um einen Termin kümmern. Ein Ersttrimester-Screening mit einer Nackenfaltentransparenzmessung ist nur bis zur 14. SSW sinnvoll.

Wenn ihr einen Babymoon plant, ist es gut, wenn dein Frauenarzt dir deine Reisefähigkeit attestiert. Zwar lassen die meisten Fluggesellschaften Schwangere bis zur 35. Woche mitfliegen, aber sicher ist sicher.

Ultraschallbilder aus der 13. Schwangerschaftswoche

Im Ultraschall sieht der Fötus jetzt wie ein Mensch im Miniformat aus. Nur der Kopf ist noch überproportional groß. Wenn ihr Glück habt, erwischt ihr euer Baby in Action. Es kann jetzt strampeln, Purzelbäume schlagen, die Fäuste schließen, am Daumen lutschen, schlucken, die Stirn runzeln und gähnen.

Ob der Arzt eher auf einen Jungen oder auf ein Mädchen tippt, wird er euch in der 13. SSW vermutlich noch nicht verraten. Zu groß ist die Gefahr, dass er sich doch irrt. Das würde euch nur verwirren und so wird er euch wahrscheinlich bitten, bis zum nächsten regulären Ultraschalltermin ab der 19. Schwangerschaftswoche zu warten.

Medizinerlatein: Hämoglobinwert

Im Mutterpass finden sich im sogenannten Gravidogramm (S. 7-8) eine Reihe von Abkürzungen, die man als Nicht-Mediziner nicht auf Anhieb einordnen kann. Eine davon ist HB (Ery). HB steht für Hämoglobin. Ery für Erythrozyten, also die roten Blutkörperchen. Hämoglobin ist ein Protein der roten Blutkörperchen. Es ist für den Transport von Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid im Blut zuständig. Sinkt der Wert unter eine bestimmte Schwelle (weniger als 11,2 g/dl (Gramm pro Deziliter)), kann das ein Hinweis auf eine Anämie (Blutarmut) sein, deren Ursache häufig ein Eisenmangel ist. Als Therapie reicht häufig schon ein Nahrungsergänzungsmittel oder eine Ernährungsumstellung.

Gut zu wissen

Arbeitgeber informieren

Jetzt schon an die Zeit nach der Geburt zu denken, fällt dir vermutlich nicht leicht. In Sachen Job solltest du aber vorausschauend handeln. Bereite dich gut vor, wenn du deinem Arbeitgeber über deine Schwangerschaft informierst. Es kommt meistens gut an, wenn du schon jetzt Ideen für eine Übergabe hast oder sagen kannst, wie lange du deine Elternzeit planst.  Achtung: Der Kündigungsschutz für Väter gilt erst ab 8 Wochen vor Beginn ihrer Elternzeit. Der Arbeitgeber sollte von der Schwangerschaft der Partnerin also erst erfahren, wenn ihr den Antrag auf Elternzeit einreicht. Sicher ist sicher.

Die guten News verkünden

Klar, man kann es auch ganz direkt erzählen, aber im Netz kursieren echt viele witzige Ideen, wie ihr eure Schwangerschaft verkünden könnt. Uns hat diese am besten gefallen: Ladet eure Eltern, Freunde und Verwandte zum Kaffee ein und stellt alle zu einem Gruppenfoto auf. Zuerst ruft dein Partner das übliche „Cheese!“ und macht ein Foto. Dann ruft er „Marla ist schwanger! (Namen natürlich durch deinen ersetzen! ;))“ und drückt wieder auf den Auslöser. Wetten, auf dem 2. Foto guckt die versammelte Mannschaft ziemlich irritiert? Was für ein tolles Erinnerungsbild!

 

Quellen:

  • Imlau, Nora; Pfützner, Sabine: Babybauchzeit: Geborgen durch die Schwangerschaft und die Zeit danach. Hebammenwissen für Mutter und Kind, Weinheim 2018.
  • Kainer, Franz; Nolden, Annette: Das große Buch zur Schwangerschaft. Umfassender Rat für jede Woche, München 2018.
  • Blohmer, Jens-Uwe; Matthias, David; Henrich, Wolfgang; Sehouli, Jalid (Hrsg.): Charité Kompendium Gynäkologie, Berlin 2018.
  • Berufsverband der Frauenärzte e.V.

 

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