Baby 5 Monate auf Füße stellen?

Hallo,
Mein Mann stellt unsere Kleine ab und ab, aber doch täglich auf ihr Füße- mit Unterstützung unter den Armen. Sie liebt es und kann sich auch fast selbst vom Liegen an den Armen gehalten hochziehen. Unser Kinderarzt meinte, dass man das schon machen könnte. Eine Physiotherapeutin sieht das anders. Ich bin verunsichert. Mein Mann meint, er habe das auch bei seinem Sohn sehr häufig gemacht und der würde nun "sehr gut stehen". Ich bin verunsichert. Wie seht ihr das?

1

Ich würde es tatsächlich nicht machen. Die Muskulatur ist darauf einfach noch nicht ausgelegt und man kann ggf. Haltungsschäden provozieren. Außerdem fehlt dem Kind dann der Anreiz diese Meilensteine aus eigener Kraft zu erreichen wenn es gewohnt ist, dass Papa das schon für es macht.

2

Ich finde es überhaupt nicht schlimm, wenn man mit Unterstützung das Baby etwas hin stellt, man sollte es nicht ne halbe Stunde lang machen, aber einmal am Tag für ein paar Minuten oder zwei dreimal hintereinander für paar Sekunden ist überhaupt nicht schlimm. Ich meine, das Baby wird ja gehalten und es steht ja auch nicht von alleine hinsetzen sollte man die Babys tatsächlich in dem Alter noch nicht, bis sie es von alleine kann machen ja auch viele aber das etwas hinstellen wurde bei uns auch nicht bemängelt und wenn der Kinderarzt sagt, ist es in Ordnung wird es auch so sein, da würde ich mir keine Gedanken machen und da kann nichts passieren.lg🫶🏻
Bei meinem neffen wurde das mit 3/4 Momenten schon gemacht weil er motorisch weit war

3

Dass der Sohn heute so gut stehen kann hat nix damit zu tun, dass Papa ihn früh hingestellt hat.
Durch so passive Späßchen (Eltern machen was am Kind und Kind muss dann quasi mitmachen weil es keine Wahl hat) lernt das Kind nichts.
Es kommmt nicht voran - vor allem entwickelt es sich nicht in der Reihenfolge und in dem Tempo, die sein genetischer Plan vorgibt.

Das Stehen kommt erst so "spät" weil es dafür eine Vielzahl an Muskeln und vorangegangenen Beweungsabläufen braucht (hochziehen, Arme ausrichten, hochdrücken von den Beinen aus, festhalten).
An Gleichgewicht, an Koordination - dies alles lernt das Kind durch ständige Widerholung von Drehen, Kopf heben, Arme seitlich nutzen, füßen hinstelle, robben, krabbeln, Aufsitzen, Po hochheben usw. Das dauert mehr als 5 Monate.
Diese Muskeln werden nicht geübt/trainiert wenn Papa es einfach hinstellt.
Die vorherigen Bewegungsabläufe werden nicht geübt und gelernt wenn dem Kind dazu die Möglichkeit fehlt - weil es ständig Konzentration und Kraft braucht, um mit Papa "stehen zu üben".

Dass sie sich an den Armen gehalten hochziehen kann ist fürs Alter üblich - trainiert aber lediglich die Bauchmuskeln.
fürs Sitzen, drehen, stehen braucht sie viel mehr mehr Muskeln. Im Rücken, an den Seiten. Von daher auch diese "Sit-Ups" nicht zu häfugi machen. Muslekn sollten sich gleichmäßig aufbauen - und das tun sie wenn man da wenig Einfluss drauf nimmt sondern das Kind sich so entwickeln lässt, wie es "die Natur" vorgibt.

Durch zu viel äußeren Einfluss (also fremdbestimmtes Einwircken auf die Motorik wie es dein Mann macht, oder wenn Eltern ständig Kinder hinsetzen ohne dass sie es von sich aus tun, oder sie ständig "laufen" lassen indem sie nach oben die Hände festhalten) lernt das Kind nix. Im schlimmsten Fall schadet es.

Denn so werden falsche Muskelgruppen trainiert, unnatürliche Haltungen und Bewegungsabläufe im Gehirn gespeichert.
Manche Bewegungsmuster - die für die Entwicklung aber wichtig sind, werden vielleicht komplett überspungen.

Bestes Bsp. ist das Krabbeln. Ein sehr wichtiger Schritt - nie wieder werden die Muskeln und Sehnen in den Schultern/Armen so intensiv trainiert, nie wieder die Zusammenarbeit von Armen- und Beinen so "alltäglich" geübt und ausgebildet. Rechte- und linke Gehirhälfte müssen fürs Krabbeln intesiv zusammenarbeiten. (Koordination der gehirhälften ist z.B. wichtig fürs Lesen und Schreiben lernen - und noch für vieles mehr)
Sobald das Kind dann zum "Zweibeiner" wird, entfällt das alles. manche Kinder überspringen den Schritt, oder krabbeln nur ganz kurz - das ist auch OK, dann brauchen sie es nicht so sehr - Gehirn, Koordination, Muslekn usw. sind auch so "weit genug". Der Körper weiß was er tut.
Blöd ist es wenn der Körper (der genetische Plan) des Kindes eigentlich weiß "hey, ich muss mehr krabbeln!" und durch den äußeren Einfluss wird es immer mehr zum Laufen gedrängt.
Nicht selten wird mit älteren Kindern, die dann später Ergotherapie oder Physiotherapie benötigen, nochmal expliziet das Krabbeln geübt.

Deswegen - drängt das Baby lieber nicht ständig in einen motorischen Ablauf, des es von sich aus noch gar nicht kann.
(mal eins ist nicht dramatisch - aber nicht täglich mehrmals ...)
Es hat einfach keinen Mehrwert fürs Kind es andauern hinzustellen. Es freut sich doch bestimmt auch, wenn papa andere Dinge mit im tut und Spaß hat.

4

Nein, soll man nicht machen.

Zum einen fehlt da einfach noch Muskulatur, die Wirbelsäule ist noch nicht „richtig“ geformt und man nimmt dem Baby die Motivation, es selbst zu erlernen (klar, irgendwann lernt es jedes Kind, aber man zögert es eben raus, statt zu helfen). Zudem fehlen dem Kind wichtige „Zwischenschritte“; daher fällt es dem Kind schwerer, aus der Position wieder raus zu kommen und potentielle Verletzungen sind „gefährlicher“.

Mäusekeks ist 7 Monate und zieht sich selbst in den Stand, seit 6 Tagen ca. Und sie fällt noch verdammt oft, aber da sie alle Schritte davor „selbst erarbeitet“ hat (sitzen, Kniestand, Vierfüßler), fällt sie quasi nie auf den Kopf, sondern rollt sich immer ab.

Ich sterbe trotzdem 1000 Tode, aber sie macht das großartig!

Wenn euer Kind sich aus eigener (!) Kraft an den Armen hochzieht - das kann man natürlich zulassen, sollte es dann aber sofort wieder hinlegen.

Wichtigster Grundsatz ist eigentlich immer: was aus EIGENER KRAFT kommt, ist ok. Alles, wo man ziehen/drücken/„halten“ muss, ist eher nicht so gut 😅