Referendariat mit Baby?

Liebe Mamis,

bevor ich euch mit längerem Drumherum quäle meine Frage: hat jemand von euch das Referendariat mit Baby/Kleinkind gemacht und kann mir hiervon berichten?
Ich beschäftige mich schon seit Monaten mit dem Thema.
Mein Sohn wird am 14.8. ein Jahr, wäre also mit Schuljahresanfang 13 Monate. Er müsste dann mindestens von 7 bis 14Uhr in die Krippe.
Ich habe schon vor meiner Schwangerschaft gesagt, dass ich kein Kind bekommen möchte, wenn ich es dann so früh so viel fremdbetreuen lassen muss. Nun treffen wir auf die harte Realität, müssen aus unserer Wohnung, kommen eh gerade so über die Runden und ohne mein (wohl bemerkt mickriges) Elterngeld (hab nämlich bis zur Geburt noch was anderes gearbeitet und nebenbei eigentlich noch Psychologie studiert, das erste Staatsexamen hab ich schon vor ein paar Jahren gemacht) haben wir eigentlich keine Chance. Ohne das Geldthema würde ich meinen Zwerg gerne erst mit 2 in die Krippe bringen. Inzwischen bin ich lang nicht mehr der Meinung, dass ich ewig zu Hause bleiben sollte, im Gegenteil. Ich bin sicher, dass der Kontakt den Kleinen meist gut tut und auch ich freue mich irgendwann wieder aufs Arbeiten.
Nun kommt zur Krippe hinzu, dass mein Mann im absolut unregelmäßigen Schichtdienst arbeitet und niemals abholen oder bringen könnte, außerdem auch sonst nicht regelmäßig zu Hause ist, Großeltern gibt's auch nicht. Sobald der Zwerg schläft heißt es ran an den Schreibtisch und Unterricht vorbereiten. Ich weiß, dass das Ref natürlich zu schaffen ist mit Kind.. Nichts desto trotz ist es alles andere als das, was ich mir für meinen Mini wünsche, wenn ich ihm ja noch nicht mal erklären kann, dass ich später wieder komme.
So, viel unnötiger Text.
Hat jemand von euch das ref mit kleinem Kind gemacht, wie war es, was würdet ihr anders machen, wie ging es euch und eurem Kind damit..?

Ach ja. Falls das relevant ist, das Ref wäre in Bayern an einer Grundschule.

Tausend Dank fürs Lesen und eure Antworten!

Euch allen hoffentlich ruhige Nächte! 💕

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Hallo!

Ich wohne zwar am anderen Ende von Deutschland, fand das Ref aber schon ohne Kind eine Nummer.

An deiner Stelle würde ich mich direkt beim nächsten Ausbildungsseminar nach den Konditionen erkundigen.

Habt ihr zwei Autos? Wir haben hier ziemlich viel Fahrerei zwischen verschiedensten Schulen zu bewerkstelligen. Das Ganze mit festen Abholzeiten von deinem Zwerg ohne, dass dein Mann einspringen kann.

Ich würde mich an deiner Stelle nach Arbeit im Umfeld umschauen, die zeitlich zu bewältigen ist, aber das ist meine Meinung.

Wenn es für dich interessant ist, die Verbeamtung vor dem ?? 40, Lebensjahr auf dem Spiel steht, ... Aber nur mit Großeltern um die Ecke oder soetwas. Ich brauche die Unterstützung für meine halbe Stelle, weil Dienstbesprechungen und Konferenzen eben am Nachmittag liegen.

Alles Gute,
Gruß
Fox

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Hallo du liebe,
Danke für deine Meinung.
Ganz ehrlich, es mangelt etwas an einer Alternative. Wenn ich nach meinem Herzen gehe, dann würde ich noch ein Jahr überbrücken, nur bis mittags arbeiten und dann für den Mini da sein können. Wir haben zwei Autos, wohnen auf dem Land und da mein Mann ja schichten hat ist sein Auto ja auch nie zu verlässlichen Zeiten da.
Mir fällt die Vorstellung auch sehr schwer, eben genau weil ich eigentlich alles allein stemmen können muss. Wenn der Zwerg mal nicht schläft weil er krank ist hat mein Mann nun mal trotzdem Nachtdienst, da sitz ich dann nicht am Schreibtisch.
Das mit der verbeamtung weiß ich gar nicht genau vom Alter. Ich bin jetzt 29, ich glaub ein bisschen hab ich da noch..

Hab einen schönen Abend 💙

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Ich habe mein Ref auch in Bayern gemacht, allerdings waren die Kinder 1. und 4. Klasse damals. Wenn du dennoch Fragen hast, kannst du mich gerne anschreiben.

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Danke dir! Ich schreibe dir gerne morgen. Jetzt ist hier schon schlafenszeit 😅🙊
Danke 💚

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Keine Eile...:-)

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Hallo!

Ich habe mein Ref in Brandenburg gemacht. Begonnen habe ich, als meine Tochter 15 Monate alt war. Durch die Elternzeit gingen mir quasi 4 Monate von den vorgeschriebenen 18 verloren, die ich allerdings auf Antrag wieder bekommen hätte, wenn der Leiter meines Studienseminares zustimmt. Ich entschied mich jedoch dafür, den kompletten Inhalt des Refs in meine verbliebenen 14 Monate zu quetschen, also alle Seminare, Lehrproben, Veranstaltungen,... Nebenbei habe ich an meiner Refschule noch Vertretungsstunden gegeben, sodass ich in der Woche meist bis zu 20 Stunden halten musste. Ein Tag ging für das Studienseminar drauf.
Es war insgesamt anstrengend, aber für mich wirklich gut machbar. Weder meine Tochter noch mein Beruf haben unter dem straffen Zeitplan gelitten. Mein zweites Staatsexamen schloss ich mit einer super Note ab (Oberschule). Es war viel Organisation und Arbeit am Abend notwendig, wenn die Kleine schlief. An den Vormittagen am Wochenende übernahm mein Mann, ab Mittag war ich voll und ganz für meine Familie da.
Ich habe versucht, meine Stunden von der Schule so legen zu lassen, dass ich früh dort bin, aber auch früh (ca 14 Uhr) wieder gehen kann (Ausnahmen waren Konferenzen, Elternabende,...), um noch vor dem Abholen der Maus etwas für die Arbeit machen zu können. Hat wirklich gut geklappt, sodass ich abends nicht mehr so viel machen musste (vor Lehrproben natürlich mehr).
Was ich allerdings mitbekommen habe: meine Kollegen, die in der Grundschule waren, hatten deutlich mehr zu tun. Eine war eine alleinerziehende Mutter und stieß häufig an ihre Grenzen und war darüber sehr unglücklich (am Ende bekam aber auch sie eine super Note).
Im Endeffekt würde ich es immer wieder so machen. Wenn mir die Schule zu viel wurde (Brennpunkt, harte Schicksale der SuS), konnte ich mich immer an meiner Tochter erfreuen und mich von ihr ablenken lassen. Der Workload war - trotz 14 Monate Ref, Vertretungsstunden und Kind - für mich absolut schaffbar.

Du selbst musst dir allerdings die Frage stellen, ob du genug Selbstdisziplin und Organisationstalent hast, um deine Zeit am Tag so perfekt zu takten, damit du auch zwischendurch kleine Pausen hast. Denn neben Lehrerin und Mutter darfst du selbst auch nicht zu kurz kommen.
Plane so, dass die Nachmittage voll und ganz deinem Kind gehören. Erst, wenn er schläft, darfst du an den Schreibtisch.
Und ganz ehrlich: du musst auch im Ref nicht immer perfekt sein, manchmal sind improvisierte Stunden die besten ;)

Wenn du noch Fragen hast, stell sie gerne. Viele Grüße
Blurchen

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Tausend Dank für deine liebe Nachricht!

Das klingt nach einer sehr positiven Erfahrung bei dir. Einzig, dass mein Mann leider keine zuverlässige Betreuung übernehmen kann (er ist ja auch abends und nachts oft nicht da) klingt das zeitlich ja vergleichbar. Ich dachte mir auch, dass ich dann ja evtl auch noch was vorbereiten kann, wenn ich mal schon fruher Schluss habe und er dann dennoch bis 14 Uhr bleibt.
Ich wollte auch absolut den Nachmittag für den Zwerg haben, da darf dann nix anderes sein.
Du hast recht, dass vielleicht gerade durch die Priorität auch Manches entspannter wird, als wenn nur das Ref den Alltag bestimmt.
Der Zwerg erdet mich jetzt schon so sehr!

Wie lang saßt du dann abends noch so?

Danke dir!

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Moin!
Ich hab gehört, dass man in Niedersachsen das Ref in Teilzeit machen kann. Dauert zwar etwas länger, aber Du hättest weniger Wochenstunden. Vielleicht eine Möglichkeit für Dich?

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Jetzt sehe ich erst, dass Du in Bayern bist. Vielleicht gibt es das da ja auch. Einfach mal fragen.

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Huhu. Danke dir für deine Antwort.
In Bayern hängt es von der Schulart ab. Teilzeit Ref wäre der Hit, ist leider an der Grundschule nicht möglich 🤷‍♀️

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Hallo,

Erfahrungen habe ich noch nicht, da mein Referendariat erst jetzt beginnt. Zu Hause habe ich einen 16 Monate alten Sohn.

Als Alternative fiele mir noch ein, dass du dich bei (d-)einer Uni umsehen könntest. Hier ist es zumindest so, dass man sich seine Zeit frei einteilen kann. Kommt natürlich darauf an, ob du einen Lehrauftrag hast.

Liebe Grüße

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Danke für den Tipp. Ich werde mich mal erkundigen, wobei wir inzwischen ziemlich ab vom Schuss wohnen, allein zur Uni bin ich sicher mind eine Stunde unterwegs..

Ich drücke dir die Daumen für dein Ref!

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Erkundige dich mal über die Möglichkeiten des Seiteneinstiegs in Bayern. Bei uns in NRW gibt es eine Variante, bei der man als Seiteneinsteiger mit erstem Staatsexamen(!) eine Art Referendariat macht. Man macht Vollzeit mehr Stunden als Referendare, bekäme dafür ein volles Gehalt. Das kann man problemlos in Teilzeit machen und hat dabei dann noch mehr Gehalt als Refendare.

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Habe nochmal nachgeschaut und korrigiere: Es muss kein erstes Staatsexamen vorhanden sein.

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Oh danke für deine antwort.
Im Zweifelsfall ist Bayern ja eher spießig (sodass es ja auch kein Ref für mich in Teilzeit gibt), aber das wäre natürlich toll.
Hat das bei euch einen bestimmten Namen?
Lehrermangel (gerade an der Grundschule) ist ja auf jeden Fall.
Ich hätte ja sogar das erste Staatsexamen..

Beste Grüße ☀️

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