Arbeitsbeginn 9 Monate nach Geburt -> Bindungsangst

Hallo.
Am 01.04 fange ich eine neue Arbeit an. Es ist eine tolle Sache für unsere gesamte Familie, denn es ist direkt im Ort und 50%. Bei meiner alten Arbeit musste ich sehr lange Fahren und die Stelle war ca 80%. Bei meinem Sohn war ich 1,5 Jahre zu Hause. Wenn ich arbeiten bin, ist mein Mann mit dem Baby zu Hause. Nun habe ich etwas Angst um unsere Bindung ☹ hat jemand Erfahrungen mit einem frühen Arbeitsbeginn?
LG

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Erfahrung nicht, aber vlt ein paar Denkanstöße.:
- Dann müssten alle Väter die Arbeiten ja auch eine schlechte Bindung zu ihrem Kind haben bzw. das Kind zu ihnen.
-In z.B. Italien darf die Mutter nur maximal 6 Monate Elternzeit nehmen, danach kann der Vater noch die übrigen mind. 3 bis max. 5 Monate übernehmen oder nicht. Ich habe jedoch nie gehört, dass die Italiener eine schlechte Bindung zu ihren Müttern hätten, ganz im Gegenteil!
In anderen Ländern müssen Mütter sogar nach dem Mutterschutz direkt wieder arbeiten.
- Früher wurden die Kinder oft von den Großeltern, älteren Verwandten mit aufgezogen oder liefen so überall beim Arbeiten mit. Es hieß ja nicht umsonst "um ein Kind groß zu ziehen braucht es ein ganzes Dorf".

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Um die Bindung brauchst du dir keine Angst zu machen!
Ich habe mit dem Arbeiten wieder angefangen als meine Tochter knapp 10 Monate alt war, Vollzeit. Mein Mann war dann noch 4 Monate mir ihr zu Hause bis Kigastart.
Ich würde sagen, dass wir eine sehr gute Bindung haben. Sie ist jetzt fast 6 Jahre alt.
Du schreibst, es wäre eine 50% Stelle. Da würd ich mir erst recht keine Sorgen machen, ausserdem ist dein Mann ja dann mit Baby zu Hause.

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Meine Mutter ist bei meiner Schwester und mir früh arbeiten gegangen, eine besseres Verhältnis könnten wir nicht haben. Um ehrlich zu sein bekomme ich schon Brechreiz, wenn ich das Wort "Bindung" lese. Diese Angst, dass das eigene Kind einen nicht so liebt wie man sich das vorstellt, wirkt für mich sehr befremdlich.

Eine gesunde Mutter-Kind Beziehung besteht aus so vielen unterschiedlichen Facetten und keine davon erfordert eine 24/7 Betreuung.

Du bist doch trotzdem jeden Tag zuhause und kümmerst Dich, bietest Kontinuität und Liebe. Eine gute Mutter hat ihre Rolle im Leben des Kindes und das kann eine getrennte Beschäftigung (Arbeit, Hobby, usw.) nicht ändern.

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Hallo, ich habe zu arbeiten begonnen (aus familientechnischen und finanziellen Gründen) als mein Sohn fünf Monate alt war (Vollzeit als Lehrerin, also 24 Stunden in der Klasse, den Rest erledige ich zuhause wenn er schläft) und mein Mann ist seitdem in Elternzeit und wir sind ein Herz und eine Seele und auch mein Mann und mein Sohn haben ein wunderbares Verhältnis. Wenn ich nach Hause komme und nachts schenke ich ihm meine volle Aufmerksamkeit. Die Doppelbelastung ist sehr anstrengend, besonders seit unser Kleiner Angina hatte und seitdem bis zu zwanzig Mal pro Nacht aufwacht, aber ich würde es immer wieder so machen.

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Ich bin ebenfalls Lehrerin und werde aus den gleichen Gründen im März wieder voll arbeiten gehen, wenn mein Kleiner 5,5 Monate alt ist. Die Betreuung übernehmen der Papa, der durch seinen Schichtdienst bei der Polizei nicht jeden Tag arbeiten muss und die Oma, also meine Schwiegermutter. Ab Oktober, also wenn der Kleine ca 1 Jahr alt ist, haben wir glücklicherweise einen Kita Platz bekommen.
Mir graut auch schon ein bisschen vor dieser Zeit. Ich hänge sehr an meinem Sohn und er ist auch sehr auf mich fixiert. Oma und Papa mag er natürlich auch und ich bin auch sicher, dass er in guten Händen ist, aber ich hoffe auch sehr, dass er weiterhin mich als seine Nummer 1 ansieht...
Vielleicht kannst du mir noch etwas mehr von deinen Erfahrungen schildern? Klappte organisatorisch alles? Wie hast du die schlechten Nächte weggesteckt? Wann hast du Unterricht vorbereitet/korrigiert und blieb trotzdem genug Babyzeit?

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Hallo, also du musst dir wirklich keine Sorgen um die Bindung machen. Wenn ich in die Arbeit fahre schläft mein Kleiner noch, da ich um sechs losfahre und er kurz nach sechs aufsteht und wenn ich nach Hause komme werde ich mit einem Strahlen und Quietchlauten begrüßt, dann essen wir gemeinsam zu Mittag, ich spiele mit ihn und dann kuscheln wir uns zusammen ins Bett und er macht seinen Mittagsschlaf (meist eine Stunde). Wenn er tief schläft, bereite ich mit dem Laptop vor, Korrekturen mache ich in meinen Freistunden) und den Rest mache ich abends wenn er schläft. Mein Mann ist gerade in Karenz, in Österreich ist es ein bisschen anders als in Deutschland und da er Koch ist und oft Spätdienst hatte mit 1,5 Stunden Anfahrt pro Richtung haben wir so viel mehr Zeit als Familie, besonders an den Wochenenden und mein Kleiner liebt seinen Papa heiß und innig. Der einzige Unterschied den er macht ist, dass er bei mir besser schläft und ruhiger ist (zum Beispiel am Schoß kuscheln) und er mit meinem Mann lieber spielt. Nächte wie momentan stecke ich mit dem Gedanken weg, dass es irgendwann besser wird, denn mehr als zwei bis drei Stunden schlafe ich momentan nicht. Bei meinen Eltern kann er nicht bleiben, da beide berufstätig sind und es würde momentan auch nicht funktionieren, da er doch sehr Mama und Papa fixiert ist. Meine Mama ist die einzige, bei der er auch manchmal einschläft, wenn wir im gleichen Haus sind. Mein Mann hat Karenz bis unser Kleiner 1.5 Jahre alt ist, danach geht er zur Tagesmutter mit 4 anderen Kindern, Oma und Opa wären super, aber wie gesagt, das ist bei uns nicht möglich. Mach dir also keine Sorgen und sieh es als Chance, dass dein Mann auch mehr vom Kleinen hat.

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Dann müsste ja auch fast jeder Papa eine schlechte Bindung zum Kind haben... Quatsch! Mach dir keinen Kopf!

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Hallo,

Ich fange am Montag zu arbeiten an und meine Tochter ist dann auch 9 Monate.
Mein Mann übernimmt und in Ausnahmefällen die Oma (sie wohnt allerdings 100 Kilometer entfernt, das muss also geplant werden).

Um die Bindung mache ich mir keine Sorgen. Der Vater ist doch ebenso wichtig und es wird bestimmt eine tolle Erfahrung für die beiden. Sie werden gemeinsam zum Turnen und in einen Musikkurs gehen und ich freue mich darauf, wieder etwas zu haben, mit dem ich mich identifiziere (ich meine eine Sache, die erst einmal nur meines ist), wieder etwas kognitiv zu leisten, morgens geduscht und in Straßenkleidung aus dem Haus zu kommen 😉....)
Ich arbeite anfangs nur 3.5 Tage die Woche und mir bleibt viel Zeit mit meiner Tochter.

Wenn alles klappt, werden wir mit einem Jahr dann die Kitaeingewöhnung beginnen.