Baby nach verstorbenen Kind benennen?

Hey,

ich bin regelmäßig auf Social Media unterwegs und da ist mir eine Story von einem kleinen Jungen angezeigt worden, der leider nach einem Unfall im Alter von 11/2 verstorben ist. Das hat mich echt bewegt und ich begann zu recherchieren. Ich habe mich wirklich sehr sehr sehr sehr doll in die Lage der Eltern reinversetzt und mich in das Ganze reingesteigert, sodass ich meinen Bauchbewohner nach ihm benennen möchte. Ich habe mich bereits mit der Mutter des kleinen Verstorbenen in Verbindung gesetzt und sie freut es sehr, dass wir unser Baby nach ihrem Engel benennen wollen. Jetzt stelle ich mir die Frage, ob das überhaupt richtig ist. Könnt ihr mir weiterhelfen?

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Ich finde es total schräg wenn ich ehrlich bin, und fast unangebracht, dass du der fremden Familie deshalb schreibst. Ich würde es mal auf die Schwangerschaftshormone schieben, aber was sagt dein Mann dazu, dass du euer Baby nach einem fremden, verstorbenen Kind benennst, dessen Geschichte du zufällig auf Facebook gelesen hast?
Ich will nicht gemein sein, aber du kannst doch nicht denken, dass es eine tolle Idee ist? Welche Gefühle verbindest du damit, wenn du dir vorstellst dein Kind so anzusprechen?

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Also die Familie des verstorbenen Kindes findet es aufgrund von ,,honoring“ (Erinnerung) als eine wunderbare Idee, genau wie mein Freund.

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Von Honoring kann nicht wirklich die Rede sein finde ich. Wir haben den Zweitnamen eines verstorbene Familienmitglieds an unser Kind vergeben, weil wir damit dieses Familienmitglied in unsere Familie ehren wollen, und unser Kind von der Person mit Stolz erzählen werden später.
Deshalb interessiert mich, ob du das gleiche bei einem fremden Kind möchtest, oder ob du andere Beweggründe dafür hast. Mir leuchten nämlich keine ein 🤷🏻‍♀️

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Ich finde es davon abhängig, wie ihr es eurem Kind gegenüber transportiert. Ich glaube, es kann entweder eine schöne Geste sein, die dem Kind einmal viel bedeuten könnte, oder es kann für das Kind eine Last sein.
Die sicherere Variante wäre, den Namen als Zweitnamen zu vergeben.

Ich weiß auch nicht, in wie weit eine Beziehung zwischen euren Familien besteht, durch die Last oder schöne Geste verstärkt werden könnte.

Wenn jemand den Namen meiner Kinder weitergeben möchte, fände ich es schöner, wenn sie es als Zweitnamen tun würden.

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Ich konnte die Familie vorher nicht. Wir wohnen in Deutschland, sie in Amerika. :)

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Vielleicht liege ich falsch.

Auf mich wirkt es gerade so, dass du im Internet eine Geschichte gelesen hast, die dich sehr betroffen macht, obwohl du mit der Familie nichts zu tun hast, und das der primäre Grund ist, weshalb du diesen Namen vergeben möchtest.

Und wenn ich mir vorstelle, dass auf der anderen Seite der Welt eine Familie den Namen meines Sohnes aus diesem Grund vergeben möchte, dann stellt es mir die Nackenhaare auf. Das würde ich unter keinen Umständen wollen.
Für mich hat das einen bitteren Beigeschmack von "Mitleid von oben herab", sich am Schmerz von anderen erfreuen, dass es einem selbst gut geht. Und diese Art von Mitleid möchte ich nicht haben.

Wenn jemand aus unserem Umfeld uns fragen würde, ob er den Namen unseres Sohnes vergeben darf, wäre es etwas anderes, weil sie unseren Sohn kennen und auch um ihn getrauert haben, wie man um einen Menschen trauert, den man kennt.

Wenn euch der Name einfach gefällt und das der primäre Grund ist, weshalb ihr in in Erwägung zieht. Und wenn der verstorbene Junge für euch die schöne Zusatzgeste ist, wie wir auf eine schöne Namensbedeutung geachtet haben, dann finde ich es okay, aber nicht, wenn es hauptsächlich darum geht, den Namen eines toten Kindes zu vergeben. Das finde ich eher abstoßend.

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Wenn ihr euch damit wirklich wohl fühlt, könnt ihr es machen. Allerdings würde ich persönlich diese Geschichte dem Kind eher nicht erzählen. Mir würde es gar nicht gefallen, wenn ich nach einem unbekannten verstorbenen Kind benannt worden wäre, dessen Geschichte meine Mutter mal irgendwo las. Dann würde ich doch lieber sowas hören wie: "Ich fand den Namen halt schön."

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Hi,
da Du überhaupt nichts mit dieser Familie zu tun hast oder hattest, finde ich es "schräg".

Nicht das Du einen schönen Namen gefunden hast, der Du und Dein Mann mögt. Allein die Familie anzuschreiben, um zu Fragen ob Du den Namen nehmen darfst, finde ich pietätlos. Du hättest den Namen, einfach mit deinem Mann besprechen können, nehmen oder nicht, und fertig.

N E I N .................du frägst hier noch mal um "Rat", "suhlst Dich in Mitleid" weil Du so sehr mitleidest........................

Und du kannst Dich "5x so doll anstrengen", du kannst nichtmal ein Hauch erahnen, was bei den Eltern passiert, wenn sie ein Kind verlieren.

Menschen gibts

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Sie haben das aber auch mehrfach geteilt, den Unfallhergang usw. Sie sind dadurch Influencer geworden und bekommen täglich fragen dazu, weil sie auch offen diesbezüglich sind.

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Ich denke wenn du damit was emotionales und gutes verbindest, auch wenn es sehr schrecklich ist, dann kannst du den haben vergeben. Du übermittelst deinem baby was positives, was besonderes. Ich finde es toll, alles Gute für die Geburt

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Kann ich nicht nachvollziehen. Du schreibst, du hast dich da reingesteigert. Das klingt nicht gut/ gesund in meinen Ohren.
Ich würde meinem Kind nicht einen solchen Namen geben und ich würde es auch nicht gut finden, hätte ich selbst meinen Namen durch solch eine Geschichte bekommen.

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Am Ende geh ich davon aus, dass du deinen Entscheidung unterbewusst schon gefällt hast - hör einfach in dich rein. Wenn es sich richtig anfühlt, macht es. Wenn nicht, lasst es.

Ich ganz persönlich würde es nicht machen, da bin ich vielleicht dem schlechten Omen verfallen, keine Ahnung. Aber ich bekomme auch mein Kind und nich eures. ;-)

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Wir haben uns dagegen entschieden, den Namen meiner als Kind verstorbenen *Schwägerin* als *Zweitname* weiterzugeben, weil wir Angst haben, dass das für unsere Tochter irgendwann einmal belastend ist, statt eine schöne Geste.
Von einem völlig fremden Kind den Name würde ich nicht weitergeben, schon gar nicht als Rufname.

Ich fände es ehrlich gesagt absolut gruselig, wenn plötzlich jemand, weil er hier gelesen hat, dass meine Schwägerin gestorben ist, ihren Namen vergibt, obwohl er weder sie noch uns kennt, um sie zu "ehren". Wie will man überhaupt jemanden ehren, den man nicht kennt?
Ich finde es unangemessen.
Ich hab meine Schwiegereltern damals erlebt und bin mir ziemlich sicher, dass noch nicht einmal ich mich in ihre Lage hineinversetzen kann, obwohl ich selbst um meine "Schwester" (so habe ich sie gesehen) getrauert habe.

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Irgendwo auf der Welt laufen auch Kinder mit den Namen unserer Sternenkinder rum. Genauso gibt es unter Garantie auch Sternenkinder mit dem Namen unserer lebenden Kinder...
Das kann man nicht verhindern. Aber was du da getan hast, finde ich mehr als unpassend...
Einer völlig fremden Familie zu schreiben und sie um "Erlaubnis" zu bitten, dein Kind so nennen zu "dürfen" wie das verstorbene Kind.
Wieso hast du das getan??
Wenn mir jemand schreiben würde, dass der Name meiner Sternenkinder nur wegen unserer Geschichte auf deren Namensliste gelandet ist, würde ich nur mit dem Kopf schütteln. Der Familie nun unter die Nase zu schmieren, dass ein lebendes Kind mit dem Namen ihres verstorbenen Kindes auf der anderen Seite der Welt rumlaufen und das Leben genießen wird, geht gar nicht...
Die Eltern werden sich auch so schon denken können, dass es lebende Kinder mit dem Namen gibt.
Alleine wegen einer fremden Familiengeschichte würde ich keinen Namen in Erwägung ziehen. Wenn du den Namen auf der Internetseite gesehen hast und er dir gefallen hat und aufgrund dessen auf eurer Namensliste gelandet ist, dann wäre das eben so und Punkt. Dafür muss man doch aber der Familie nicht schreiben, die man nich nichtmal kennt und die auf der anderen Seite des Planeten lebt.........
Also NEIN, auf Grundlage dieses Grubdes, rate ich dringend davon ab

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Auch eures Kindes zu Liebe...
Man vergibt ja schließlich einen Namen nur, wenn man den Namen toll findet bzw sollte der Name etwas positives und spezielles für das Kind sein

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Da stimme ich zu. Man möchte mit seinem Namen positive Assoziationen haben. Und nicht hören, man wurde nach dem toten Kind eines Influencers benannt, weil die Geschichte so berührte.

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