15 Jahre Schule

Hallo,
macht ihr etwas, wenn eurer 15jähriger nur mit 60% seiner Resourcen seine Realschule absolviert?

Ich war in der zeit unordentlich, habe alles auf dem letzten drücker gemacht. Allerdings mit guten Noten auf dem gymi. Im nachhinein hätte ich mir klarere grenzen von meinen eltern gewünscht.

Und nun dee grosse- das gleiche, nur nicht "erfolgreich"

Ich habe jetzt mit ihm abgesprochen, dass ich ihn gern abfrage usw. Andere Sachen wie "könnte da eine ex kommen, hopp, überleg mal und lern mal 10 vokabeln, dann pause" usw. fruchten nicht.
Es wäre besser, er übernimmt die Verantwoetumg für seine schulischen Leistungen. Oder geht das nach hinten los?
Bsp auch Betriebspraktikum. Eine bewerbung könnte schon geschrieben sein. Was tun: Warten bis er nix bekommt und dann dem Hausmeister in der Schule helfen wird? Oder ihn dazu motivieren?
Ich bin gespannt, wie ihr es macht.

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Hey!

Ich bin Lehrerin an einer weiterführenden Schule.

Meiner Erfahrung nach gibt es einfach Kinder, die in der 9. Klasse noch Hilfe brauchen. Vor allem Jungs.

Die Kinder, deren Eltern unterstützen bzw helfen, sind auf Dauer selbständiger, weil sie zwischendurch angeleitet wurden.

Viele Grüße
Schoko

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Vielen Dank für deine Erfahrung! 🙏🏼

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Hey,

aber das bringt nur etwas, wenn die Kinder es auch annehmen.

Bei uns führte das dazu, das sich unser Sohn immer mehr auf uns verlassen hat und zwischenzeitlich nichts mehr ohne Erinnerung gemacht hat.

LG
Tanja

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Einen wirklichen Tip kann ich dir nicht geben....mein Sohn ist inzwischen 16,5 Jahre. Anfang der 9.Klasse habe ich ihm die Verantwortung für sein Schulleben übergeben, bis dahin habe ich es mit loben, mit Schimpfen und jeglichen Hilfestellungen versucht. Er war und ist an der Stelle Beratungsresistent, inzwischen ist er in der Q1 angekommen. Die Noten sind und waren durchgängig Grenzwertig, zum Beispiel Ende der 8. Klasse 8 blaue Briefe...aber bisher ist er immer problemlos durch. Ich unterschreibe alles Kommentarlos seit der 9.Klasse, unser Hausfrieden ist wieder hergestellt und tatsächlich läuft es etwas besser in der Schule. Können könnte er wesentlich mehr aber erzwingen geht da leider nicht. Meine Unterstützung ist, das ich die Studentin die ihm durch die Faulheit hilft anstandslos bezahle...allerdings muss er sich drum kümmern das sie kommt.

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Hallo,
danke auch für deine Erfahrung. Ich würde ihm auch eine Nachhilfe bezahlen. Leider wird jegliches Hilfsangebot dahingehend abgelehnt.
Es steht recht viel auf dem Spiel.
Deiner nimmt wenigstens externe Unterstützung an. 🤔
Alles Gute für den Abschluss. 👌 Es liest sich ja ganz gut..

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Ich habe meinen (15) mehr oder weniger machen lassen, er hat jetzt im Sommer die Schule extrem schlecht beendet ( Quali nicht geschafft und nur Hauptschulabschluss bekommen). Er hatte allerdings schon eine Lehrstelle, deshalb war es uns auch irgendwo egal. Die Ausbildung läuft bis jetzt sehr gut, auch für den schulischen Teil macht er viel mehr wie früher.
Ich denke wenn die Kinder ein Ziel haben, läuft auch die Schule, wenn nicht dann kannst du noch so viel reden, das wird nichts

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Vielleicht ist so eine Ausbildung besser. Ich fand meine damals sehr hart und trotzdem super. Ich habe nur Bedenken, dass meiner sich da nicht durchbeisst. 🙄
Wir werden sehen.
Alles gute für euch.

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Hallo
Auch nach einer Ausbildung stehen einem hier ja zum Glück noch alle Türen offen. Aber ob das unbedingt der bessere Weg ist? Ich kenne einige junge Menschen, die „weg“ von der Schule wollten und sich deshalb für eine Ausbildung entschieden haben. Mit 15/16/17/18 reift man ja aber doch ein ganzes Stück, gar nicht selten wird das dann bereut, wenn das wirklich der Grund war.
Mit 15 und in der 9 Klasse (?) ist eine Ausbildung oder ein Studium gefühlt Welten entfernt. Auch die Einsicht dass man das alles für sich selbst macht. Gut, das liegt meiner Meinung nach auch am Schulsystem. Hier kann ja deutlich weniger gewählt werden, als in anderen Ländern. Unterstützt ihn, aber in die Gänge kommen muss er selbst.
Praktikum ist aktuell und auch in naher Zukunft schwierig. Vielleicht ist er sich gar nicht bewusst, was er alles machen könnte. Also auch hier, Unterstützung ja, aber alles für ihn machen, nein.

LG

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Hallo,

ich würde gar nichts machen. Man ärgert sich nur und am Ende kommt nichts dabei rum. Mir ist der Hausfrieden lieber als der Schulstress, der sich in manchen Familien deswegen abspielt. Irgendwann hauen die dann sowieso in den Sack ...

Schlimm finde es nur, wenn sie dann Jahre später den Eltern Vorwürfe machen, das aus Ihnen nichts geworden ist, aber letztendlich ist jeder seines Glückes Schmied, nur hat eben nicht jeder Schmied Glück.

Es ist ja auch nicht so, das die Schule motiviert, eher das Gegenteil ist der Fall, auch wird der Bildungsknick durch Corona erst viel später sichtbar. Ich habe mal gelesen, das wenn die Schulpflicht abgeschafft würde, würden 1/3 nicht mehr hingehen - wioe sieht deren Lebensentwurf aus?

VG

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Vorwürfe wären schlimm. Wir schaffen ihm ein gutes Lernumfeld. Vielleicht nutzt er seine freiheit gut. Zur not müssen wir gegensteuern.

Der Lebensentwurf von meinem ist reich sein ohne arbeiten. Ich hoffe, es sind Scherze. So ein 8h Tag ab 16 ist nicht ohne..

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Warum so negativ? Mit 16 klappt das wohl nicht, aber er wäre nicht der erste, der sich das ermöglicht. Auch das ist durchaus ein Ziel, auf das man hinarbeiten kann.

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Hi,

ich finde dieses Durchhängen mit 15 recht normal.

Bleib dabei, dass Du Hilfe anbietest, zeige ihm die Folgen auf - und dann lass ihn machen. Bleibt er sitzen - sein Problem. Davon geht die Welt nicht unter.

Unser Sohn ging mit 15 zunächst noch in die 9. Klasse Realschule. Noten... naja... 3-5 je nach Fach, Durchschnitt etwa 4. Versetzung das zweite Jahr in Folge gefährdet. Lag nicht nur an ihm, aber auch. Zum 2. Halbjahr 9. Klasse wechselte er auf den Hauptschulzweig, weil er keine Ehrenrunde drehen wollte. Machte im Mai 2018 den Hauptschulabschluss mit 1,8 als Drittbester der Klasse. Im Juni 2020 Jahres folgte der Realschulabschluss mit Schnitt 2,4 - dafür hat er gearbeitet, aber nur soviel wie gerade nötig (meine Gene #schein). Seit August arbeitet er an der Allgemeinen Fachhochschulreife und steht in allen Fächern 1-2 nach den bisherigen Noten. Er hängt sich richtig rein, ist super ordentlich, macht Projekte, Präsentationen, Extraaufgaben etc. Oft sitzt er nach 9 Stunden Schule noch bis 22 Uhr am Schreibtisch und lernt. Und zu all dem geht er bei 2 alten Damen Rasen mähen und am Wochenende 1-2 Tage Kellnern (3-8h).

Aber: Diese Motivation kam erst so richtig, als er für den Realschulabschluss ein zweimonatiges Praktikum gemacht hat (Krankenpfleger im BwZK). Seit dem hat er ein fixes Ziel: Studium bei der Bundeswehr, Offizierslaufbahn, 13 Jahre Verpflichtung mit dem Wunsch im Anschluss Berufssoldat zu werden. Am liebsten im San-Bereich der Bundeswehr. Und für dieses Ziel ackert er.

Was ich damit sagen will: Viele Wege führen nach Rom - Jugendlichen ist das aber oft nicht so klar.

Mit 15 ist noch alles weit weg, viele haben kein klares Ziel und sehen die Notwendigkeit noch nicht, etwas für die Schule zu tun. Viele Jungs sind da im Vergleich zu Mädchen echt noch unreif. Man sollte zwar dahinter bleiben, Konsequenzen aufzeigen, aber nicht zuviel Druck machen. Letztlich muss der Jugendliche eine Ehrenrunde drehen oder auf die Hauptschule wechseln.

Bezüglich Bewerbungen für ein Praktikum:

Hier finde ich es wichtig, mehr zu unterstützen (bei uns haben viele Eltern einfach nur gesagt: kümmere dich - damit waren diese aber oft überfordert).
Zumindest ist meine Erfahrung, dass viele Jugendliche einfach überhaupt keinen Plan haben, was sie machen wollen, wo das möglich ist und welche Alternativen es gibt. Die Schule ist hier nur bedingt hilfreich. Allerdings haben wir sowas mehr oder weniger nebenbei besprochen, in dem wir allgemein nach Interessen gefragt haben, zusammen überlegten, ob ein Praktikum sinnvoll ist etc. Nun hatten wir aber das Glück, dass unser Sohn zumindest kooperativ war und klare Vorstellungen, welche Bereiche in Frage kommen und welche nicht. Auch kam er selbst mit Vorschlägen und bat mich bei der Bewerbung zu helfen. Telefoniert mit den Unternehmen hat er in der 9. Klasse allerdings selbst.

Gruß
Kim

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Hi Kim,
das liest sich richtig gut.
Ich habe mit ihm vereinbart, dass er jetzt machen darf und wie unterstützend da sind.
Es ist jetzt erst Anfang 1. Schuljahr. Mal sehen, wie es läuft.

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Hallo,

mein Sohn ist 14 J., in der 9. Klasse (Realschule) und es wird immer schlimmer....
Wir haben ihm zum neuen Schuljahr komplett die Verantwortung übergeben, insbesondere ich kann nicht mehr. Er bekommt jegliche Hilfe, ABER er muss sie sich holen.

Wir haben jetzt die 7. Schulwoche und am Montag hatte ich einen Anruf seines Mathelehrers. Er macht gleich NULL, sämtliche Hilfsangebote schlägt er aus. Ja, er hat Dyskalkulie (leichte Form) und ja das aktuelle Thema ist auch für gute Schüler schwer, aber der Lehrer meinte, so eine Art von Verweigerung kennt er nicht. Mal sehen ob er da wenigstens noch ne 5 abgreifen kann, ich glaube eher nicht.

In anderen Fächern ist es nicht viel besser. Die ersten Arbeiten in den anderen Hauptfächern waren auch nur 4er (Deutsch, Bio)

Wir haben ihn auch schon gefragt ob wir uns wieder mehr einbringen sollen. Nein, sollen wir nicht.... Es ist wenig bis gar kein Ehrgeiz vorhanden. Medienzeit hat er schon länger nur sehr eingschränkt, das ist nicht das Problem.
Im Fußball ist er mega ehrgeizig, ist jetzt sogar schon in die nächsthöhere Jugend gegangen.

Meine Einstellung ist, und das habe ich auch dem Lehrer mitgeteilt, dann bleibt er halt sitzen. Er ist noch jung und bei vielen Anderen war das der richtige Weg bzw. der Anstoss etwas zu ändern. Vielleicht bringt es auch die Zeit und die Pubertät ist gerade so übermächtig, obwohl sich diese im normalen Zusammenleben nicht so extrem zeigt. Er ist eigentlich total umgänglich und hilfsbereit wie früher.

Praktikum hat er 2-3 Betriebe ins Auge gefasst, mal sehen wer Dank Corona überhaupt Plätze vergibt. Als Joker haben wir zum Glück unseren Haus- und Hof Handwerksbetrieb. Der nimmt ihn auf jeden Fall.

Alles Gute für euch

LG
Tanja

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Hallo Tanja
danke für deine Wasserstandsmeldung. Es liest sich gut, dass er Fussball mag. Es ist ja schon mal etwas.
Ich drücke die Daumen.
Heute kam meiner mit einer 1 und einer 2 nach Hause. Das gab es schon Jahre nicht mehr.
Das mit den medienzeiten ist hier auf 1,5 h/ tag begrenzt. Für mehr zeit muss die lernzeit angegeben werden.

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Mittlerweile sehe ich es wieder entspannter. Letztes Jahr 9. Klasse Gym. Wer hat die Bewerbung geschrieben? MAMA. Ich war sauer und hab gemerkt, er eillte und hast trotzdem nicht hingekriegt. Mündliche Mitarbeit - peinlich...Resultat: Noten gingen nach unten. Dazu pampig und schlechte Laune. Ich hab ihn getrietzt und mich dabei schlecht gefühlt. Thema Schule immer und überall. Jetzt ist er gerade15 geworden und pampige Antworten kommen seltener. Steht alleine schnell und zügig auf etc. Ich werde wieder entspannter und die ersten mündlichen Noten wieder im guten Bereich. Ich möchte einfach sehen, dass er sich kümmert und ich nicht immer die Feuerwehr spiele. Aber ich glaube ich würde auch erst strebsamer ab der 10. Klasse

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"Keine Feuerwehr spielen" ist verständlich ausgedrückt. Ich werde ihn zwischendurch msl anleiten. Den rechner für die bewerbung muss ich hochfahren. Sonst kommt nix.
Grad heute kam er mit 2 guten Noten nach Hause. Heute läufts super. 🤪 Mal sehen, wie es morgen aussieht.
Lg

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Meld ihn beim Jobcenter zur Beratung an. 😲 Das verläuft meistens so unangenehm und gruselig, dass er danach Panik bekommt, sein Leben wie in einer Nahtoderfahrung nur zukunftsgerichtet an sich vorbei ziehen sieht und sich solange zum lernen hinsetzt bis er den Q Vermerk bekommt und sein Abi macht.

Also, war bei mir so. 15/16 Jahre alt, vollkommen unmotiviert auf der Realschule, Dann die Projektwoche im Jobcenter... Die hat mich geprägt. Ordentlich. In der 9ten noch 3en und 4en, Hauptsache man kommt durch, in der 10ten dann 1,2,3 und ab Richtung Abi.

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Danke für die Idee!
Hatte er dort eine Beratung und absolvierte dann dort, im Jobzenter sein Pflichtpraktikum?
Wie kann ich mir das vorstellen?
Lg

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Kein Praktikum. Wir hatten nur eine Beratung. Die ganze Klasse. Aber du kannst ja mal nach einem Praktikum fragen, wenn corona sich gelegt hat. Agentur für Arbeit ist noch ziemlich normal. Aber Jobcenter... Manche Leute habe Penny Einkaufstüten statt Handtaschen oder rucksäcke.... Das spricht Bände und schreckt ab. Harz4 ist echt nicht die beste Idee der Regierung gewesen, dort hat man das Resultat vor Augen und wird, wenn man etwas feinfühlig ist, gut abgeschreckt.

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Hallo,

ich mache da schon seit Jahren nichts mehr. Schule ist ihr „Job“ benötigen sie Hilfe wie abfragen oder Nachhilfe müssen sie mit mir darüber sprechen.

Beide sind gut in der Schule 17 und 15 Jahre, sie erledigen ihre Dinge selbständig und das ist von mir auch so gewollt.
Ich möchte hier keine Diskussionen deswegen haben, ich muss ja für uns auch Geld verdienen, bin alleine mit den beiden und sie wissen das jeder seine Aufgaben zu erledigen hat. Ich habe aber wie gesagt da eine klare Ansage gemacht und bei beiden schon in der 3 Klasse aufgehört ihnen nachzulaufen oder zu kontrollieren.

In der Ausbildung oder Studium kann ich ihnen ja auch nicht ständig helfen, deswegen war mir frühe Eigenverantwortung immer sehr wichtig.

Selbst wenn sie es vergeigen sollten, haben sie später immer noch alle Möglichkeiten.

Mein Bruder zb hat nicht mal nen Quali ist mittlerweile Betriebsleiter und verdient ein Haufen Geld. Ich hab meinen Quali gemacht und bin heute Wirtschaftsfachwirt und arbeite im öffentlichen Dienst.
Deswegen bleibe ich da entspannt, jedes Kind geht seinen Weg, der eine schneller der andere langsamer....

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