Instrument üben - bitte Tipps!!!!!

Hallo,

mein Sohn Liam (7) geht seit Anfang des Schuljahres in den Gitarrenunterricht. Er wollte unbedingt Gitarre lernen, doch jetzt ist das Üben immer mit Streit und Zwang verbunden. :-[
Natürlich macht das am Anfang keinen Spass, aber er muss nun mal üben um es zu können!
Es nervt mich schon so, daß ich kurz davor bin aufzugeben... Es ist nur so, daß man das ganze Jahr zahlen muss, was ich dann auch nicht einsehe. Und ich möchte eigentlich auch nicht, daß er aufgibt, nur weil es anfangs schwer ist - dann zieht er vielleicht gar nichts mehr durch!
Ihr seht ich bin hinund her gerissen. Vielleicht hat eine/r von euch `nen Tipp?!

LG von der verzweifelten Ka

1

Hallo,

einen wirklichen Tipp hab ich leider nicht für dich. Mein Sohn lernt Keyboard, auch da gibt es manchmal Streit wegen dem Üben. Aber er ist schon 10. Insgesamt finde ich es früh mit 7 Jahren sich schon auf ein Instrument zu spezialisieren. Hätte es für ihn nicht einen Musikgarten gegeben in eurer Nähe. Da hätte er in einer kleinen Gruppe verschiedene Instrumente ausprobieren können. Kündigen kann man dort glaube ich jeden Monat, und sie lernen mit viel Spaß Instrumente kennen und spielen. Gut, leider kannst du es nicht mehr ändern. Gibt es keine Möglichkeit aus dem Vertrag zu kommen? Weißt du, ich finde es schade, unter Umständen, kann es dir passieren, dass er ganz und gar die Lust verliert. Vielleicht ist es aber auch nur eine Phase. Viel Glück

Liebe Grüße Shalom

2

Also ich würde da konsequent bleiben - er wollte es unbedingt, jetzt muss er das Jahr durchhalten. Mach mit ihm einen Plan, wann geübt wird, 15min reichen ja am Anfang. Vielleicht solltest Du den Lehrer da mit ins Boot ziehen - Hausaufgaben so wie in der Schule, dann bist Du nicht die böse Mutti und Spaßverderberin.

Mark ist jetzt fast 7 und spielt Cello im 2.Unterrichtsjahr, Sari ist gerade 5 und spielt Geige im 1.Unterrichtsjahr. Das tägliche Üben gehört für beide ganz selbstverständlich dazu, allerdings haben sie vorher schon 4 Jahre die Musikschule besucht und wußten genau auf was sie sich einlassen! Vielleicht hatte Dein Sohn auch falsche Vorstellungen als er sich für das Instrument entschieden hat!

3

Hallo,

meine Mädels haben auch Gitarre angefangen zu lernen. Ich bezahl nur die Stunden, die sie wirklich in Unterricht gehen. War mir sehr wichtig, da ich auch schon in Jahresverträgen steckte :-[

Laß deinen Junior täglich 10 - 15 Min. üben, nicht länger. Setz dich daneben und am Schluß darf er sein Lieblingslied dir vorspielen.

Er ist mit seinen 7 Jahren sehr jung für Gitarre. Paßt die Gitarre ??
Sitzt er richtig ??
Frag ihn ob er sich wohlfühlt wenn er spielt oder ob etwas unangenehm ist.

Eine kleines Tütchen Gummibären zur Belohnung fördern die Motivation.

Ganz wichtig, der Streit beim üben bleibt draußen. Viel wichtiger, viel loben.

In dem Alter lernen die Kinder ihre Intressen kennen. Da kann es leicht sein, das heute Gitarre, morgen Fußball, übermorgen wieder etwas anderes intresant ist.

Grüßle :-)

4

Hallo Ka,

vielleicht ist die Uhrzeit ungünstig, zu der er üben soll?
Nach den Hausaufgaben wollen die Kinder spielen und nicht noch etwas hinten dranhängen.

Meine Tochter übt nach dem Abendessen 10-15 min., dann kann sie zum Abschluss noch dem Papa etwas vorspielen. Wir beide sind dann voll des Lobes und gerade jetzt hat man doch gute Argumente:
Unsere Tochter übt besonders fleißig, seit sie weiß, dass sie zu Weihnachten den Verwandten vorspielen kann. Ohne Üben wird sich das grausig anhören. Aber so...

Wenn es ein Ziel gibt, für das sich das Üben lohnt, geht es vielleicht leichter. Und irgendwann, wenn sie aus den ersten Schwierigkeiten heraus sind und es etwas besser klappt, macht es ja auch viel mehr Spaß. Die Anfangszeit ist schwer, aber evtl. fällt Dir ja auch eine kleine Belohnung ein, die man wirklich jeden Tag einsetzen kann.
Gummibären o.ä. sind doch wirklich eine gute Idee. Oder es gibt einen warmen Kakao oder Ihr spielt statt dessen noch ein super-kurzes Gesellschafstspiel, lest gemeinsam ein Buch...

Spielt denn ein Freund von ihm auch Gitarre oder ein anderes Instrument? Bei meiner Tochter ist es derzeit ganz in Schule zu spielen. Da gibt es dann auch Instrumentalunterricht. Je nachdem, welche Freundin da ist, variiert dann das Instrument.

Evtl. wäre es auch eine Idee, wenn Du ihn fragst, ob Ihr 2 Schule spielen sollt?
Bei meinter Tochter hilft es in jedem Fach, wenn ich auch einmal die Schülerin bin und mich dann (absichtlich!) besonders schlecht anstelle. So sieht sie selbst viel besser aus und kommt sich nicht so blöd vor, wenn es mal nicht so klappt, wie sie es gerne hätte.
Da wir ja Schule spielen, ist das ja auch erlaubt, absichtlich schlechter zu sein.
Bin ich die Lehrerin, mache ich natürlich keine absichtlichen Fehler.

Was sagt denn eigentlich sein Gitarrenlehrer? Hat der keine netten Worte/Ideen für das tägliche Üben parat?

Viel Erfolg!
Ina

5

Schau mal genau: Das Üben ist nicht mit Streit und Zwang verbunden sondern Streit und Zwang haben schon vorher Euer Leben tödlich langweilig gemacht. Jetzt hättet Ihr endlich die Chance, auf ein HÖHERES Niveau zu kommen und nun suchst Du wieder nur nach Tips, mit denen Du Deinen Sohn nach UNTEN kriegst. Es ist doch logisch, dass das nicht klappen kann. DU musst in dem Fall lernen, nicht das Kind.
Druck kann nichts anderes bewirken als GEGENdruck. Du kannst nicht übersehen, dass es umso stärker zurückdrückt, je stärker Du hindrückst.
Es bleibt also nichts übrig, Du musst Dir was NEUES einfallen lassen, sonst geht es auch Dir - nach Coués Gesetz der das Gegenteil bewirkenden Anstrengung - bald noch schlechter.
Aufgeben wäre schon ein erster sinnvoller Schritt, aber allein löst er das Problem nicht und es bleibt Dir. Dazu kommt UMKEHREN: statt Druck lässt Du Dir was einfallen, was ZIEHT, dann bekommst Du sofort Wirkung.
Wodurch könnte sich Dein Sohn als Musikant wichtig und anerkannt fühlen? Hast DU überhaupt ein Bedürfnis nach seiner MUSIK oder nur danach, dass Dein Sohn macht, was Du willst? Warum zeigst Du ihm dann nicht, wie sehr Du seine Musik brauchst? Warum zeigst Du ihm nur immer heftiger, dass Du seine Unterwerfung unter Deine Vorstellung brauchst?
In der neuen Ich-kann-Schule geht es um Vorstellungen. Es geschieht nie das, was jemand will, wenn er sich etwas anderes vorstellt. Du bist ein Muster dafür: Deine Vorstellung und Dein Wollen stimmen nicht überein. Das eine will Musik und das andere will Unterwerfung. Bringe doch erst einmal Dich selber mit Dir in Einklang, und falls Du dann tatsächlich Musik von Deinem Sohn WILLST und auch daran glaubst / es Dir geistig vorstellst, dann kannst Du sie leicht hervorrufen.
Du wirst dieses Talent loben, Du wirst nach ihm fragen, Du wirst das Talent in Deinem Sohn erkennen und achten, mit dem er seine Chancen und Profilierungsmöglichkeiten mit Musik selber entdeckt und Du wirst nicht mehr durch unüberlegte Eingriffe einer Entwicklung im Wege stehen sonder sie durch Deine Geisteskraft "heraufbeschwören". Ich wünsche guten Erfolg.
Franz Josef Neffe

Top Diskussionen anzeigen