Sohn will nicht mehr auf Wunschschule

Unser Sohn hat sich zusammen mit zwei Freunden für seine Wunschschule beworben. Er ist angenommen worden, die beiden anderen abgewiesen.

Er kriegt jetzt Bammel und möchte nicht mehr auf die Schule, da er befürchtet, dass er „nie wieder gute Freunde findet“.

Momentan sagt er, er würde sich am ersten Schultag weigern, dort hin zu gehen.

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Wenn er beharrlich immer wieder davon anfängt: "Du hast Angst, an der neuen Schule alleine zu bleiben. Das kann ich gut verstehen." Themenwechsel. Er wird's überleben.

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Eben das. Mehr Diskussion braucht es nicht, denn offensichtlich steht eine andere Schule nicht zur Debatte.

Freunde hin oder her, diese Motivation ist zwar verständlich und eben aus Kinderlogik die treibende Kraft, aber wer sonst auf die gewünschte Schule geht oder nicht darf einfach nicht relevant sein. Wie bei Kindern nicht selten kann der heute beste Freund derjenige sein, den man in drei Wochen nicht mehr riechen kann. 🤷🏻‍♀️

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Liebe Pinea,

vielleicht könntest du ihm bewusst machen, welche Leistung und welches Privileg es ist auf die Wunschschule wechseln zu dürfen. Natürlich können alle verstehen, dass er sich Sorgen macht, aber ihr seid euch heute schon sicher, dass er bestimmt bald tolle Klassenkameraden kennenlernt.

Ich würde auch klar Stellung zum Weigern beziehen. Unterstützung alles was ihr tun könnt, aber weigern gibts nicht. Schulpflicht und fertig.

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bei einer Klasse von 30 Schülern werden sich bestimmt 20 nicht kennen und auch alleine kommen. -- nur wenige werden Freunde dabei haben - oder bekannte KLassenkameraden. --- Auch wenn er das jetzt nicht so sieht: aber es wird fast allen so gehen, wie ihm und er wird sicher Freunde bleiben.

Meine Tochter und mein Sohn sind übrigens bei keinen Grundschulfreunden hängen geblieben, obwohl sie in der gleichen Klasse gelandet sind. --- sie haben sich beide mit den "neuen" angefreundet -- und zwar über die Jahre immer mit unterschiedlichen. - Das ist alles in Bewegung.
Dauer-Buddies-von Kindergarten oder Grundschule an ist ein sehr sehr seltener Fall. Und wenn doch: dann hält die Freundschaft auch, wenn man sich mittags/wochenends trifft. -- auch das habe ich hier so 3 Jahre lang gehabt bis die Teenie-Launen kamen.

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Ich würde ihm erklären, wie stolz er sein kann, dass er an der Wunschschule angenommen wurde.

Außerdem würde ich ihm erklären, dass er seine Freunde ja trotzdem weiterhin sehen kann- wenn es von deren Seite auch gewünscht ist.

Und ich würde in Zukunft stark darauf achten, dass er keine Aktionen davon abhängig macht, ob ein Freund dabei ist oder nicht sondern weil ER das machen will.

Unser Sohn (9 ) wird wahrscheinlich nächstes Jahr auch in eine 5 Klasse ins Gym kommen und dort niemanden kennen — er geht aber schon seit der 1 Klasse auch in seiner Freizeit zu Aktionen oder Hobbies wo er niemanden kennt — wir haben bewusst darauf geachtet dass er sich nicht von anderen Kids/ Freunden so abhängig macht, dass er nicht alleine irgendwo hinkann. Immer bestärkt - möchtest DU das machen, dann machst du das eben alleine.
Unabhängigkeit von Freunden ist ganz wichtig in Bezug auf Schule…. 2 Fremdsprache wählt man auch nach Neigung aus nicht nach Freunden— AG‘s auch usw. Je früher Kids das können desto besser.

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Bei uns wars umgekehrt. 3 Freunde wurden angenommen und unser Sohn nicht.

Und was soll ich sagen? Es dauerte zwar eine Weile, aber am Ende war es ein Glücksgriff.

Die Freudschaft mit den 3 wurde trotz unterschiedlicher Schulen enger, wirklich tolle neue Freundschaften kamen hinzu. Die 3 hatten bisher in der neuen Schule nicht ganz so viel Glück mit der Klassenlehrerin und einigen Fachlehrern. Unser Sohn hat tolle, engagierte Lehrer.

Er ist vom Typ her eher Neuem nicht aufgeschlossen. Deshalb dauerte es auch länger, bis er sich wohl fühlte. Jetzt kommt er in die 7. Klasse, die Karten werden nochmal komplett neu gemischt. Ich hoffe, er hat wieder so ein glückliches Händchen mit den Lehrern, 2 Freunde darf er sich aussuchen.

Wir hatten auch Phasen, in denen er versuchte, sich zu weigern, in die Schule zu gehen. Dass das nicht geht muss man aber von vornherein klarstellen.

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Momentan sagt er, er würde sich am ersten Schultag weigern, dort hin zu gehen."

Dann sag ihm, dass wir nicht bei Wünsch-Dir-Was sind.

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Ich sehe darin eine hervorragende Chance, an der dein Sohn wachsen kann.