Kind stellt sich absichtlich dumm

Hallo!

Ich bin langsam mit meinem Latein am Ende. Unser Kind kommt bald in die Schule. Im Alltag fragen wir spielerisch ab und zu verschiedene Dinge ab (Zahlen, Anlaute, kleine Rechenaufgaben). Vor allem Zahlen kennt er und kann sie bis 20 benennen. Nur bei der 11 und 12 hat er manchmal Probleme. Rechenaufgaben im Zahlenraum bis 10. Manchmal jedoch stellt er sich dumm. Heute Abend habe ich die Kinder selbst entscheiden lassen, ob wir eine Lernapp gemeinsam machen oder ein Buch lesen wollen. Beide (5 und 6) waren sich einig, dass wir die App machen. Es sieht dann so aus, dass eine Zahl gesucht wird, 4 verschiedene gezeigt werden und die Kinder im Wechsel die richtige Zahl antippen sollen. Das kleinere Kind macht immer alles richtig und flink. Das größere hat von Anfang an Unsinn gedrückt. Bspw. bei 18 die 14 etc. Irgendwann war ich genervt und sagte, dass ich es nicht schön finde, dass er einfach irgendwas drückt und sich keine Mühe gibt und das obwohl er die Wahl hatte und sich für die App entschieden hat. Nach der Ansage ging es dann. Solche Momente haben wir ziemlich oft, dass er entweder gleich proforma „Weiß ich nicht“ sagt oder falsche Antworten gibt, und das obwohl er die Aufgaben kann. Es ist mittlerweile auch so weit, dass er das in der Vorschule macht und die Erzieherinnen denken, er könne es nicht 🤦🏼‍♀️ Ich bin wegen der Situation leicht angespannt, da ich mich frage, wie es in der Schule dann werden soll. Andererseits sitzt er auch da und sagt, dass er sich in der Schule Mühe geben will und Angst hat eine 6 zu bekommen. Zugegebener Maßen ist es auch so, dass ich irgendwann, wenn ich weiß, dass er sich dumm stellt, dann pampig werde und er anfängt mit weinen. Mich ärgert das aber innerlich so extrem.

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Bitte lass das arme Kind in Ruhe. Du vermiest ihm noch die Lust aufs Lernen.
Er wird in der Schule schon alles lernen. Die Lehrkraft weiß, wie man Kindern etwas beibringt und sie motiviert.

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Das sehe ich ganz genauso und unterschreibe ich von daher ganz dick und fett!
@Fragestellering*Themeneröffnerin: Von daher auch von mir: BITTE, lasst um HIMMELS WILLEN den Jungen*Euren Sohn IN RUHE, ABER GANZ, GANZ SCHNELL!!!!! Und quält ihn nicht weiter! - Vor allem deswegen nicht, weil er noch nicht mal in der Schule ist!

"Er wird in der Schule schon alles lernen. Die Lehrkraft weiß, wie man Kindern etwas beibringt und sie motiviert."
EBEN! GENAU!
Denn das, was Du da machst, ist reiner Psychoterror. Und pampig werden, weil er es noch nicht kann oder noch nicht will?! Was soll das denn?

Und warum zum Geier, muss er das alles jetzt schon können?! Reicht es nicht, wenn er in der Schule ist? Warum diese Eile? Auf was für irrsinnige Schnapsideen manche Eltern kommen - also ich glaube es ja nicht!

Ach ja - und schon alleine die Überschrift*der Betreff ist schon sehr unglücklich und grottenfalsch gewählt. Denn damit wertest Du Deinen Sohn total ab.

Und es wundert mich auch nicht, dass Du in Schwarz schreibst. :-(

Gehe mal in Dich und denke mal über den abartigen und unterirdischen Quatsch, den Du da veranstaltest, nach!

Bearbeitet von meckikopf
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Bildung ist also für dich abartiger unterirdischer Quatsch? Du stellst mich gerade hin, als wäre ich pädophil. Überleg mal, was du da von dir gibst. Ich frage nach einem Rat und du beleidigst.

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Hallo,

sollt ihr üben? Hast du Angst, dass er nicht genug vorbereitet ist ohne üben?

Kann es sein, dass ihm die Aufgaben zu einfach sind? Vielleicht macht er deswegen Quatsch. Hast du ihn das schon mal gefragt?

Weiß er, dass du ihn immer liebst, unabhängig von seinen Leistungen? Wie zeigst du ihm das? (Brauchst du mir nicht beantworten, sondern dir selbst, wenn du magst)

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Wir sollen eigentlich nicht üben. Außer das eine Mal, bei dem er in der Vorschule nichtmal die Augenzahlen vom Würfel kannte 🤦🏼‍♀️ Das habe ich uns allerdings geschenkt, weil er es ja kann.

Ich habe in der Tat Angst, dass er nicht gut vorbereitet ist. Ob die Aufgaben zu einfach sind habe ich nicht gefragt. Ich lobe ihn aber IMMER, wenn er etwas gut und richtig macht und sag dann auch „Mensch XY du kannst das doch! Du machst das klasse.“ Er freut sich dann auch sehr darüber und beim nächsten Mal geht das wieder so los. Ich zeige ihm und sage ihm auch, dass ich ihn immer liebe. Ich sage auch, dass es gar nicht schlimm ist, wenn man Fehler macht, aber dass man sich eben bei dem was man macht Mühe geben sollte.

Wie ich bereits sagte, sagt er schon immer proforma „Weiß ich nicht.“. Manchmal sprechen wir nach einem gelesenen Buch kurz über den Inhalt. Entweder wie die Kinder das sehen (das was in der Geschichte vorgefallen ist) oder was das Problem einer der Figuren war etc. Oft kommt sofort „Weiß ich nicht“ und 3 Sekunden später die richtige Antwort.

Bearbeitet von Inaktiv
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Bitte höre auf, das Ergebnis zu loben. Das führt dazu, dass Kinder sich auf Dauer nur wertvoll fühlen, wenn sie Leistung bringen.

Lobe lieber die Bemühung, den Prozess, das Mühegeben. Und zeig deinem Kind, dass Fehler völlig ok sind.

Kinder sollen lernen, dass ihr Wert nicht von ihrer Leistung abhängt, sondern dass es darum geht, überhaupt etwas zu tun, sich Mühe zu geben und auszuprobieren.

Google doch mal, wenn du Lust hast, statisches und dynamisches Selbstbild.
Kinder mit einem dynamischen Selbstbild kommen besser durchs Leben, weil sie Selbstwirksamkeit lernen und sich darüber bewusst sind, dass sie selbst es in der Hand haben, wenn sie etwas erreichen wollen. Sehr spannendes und komplexes Thema.

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"Andererseits sitzt er auch da und sagt, dass er sich in der Schule Mühe geben will und Angst hat eine 6 zu bekommen."
Verstehe ich das richtig? Dein Kind ist noch gar nicht in der Schule und er spricht jetzt schon von evtl. schlechten Noten???
Wie kommt er darauf? Das hört sich an, als würdest du deine Kinder gehörig Druck machen -> "wenn ich weiß, dass er sich dumm stellt, dann pampig werde und er anfängt mit weinen"
Tut mir leid, das finde ich furchtbar.

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Das mit der Note weiß er vom Nachbarsjungen.

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Schlimm genug, wenn er sich mit einem Nachbarsjunge darüber unterhält. In dem Alter auch das typische Thema.
Das passiert doch nicht, weil er voller Vorfreude ist. Er hat wahrscheinlich jetzt schon Angst vor der Schule!
Und was auf die Schule zukommt, mag ich mir gar nicht vorstellen. Du bist der Albtraum jeder Lehrkraft.

Bearbeitet von Sonnenblume125
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Vielleicht hat er dann in diesen Momenten einfach keine Lust mehr, kann er aufhören wenn er möchte, oder „muss“ er zu Ende machen?

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Liebe Nerven,
etwas Entspannung wäre gut, oder?
Dein Kind hat jetzt schon Angst vor schlechten Noten, obwohl er noch gar kein Schulkind ist? Hast du schon einen Studienplatz für ihn ausgesucht? Offenbar verweigert er manchmal das Funktionieren, das finde ich richtig Klasse. Er weiß, dass du die App lieber magst, damit auch gelernt wird. Morgen liest du einfach ein Buch vor und entscheidest das selbst. Lass deine Kinder matschen, mit dir kochen, die Welt verändern. Mach dich locker, die finden ihre Wege! Vielelicht nicht die Prohibition, statt dessen ein solides Handwerk - na und? Dein Kind stellt sich nicht dumm, es sucht auf seine Art kreative Wege zwischen seinen und deinen Bedürfnissen. Du kannst das besser, also machs auch besser. Ohne Ärger. Deine Kinder sind nicht die Projektionsfläche für eigene, vielleicht unerfüllte Vorstellungen. Sie gehören nur sich selbst. Du darfst sie begleiten, das ist ein riesiges Geschenk. Geg behutsam damit um.
Liebe Grüße und viel Kraft dir!

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Danke für deine nette und ehrliche Antwort. Du hast vollkommen recht.

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Das finde ich auch eine schöne Antwort und wie schön, dass du das auch so siehst @TE.

Finde am besten etwas, um mit deiner Angst umzugehen, dass er zu wenig vorbereitet ist. Du machst das ja alles nicht aus böser Absicht, du meinst es gut. Nur kann es trotzdem schaden und das möchtest du ja nicht. Alles Gute euch!

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Entspann dich bitte mal. Lass dein Kind bitte noch die restliche Kitazeit einfach nur Kind sein. In der Schule wird er alles lernen und dann kannst du ihn bei seinen Aufgaben unterstützen.

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Danke für deine nette Antwort.

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Mein Kind geht in den Kindergarten…. Mit dem Kind geht ein Kind welches bereits fliessend lesen kann, etwas schreiben und rechnen… (armes Kind, weil es auf Leistung getrimmt wird, leider, in so jungen Jahren schon…)
Mein Kind könnte(!) auch schon lesen, etwas schreiben und auch rechnen, (mit den grösseren Geschwistern gelernt und abgeschaut…)
Es KÖNNTE… es will aber nicht, also, es tut es schon, nämlich dann, wenn es Lust dazu hat, weil es ihm Spass macht…. Nicht, weil wir Eltern uns mit dem Kind hinsetzten und Zahlen auf einer App lernen…. Und wenn wir das Kind fragen, warum? Bekommen wir als Antwort : „warum sollte ich, ich muss ja noch nicht, also „tu“ ich auch nicht….“

Überlege dir mal, wenn dein Kind schon ganz viel kann, was es eigentlich in der ersten Klasse lernen sollte, was wird es dann die ganzen Stunden machen im Unterricht? Je nach Schulkonzept hat das Kind Glück und wird mehr und schwierigere Aufgaben bekommen, wird gefördert, kann ev. Sogar eine Klasse überspringen…. Hat das Kind aber Pech, wird es „ignoriert“ im Unterricht, das Kind langweilt sich im Unterricht, fängt an zu stören und das führt alles zu Konflikten…

Lass das üben sein…. Zum Wohle deines Kindes…

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Was du schreibst, strotzt nicht nur von Vorurteilen, sondern ist auch schlicht falsch.
Ich muss hier mal eine Lanze für begabte Kinder und deren Eltern brechen:

1. Es gibt Kinder, die sich ohne Hilfe oder gar Drill akademisches Wissen vor der Schule aneignen, einfach weil sie es können und wollen.
Ich habe mir auch nicht vorstellen können, dass z.b. das Konzept des Lesenlernens ohne irgendwelche Unterstützung funktionieren kann und wurde eines besseren belehrt: Ich war starr vor Staunen als mir K4 mit 4 in der Bücherei mitteilte, dass das Buch, das er anguckte keinesfalls von Drachen handelt, was ich ihm so erklärt hatte, sondern von Waranen und Urwaldechsen. Ich habe mir dann den ersten Absatz vorlesen lassen - das war flüssiges, sinnentnehmendes Lesen aus einem Buch für das Alter 10+. Ich konnte es nicht fassen, dass mir das vollkommen entgangen ist, ich weiß bis heute nicht, wie er lesen gelernt hat. Nur die Anlauttabelle hatte ich bei ihm gesehen.


2. Das Argument "Kind langweilt sich dann in der Schule" und soll deshalb möglichst kein schulisches Vorwissen haben, ist unlogisch.
Wenn jemand in der Lage ist, Themen umfassend und schnell zu durchdringen, hört diese Fähigkeit nicht plötzlich in der 1. Klasse auf und wird sich auch nicht wie durch ein Wunder auf Durchschnittsgeschwindigkeit bewegen. Soll heißen: ob fixe Kinder lesen und/oder rechnen vor der Schule lernen oder im 1. Schuljahr, ist meist egal: die Geschwindigkeit bleibt immer schneller, im 2. Fall tritt die Langeweile dann erst nach den Herbst - oder Winterferien auf.
So oder so muss man eine Lösung finden.

3. Wenn man Kindern Wissen künstlich vorenthält, weil man der Auffassung ist, dass z.b. lesen erst in der Schule "dran" ist, entspricht das genau der veralteten Pädagogik, die versuchte, alle Kinder im Gleichschritt zu unterrichten. Wohingegen doch heute allgemein der Ansatz des individuellen Lernens in den Schulen Einzug gehalten hat "jeder in seiner Geschwindigkeit und auf seinen individuellen Niveau".

3. Alle Kinder sind unterschiedlich - wurde das schon mal irgendwo erwähnt?

Nur habe ich oft den Eindruck, das dürfe für Ausreißer in die Richtung "kognitiv begabt und/oder motiviert" nicht gelten.

Warum manche anderen Kindern die Begabung und Eigenmotivation absprechen, kann ich hier nur mutmaßen.

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Was heißt denn, dein Kind KÖNNTE lesen, tut es aber nicht, nur wenn es Lust hat, weil es ihm Spaß macht...
Entweder jemand kann lesen, oder er kann es nicht.

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Er stellt sich absichtlich dumm, du ärgerst dich, wirst laut, er weint. Für mich klingt es so, als hätte er Angst, etwas Falsches in dieser App anzutippen.
"Ich stell mich lieber dumm, dann merkt Mama nicht, dass ich es tatsächlich nicht kann. Ich tu ja nur so."
Klingt nach recht viel Druck. Ich würde zu Hause gar nicht üben, um den Druck rauszunehmen. Sehr viel loben, wenn er etwas schreibt oder im Alltag rechnet.

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Du kannst dich entspannen, dein Sohn lernt das alles in der Schule bzw. kannst du bei den Hausaufgaben sehen, ob alles gut läuft.

Was wichtig ist, ist Selbständigkeit: Schuhe binden, anziehen, ausziehen, Stift halten, Schere benutzen, Schulranzen aus- und einpacken, sowas.

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"Was wichtig ist, ist Selbständigkeit: Schuhe binden, anziehen, ausziehen, Stift halten, Schere benutzen, Schulranzen aus- und einpacken, sowas."
Auch das unterschreibe ich ganz, ganz dick und fett. :-) :-) :-) Denn gerade Schuhe binden können manche (Schüler*innen) (LEIDER!!!!!) ganz, ganz lange nicht. Und das kann es einfach nicht sein. :-( Denn gerade diese Dinge, die Du hier aufgeführt hast, sollten Erstklässler*innen*Grundschüler*innen nämlich schon super beherrschen. Und das ist auch alles gar keine Hexerei. Nur, wenn man DAS nicht übt und nicht zuhause schon beizeiten beigebracht bekommt, dann natürlich schon.

Habe erst neulich erst in Youtube ein Video geschehen, wo ein ca. 10(!)jähriger Schüler noch Schwierigkeiten hatte, seine Schuhe zu binden. Er konnte es zwar, nur WIE! Total schlampig und liederlich bis zum Geht-nicht-mehr. Ich dachte echt, ich SPINNE!!!!! :-( :-( :-( Und was war dann das Ende vom Lied?! Genau - schlussendlich hat ihm dann nämlich doch der Vater die Schuhe gebunden. Wäre das mein Sohn, dem würde ich aber Beine machen, was das anbelangt. Habe mir auch schon ernsthaft überlegt, ob ich da einen Kommentar dazu schreibe... Und vielleicht mache ich das ja auch noch... mal sehen... Kann man da ja auch.

Bearbeitet von meckikopf