Keine Lust auf Schule

Hallo ihr Lieben. #winke

Meine Tochter geht in die 1. Klasse. Sie ist ein beliebtes Mädchen mit vielen Freunden - ist also gut in der Schule "angekommen".
Jetzt hatten wir vor Kurzem ein Elterngespräch, in dem mir die Lehrerin wieder sagte, dass sie ständig quatscht (egal ob sie allein sitzt oder mit einem anderen Kind zusammen; ob sie direkt am Lehrertisch sitzt oder hinten) und deshalb die Aufgabenstellungen, gerade in Mathe, nicht mitbekommt. Somit macht sie Fehler oder aber schafft die Aufgaben zeitlich nicht. Wenn ihre Leistungen nicht darunter leiden würde, würde ich mir keine Gedanken machen.
Sie kann sich zu Hause ziemlich gut konzentrieren wenn sie puzzelt oder malt oder wir Gesellschaftsspiele spielen. Aber in der Schule ist sie lieber schnatternt unterwegs.

Vielleicht ist sie demotiviert durch dieses Corona-Schuljahr? Erst ein paar Monate richtig Schule, dann Homeschooling, dann Notbetreuung und dann 1 Mal Quarantäne.
Sie besucht vor der Schule den Frühhort. Werden wir nach den Sommerferien aber ändern. Vielleicht ist das auch der Grund, warum sie so unmotiviert ist.

Habt Ihr Erfahrungen, die Ihr mit mir teilen könnt?

Liebste Grüße und ein schönes Wochenende #winke

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Was sagt denn dein Kind dazu?

Das Jahr war sicher hart. Mein Kind hatte auch das "Glück" einen derartigen Schulstart gehabt zu haben. Es kann schon sein, dass einige Kinder nie richtig im Schulalltag angekommen sind und eben auch in den entsprechenden Regeln.

Wenn mein Sohn so drauf wäre, würde ein Anranzer seitens des Lehrers reichen, ihn auf den Pott zu setzen.

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nicht nur Schüler haben Probleme, in der Schule sich zu konzentrieren. Es gibt ein riesen Bedürfnis an Quatsch-Aufhol-Themen, an Miteinander, - an Gesellschaft.

Zusätzlich haben die Lehrer das Problem, dass sie wegen der aktuellen Situation nicht gleich den Autoritären raushängen wollen. -- das ist ein Fehler. Nach ein paar Wochen Schule werden die meisten Erstklass-Lehrer eigentlich strenger und ranzen auch mal Schüler an, die nicht spuren. --- gerade in dieser Zeit hört man oft, dass die Lehrer hier Fahrwasser verlieren... Ich vermute stark, dass auch in der Schüler_Lehrer-Beziehung hier deftig was fehlt.

Nichts desto trotz würde ich von einer Lehrerin erwarten, dass Sie hier schonmal strenger wird, bevor sie sich wegen ständigem gequatsche bei den Eltern beschwert. Was sollen Eltern denn machen? sie sitzen ja nicht nebendran und können streng kucken....

Ich finde, die Lehrer sind die letzten Jahre alle zahmer geworden und die Kinder tanzen ihnen immer mehr auf der Nase rum, weil die Lehrer sich wegen KLagen nicht mehr trauen auch mal richtig auf den Tisch zu hauen. -- leider. -- natürlich im gesunden Maß und nicht übergriffig, ... aber Grundschullehr besonder auch *innen sind leider sehr oft sehr weich.

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Ich bin Grundschullehrerin und Mutter eines Erstklässlers, der auch Mal mehr stört.
Wenn die Lehrerin mich über so etwas informiert, dann bespreche ich das noch einmal mit meinem Kind und appeliere an die Werte, die wir vorleben, in dem Fall Rücksicht. Wer schnattert, stört andere Kinder. Aus Lehrerinnen-Perspektive kann ich sagen, dass es oft total effizient ist, die Eltern mit ins Boot zu holen, weil die Kinder so vermittelt bekommen, dass an einem Strang gezogen wird.

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kann richtig sein, -ja.
Fakt ist, dass ich selbst oft und im Umfeld erlebt habe, dass in der Schule dann wieder total egal ist, was Mama daheim so gesagt hat und es halt auch mal ne deutliche Ansage vom Lehrer braucht - .

in den letzten Jahren gibt es immer mehr Helicopter-Eltern, immer mehr Klagen, Prozesse, unverhältnismässige Forderungen von Eltern... ich habe einfach den Eindruck, dass viele Lehrer einfach zu eingschüchtert sind und sich nicht mehr trauen, auch mal gehörig einen Störer den Marsch zu blasen, so wie es früher auch okay und wirkungsvoll war... wenn jeder Helicopter bei sowas dann zum Rektor rennt oder klagt, kann ich schon verstehen, dass sich hier Dinge ganz schön verschieben.
Trotzdem entwickeln sich immer mehr Grundschulklassen-(lehrer) auf hei-tei-tei Kindergartenniveau, das sehr nachwirkt, dass wir das in der 5ten in der weiterführenden Schule einfach total merken...

Trotzdem bin ich der Meinung, dass es bis zu einem gewissen Punkt möglich sein sollte, dass ein Lehrer seinen Stall einigermaßen beisammen hat und Autorität aufbaut. -- Das ist in diesem Jahr einfach noch nicht passiert... die Präsenzzeit in Vollbesetzung war einfach zu wenig für sowas und generell sollte man dieses Jahr einfach komplett nicht bewerten. Zu viel war zu besonders und anders. -- eben halt auch bis hin zu Verhaltsauffälligkeiten durch zu lange Isolation.

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Es gibt einfach Kinder, die gerne quatschen. Macht ja auch Spaß😉 Wahrscheinlich etwas mehr als Mathe. Vielleicht ist deine Tochter nicht direkt unmotiviert, sondern unterhält sich nur gern und kommt dadurch nicht richtig zum Arbeiten.

Ich würde eng mit der Lehrerin zusammenarbeiten und versuchen, sie an einen Einzelplatz zu setzen. Dann ist die Versuchung schon mal nicht ganz so groß. Außerdem würde ich mit meinem Kind und der Lehrerin vereinbaren, dass unfertige Aufgaben nachmittags zu Hause fertiggestellt werden müssen. Ich würde meinem Kind auch klar sagen, dass das Unterhalten nicht nur sie selbst, sondern auch die anderen vom Arbeiten abhält und sie es lassen soll.

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Das Problem ist, dass die Klasse (bis auf einen Platz) voll ist. Und an diesem besagten Platz sitzt meine Tochter schon alleine. #augen
Mit den Hausaufgaben ist ne gute Idee. Ab und zu musste sie auch schon mal was zu Hause nacharbeiten. Aber in letzter Zeit nicht.
Die Lehrerin meinte auch, dass sie den Stoff kann. Aber halt ihr Unaufmerksamkeit... :-(
Ich werde ihre Lehrerin nochmal kontaktieren.

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Hallo,

ich würde auch vermuten, dass sie in der Schule eben noch nicht so gut angekommen ist, wie es wirkt.

Sie ist zufrieden, klar.
Aber hat sie den Unterschied zum Kindergarten schon verinnerlicht?

Meine Tochter ist auch in der ersten Klasse und es tatsächlich schwierig: sie trauert der glücklichen, unbeschwerten Kindergartenzeit immer noch hinterher. Denn es war gar nicht genug Schule dazwischen, um den Kindergarten zu "überlagern".
Jetzt bemühen sich alle, Schule für die Kinder toll und attraktiv zu machen. Aber es gehört eben auch eine Menge Disziplin dazu, und die Zeit war zu kurz, um beides zu vermitteln: Spaß und Disziplin.

Aber ich glaube, da kann man dem Fokus jetzt als Eltern erstmal nur auf die Disziplin lenken. Sie immer wieder fragen "was habt ihr in Mathe gemacht", "wie hat Frau xx euch das erklärt" etc. So dass sie selbst merkt, was ihr entgeht, wenn sie quatscht.

Alles andere ist das Problem der Lehrerin: sie muss dafür sorgen, dass Schule noch Spaß macht und natürlich direkt beim Quatschen intervenieren.
Ihr könnt nur reden und dadurch unterstützen.

LG!

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Meine Tochter sagt auch oft, dass sie lieber mit ihrem kleinen Bruder in die Kita möchte. Mein Mann und ich versuchen ihr die Schule schmackhaft zu machen. Klar, die Zeit war definitv zu kurz für den perfekten Übergang. Ich hoffe, dass sie im nächsten Schuljahr motivierter ist.

Ich frage sie täglich wie es war, was sie gemacht haben, mit wem sie gespielt hat in den Pausen, was sie gelesen haben, und und und... Aber die Kinder sollen die Arbeitshefte unter der Woche in der Schule lassen. Finde ich auch gut. So ist der Ranzen um einiges leichter. Am Freitag bringen sie normalerweise alle Hefte und Bücher (zum Glück nur 1) mit nach Hause. Aber meine kleine Träumeline vergisst das ganz gerne mal. Und wir dürfen ja durch Corona nicht in die Klassenräume. Habe ihrer Lehrerin auch schon Zettel in die Postmappe gelegt, dass sie bei meiner Tochter bitte drauf achten und sie erinnern soll ihre Hefte mitzunehmen. Ohne die können wir unter der Woche nicht so gut lernen. Klar, geht auch. Aber so schwarz auf weiß sehen wo die Schwierigkeiten liegen wäre halt besser. Mal gucken ob sie heute dran denkt... #huepf

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Hm, ich finde du verharmlost das Ganze etwas.

Tatsache ist doch, das dein Kind den Unterricht stört, andere und sich selber ablenkt und dem Unterricht nicht folgen kann. So wie ich die Grundschule heutzutage kennengelernt habe, ist dort ein ziemlicher Kuschelkurs angesagt. Bedeutet für mich also, das wenn man schon von der Lehrerin auf die Problematik hingewiesen wird, das es echt massiv sein muß.

Zum "schnattern" sind die Pausen da und das würde ich meinem Kind im Gespräch deutlich klar machen. Ich würde ihr noch mal verdeutlichen, das es eben keine Notbetreuung mehr ist, sondern richtiger Unterricht. Ja, die Kinder sind nach dem Chaos etwas aus der Spur, aber gerade Grundschullehrer gehen da eigentlich gut drauf ein und haben wieder langsam angefangen. Aus meiner Sicht ist dein Kind nicht demotiviert, es hat einfach den Ernst der Lage noch nicht begriffen. Und von daher stellt sich mir die Frage, ob sie überhaupt wirklich schulreif ist.
Meine Tochter ist in der 2. Klasse, die Hälfte ihrer Schulzeit hat kein Unterricht stattgefunden, als letztes Jahr die Schule (genau wie dieses Jahr) wieder losging wollte sie nur eins...lernen, richtigen Unterricht mit einem Lehrer. Sie hat sich letztes Jahr schon fürchterlich über die Quatschköpfe aufgeregt. Dieses Jahr auch wieder und es sind immer dieselben Kinder. Ein Teil von ihnen wird die 2. Klasse wiederholen, obwohl es vom Stoff her relativ gut klappt, ihnen fehlt einfach die Reife. Wieviel Anteil Corona daran hat, das kann ich nicht beurteilen, ist aber auch nicht wirklich wichtig.

Mach dir klar, das das Tempo nach den Ferien deutlich anziehen wird und die Kinder ordentlich gefordert werden. Zur Schulreife gehört ein einfach gewisses Maß an Selbstdisziplin, ist die (noch) nicht nicht vorhanden ist die Konzentrationsfähigkeit auch keine große Hilfe mehr.

Von daher mein Rat: Verharmlose das bitte nicht, schau dir dein Kind genau an. Sprecht vernünftig darüber. Halte mit der Lehrerin Kontakt, ob es sich nach dem Gespräch etwas bessert. Zur Not überlege mit ihr gemeinsam, ob eine Rückstufung deinem Kind etwas Zeit zum nachreifen geben kann.

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