Probleme mit dem Essen, Kind (9.Jahre)

Hallo zusammen,

wir haben ein Problem mit unserem Sohn und benötigen dringend einen Rat. Wir wissen leider nicht mehr weiter, vielleicht hat ja jemand einen Tipp für uns.

Und zwar geht es darum, dass sich unser Sohn ( 9 Jahre) Anfang des Jahres an einem Stück Bauchspeck verschluckt hat. Ihm ist das Stück regelrecht im Hals stecken geblieben und es hat fast 1 Minute gedauert bis wir es wieder heraus bekommen haben. Das war wirklich eine ganz fürchterliche Situation. Jetzt haben wir seitdem das Problem, dass er sich nicht mehr traut zu essen. Es ist egal was es gibt, sobald es ans runterschlucken geht steht ihm die Panik ins Gesicht geschrieben. Ein paar Bissen bekommt er mit ganz viel Wasser runter gewürkt aber dann macht er dicht und verweigert das weiter essen und spuckt es wieder aus. Er hat jetzt schon gute 4 Kilo abgenommen, was in seinem Alter und seinem eigentlichen Gewicht schon ordentlich ist. Wir wissen einfach nicht wie wir weiter damit umgehen sollen. Wir haben versucht das Thema zu ignorieren und ihn essen lassen was er konnte. Dann haben wir ihm gut zugeredet, ihm gesagt das nichts passieren kann, wir da sind wenn etwas ist. Ich habe ihm extra weiche Sachen gekocht aber nichts klappt so richtig. Ich habe mittlerweile echt Angst, dass es in einer Essstörung endet. Hat jemand vielleicht Erfahrungen oder einen Tipp wie wir da wieder rauskommen? Ich bin auch schon am überlegen zum Kinderarzt zu gehen, aber der kann da ja eigentlich auch nicht viel machen oder?

Vielen Dank schon mal

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Hi,

ihr müsst auf jeden Fall zum Arzt. Dieser kann zumindest euch an Spezialisten verweisen. Je länger das so geht, umso gefährlicher!

Alles Gute euch

Isabel

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Auf jeden Fall beim Kinderarzt ansprechen!

Dieser soll euch dann Adressen von Spezialisten geben.

Zusätzlich um Tipps bitten, wie er trotzdem zu Nährstoffen kommt, ohne die Situation zu verschlimmern. Pürrieren, als Getränk, sonstiges.
Ggf. Bluttest um zu prüfen, dass er keinen Mangel entwickelt hat.

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Bevor sich hier eine Essstörung festigt, würde ich dringend einen Arzt aufsuchen.

Bis dahin könntet ihr es mit Nahrung versuchen, die ihm zugute kommt - Suppe, Eintopf, Milchreis, Griesbrei, Yoghurt mit püriertem Obst, etc.

In einiges kann man z.B. Nussmus reinrühren, das bringt Kalorien und ist gesund.

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Ich sage sofort zum Kinderarzt. Oft hat man zwar bei denen das Problem, daß man ersteinmal nicht erst genommen wird, aber Dein Sohn hat ja schon 4 kg abgenommen und es wird nicht besser.
Es gibt verschiedene Kliniken die da helfen können. Bei euch gibt es ja einen Auslöser. Normaler Psychologe versteht nicht unbedingt die Problematik und es ist nicht unbedingt gleichzusetzten mit Magersucht oder ähnliches.

Vielleicht ist das Problem mit ein paar Sitzungen schon erledigt. Aber je länger ihr wartet desto gefestigter wird es.

Lg IBB (mit Sohn 10 Jahre, der seit Geburt eine Essstörung hat und schon stationäre Esstherapie hinter sich hat).

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Wir haben ziemlich exakt das gleiche hier!
Nur bei uns war es ein Stück Steak, das so stecken geblieben ist, dass wir ins Krankenhaus gerast sind und erst dort mein Sohn dann sich übergeben hat.
Aber von da an war es auch vorbei mit Essen, und er ist auch echt ein Schlacks......
Das ist jetzt 3 Jahre her.

Seither nie wieder Steak, Rote Wurst o.ä.

Mal war es besser, mal schlechter!

Letzten Herbst wurde es wieder ganz schlimm, wir waren bei einer Nahrungsmenge von ca. 200gr. pro Tag + gute 2 ltr. Trinken (meist Wasser) + noch fast ein ltr. Milch und Süßigkeiten, weil die gingen komischerweise immer, egal wie gross oder trocken!

Meinem Sohn hilft es sehr, dass er regelmäßig zur Kinderärztin geht, gewogen und gemessen wird und ihr erzählen muss wie es klappt!
Aber wir haben uns auch mit ihm entschieden ihm auf psychologische Art und Weise zu helfen, da es ja sonst auch kein Dauerzustand ist.
Aber die Wartelisten sind lang 6-9 Monate.......
Diese Zeit heisst es jetzt zu überbrücken!

Sollte es bis dahin in Ordnung sein werden wir besprechen, ob wir dann einen Platz nehmen.

Zum Glück sieht er ein, dass sein Weg der falsche ist und er gibt sich wirklich sehr viel Mühe, so, dass wir da durch kommen!

Aber geh zum Arzt, wenn du am Telefon sagst dass es ums Essen geht, hast du schnell einen Termin!
Ich konnte direkt am nächsten Tag schon kommen, zum Glück hatte ich da schon das Essenstagebuch geführt.

Ach ja, wir waren auch beim HNO, der einfach bestätigen konnte, dass es nicht an irgendwelchen Verwinkelungen im Hals liegt!
Das hilft der Psyche auch n bisschen auf den Sprung!
Ansonsten lass ihn zumindest bis Termin viel Joghurt, Quark, Schokolade usw essen, damit er wenigstens Kalorien zu sich nimmt, Saftschorle usw
Frag ihn da am besten was er haben möchte!!!
Das hat bei meinem sehr geholfen!
Die goldenen Kugeln, und die Küsschen, und die Prinzenro....kekse gingen super, zur Not auch mal ein Nougatglas den Rest ausputzen

Es ist eine sehr anstrengende Zeit, aber ihr als Eltern müsst ruhig bleiben......

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Wobei ich auch sage, versprecht euch nicht so viel davon. Man muß echt Glück haben mit dem Therapeuten. Wir waren damals stationär in Darmstadt (weil wir sowieso dort im SPZ waren). Die Klinik ist bekannt für Esstherapien. Aber es war ein Witz. Die Sachen die mein Sohn heute isst, sind immer noch von normal entfernt, aber wir haben gelernt damit umzugehen.
Außerdem waren wir noch 2x in Baiersbronn. Aber Esstörung ist eben nicht gleich Esstörung. Und auch bei der Kinderärztin hat es lange gedauert, bis man uns für voll nahm. Wie oft mußte ich mit anhören "ach es gibt immer mal Phasen, wo ein Kind weniger isst.". Allerdings war es bei uns eben von Geburt an.

Drück euch die Daumen, daß ihr den passenden Platz findet.

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Da Kind braucht dringend Psychologische Hilfe,bitte geht zum Arzt!

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Vielen Dank für die ganzen hilfreichen Antworten. Ich habe jetzt noch in dieser Woche einen Termin beim Kinderarzt und beim HNO bekommen. Ich hatte ja wirklich die Hoffnung, dass wir da alleine wieder rauskommen aber ich glaube mitlerweile geht es dafür schon zu lange.

Liebe Grüße

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Hier war es mit 6 Jahren ein Stück Ente.

Pürierte Lebensmittel haben funktioniert. Wir sind also mit Wohnwagen und Pürierstab in den Urlaub gefahren und es gab nur selbst Gekochtes.

Die Kinderärztin hat eine Schlucktherapie bei einer Logopädin verschrieben. Sie war noch eine längere Zeit vorsichtig. Irgendwann war es kein Thema mehr. Ente hat sie allerdings nie wieder gegessen.

Das Abnahmeproblem hatten wir allerdings nicht. Sie hat gegessen, aber eben nur Breichen. Wir sind aber auch zeitnah zum Arzt gegangen und haben mit der Therapie begonnen.

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Ich weiß nicht wo das Problem ist...

dann püriert es halt erstmal alles..

vielleicht traut er sich dann irgendwann mal stückigere Sachen zu essen...

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