2. Klasse eine 1 in Deutsch, 3. Klasse eine 6 im Diktat...?

In der zweiten Klasse hatte mein Sohn sowohl in Mathe als auch in Deutsch eine 1 im Zeugnis. Letzte Woche brachte er das erste Diktat der 3. Klasse mit: eine 4+. Wir gingen von einem "Ausrutscher" aus und haben uns nix groß dabei gedacht. Bis er heute ein unangekündigtes Wendediktat mitgebracht hat: 93 Wörter, 11 Fehler. Note 6. Er ist am Boden zerstört, weint und sagt, er sei eben "dummm". Dabei machen wir ihm keine Vorwürfe...
Den Text hat er in der Schule zuvor schon Mal abgeschrieben, da mit sogar 17 Fehlern. Wir haben die Wörter geübt, von den falschen hat er bis auf zwei alle richtig geschrieben, dafür andere wieder falsch... Das tut mir so leid für ihn...
Er hat in vielen Wörtern einfach einen Buchstaben vergessen, auch t-Striche und i-Punkte... Was sollen wir da denn üben? Einfach immer wieder anschreiben?! Genauer hinschauen?
Welche Konsequenzen hätte die 6 bei euch? Mir tut er gerade einfach nur leid... In Englisch, Mathe und Sachkunde hat er jeweils eine 1,5 geschrieben...

Hallo,

ich bin selbst Lehrerin und stehe diesen Abschreibtexten eher skeptisch gegenüber. Klar, die Kinder müssen richtig abschreiben können - und das sollte auch geübt werden. Aber diese Dinger benoten? Puh. Als Teil einer Lernzielkontrolle, wenn mehrere Dinge abgefragt werden - okay. Aber nicht in dem Umfang, dass der Text einen ganzen Test füllt.
Meines Erachtens sagt es wenig über die Rechtschreibleistung eines Kindes aus, wenn es einen Text richtig abschreiben kann. Nicht "gar nichts", aber wenig.

So manch ein guter Rechtschreiber kann den Text besser zu Papier bringen, wenn er ihn diktiert bekommt. So manch ein LRSler blüht hingegen bei Abschreibtexten auf - weil er die Wörter "abmalen" kann.

Vielleicht übt ihr eine Weile lang kleinere Texte und steigert euch langsam. Wenn dein Sohn sich so geärgert hat, gewinnt er durch die Übung hoffentlich wieder Sicherheit und auch Selbstvertrauen - wenn er eigene Erfolge sieht.
Ich würde das aber nicht übertreiben. Am Wochenende mal hinsetzen oder unter der Woche, wenn Zeit ist. Ich hoffe, das hilft deinem Kind.

LG

Da kann ich mich nur anschließen
Wendediktate/ Abschreibtexte sind vor allem eine Konzentrationsaufgabe.

Übe mit ihm Abschreibstrstegien, dann funktioniert es bestimmt besser.

Lg Basket

Eine Lerntherapeutin hat mir mal erklärt, daß diese Abschreibdiktate keineswegs nur eine Konzentrationsübung sind, sondern mit ihnen auch eine wesentliche Fähigkeit guter Rechtschreiber trainiert wird: Das geistige Abfotografieren von Wörtern.
Zum einen kann man hören, wie Wörter geschrieben werden, zum anderen kann man sehen, ob ein Wort falsch geschrieben ist. Und wenn das Abfotografieren gelingt, lernt man beim Lesen - ganz nebenbei - Rechtschreibung.
Die Lerntherapeutin hat den Kindern zum Training kurz Wörter gezeigt, die Ansage gemacht 'Foto machen' und dann mussten die Kinder das Wort mit Buchstabenplättchen nachlegen. Bei meinem Grossen hat das echt Wunder bewirkt.

Grüsse
BiDi

Das wird dabei trainiert. Aber benotet unter Zeitdruck ergibt diese Aufgabe m.E. wenig Sinn.

Ich gehe nicht davon aus, daß diese Art des Diktats bei der Arbeit zum ersten Mal gemacht wurde. Trainiert wurde das vermutlich schon vorher.

Grüsse
BiDi

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Hallo,

2 meiner Kinder waren in der Grundschule sehr gut in Deutsch, 1 hatte Probleme. Die 2 leistungsstarken, die eigentlich die Rechtschreibung top beherrschten, konnten nie fehlerfrei anschreiben und versauten sich dadurch grundsätzlich die 1 am Zeugnis. Dem leistungsschwachen rettete das jedesmal die Deutschnote. Hier war es auch eine reine Konzentrationssache. Während die beiden "Guten" sich husch husch das Wort anschauten und schnell hinschrieben, schaute der "schlechtere" genauer und konzentrierte sich besser als er es hin schrieb. Mir geht es beim Abtippen von Texten heute oft noch so. Tippe ich blind, ohne Überlegung schnell, habe ich öfters mal einen Buchstaben vergessen. Bei schwierigen Fachbegriffen passiert mir das nie. Wenn es unbekannte Worte sind, denke ich einfach mehr nach und konzentriere mich auf die Rechtschreibung. Was bei meinen Kindern geholfen hat, war, mit ihnen zu üben, wie man Korrektur liest. So konnten sie beim nochmaligen Durchlesen die Fehler finden. Ich habe Texte geschrieben und bewusst kleine Fehler eingebaut und sie diese finden lassen. Da das Anschreiben Zuhause funktionierte, hab ich die Fehlertexte geschrieben. Dieses Training zum Korrekturlesen war unheimlich hilfreich, auch für andere Fächer.

LG
Lotta

Hallo,

ich machte diw gleiche Erfahrung wie Lotta. Mein Sohn hat sonst nur 1er in Deutsch. Letzte Klassenarbeit auch 1.

Was meinst kam in Wendediktat ? Eine 4.#augen

Ich habe es abgehakt.

Fertig.

#winke

Hallo,

unser Sohn (9) war in Abschreibeübungen immer viel schlechter als in Diktaten. #kratz
Ich vermute, der Punkt bei ihm war, dass er bei Abschreiben geträumt hat und beim Diktat konzentriert war.

Grundsätzlich sind die Fehler, die Du beschreibst, ein Konzentrationsproblem.

Ich würde bei allem, was Dein Sohn schreibt, darauf achten, ob er Buchstaben, Striche oder Punkte vergessen hat.
Unser Sohn hat ebenfalls solche Schusselphasen, und ich hatte die in der Grundschule auch.
Irgendwann nervt es die Kinder, dass sie die Texte immer nochmal verbessern müssen, und sie achten wieder besser selbst darauf.
Diktate üben ist nie verkehrt.
Abschreiben haben wir mit unserem Sohn nicht geübt, aber machen, kann man das natürlich, wenn es anders nicht besser wird.

"Welche Konsequenzen hätte die 6 bei euch? "

Keine. Das war ja kein böser Wille, oder weil Dein Sohn nicht üben wollte.
Ich glaube, der fühlt sich durch die 6 schon gestraft genug.

LG

Heike

Bei Diktat bzw allgemein bei Rechtschreibung ist die Erwartung bei uns in der 3. Klasse wirklich gestiegen.

Ich habe letzte Woche mit meinen Kind als Prüfungsvorbereitung ein Diktat gemacht mit allen Lernwörter. Hat sich anscheinend ausgezahlt die 15 Min üben, da er ein 1 hatte. Er hatte nur 3 Fehler, wenn ich mich recht erinnere, aber es war eine knappe 1.

Ich kann daher nur empfehlen, Diktat zu Hause zu üben. Vor allem die Lernwörter. Ansonsten lesen hilft natürlich viel.

Das Kind muss sich dran gewöhnen, vor der Abgabe nochmal ganz genau die Prüfung zu kontrollieren: er soll schematisch nachschauen 1) sind alle t mit strich? 2) sind alle i mit Punkt 4) alle Anfangsbuchstaben in Satz groß geschrieben? 5) alle Substantiven Groß geschrieben 6) Lernwörter korrekt usw. am besten keine lange Korrekturliste, nur 1-3 Sachen, wo er öfters Fehler macht. Bei uns hat die Lehrerin gesagt, dass sie ein Schwerpunkt drauf legt, dass die Kinder selber die Hausaufgaben und die Prüfungen vor Abgabe nochmal korrigieren/drüber schauen.

Konsequenz gar keine, ich würde da eher trösten .
Und dem Kind erklären das es Sicherlich nicht dumm ist, sondern das es halt Sachen gibt die einem gut liegen und andere Sachen die einem halt nicht liegen, alles kein Drama.

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