Kind wird wegen mangelnden Deutschkenntnissen zurückgestellt

Hallo, entschuldigt bitte, dass ich gleich so mit der Tür ins Haus falle, aber ich bin ein wenig verärgert. Also, es geht um eine befreundete Familie. Sie sind vor knapp 2 Jahren aus dem Ausland hierhergezogen. Der ältere Sohn kam dann gleich hier in unsere Schule, fast ohne Deutschkenntnisse. Die Eltern wollten das gar nicht so gern und hätten gerne einen Vorkurs für ihn gehabt. Aber es hat funktioniert. Für den kleineren Sohn haben sie einige Monate (fast 4 Monate) keinen Platz im Kindergarten gefunden, dann ging er hier knapp 5 Monate, dann haben sie eine Wohnung gekauft, sind in einen Vorort gezogen, dort dasselbe Spiel wieder, Kindergarten erst im neuen Kindergarten Jahr möglich. Nun geht er seit Anfang Oktober in den Kiga, auch in die Schule Vorkurs Deutsch. Nun, bei der Schulanmeldung hieß es "zurückgestellt wegen mangelnden Deutschkenntnissen". Er spricht schon Deutsch, aber halt nicht perfekt und etwas schüchtern ist er auch. Trotzdem denke ich mir da "häh"? Der große Bruder würde nahezu ohne Deutschkenntnisse in die Klasse gesetzt, obwohl die Eltern das das gar nicht so toll fanden. Letztes Jahr kamen in unsere Klasse 2 Kinder aus Flüchtlingsfamilien in unsere Klasse, auch komplett ohne Deutschkenntnisse. Und hier nun plötzlich der große Aufstand wegen mangelnder Deutschkenntnisse? Wir finden es alle total ungünstig, das Kind ist knapp nach dem Stichtag geboren und wird dann fast 8 sein, wenn er in die Schule kommt. Kann man dagegen Widerspruch einlegen, oder so (Bayern) ?

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Hallo,
der ältere Sohn musste wohl aufgrund des Alters schlicht und ergreifend zur Schule gehen. Hier ist immerhin ab einem gewissen Alter Schulpflicht.
Und ich finde nicht, dass man da bei dem Kleinen einen großen Aufstand wegen mangelnder Deutschkenntnisse macht. Wie will das Kind denn dem Unterricht folgen?
Mein Sohn, 4. Klasse, hat immer wieder Flüchtlingskinder in der Klasse gehabt, die kaum bis gar kein Deutsch sprachen. Das ist für alle Beteiligten eine Katastrophe. Aktuell hat er seit 2 Jahren einen Jungen in der Klasse, der noch in den Büchern der 1. Klasse arbeitet. Was mit ihm jetzt passieren soll, steht noch in den Sternen. Er spricht kaum deutsch, die Eltern und sein kleiner Bruder auch nicht. Und das, obwohl sie auch seit 2 Jahren hier sind und sicherlich Zeit gehabt hätten, Deutschkurse zu belegen.
Auch Deine befreundete Familie hatte jetzt 2 Jahre Zeit, Deutsch zu lernen, so dass das Kind regulär eingeschult werden könnte. Sie sollen doch froh sein, dass dem Jungen jetzt noch ein Jahr Zeit gegeben wird, die deutsche Sprache zumindest zu verbessern. Ohne Deutschkenntnisse wird er in der Schule untergehen.
LG
Elsa01

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Naja, er kann ja nicht gar kein Deutsch. Nur angeblich nicht ausreichend. Und mir fehlt dahinter einfach die Logik, wenn einerseits Kinder ohne Deutschkenntnisse einfach in Klassen gesetzt werden und andererseits ein Kind mit okayen, aber nicht perfekten Deutschkenntnissen zurückgestellt wird, obwohl es deshalb dann bei Einschulung in wenigen Tagen 8 wird. Die Eltern machen auch Deutschkurse und sprechen auch schon ganz gut, aber Umgangssprachen daheim sind halt Englisch und Malayalam. Da beide in einer internationalen Firma arbeiten, wird dort auch kein Deutsch gesprochen. Und wenn das mit den Kiga Plätzen besser gelaufen wäre, würde der Bub sicher schon besser Deutsch sprechen. Ich verstehe wie gesagt, da die Logik hinter einfach nicht.

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Die Eltern hätten die Möglichkeit gehabt einen Deutschkurs zu finden für ihn. Wenn beide berufstätig sind sollte dafür Geld vorhanden sein. Oder eben einen privaten Deutschlehrer....

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Das ist doch super, dass das kleine Kind nun ein Jahr (noch ein Jahr - es ist schon 2 Jahre hier und hätte es können sollen) mehr Zeit hat deutsch zu sprechen. Für ihn viel einfacher - und für den Rest der Klasse auch. Er weiß doch nicht wie der Hase in der Schule läuft, was ja nun mit ein Grund ist, dass er deutsch können sollte.

Nein, es ist nicht der Kindergarten oder sonst wer schuld.

Das große Kind war schon ein Schulkind, wenn ich das richtig lese. Und vor allem ist er schulpflichtig. Für ihn war das so sicher nicht toll - wie für die Mitschüler. Genau das wird dem Kleinen so erspart, WENN das Jahr für die Sprache genutzt wird! Da scheint aber kein großes Interesse dran zu sein, sonst hätte die Familie schon was unternommen. Die Schuld wo anders zu suchen ist am einfachsten.

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Siehe mein Beitrag oben, alle sprechen Deutsch, auch der Kleine, nur halt nicht superperfekt. Und er ist bereits fast 7. Dann fast 8. Und in die Klasse meiner Kinder wurden in allen Klassen immer wieder mal Kinder aus der Nähen Flüchtlingsumterkunft einfach so gesetzt, vollkommen ohne Deutschkenntnissen. Wo ist denn da die Logik? Wie gesagt, er kann ja Deutsch. Nur halt nicht perfekt.

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Völlig Wurscht, was bei anderen gemacht wurde. Wesentlich sinniger ist, erstmal viel besser deutsch zu lernen. Wo ist denn das Problem? Es soll doch nur helfen und es dem Kind vereinfachen?

Ich kenne nur „ältere Kinder“, die ohne Deutschkenntnisse in die Schulen kommen. Nicht schön, aber logisch! Kinder die in die erste Klasse kommen, machen sie hier an unserer Schule zweimal,... Oder werden so wie „dein“ Kind später eingeschult.

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Das sind zwei unterschiedliche Situationen. Das ältere Kind ist schulpflichtig und muss daher beschult werden. Ich gehe davon aus, dass er in einer sogenannten übergangsklasse ist, diese Klassen wurden extra für Kinder, deren Muttersprache nicht deutsch ist, eingeführt. Der Junge erhält dort spezielle Förderung. . Beim jüngeren Kind gibt es die Möglichkeit der Zurückstellung. Ich würde mich an stelle der Eltern darüber sicher nichr aufregen, im Gegenteil. Es ist doch für das Kind nur von Vorteil, wenn es noch länger gefördert wird. Ums alter würde ich mir auch keine Sorgen machen, erst recht nicht bei einem jungen!

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Nein, der Ältere kam von Anfang an in eine ganz normale Grundschule. Übergangsklasse hätten die Eltern gerne gehabt, er kam aber einfach in die 1. Klasse einer normalen Grundschule. Mit viel schlechteren Deutschkenntnissen als sein kleiner Bruder.

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Hallo.
Ich würde die Chance nutzen und dem Jungen das Jahr gönnen. Die Kinder müssen sich den Stress früh genug antun und obendrein kann er seine Deutschkenntnisse noch verbessern. Natürlich wäre es für den großen auch schön gewesen, wenn er die Möglichkeit auch gehabt hätte, dennoch muss man es doch den zweiten deshalb nicht verbauen. Es ist halt schwierig, wenn sie mit Beginn der Schulpflicht nach Deutschland ziehen. Die hatten keinen Kitaplatz und es gibt keine „speziellen“ Klassen für Kinder nichtdeutscher Herkunft, also keine gute Voraussetzung die deutsche Sprache vor Beginn der Schulzeit zu lernen. Und dann bleibt hat nur die Möglichkeit ihn ins kalte Wasser zu schmeißen, auch wenn es nicht schön ist. Deshalb muss man es dem kleinen doch nicht schwerer machen. Er geht in die Kita und kann somit optimal gefördert werden. Seht es positiv und freut euch und wenn nicht, dann wendet euch doch ans Schulamt.

Liebe Grüße

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"Kann man dagegen Widerspruch einlegen, oder so (Bayern) ? "

Würdest du dich denn als gut befreundete Muttersprachlerin und mit der Meinung, dass die Rückstellung ein großer Aufstand ist bereiterklären, dieses Kind und die ganze Familie bei all den sprachlichen Schwierigkeiten, die in den kommenden Jahren auf sie zukommen, zu unterstützen?

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Wir unterstützen sie ja bereits. Der Große spricht mittlerweile bereits perfekt, hatte jetzt im Zwischenzeugnis eine 1 in Deutsch. Der Jüngere spricht auch, aber eben nicht perfekt. Nur kann ich die Vorteile für ihn nicht sehen. Nur den Nachteil, dass er dann als fast 8-Jähriger mit lauter 5 und 6Jährigen Kindern in der Vorschule ist.

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Ist das wirklich so ? Ich komme auch aus Bayern. Bei uns besuchen zurueckgestellte Kinder den Schulkindergarten, also nicht die Vorschule, d.h. in der Gruppe sind keine 5 jaehrigen.

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Spontan würde ich den Kindergarten fragen.

Erst Kindergarten und dann Schule.

Diese sind zwar nicht direkt zuständig, aber können manchmal Tipps geben.
Erfahrungen mit der Schule
Einschätzungen des Kindes (würden sie ein Jahr länger sinnvoll halten oder eher nicht)
Wenn Widerspruch würde ich ohnehin Kindergarten etc. mit einbeziehen. Deren Einschätzungen.

Bei Schule ähnlich: hat die Schule noch einen Platz frei.
Manche nehmen bspw. Kann-Kinder mit Handkuss, weil sie Klassen voll bekommen wollen, andere gar nicht. In eurem Fall umgekehrt: manche sind für Rückstellung, weil es in dem Schuljahr schwierig wird mit mehr Schülern oder unterstützen eine Nicht-Rückstellung wegen Plätzen.

Andere sehen es individuell und sind froh, wenn die Kids "besser vorbereitet" kommen. Andere wiederum nehmen lieber "ungeschliffene" frühere....


Fragt mal beim Kindergarten. Diese haben meist Erfahrungen mit der zuständigen Grundschule und deren Einstellungen. Dann mit der Schule, ob überhaupt Plätze frei sind.
Auch ob sich diese beiden Stellen einsetzen würden beim Unterstützen beim Widerspruch oder ob sie sagen: auf keinen Fall. So wie es ist, so sollte es auch sein.


Wie gut sind die Deutschkenntnisse wirklich?
Welche Anforderungen wurden bei der Untersuchung gestellt?
Im Kindergarten meines Kindes konnten manche Kinder mit inländischem Hintergrund schlechter sprechen, als mit Migrationshintergrund und erst frisch gelernt. Zur Schule kamen sie trotzdem alle.

Überfordern sollte man ein Kind natürlich nicht und es gut, wenn hingesehen wird, was ein Kind braucht.
Nur ist es schwierig, wenn dies pauschal geschieht und eben doch nicht individuell.

Ist das Kind denn sonst auch schon schulreif?
Verhalten, Interessen, Konzentration
Wurden "nur" die Sprachkenntnisse bemängelt oder gab es noch andere Merkmale?


Wie wäre die Einschätzung, wenn er bei gleicher Entwicklung/Sprachstand hier geboren und aufgewachsen wäre? (wie geschrieben, im Kindergarten meines Kindes gab es Kinder, die schlechter sprachen, "obwohl" hier geboren - oder auch weil hier geboren und aufgewachsen wurde es hingenommen und gedacht, das gibt sich noch).

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Der Kindergarten hielt ihn für schulreif. Laut der Mutter wurden nur die Deutschkenntnisse bemängelt. Sie meinte, es gäbe wohl sehr viele Anmeldungen dort dieses Jahr, vielleicht deshalb? Die Entscheidung hat der Direx der Grundschule getroffen.

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P. S. Meine Freundin hat gefragt, was genau schlecht lief und laut ihr hätte der Direx gemeint der Bub hätte gesagt, als es um einen Hund und eine Kiste ging "Der Hund ist hinter das Box", "Der Hund ist vor das Box" etc. Er hätte aber Kiste verwenden sollen und der Artikel war auch noch falsch. Und außerdem hätte er statt "ist" das Verb "sitzt" verwenden sollen.

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Ich verstehe deinen Ärger... meine Tochter hat letztes Jahr 5 Flüchtlingskinder in die Klasse bekommen... die haben mit Sprachförderung und schule in dem Jahr sehr gut aufgeholt.. es ist Wahsin was die geschafft haben..

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es war 2te klasse und sind jetzt in der 3ten

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Du verwechselst Schulpflicht bereits beschulter Kinder und Kinder, die eben mit 6 zurückgestellt werden.
Wenn einer 7 oder 8 ist, dann gibt es keine Wahl.

Ich finde, Du solltest nicht empört sein, sondern Dich darüber freuen, dass der Junge wenigstens eine Chance hat, hier erstmal im Kiga deutsch zu lernen, bevor er in der ersten Klasse untergeht...
Bei uns wurden die "Förderklassen" abgeschafft. Dort kamen bisher diese Kinder hin. -- Jetzt wird eben zurückgestellt oder wenn es vertretbar ist, in die 1. Klasse geschickt. -- Find ich jetzt kein Fehler....

Man kann keine bereits schulpflichtigen Kinder (auch wenn sie NULL deutschkenntnisse haben) einfach so mit Kindergartenkindern im Einschulungsalter gleichsetzen...

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Er ist im Prinzip schulpflichtig. Er wird nur 2 Tage nach dem Stichtag bereits 7...

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Wann hat er genau Geburtstag? 2.10. ? Durch den Einschulungskorridor ist das ja jetzt etwas anders. Hier hiess es dass aufgrund des Einschulungskorridors dieses Jahr doch sehr viel Vorschulkinder als sonst nicht zur Schule gehen.

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Vielleicht ist da ja noch mehr dahinter. Keine ausreichenden Deitschkenntnisse als Zeichen für Lernschwierigkeiten?

Ich wundere mich immer, wie lange manche Kinder brauchen, um Deutsch zu lernen...

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Aber wenn dem so wäre, wäre doch ein sonderpädaogischer Förderbedarf festgestellt worden und nicht nur einfach zurückgestellt?Ich hab mich jetzt mal so durchs Netz gelesen und es scheint sehr unüblich zu sein, trotz Förderkurs Vorschulkurs Deutsch nochmal zurückzustellen.

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