ADHS- Zusammenhang mit Stillen?

Entschuldigung,

ich hoffe, ich bin hier überhaupt richtig. Ich habe gerade im Internet gelesen (israelische Studie, 2013), dass gestillte Kinder deutlich seltener ein ADHS entwickeln würden.

Ich dachte bis jetzt immer, ADHS wäre angeboren und könnte höchstens durch Umweltfaktoren beeinflusst werden, nicht aber entstehen.

Könnt ihr mir was dazu sagen? (Ich bin keine radikale Stillbefürworterin, sondern die Frage interssiert mich wirklich. Ich habe auch absoluten Respekt vor betroffenen Eltern.)

Vielen Dank und viele Grüße

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Hi,

ADHS entsteht durch mehrere Faktoren! Stillen fördert die Mutter-Kind-bindung und bei ADHS Ist oft die Mutter-Kind-Bindung gestört. so würde ich das mit dem stillen in Zusammenhang bringen.

Aber es gibt soooo viele Faktoren.... ein Faktor für ADHS langt nicht :-)

Maren

1

Hallo
Kauf Dir das Buch Epidemiologie für Dummies, lies es und stell fest, dass einzelne Studien so einen Zusammenhang wohl nie werden beweisen können.
Einen schönen Abend
Paula

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Hallo,
ich kenne diese Studie nicht, will sie auch garnicht kennenlernen. Ich weiß nur eines: In der heutigen Welt der medizinischen Forschung ändern sich fast täglich die Erkenntnisse. Das, was gestern noch galt, ist heute schon überholt und schon lange nicht mehr so aber vielleicht gilt es dann morgen wieder.
Kein Mensch weiß genau, woher diese Erkrankungen kommen. Ja, man streitet doch sogar darum, ob es sich um eine Behinderung handelt oder nicht. Bei Autismus z.B. hatte man lange Zeit abgestritten, dass es sich überhaupt um eine Behinderung handelt (war ein Erziehungsfehler), dann hat man das Ganze als angeborene Behinderung akzeptiert - ein genetischer Defekt. Heute weiß man, dass es auch Autisten gibt, die diese Behinderung erworben haben.

Und wegen dem Stillen: ich denke prinzipiell, dass das, was die Natur uns vorgibt, das optimalste ist. Nichts ist besser für ein Neugeborenes als Muttermilch. Nur in Ausnahmefällen sollte eigentlich dauerhaft zur Pulvermilch gegriffen werden.

3

Da muss ich herzlich lachen. #rofl Meinen Sohn habe ich ganze 9 Monate gestillt, davon 6 voll und er war die Hyperaktivität in Person (heute nicht mehr, hat auch keine ADHS Diagnose). Meine Tochter habe ich nur 4 Monate gestillt und sie ist ein sehr ruhiges Mädchen.

Nee, die Studie ist was für den Müll.

4

Vor einiger Zeit hatte Br3 im Radio eine aktuelle Sendung zum Thema "Familienbett" im Zusammenhang mit ADS/AHDS.....sehr gute Interviews und auch mal Anregungen zum Nachdenken.

Lisa

5

Hallo,

gleich vorweg - ich bin eine "radikale Stillbefürworterin".

Aber keine Erkrankung entsteht nur durch einen Faktor.

Durch die Studien können immer nur Einzelfaktoren unersucht werden. Dann erkennt man, dass in betsimmten Subgruppen die Erkrankung häufiger oder weniger häufig Auftritt. Niemand wird in der Studie geschrieben haben, dass durch Nichtstillen ADHS "entsteht"!

Nicht jedes Kind, das auf dem Bauch schläft stirbt an plötzlichem Kindstod etc.

LG Andrea

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Hallo,

in der Sache gebe ich Dir recht. Aber Du wolltest schreiben, dass eine Krankheit NIE nur durch einen Faktor entsteht, richtig?

Viele Grüße!

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Hallo "lagefrau78",

Ich schrieb "keine Erkrankung entsteht durch nur einen Faktor". Was unterscheidet dies von der Aussage

"dass eine Krankheit NIE nur durch einen Faktor entsteht"?
Liebe Grüße Andrea

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7

Und wieder einmal werden nicht stillende Mütter an den Pranger gestellt ...

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wo?

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Was "wo"? #kratz

Mit diesem Post,
bzw. dieser angeblichen Studie #augen

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bei der Art deiner Fragestellung war klar, dass sich da heftiger Gegenwind bilden wird :-)

- ich denke, es gilt grundsätztlich zu unterscheiden: warum wurde nicht gestillt: nicht können vs. nicht wollen.

Vermutung: wenn dann geht es tendentiell eher um nicht wollen.

Grundsatz: Nicht stillen wird sicher ein ganz klein wenig die Mutter-Kind-Bindung stören. Das wird grundsätzlich aber nicht unbedingt ein Problem sein, solange es sich eher um ein nicht können als um ein nicht wollen handelt. Nicht könnende Mütter werden (weil auch ihnen die Nähe fehlt) immer nach einem Ausgleich suchen, so dass dort durch den Ausgleich die Mutter-Kind-Bindung sogar stärker werden kann, als wenn sie stillen würden.

Nicht wollen ist was anderes (beinhaltet ein kleines Stück Ablehung)

Ich weiß nicht, ob die Studie noch mehr untersucht hat.

Könnte mir aber vorstellen, dass es - wenn es um Mutter-Kind-Bindung und Urvertrauen geht evtl auch noch um andere Dinge gehen könnte wie auf Wunsch der Mutter geplanten Kaiserschnitt, .......

Wenn ich jetzt noch mehr schreibe, kommen bestimmt Steine geflogen ;-) daher laß ich es mal lieber.
Weil alles was nicht angeboren ist und in jungen Jahren entsteht, ist letztendlich auch ein Stück auf die Umwelt und damit sehr auf die Eltern und sehr speziell auf die Mutter bezogen.
Und ich denke, das ist ein seeeehr sensibler Bereich.
Die Mütter dieser Kinder leiden sicher auch sehr und Vorwürfe helfen da auch nicht weiter (vielleicht aber präventiv für Kinder, die noch nicht geboren sind).

Es ist aber sicher so, dass je normaler und natürlicher Schwangerschaft, Geburt und Baby- und Kleinkindalter verlaufen, um so wahrscheinlicher sollte auch die Entwicklung des Kindes normal verlaufen.

Meine Tochter ist im übrigen auch sehr lebhaft.
Ich habe gestillt, lange. Sie wa im Familienbett, lange. Ich hab sie getragen, auch lange. Und: Totzdem ist sie kein ruhiges Mädchen.

Wer weiß, vielleicht wäre sie ruhiger wenn.......

Aber eines ist auch klar: ich erkenne mich sehr stark in ihren Vaerhaltensweisen wieder. Ich bin auch hippelig, unruhig, selten still, häufig unkonzentriert.

Insofern stellt sich mir auch die Frage: ist es nicht vielleicht doch auch eine Frage der Gene?

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Ich hatte einen geplanten Kaiserschnitt (aus medizinischen Gründen) ...
konnte, wollte aber nicht länger als zwei Monate stillen ...

A B E R ...

deshalb habe ich meine Tochter noch nicht eine Minute ihres Lebens abgelehnt.
Wir haben ein sehr inniges, liebevolles Verhältnis

U N D ...

- sie schläft durch seit sie 10 Wochen alt ist
- schläft in ihrem eigenen Zimmer seit sie 6 Monate alt ist
- ist selten bis gar nicht krank (hatte in der ersten und bis jetzt in der zweiten Klasse keinen Fehltag)
- hat kein ADS oder ADHS
- arbeitet konzetriert und ruhig

Studien werden mit einer kleinen Anzahl von Personen gemacht und das soll dann für die ganze Menschheit gelten #kratz

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Ein sehr schöner Post und ja, eine ADS/ADHS-Erkrankung kann genetisch begünstigt sein, muss sie aber nicht. Es gibt viele Faktoren, die eine Rolle spielen.

Auch ich erkenne in meiner Tochter viel von mir - obwohl sie adoptiert ist. Epigenetik spielt gerade bei von Geburt an aufgenommenen Kindern eine große Rolle. Ein grundsätzliches Temperament und Äußerlichkeiten sind genetisch mitgegeben, klar. Wie eine Familie sich entwickelt und Beziehung miteinander lebt, steht noch mal auf einem anderen Blatt.

Aber du hast vollkommen recht: je "normaler" die Ss, Geburt und frühe Kindheit verläuft, desto wahrscheinlicher ist der "normale" Entwicklungsverlauf.

Was ich mich manchmal frage zum Thema Stillen: wenn man nicht stillen kann und einem die Nähe fehlt, warum legt man sein Kind nicht trotzdem an? Für mich (uns) war das eine wunderschöne Möglichkeit Bindung zu intensivieren.

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Hallo,

es ist schwierig, so etwas einzuschätzen, wenn man die Grundlagen einer Studie nicht kennt.

Meine Schwägerin hat zwei Söhne, einer wurde nicht gestillt, weil es nicht geklappt hat, der zweite wurde sehr lange gestillt.

Es sind ausgesprochen ruhige Kinder respektive Erwachsene.

Meine Schwester hat 3 Kinder, alle nicht gestillt, weil sie nicht stillen durfte. Der Älteste war ein Rabauke, inzwischen erwachsen und ein richtig ruhiger.

Die Töchter sind so ein Mittelding.

Meine Tochter wurde fast 5 Jahre lang gestillt, ein Schreikind, dem mit etwa 3 Jahren auch ADHS unterstellt wurde.

Sie ist aber ein normales, fröhliches und aufgewecktes Kind, das nur leider an Hashimoto leidet, was manchmal Symptome ausbildet, die auf ADHS schließen lassen können.

GLG