Müßen Erstklässler Blut aufwischen?

Hallo,

in der Sportstunde bei meiner Tochter in der Schule bekam ein Kind starke Nasenbluten.
Die Lehrerin hat dann gesagt:" Geh mal schnell ins Bad!" Durch die ganze Turnhalle tropfte ihr das Blut auf den Boden.
Dann sollten die anderen Kinder das Blut aufwischen wobei sich ein paar Kinder tüchtig geekelt haben. Einige haben es dann aufgewischt mit Papierhandtüchern.

Glaubt mir, so richtig gerne hat hat das kein Kind gemacht.

Ich war etwas erschrocken, denn ich finde nicht dass es Aufgabe der Kinder ist das Blut eines Mitschülers aufzuwischen, zumal das Kind durch einen Sturz geblutet hatte und nicht etwa durch einen Hieb auf die Nase.

Übertreib ich oder ist es normal? Danach wurden die Kinder nicht mal zum Händewaschen geschickt und durch den Schreck dachte anscheinend auch keines der Kinder daran.

Mona

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Meines Erachtens ist das die Aufgabe des Lehrers und nicht die der Kinder. Blut sollte außerdem nur mit Schutzhandschuhen und Tüchern aufgewischt werden, da immer die Gefahr bestehen KANN, dass ein Kind etwas Ansteckendes hat.

Eigentlich unmöglich, wenn dass wirklich so war, wie du schreibst... :-(

VG, bonbon

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geht gar nicht! Bei Blut gibt es IMMER eine Infektionsgefahr.

Ersthelfer sollen nicht aus Spaß Handschuhe tragen..
Mit DER Lehrerin würde ich Montag ein ganz ganz ernstes Wort reden.

LG

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Da musst Du dringend mit der Schulleitung und dem Gesundheitsamt reden!

Es gibt auch in Deutschland Kinder mit HIV! Ich habe lange in einer HIV-Schwerpunktpraxis gearbeitet und kann nur aus Erfahrung sagen, dass man NIEMANDEM seine Infektion ansieht!

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Hallo,

wenn Du so bewandert in dem Thema bist müsstest Du doch eigentlich wissen,dass die Gefahr sich bei sowas mit HIV anzustecken=0 ist ....
Sobald das Blut mit Sauerstoff(also an die Lust kommt)ist es quasi unmöglich sich damit anzustecken......Deshalb ist es auch Schwachsinn,das man sich bei einem Kuss mit einem HIV Infizierten anstecken kann,wenn man eine offeneWunde im7am Mund hat.....

Habe ich damals in der Schule in einer Aids/HIV Beratungststelle gelernt!!!!!

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Da bist Du aber leider nicht optimal informiert:
Entscheidend ist immer auch die Viruslast. Ein gut eingestellter HIV-Infizierter kann eine minimale Viruslast aufweisen, bei der sogar eine Ansteckung per Geschlechtsverkehr unwahrscheinlich ist. Ein Patient mit hoher Viruslast kann dagegen schon "gefährlicher" sein.

Im Speichel eines Infizierten findet sich immer ein Teil der Viruslast. Ungefährlich ist das nicht immer! Dazu kommen auch die "Techniken" beim Küssen. Ein Feuchtküsser ist gefährlicher als ein "Trockenküsser".

Entscheidend ist immer, wieviel Viruslast vom Körper aufgenommen wird und wie lange die Viruslast am/im Körper verbleibt.

Eine Frau steckt sich bei "normalem" Geschlechtsverkehr leichter an als ein Mann, da die Vagina die volle Viruslast (Sperma) aufnimmt und für mindestens einige Minuten im Körper behält.
Der Mann dagegen zieht sein gutes Stück raus und ist sofort wieder ohne Kontakt zur Viruslast.

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Das darf gar nicht sein. Ich würde mich bei der Schulleitung beschweren! Am besten mit anderen Eltern zusammen!

LG
similia

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Hallo

Das geht ja mal gar nicht #aerger

Zum Einen sollte man bei Blut immer Aidshandschuhe tragen und zum Zweiten ist es die Aufgabe der Lehrerin.

Ich würde mir die Geschichte noch einmal aus Sicht der Lehrerin anhören und ihr sagen dass du es weiter geben wirst.

Weist du wie viele Kinder Macken an den Fingern haben und wie schnell da ein Tropfen Blut zum Verhängnis werden könnte...

Ich würde das auf jeden Fall melden.

LG Kerstin

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Boa, das geht ja nun mal gar nicht!!!!! Meiner Meinung nach ist das weder die Aufgabe der Kids noch die des Lehrers (eben wegen der Ansteckungsgefahr). Woher soll die Lehrerin denn so schnell an Handschuhe kommen, die anderen Kids dann beuafsichtigen.....? Ich glaub, ich hätte das dem Hausmeister gesagt und der Lehrkraft, die nach mir in der Sporthalle ist. WENN ein Kind das aufputzen sollte, dann das Kind mit dem Nasenbluten.........

Red doch mal mit der Lehrerin- bin schon gespannt, was sie sagen wird.

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Danke für Eure Meinungen.

Ich gehöre nicht zu den Müttern die gleich mit drohendem Zeigefinger losrennen und sich beschweren. Wohl aber werde ich das einmal ansprechen und nachfragen aus welchem Grund sie das die Kinder machen lies und sie anschließend auf die Infektionsgefahr hinweisen.

Sie ist die beliebteste Lehrerin der Schule und echt ok. Wer weiß, vielleicht war sie selber so erschrocken.

Aber ich denke auch dass es sich nicht wiederholen darf und bin nun durch Euch in meiner Meinung bestärkt.

Lieben Dank nochmal

Mona

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Hallo Mona

Tja, das ist so eine Sache: Als Lehrperson bist du alleine mit einer Klasse, einem verletzten Kind und einer Blutspur, die sich quer durch die Turnhalle zieht.
Was ist das wichtigste? Richtig: Sich erst mal um das verletzte Kind kümmern. Da bleibt erst mal keine Zeit zum Bodenwischen. Vielleicht wollte die Lehrerin vermeiden, dass die Kinder in die Blutlachen treten und das ganze über den Turnhallenboden verteilen?

Und für die, die hier von HIV- Übertragungen schreiben: Da braucht es schon eine Menge Blut und eine grosse Wunde an den Händen, damit theoretisch etwas passieren könnte.......

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Hallo,

danke für Deine Meinung.
Ich denke denoch dass es nicht ok ist 6 Jährige aufzufordern Blut wegzumachen.
Soweit ich aus der Zeit im Rettungsdienst weiß reicht schon ein kleiner nicht sichtbarer Haarriss in der Haut aus um HI-Viren aufzunehmen. Und auch das Blut mit dem man sich infiziert muß nicht literweise fließen.

Als ich einmal nach einem schweren Verkehrsunfall als Ersthelfer dastand und nicht nicht gleich Handschuhe in meiner Tasche hatte mußte ich micht nach 6 Wochen testen lassen. Ich war blutverschmiert gewesen und obwohl die Rettungskräfte noch eine Flasche Desinfektionslösung auf die Haut gekippt haben hatte ich ganz schön Bammel in den 6 Wochen#zitter. Ich hatte selber keine sichtbaren Verletzungen, aber das Risiko war eben da.

Ich werde am Montag nochmal freundlich das Gespräch suchen.

Mona

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Hilfe, das ist gruselig. Nicht nur wegen dem Ekel, sondern vor allem wegen der Infektionsgefahr. Ich bin Lehrerin, aber so etwas würde ich NIE von einem Schüler verlangen.
Ich vermute mal die Lehrerin war selber in dem Moment überfordert und hat dadurch nicht richtig reagiert. Wir sind halt alles nur Menschen!
Ich würde es nicht überbewerten und in Ruhe mit der Lehrerin sprechen, wenn es dich beschäftigt. Wenn du ansonsten mit ihr zufrieden bist und ihr vertraust würde ich die Sache auf sich beruhen lassen und ihr zugute halten, dass sie auch mal einen schlechten Tag haben kann. Wenn nicht, würde ich sie behutsam darauf ansprechen und ihr das mit der Infektionsgefahr bewusst machen. Eigentlich müsste sie es selbst wissen, aber vielleicht hat sie einfach nur gedankenlos reagiert und sich nachher selber über sich geärgert.

Aber ich stimme dir zu, es ist nicht in Ordnung, wie sie sich verhalten hat.

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Danke auch Dir. Ja, wir schätzen sie alle sehr aber ich werde es schon ansprechen, behutsam;-).
Schlechter Tag hin oder her, das geht einfach nicht. Meine Tochter spricht noch heute mit Ekel davon zumal es viel Blut war.

Mona

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Hallo Mona,

hm... ich überlege gerade wie ich ausdrücken kann was ich meine... ich hoffe, es kommt so rüber wie ich es meine.

Also: In der Sache hast du vollkommen recht - du und deine Tochter, ihr seid absolut im Recht!
Ich frage mich nur, was du durch das Gespräch mit ihr bewirken möchtest. Wenn ihr - so wie du schreibst - mir der Lehrerin ansonsten zufrieden seid, dann frage ich mich einfach, wer durch das Gespräch profitiert. Möchtest du mit ihr sprechen, weil du befürchtest, dass so etwas sonst noch einmal vorkommt? Wenn ja, dann würde ich sagen, ist ein Gespräch wirklich notwendig.

Wenn du denkst, dass sie in dieser Situation falsch reagiert hat (was tatsächlich auch der Fall ist) und du ihr ansonsten aber zutraust, dass ihr so etwas nicht wieder passiert - dann frage ich mich, was durch das Gespräch dabei herauskommt? Geht es dir besser, weil du das angesprochen hast und du es dadurch innerlich "loswirst"?
Wenn die Lehrerin OK und verantwortungsbewusst ist wird sie selber gemerkt haben dass es nicht in Ordnung war was sie gemacht hat - ich vermute einfach mal, dass sie selber dann schon genug an der Sache herumknabbert.

Mir ist es ganz am Anfang meiner Laufbahn als Lehrerin mal passiert, dass ich mich falsch verhalten hatte - aus Gedankenlosigkeit. Es hatte zum Glück keine Folgen für irgendjemanden, es war auch kein Fall für nachreichende Konsequenzen, es war "harmlos", aber trotzdem pädagogisch nicht richtig. Und doch habe ich mir noch jahrelang deswegen Gedanken gemacht. Die Eltern haben mich damals nicht darauf angesprochen und ich habe selber schon genug darunter gelitten, dass ich in dem Moment so gedankenlos reagiert habe. Ich nehme meinen Beruf und meine Verantwortung sehr, sehr ernst - bin bei meinen Schüler noch viel vorsichtiger als bei meinen eigenen Kindern, weil ich weiß, dass mir Eltern ihre Kinder anvertrauen (müssen) und ich deshalb absolut kein Risiko in irgendeiner Art und Weise eingehe.

Für mich wäre es noch schlimmer gewesen, wenn die Eltern mich damals darauf angesprochen hätten. Ich bin ihnen heute noch dankbar dafür dass sie es einfach stehen lassen konnten - die Situation war schon so gelaufen, ich hätte das nicht mehr zurücknehmen können, das Gespräch hätte nur bewirkt dass ich mich noch viel schlechter gefühlt hätte, ohne dass etwas Positives hätte herauskommen können. Ich weiß dass die Eltern mit mir bis auf diese eine Situation zufrieden waren, und ich denke sie haben mir diese eine Situation verziehen. Wie gesagt, es war nichts Schlimmes, aber pädagogisch ungeschickt.

Was soll die Lehrerin in dem Gespräch antworten? Sie wird sagen, dass es ihr leid tut, dass sie sich falsch verhalten hat - stimmt ja auch. Aber meinst du, dass sie sich nach dem Gespräch besser fühlen wird, oder du? Es geht hier nicht ums Recht haben - es ist ja eindeutig, wer im Recht ist. Es geht auch nicht darum, die Situation zu verbessern - geht nicht mehr, die Situation ist schon so blöd gelaufen, das ist vorbei.

Deshalb vermute ich sehr stark, dass das Gespräch sehr unangenehm sein wird. Emotional wird es zumindest einen Verlierer geben, das wird die Lehrerin sein. sie wird sich - egal wie behutsam du das ansprichst - beschissen fühlen. Sie hat sich falsch verhalten und bekommt das von dir gesagt. Von der Sache her bist du im Recht. Aber was kommt dabei heraus? Fühlt sich jemand hinterher besser, oder kann man die Situation dadurch ändern. Beides Mal: nein.

Tja, das waren einfach mal meine Gedanken zu dem Thema... Vielleicht mach ich mir zu viele Gedanken, und vielleicht besteht ja wirklich die Gefahr, dass die Lehrerin sich in einer ähnlichen Situation noch einmal so verhalten würde - dann würde ich das Gespräch suchen, ohne Frage.

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