Mein Kind die Überhebliche

Hallo,
meine Tochter macht sich in der Klasse und bei ihren Freunden im Moment sehr unbeliebt.
Sie muß den "Großkotz" raushängen lassen.
Wenn jemand etwas nicht kann, dann kommt sie: Ist doch babyeinfach. Leider kann sie es meistens besser. Ist es beim Spielen oder in der Schule. Wenn es aber nicht so läuft, wie sie möchte, dann ist sie die Oberzicke.
Heute z.B.: Meine Freundin war mit ihrem Sohn (7) bei uns zum Spielenachmittag. Er hat ein Spiel mitgebracht (Aktivitätsspiel). Alles war schön. Er hat es gut erklärt und wir haben nett alle zusammen gespielt. Gegen Abend hat sie ein Spiel (Logisches Denkspiel) herausgeholt. Er kannte es nicht und war dementsprechend langsamer. Ihr hättet meine Tochter hören sollen. Es war mir so peinlich. Mir hat der Junge so leid getan. Allerdings im Laufe des Spiels wurde er immer besser. Hat auch mal eine Runde gewonnen. Das hat meine kleine Zicke nicht verkraften können. Der totale Zickenterror.
Sie möchte immer die Beste sein. In der Schule ist sie es auch. Und wehe, ein anderer ist besser als sie.
Sie macht sich mit ihrem Verhalten bestimmt keine Freunde. Habe auch schon mit ihr darüber gesprochen, daß sie den anderen Kindern damit weh tut. Sie versteht es auch, aber wenn die Situation wieder ist, dann ist alles vergessen. Ich habe das Gefühl, sie setzt sich sehr unter Druck. Man kann nicht immer die Beste sein.
Wer kann mir Tips geben.
Ich weiß nicht, ob das wichtig ist: Sie ist auf Hochbegabung getestet worden und war positiv.
Ich Danke Euch.
LG
Karola

Hallo, ich denke die Hochbegabung hat damit nichts zu tun. Es liegt an dir deiner Tochter beizubringen das sie sich mit solch einem Verhalten keine Freunde macht. Wie du das machen sollst weiß ich allerdings auch nicht#hicks. Ich bin nur froh das meine Tochter nicht so ist. Mich nerven so Kinder voll#augen. Schlimmer sind nur noch diejenigen die nix auf der Pfanne haben, aber prahlen als wären sie supergescheit#klatsch. Bei meiner Großen in der Klasse ist ein Mädel, die stellt sich, nach Aussage meiner Tochter, jeden Morgen auf den Stuhl und schreit in der Klasse rum das sie die Beste wäre (stimmt aber nicht). Mit der will meine Tochter schon nix mehr zu tun haben. Und zuhören tut der auch schon lange keiner mehr. Ich denke aber wenn deine Tochter älter wird und eventuell mal von anderen Kids die Meinung gegeigt bekommt, läßt sie solche Sprüche. Könntest sie höchstens mal mit der Videocam filmen und ihr dann zeigen. Ist ihr vielleicht selbst nicht so bewußt wie überheblich sie rüberkommt. Viel Erfolg

LG happy

Hallo Karola,

meine Tochter ist hochbegabt und kein bisschen überheblich.
ICh habe IMMER darauf geachtet, dass sie sich nicht besser fühlt als andere, sie IMMER auf den Boden zurückgeholt.

Es liegt an dir, sie dazu zu erziehen .

LG

Das ist Erziehungssache und hat nichts mit Hochbegabung zu tun.

Ich hätte an deiner Stelle bei dem Spiel mit dem Jungen, mein Kind ein Mal ermahnt. Wenn sie wieder überhebliche bzw. herabsetzende Äußerungen gemacht hätte, die DIR ja sehr unangenehm auffielen, so hätte ich das Spiel für sie beendet und mit dem Jungen und deiner Freundin alleine weiter gespielt.
Auch als Hochbegabte wird sie nicht immer die Beste sein können. Da musst du ihr helfen, sonst wird sie nicht nur in sozialen/emotionaler Intelligenz minderbegabt sein, wenig Freunde haben, sondern auch an ihren eigenen Ansprüchen scheitern.

Mein Sohn ist auch hochbegabt und er fand es ungewöhnlich, dass Kinder nicht mit ihm über das Sonnensystem oder Atome diskutieren wollten in der Kita (er war damals 5). Er hat mich oft gefragt, warum denn Kinder so unwissend und desinteressiert sind und war erstaunt darüber. Bis er gemerkt hat, dass ER anders ist und dass gleichaltrige Kinder tolle Spielkameraden sind, aber keine kompetenten Diskussionspartner über seine Themen. Er (mittlerweile 17) hatte und hat immer viele Freunde, die sozialen Kompetenzen sind uns auch immer sehr wichtig gewesen.

LG
Christina

Hallo Karola!

Es ist bestimmt nicht einfach damit umzugehen als Mutter, weil es eben nicht das ist was man sich für sein Kind wünscht.

Was mir jetzt spontan einfällt, versuche sie für einen Gemeinschaftssport zu begeistern, also etwas wo man nur als Gruppe zum Erfolg kommt!
Die meisten Ballsportarten sind dafür geeignet.
Dort lernt sie dann im Spiel, wie wichtig Teamgeist ist und es auf jeden einzelnen Spieler ankommt und nicht nur auf ihre Leistung.

Oft orientieren sich Kinder auch an dem Verhalten der Eltern, also noch mal ganz kritisch euer Leistungsdenken überprüfen, manchmal ist man sich sein Verhalten nicht bewußt, aber die Kinder spiegeln es dann wieder!

LG Melanie

Macht sie sich wirklich schon unbeliebt?

In einem gewissen Masse erlebe ich hier bei allen Kindern dass sie gerne mal angeben, alles als "Babyleicht" abtun und empfinde das als normal bei Kindern.


Ich greife nur dann ein, wenn draussen ein 10jähriger vor einer 4jährigen angibt und zu ihr sagt: "Babyleicht".

Dann sage ich zu ihm, er soll sich doch mit mir anlegen und nicht mit den Kleineren, wenn er dann noch besser ist, dann kann er stolz auf seine Leistung sein.

Versuche ihr die Verhältnissmäßigkeiten zu erklären, sie kann ja ruhig stolz sein auf ihr Können sein....nur wenn es nicht ihre "Gewichtsklasse" ist, dann beschummelt sie sich selbst.


Und das Verlieren-Können müssen auch alle Kinder erst lernen.
Wie alt ist sie den?


Ich denke es ist auch nicht nur Erziehungssache sondern auch eine Frage des Charakters, dass muß miteinander stimmig sein.

Kesh

Es ist für hochbegabte Kinder schwer, ihren Platz zu finden. Aber es ist lernbar.

Da musst Du eben erziehen. Mit Geduld und Spucke...

Gruß

Manavgat

Ich frage mich auch, ob Du deine Tochter noch während des Spiels in ihre Schranken verwiesen hast?

Wenn nein, hat sie ja auch keinen Grund ihr unsoziales Verhalten zu ändern.

Ganz ehrlich? Ich finde, dass du hier gerade - unter dem Vorwand du würdest dir Sorgen machen - mit deiner intelligenten Tochter ganz schön angibst ("Leider kann sie es meistens besser", "Sie möchte immer die Beste sein. In der Schule ist sie es auch ", "Sie ist auf Hochbegabung getestet worden und war positiv. "). Vielleicht hat sie ihre Überheblichkeit ja von dir?

Sorry, soll sie vielleicht bagatellisieren nur damit es anderen nicht aufstösst?


Es wird sicher Bereiche geben in denen die Tochter nicht besser ist, aber es ist eine blöde Situation wenn jemand wirklich immer besser ist, dann eine drohende Überheblichkeit abzuschwächen.


Wäre das Mädchen die beste Fußballerin, dann hätte niemand Probleme damit.
Den da darf man die Beste sein und wird noch gelobt dafür.

Wenn man kognitiv die Beste ist, dann soll man sich nicht abheben von der Menge, weil man sonst ja nicht sozial ist.

So ein Unfug.

Kesh

Ich weiß nicht, ob das geholfen hätte, aber du hättest ja an ihren Stolz appelieren können, indem du ihr erklärst, dass sie ja das Spiel schon kennt und der Junge noch nicht. Sie ist also im Moment des Erklärens quasi die 'Lehrerin'. Und wenn sie es schlecht erklärt, ist es auch kein Wunder, wenn er es nicht kann. Sie kann ja lernen, dass Geduld und die Fähigkeit, zu lehren ebenso wichtig sind wie Klugheit und die Fähigkeit, zu lernen. Und als der Junge besser wurde, hättest du sie loben können, wie gut sie es ihm beigebracht hat und wie schön es ist, dass sie jetzt ungefähr auf einem Level sind.

Wenn sie immer die Beste ist, dann ist es schon verständlich, dass es ihr schwerfällt, mal nicht zu gewinnen. Du kannst ihr vermitteln, dass die Fähigkeit, ein guter Verlierer zu sein, auch eine Kompetenz ist, genauso wie die Fähigkeit, oft zu gewinnen.

Bei Eltern sogenannter hochbegabter Kinder habe ich eins gemerkt: Sie sehen zu sehr in ihr Kind rein.

Liebe Karola, nichts für ungut aber das ist mir schon bei mehreren deiner Postings aufgefallen. Du hebst gern hervor was dein Kind alles kann und verlierst schnell die Nerven (mal salopp ausgedrückt) wenn etwas nicht so funktioniert, wie du es gern von ihr hättest.

Warum? Sie ist erst 6 Jahre alt und auch dein Kind, DARF trotz HB, ihre Defizite haben und muss nicht in allem perfekt sein, so gern wir das auch hätten von unseren Kindern.

Entspann dich. Geh mal mit einer Freundin entspannt bummeln, focusier dich nicht zu sehr und nur auf dein Kind und denk öfters mal: NA UND?

Du ahnst gar nicht, wie zufrieden dein Kind mal wird, wenn du sie nicht ständig erdrückst mit deinen Forderungen in allem perfekt zu sein.

Nichst für ungut..aber ich lese das so oft von dir in mehreren Postings.

Gruß
Barbarelle

drei möglichkeiten:

- ignorier solche äußerungen, bzw. fall ihr mit banalitäten ins wort (ach, du willst noch etwas brause?)

- mal nebenbei, wenn ihr zusammen aufräumt oder so darauf hinweisen, dass es andere kränkt, wenn sie immer die beste sein möchte

- belohne sie in anderen bereichen (ordnung, sich um ein jüngeres kind kümmern, tragen helfen etc.)

wie du merkst, solltest eher DU was ändern, damit sie sich besser integrieren kann.

mir ist auch ein wenig aufgefallen, dass du sie ziemlich "hochwertig" beschreibst und sie damit auch schon unbewusst auf eine höhere stufe stellst.

die idee mit der bestrafung vor anderen leuten, finde ich sehr daneben. das bringt meist nur verletzte gefühle und bockigkeit, aber keinen erfolg. lieber hör auf den vorschlag eines vereins, irgendwas, wo sie teamplayer sein muss...

SChönen Abend! Ich würde mal sagen, hole deine Tochter auf den Boden der Tatsachen zurück, mach Dinge mit ihr, die sie nicht so gut kann und lass sie lernen, dass es ok ist nicht perfekt zu sein und zuzulassen, dass andere besser sind. Ich sage meinen Nachhilfekindern, die leiden, weil sie in der Schule nicht gut sind, immer: gute Noten, tolle Leistungen machen keinen guten Menschen aus, nur wer die anderen schätzt, auf sie eingeht und ihnen ihre Stärken lässt ist ein guter Mensch. Nicht nur weil man in irgendwas gut ist, ist man ein toller Mensch. wer in etwas besonders gut ist, der soll das nützen, denen zu helfen, die dieses Glück nicht hatten! Darauf leg ich großen Wert. Ich kenne Superschlaue, die sind menschlich gesehen eine Katastrophe, die brauchen sich nicht toll vorkommen und müssen meist erkennen, dass sie nicht beliebt sind. Lass nicht zu, dass deine Tochter vor dir den Jungen kränkt. Mach ihr klar, dass das nicht geht, auch mit Ausschluß aus dem Spiel. Wenn sie so clever ist, dann wird sie es checken!
lg Manuela, deren IQ getesteterweise auch weit über 140 liegt, die aber viel glücklicher darüber ist, dass sie viele Freunde hat, ein fröhlicher Mensch ist und bei Kindern beliebt ist

Guten Morgen,

ich schreibe es noch einmal,....warum soll jemand der kognitiv gut ist, Gebiete üben in denen er nicht so gut ist?

Wenn jemand ein Talent auf sportlichen Gebiet hat dann stößt sich niemand daran und derjenige trainiert dann seine Stärken, jeder findet das in Ordnung.

Keiner erwartet von einem Fußballgenie oder ein Lauftalent, dass er seine Geschichtskenntnisse auf den Höchststand bringt.

Und diesen Menschen verzeiht man sehr oft wenn sie menschliche Katastrophen sind,...also ganz provokant: "Warum dürfen Menschen die z.B. sehr gut in Mathematik sind, keine menschlichen Katastrophen sein?".

Vielleicht wird man erst dann zur menschlichen Katastrophe wenn man seine Fähigkeit immer verstecken muß, damit andere davon nicht irritiert sind?

Kesh

Hallo Kesh,

Zitat: Wenn jemand ein Talent auf sportlichen Gebiet hat dann stößt sich niemand daran und derjenige trainiert dann seine Stärken, jeder findet das in Ordnung.


Wer sagt, daß jeder das in Ordnung findet?
Ich nicht. Ich finde es Scheisse und auch ein Spitzensportler hat für mich keinen Freibrief.
Aber vermutlich ist das in dieser Gesellschaft einfach Gang und Gäbe. Ich habe mein Kind von Anfang an zu einer gewissen Empathie erzogen. Das war mir wichtiger als stolz zu verkünden, was sie schon alles kann und weiss.

Bei uns im KiGa hat eine Mutter ihr Kind vorzeitig eingeschult, trotz Hinweis der Erzieherinen, daß ihr Sozialverhalten katastrophal sei und sie doch in diesem weiteren Jahr KiGa Fortschritte machen würde. Das war der Mutter egal, das Kind ist ja kognitiv und intellektuell fit.
Das finde ich schade und spricht für die Wertigkeit gewisser Eigenschaften. Wer es so braucht, ok. Ich selber gehöre nicht dazu.

Gruß
Barbarelle

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