Problem mit Aufenthalt bei Kindesmutter

Zur Situation:
Mein Kind wird bald drei Jahre alt. Vor 18 Monaten ist die Kindesmutter mit dem Kind nach gut 400km weit weg gezogen (war schon ihr langfristiger Plan während der Schwangerschaft). Liebe war bei uns nie im Spiel, das wussten wir auch und als wir uns eigentlich für immer aus dem Weg gehen wollten, kam es unerwartet zur Schwangerschaft.
Ich verstehe mich wirklich gut mit der Kindesmutter, sie hat mir vor dem Umzug angeboten, dass ich immer bei ihnen im Haus übernachten dürfe (kostenfrei, da ich die Fahrtkosten trage), wenn ich meine Tochter besuche. Dieses Angebot habe ich auch angenommen. Das Haus ist sehr groß, man kann sich aus dem Weg gehen und die Kindesmutter war auch oftmals ausser Haus, um z.B. ihren damaligen Partner zu besuchen. Aus finanzieller Sicht ist die Lösung für mich am günstigsten und es ist auch schön, dass das Kind dort all die Spielsachen, viel Platz und einen Garten hat.
Das erste halbe Jahr bin ich also alle zwei Wochen dorthin für meistens zwei Übernachtungen.
Vor einem Jahr haben wir eingeführt, dass ich auch ab und an meine Tochter dort abholen und zu mir nehme. Dann für drei oder vier Übernachtungen (gut möglich, da ich in Teilzeit arbeite und so ein verlängertes Wochenende habe). Ab jetzt wird das regelmässig umgesetzt. Ich bin also alle vier Wochen dort und alle vier Wochen kommt das Kind zu mir, immer im Wechsel.

So weit so gut, ich denke, dass die Kindesmutter und ich das alles als getrennt lebende Eltern gut und problemlos geregelt bekommen, besser als wohl viele andere :)

Mein Problem ist, dass es meine Freundin (kinderlos, sind bald zwei Jahre zusammen) belastet, wenn ich zum Kind fahre und dort für zwei Tage übernachte. Eifersucht gibt es seitens meiner Freundin nicht, ich würde es eher als Eifersucht auf die familiäre Situationen dort bezeichnen.
Mit der Vorstellung, dass ich dort  gemeinsam mit meinem Kind und der Kindesmutter am Esstisch sitze, kommt meine Freundin z.B. nicht klar. Ich versuche solche Situationen zu vermeiden, aber klar, es kommt ab und an vor, wenn die Kindesmutter nicht die ganzen Tage  aus dem Haus ist.

Jedes Mal, wenn ich zu Besuch war und die KM nicht wirklich komplett ausser Haus über die Tage, gibt es praktisch grossen Ärger zwischen meiner Freundin und mir, der unsere Beziehung sehr belastet (ansonsten verstehen wir uns bestens).

Meine Freundin meint immer,  ich lebe dort in einer anderen Welt, an der sie nicht teilhaben kann. Und ich kann ihr Problem auch nachvollziehen.
Sie fühlt  sich wie das dritte Rad am Wagen, ausgeschlossen bzw. nicht integrierbar, solange ich am Wohnort meines Kindes nicht eine eigene separate Übernachtungsmöglichkeit habe, so dass sie auch z.B. mal mitfahren könnte. Das ist eher eine Vorstellung im Kopf, denke nicht, dass das öfter als eins, zwei mal im Jahr passieren würde. (Meine Freundin lehnt es ab dort im Haus mit zu übernachten, von Seiten der KM wäre es unproblematisch.)

Ich habe nun angefangen mich nach einer Unterkunft im Wohnort meines Kindes umzusehen, um die Lage zu entspannen. Aufgrund Corona-Bestimmungen sind aber Übernachtungen aus privaten Gründen derzeit nicht erlaubt. Ich sehe da über die nächsten Wochen und Monate wieder einigen Ärger aufziehen.

Ist das Übernachten im Haus der Kindesmutter so ungewöhnlich und unnormal wie ich von meine Freundin immer vorgehalten bekomme (jeder, dem sie davon erzählt, denkt wohl genauso, darf ich mir immer anhören) ?
Klar der Grossteil der entfernt lebenden Väter nehmen sicherlich das Kind zu sich oder bezahlen eine Unterkunft im Wohnort des Kindes. Aber gibt es hier jemanden, der das ähnlich wie ich handhabe. Ich habe z.B. Hier was von Eltern-WGs gelesen, was ja eine extreme Steigerungsform ist🙂.

Habt ihr irgendwelche Ideen, Anregungen oder eigene Erfahrungen, wie man die Situation  entschärfen kann?

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Ich finde, deine Freundin übertreibt. Sie hat dich mit Kind kennengelernt und dieses Kind hat eben auch Rechte und Bedürfnisse. Nicht nur deine Freundin. Ich finde nicht, dass du dir dort zwingend eine Unterkunft suchen musst, bzw. würde das in der Situation deiner Freundin von meinem Freund nicht verlangen. Ich würde viel mehr respektieren, dass du als Papa dich toll um dein Kind kümmerst und den Umstand, dass du dann bei deiner Tochter und der Mutter übernachtest und so ja auch viel Geld sparst, akzeptieren.

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Ich denke Eltern-WGs gehen auch nur so lange gut, bis einer von beiden wieder einen Partner hat. Habe es gerade bei meinem Arbeitskollegen gesehen. Sie haben sich getrennt, wollten aber für das Kind weiterhin im (gerade frisch bezogenen) Haus bleiben. Er hatte relativ schnell eine neue Partnerin, damit kam die Exfrau nicht klar und hat ihn gebeten, auszuziehen resp. den gemeinsamen Haushalt aufzulösen. Ich kann aber absolut jeden neuen Partner verstehen, der damit ein Problem hat (wie auch jetzt deine Freundin).

Sie hat Recht mit der Aussage, dass du da in einer anderen Welt lebst. Ihr seid doch schon 2 Jahre zusammen, hat sie dein Kind denn überhaupt schon kennengelernt? Ich würde mir an ihrer Stelle auch ausgegrenzt vorkommen. Als ob sie nicht zu diesem Teil deines Lebens gehören dürfte. Ich finde es schön, dass du hier schon nach Lösungen suchst. Zeig deiner Freundin deine Bemühungen, vielleicht könnt ihr gemeinsam nach einem Zimmer oder Wohnung vor Ort suchen (online meine ich). So sieht sie, dass du ihre Empfindungen ernst nimmst und dich bemühst. Im gleichen Moment sieht sie aber auch, dass es aktuell nicht einfach ist etwas zu finden und du nicht einfach alles vor dir her schiebst.

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Danke für dein Antwort. Das hatte ich vergessen zu schreiben, meine Freundin hat ein gutes Verhältnis zu meiner Tochter, meine Tochter mag sie auch. Immer wenn meine Tochter dieses Jahr zu mir kam, hatten beide Kontakt, wir haben sogar mehrere Male bei meiner Freundin übernachtet.

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Hi,

schwierige Situation. Gerade die Entfernung zur Kleinen macht es nicht gerade einfach.
Deine neue Partnerin kann ich natürlich verstehen, mich würde es auch stören. Aber leider fühlt es sich immer komisch an und man fühlt sich wie das fünfte Rad am Wagen.
Aber sie muss sich damit arrangieren, so schwer es ihr fällt. Ansonsten funktioniert es nicht.
Eine Unterkunft auf Dauer ist auch echt zu teuer auf Dauer.

Ich hoffe ihr schafft das gemeinsam und die Beziehung zerbricht nicht daran.

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Hm, ja, ich kann deine Freundin schon verstehen. Auch wenn du ihr treu bist und sie das sicher weiß, aber du bist halt in diesen Tagen der Familienvater, und zwar von einer Familie, zu der sie nicht dazugehört.
Wie würdest du dich fühlen, wenn sie immer wieder im Haus des Exfreund übernachtet? Wahrscheinlich auch nicht gut.
Aber natürlich erschwert es jetzt alles für dich, jetzt in Corona Zeiten sowieso. Solange du nirgends anders übernachten kannst, ist es verständlich, dass du bei deiner Ex bist.
Aber wenn die Zeiten wieder normal sind, wäre es wirklich besser, du nimmst irgendwo eine billige Unterkunft und deine Freundin mit. Sie kann dann ja mitzahlen, das macht es auch für dich billiger.
Dann könnt ihr gemeinsam mit deiner Tochter etwas unternehmen, und deine Freundin ist auch Teil des Familienlebens

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Huhu,

also ja es ist schon ungewöhnlich und nicht jede frau ist dafür gemacht. Aber vielleicht kann ich deine freundin umstimmen, es zumindest mal zu versuchen.
Wir haben auch eine Patchworkfamilie, insgesamt 4 Kinder, das letzte ist das gemeinsame. Zwei sind meine bonuskinder und eines ist meines aus vorheriger Beziehung. Wir feiern regelmäßig die Geburtstage, Einschulung und sowas alles zusammen bei den bonuskindern. Oder gehen beim bringen mal noch auf einen Kaffee mit rein,weil die Kinder unbedingt was zeigen wollen. Am Anfang war es echt beklemmend und befremdlich für mich. Aber die Kinder brauchen das und ich hätte mir das für mein großes Kind auch sehr gewünscht. Sie merken, dass wir Erwachsenen kein Problem miteinander haben, kommen so nicht in Loyalitätskonflikte. Und glaub mir, wir finden gegenseitig nicht immer alles richtig. Aber das klären wir dann ohne die Kinder. Auch unser gemeinsames Kind hat null Probleme mit der Mama der bonuskinder, durfte von Anfang an auch zu ihr auf den Arm etc.
Lass sie ein we aussuchen, wo sie mitkommen will, vielleicht auch erstmal nur eine Nacht, wenn das möglich ist. Oder sie reist vorzeitig ab, wenn es ihr zu viel wird. Da müsstet ihr mal drüber sprechen. Was stört sie so konkret dran? Wovor hat sie Angst? Es liegt ja scheinbar an ihr, dass sie nicht möchte.

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Hallo,

Zuerst mal finde ich eure Lösung super, so hat die kleine auch etwas von dir und umgekehrt genau so.
Ich kann zwar deine Freundin ein bisschen verstehen finde es aber schade das sie nicht über ihren Schatten springt und gemeinsam mit dir im Haus der Kindsmutter schläft.....( find ich übrigens super nett von ihr das sie das so lassen würde)
Jetzt halt in der corona Zeit, danach kann man ja immer noch eine andere Lösung suchen, derzeit geht's halt nicht.

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ich muss sagen, dass ich euren umgang mit dem gemeinsamen kind wirklich toll finde. es ist sicherlich eine ausnahme, aber ich kenne einige paare, die das ähnlich machen oder sogar im gleichen großen haus wohnen, quasi wie in zwei wohnungen. für das kind ist das traumhaft, weil es immer in der gleichen umgebung sein kann.
ich verstehe deine freundin, aber alle vier wochen finde ich wirklich aushaltbar. es ist dein kind, da sollte jeder mensch die priorität zu haben und als erwachsene partnerin wäre mir klar, dass das kind auch an erster stelle steht. dass man engen kontakt zu dem menschen hat, mit dem es ein gemeinsames kind gibt, finde ich völlig normal und wichtig, wenn man seiner verantwortung nachkommt. das wird hoffentlich auch immer so sein. daher würde ich es weiter so machen und mit deiner freundin besprechen, was genau sie stört. wenn die tochter mit zu dir kommt, kann sie auch zeit mit euch gemeinsam verbringen. und alle vier wochen mal bei der KM zu sein... finde ich etwas befremdlich, wenn es da wirklich so ein theater drum geht. gefühle besprechen, schauen, was sie ganz genau stört und ob das nicht mit der 95% gemeinsamen zeit ausgeglichen werden kann :-)

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Also meine Idee wäre mit deiner Freundin zum Therapeuten zu gehen. Sie hat ein Problem. Nicht du wirklich. Sei dankbar, dass es so entspannt abläuft zwischen deiner Ex und eurem gemeinsamen Kind. Deswegen extra die Gewohnheiten deines Kindes ändern, um Konflikte zu vermeiden ? Kann man machen, das Urproblem bleibt. Die unbegründete Eifersucht. Insbesondere, wenn bei euch nie die grosse Liebe war. Versteh ich das Problem der aktuellen Freundin nicht. Mein Tipp, nicht verbiegen und Situationen schaffen, um es recht zu machen. Die einzige Person, bei der ich es verstehen würde , ist dein Kind.
Die Eifersucht ist da. Auch auf die Partnerin. Sie neidet euch das Familienleben. Was echt krank ist. Denn die kleine hat ein recht auf ein Stück Familie. Überleg mal, wie toll es für dein Kind ist. Mama und Papa bei sich zu haben. Finde ich klasse. Mein Ex und ich schlafen nicht beieinander, da wir in einer Stadt leben. Aber der kleine sagt oft, ob wir zusammen was machen können. Das machen wir dann ab und zu. Auch Geburtstage oder Feiertage teils zusammen. Damit der kleine auch Familie kennenlernt. Nicht nur Umgangszeiten. Ich kann deine Freundin und den Neid auf das Stück Familienleben nicht verstehen. Zumal du teilweise arbeitest und du noch Geld sparen kannst. Kommt euch am Ende auch zu gute. Ich würde mit ihr mal in Ruhe reden, das dein Kind immer Teil deines Lebens bleiben wird. Unabhängigkeit von deiner Zuneigung zu ihr. Ich hätte Sorge, dass sie aus Angst ( Verlustangst) auch eine Familiemit dir möchte, schwanger wird und den Druck auf dich erhöht, dass du bei deiner Familie bleiben sollst jedes Wochenende. Das arme Kind tut mir leid. Deine Freundin auch, denn sie muss schlechte Erfahrungen haben und wird getriggert. Alles Gute!

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Harte Worte, die aber sehr viel Wahrheit enthalten.

Lieber TE, es ist ein tolles Umgangsmodell, das ihr da lebt. Würdest du dir nun irgendwo dort ein Zimmer mieten, da wäre der Umgang nicht mehr gleichwertig, deine Freundin würde euch da grundlos sehr viel nehmen.

Deine Freundin ist eifersüchtig und das ist ein Problem, dass sie selbst in den Griff bekommen muss. Natürlich entspricht euer Umgangsmodell nicht dem Standard, das macht es aber nicht absolut abwegig wie deine Freundin dir versucht einzureden sondern es zeigt, dass ihr Erwachsene seid, die zum Wohle des Kindes entscheiden.

Egal wo du während des Umgangs schläfst, du wirst mit deiner Tochter immer eine en Teil Familie haben, zu dem deine Freundin nicht gehört, so ist das einfach.

Super, dass du und die Kindsmutter nichts dagegen haben, wenn deine Freundin mitkommen würde. Wie kindisch, dass sie das ausschließt. Aus meiner Sicht wäre das der einzige Kompromiss, denn du ihr anbieten kannst. Sie kann nicht von dir eine andere Unterkunft verlangen und das vor allem dann nicht, wenn sie selbst noch nicht einmal bereit dazu ist, sich das "Schreckgespenst" aus der Nähe anzusehen.

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Ich würde deiner Freundin zumindest teilweise entgegen kommen.
Wenn sie wirklich mit will geht ihr ins Hotel.
Wenn sie nicht mitkommt schläfst du weiterhin dort.

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