Risikofaktoren?

Hallo zusammen!

Dieser Forenbereich bricht mir oft das Herz - echt traurig manche Berichte hier zu lesen.

Was ich aber noch nicht ganz herausgelesen habe ist die Tatsache, warum es zu frühen Abgängen gekommen ist.

Kann man gewisse ‚Risiken‘ aufzählen? Oder haben hier viele vorher Medikamente eingenommen oÄ?

In meinem Umfeld gab es nämlich kaum nennenswerte Probleme, daher auch meine kurze ‚Schockreaktion‘. :/

Ich hoffe ihr könnt es ein wenig differenzieren, warum es bei euch (vermutlich?) so passiert ist…

Alles Liebe euch. ♥️

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Hallo ich kann dir nur von mir berichten. Ich hatte im letzten Jahr zwei Fehlgeburten. Einmal in der siebten Woche und die zweite in der neunten Woche.
Ich bestand nach der zweiten Fehlgeburt auf weitere Untersuchungen weil ich mich nicht damit abfinden wollte, dass es einfach Pech gewesen sein sollte.
Es wurde dann festgestellt dass ich an zwei Gerinnungsstörungen leide und zusätzlich an Hashimoto, also einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Beide Erkrankungen können zu Fehlgeburten führen.
In der darauffolgenden Schwangerschaft musste ich wegen den Gerinnungsstörungen Heparin spritzen und ASS100 nehmen. Für meine Schilddrüse Lthyroxin. Nur so konnte ich im April diesen Jahres ein gesundes Mädchen zur Welt bringen.

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Hey, das ist was mich so aufregt. Du musst es selbst darauf drängen, dass Untersuchungen gemacht werden und prompt wurde etwas gefunden. Wie kann es sein, dass es diese bescheuerte Regelung gibt, dass erst nach drei (!!!!) wiederholten Fehlgeburten nach der Ursache gesucht wird?
Dass Ärzte immer etwas von Schicksal faseln?
Dass es eigentlich so gut wie keine Aufklärung zu Fehlgeburten und deren Ursachen gibt?

So viele von uns erwischt es eiskalt. Und wir sind hilflos und absolut überfordert mit der Situation.
Ich bin der festen Überzeugung, dass sich ganz viele Fehlgeburten verhindern ließen, wenn von Seiten der Mediziner eine größere Bereitschaft bestehen würde, schon im Vorfeld mögliche Ursachen zu beseitigen.

Es ist nicht immer Schicksal.

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Ich finde du liegst sehr richtig mit dem was du sagst. Es ist einfach nur traurig wie wenig Frauen da geholfen wird, oder sie aufgeklärt werden. Ich habe all meine gesundheitlichen Probleme (die meine Fehlgeburten ausgelöst haben) quasi alleine aufdecken müssen. Ich habe mich belesen und musste dann quasi betteln um Untersuchungen. Wenn man nicht selber weiß was mit einem los ist wird man häufig allein gelassen.
Und dabei wäre es oft so leicht großes Leid zu ersparen in dem man einmal Blut abnimmt o.ä.
Da muss definitiv mehr getan werden!

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Nimm es mir bitte nicht übel, aber das ist eine saudumme Frage.

Das Herz meines Babys hat aufgehört zu schlagen. Ich werde - so wie die meisten hier - wahrscheinlich nie erfahren, warum, weil es schlicht weg Pech oder besser gesagt die Natur war. Niemand ist davor gefeit. Selbst wenn Störungen oder körperlich Probleme bekannt sind und behandelt werden, lässt sich sowas nicht verhindern.

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Ich glaube nicht dass die Frage so dumm ist und ich glaube auch nicht, dass es keine Ursache gab. Nur dass die Ärzte nicht gründlich genug suchen, das glaube ich schon. Es gibt so viele Gründe für eine FG, und ich kriege Schnappatmung wenn Ärzte dann sowas sagen wie, das ist Schicksal, das müssen Sie gefälligst jetzt akzeptieren.
Und einen dann achselzuckend zur Ausschabung schicken.
Ich glaube einfach nicht, dass das einfach nur Schicksal ist sondern dass Fehlgeburten in vielen Fällen verhindert werden könnten, wenn Ärzte nicht so gleichgültig wären bei dem Thema. Warum wird erst nach der dritten Fehlgeburt weiter untersucht, was es sein könnte? Warum muss eine Frau dreimal sowas mitmachen, wenn ihr schon nach Möglichkeit vor dem ersten Mal hätte geholfen werden können.
Meine Schwägerin hatte 8 (!!!) FGs, bevor sie es geschafft hat, dass weitere Untersuchungen gemacht werden.
Diagnose Faktor V. Sie ist durch die Hölle gegangen, weil die Ärzte nichts tun wollten.
Hier muss dringend etwas passieren. Ich weigere mich, einfach an das Schicksal zu glauben.
Diese Regelung gehört reformiert. Warum nicht alle Frauen mit Kinderwunsch im Vorfeld auf bestimmte Risiken untersuchen lassen?
Man kann damit nie alle FRAGEN verhindern, aber viel mehr als jetzt.

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Hör auf mich zu belöffeln!

Vielleicht war bei mir das Hämatom Schuld, weil sich dadurch etwas gelöst hat, was sich nicht hätte lösen dürfen oder vielleicht war es auch eine Trisomie, auch wenn ich aufgrund meines Alters noch nicht zur Risikogruppe gehöre. Im Endeffekt hätte ich weder das eine noch das andere verhindern können! Oder kannst du vorhersagen, woher das Hämatom kam und wie ich es hätte verhindern können?! Oder hast du nen super Geheimtipp, wie man Trisomien bei der Befruchtung vorbeugen kann?!

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Ich hatte einen spätabort in der 28 Woche. Bei den Kontrollen war immer alles in Ordnung.
Warum er dann im Mutterleib verstorbenen ist, kann man nicht sagen..es wird vermutete ein Versagen der Plazenta

Habe danach eine gesunde Tochter zur Welt gebracht, wobei ich risikoschwanger war, wöchentliche Kontrollen aufgrund wachstumsretadierung.

Und nun war ich wieder schwanger. MA 7 SSW. Ich vermute, dass es am Kaiserschnitt lag


Wobei sich aber jetzt auch rausstellte, dass bei meiner Tochter ein verändertes Gen im Blut gefundenen wurde. Es wird jetzt abgeklärt ob ich oder mein Partner dieses Gen weiter gegeben hat. Vielleicht kann man auch dann weiteres erfahren ob dieses veränderte Gen etwas dazu beiträgt

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Was willst du mit deinen Fragen aussagen? Das wir selber dran schuld sind?

„ Oder haben hier viele vorher Medikamente eingenommen oÄ?“

Was soll diese Frage bedeuten???

Sei doch froh dass dein Umfeld und du, da nicht durch müssen?!?

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Nein, ich glaube die TE will hier niemandem zu nahe treten. Es geht vermutlich eher darum zu erfahren, ob man schon im Vorfeld einige Untersuchungen durchführen lassen kann, um beispielsweise eine Gerinnungsstörung oder Schilddrüsenproble zu erkennen, bevor man in die Kinderplanung startet. Ich kann diesen Wunsch gut verstehen.
Manchmal steckt ja wirklich so etwas dahinter und dann wäre man vermutlich froh gewesen, es vorher schon gewusst zu haben.

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Die Schilddrüse kann man unabhängig von einer gewünschten Ss vom Hausarzt untersuchen lassen. Falls es ein Arzt sein sollte, der nicht ohne Begründung untersucht (einfaches Labor reicht dafür im ersten Schritt ja aus), kann man angeben, dass man häufig müde (Anzeichen einer Unterfunktion) oder häufig Herzrasen hat (Anzeichen einer Überfunktion).

Zum Thema Untersuchungen erst nach 3 FG: ja, finde ich auch nicht toll, aber in den meisten Fällen ist es tatsächlich erst nach mehreren FG sinnvoll. Man schätzt, dass ca. 30-40% (!) aller Ss in einer FG enden, viele davon schon so früh, dass sie für eine normale Periode gehalten werden, wenn man nicht gerade früh getestet hat. Von diesen 30-40% sind die meisten tatsächlich ohne feststellbaren Grund, der Körper stößt das Embryo ab, weil z.B. bei der Zellteilung oder Einnistung schon etwas „schief“ gegangen ist und das Kind nicht überlebensfähig wäre (z.B. auch häufig bei Chromosomenstörungen). Ich habe selber schon 2 🌟 und finde es brutal und traurig, aber ich gebe nicht den Ärzten die Schuld daran. Ich halte in meinem Fall selbst weitere Untersuchungen z.B. im Hinblick auf eine Gerinnungsstörung nicht für sinnvoll, da es beim 1. Mal aufgrund einer Chromosomenstörung endete und beim 2. Mal sehr wahrscheinlich auf die Schilddrüse zurückzuführen ist. Ich habe also wirklich zwei mal „Pech“ gehabt. Und so schwer das auch ist, eine generelle Untersuchung wie du dir wünschst für JEDE Frau, die schwanger werden möchte, ist einfach Unfug, weil es meistens einfach tatsächlich keinen Grund gibt, den man durch medizinische Maßnahmen verhindern könnte.

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Hallo,

Ich glaube und hoffe das du deinen Text gar nicht so meinst wie er sich für viele hier anfühlt.

Es ist allerdings auch komisch zu sehen das du hier scheinbar liest obwohl du nie in einer solchen Situation warst, im Grunde auch in Ordnung und ich wünsche dir von Herzen keinen Verlust dieser Art.

Unsere Geschichten hier zu erzählen hat für viele etwas mit der Trauerbewältigung zu tun, hier wissen die Frauen was es heißt ein Kind zu verlieren. Und dabei ist es egal ob das nun in der 8.Ssw oder der 40.Ssw passiert.

Die Gründe sind vielfältig, oftmals gibt es aber auch gar keinen Grund. Es passiert einfach. Das Kind geht still und leise. In vielen Fällen wird es nie eine Erklärung geben.

Lg

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Hey, eine Fehlgeburt kann bestimmte Ursachen haben.
Häufig, aber längst nicht immer sind Chromosomenstörugen die Ursache. Dagegen kann man leider nichts tun, außer einer in Vitro-überprüfung, die aber in Deutschland nur unter strengen Auflagen möglich ist.

Außerdem können Störungen des Hormonhaushalts wie ein Progesteronmangel oder Probleme mit der Schilddrüse die Ursache sein.

Blutgerinnungsstörungen wie das Faktor V leiden können auch ein Problem sein. Dagegen kann man auch etwas tun.

Manchmal ist das Immunsystem schuld. Dann bekämpft das mütterliche immunsystem den Embryo quasi als Krankheitserreger. Da wird es schon knifflig bei der Behandlung. Einige spezialisierte zentren bieten Partner-Immunisierungen an.
Das muss allerdings meist selbst bezahlt werden.

Du siehst, es gibt viele Gründe und es ist nicht immer "Schicksal", auch wenn viele Ärzte das so darstellen und einen wieder und wieder achselzuckend zur Ausschabung schicken.

Ich würde mir gerade von den Ärzten mehr Aufklärung über mögliche Gründe wünschen. Diese Gleichgültigkeit, die einem da oft entgegenschlägt, finde ich unfassbar, ebenso, dass man selbst sich auf Ursachensuche begeben muss.
Ob die Ärzte das alles nicht wissen oder einfach nur keine Lust haben, ihr Wissen weiterzugeben weiß ich nicht, aber macht mich echt wütend.

Vor allem weil eine Fehlgeburt sehr, sehr häufig ist. Dass es in deinem Umfeld keine Probleme gibt heißt gar nichts. Es wird einfach nur nicht darüber geredet und oft sogar darüber gelogen.
Ich kenne ehrlich gesagt kaum eine Frau mit Kindern, die nicht mindestens einmal eine FG gehabt hat.

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Der größte Risikofaktor - wenn man es denn so nenn will- ist und bleibt die Natur! Studien haben ergeben dass... ich hab die Zahl nicht mehr ganz exakt im Kopf...80% oder mehr an Fehlgeburten darauf zurückzuführen sind dass bei der Teilung der Keimzelle, also dann wenn sie zur eigentlichen fertigen eizelle wird, Fehler passieren. Zu viele oder zu wenige Chromosomen. Ebenfalls kann es bei der Befruchtung passieren dass zwei Spermien eine eizelle befruchten. Das ist bei 2% aller Fehlgeburten wohl Grund. Dann hat der Embryo einen kompletten dreifachen Satz an Chromosomen und ist daher absolut nicht lebensfähig. Daneben gibts noch andere Zeitpunkte wo etwas schief laufen kann so dass der Embryo am Ende nicht die richtige Anzahl Chromosomen hat. Chromosomenfehler führen in aller Regel zu einem Abgang vor Woche 12. lediglich bei trisomie 21 erlebt man häufig eine Geburt.
Vor diesem Schicksal ist keine Frau gefeit. Kann in jedem Alter passieren. Aber, Je älter (die eizelle) desto häufiger.

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