Spätabbuch😭

Hallo ihr lieben, leider werde ich auch bald hier her gehören. Z.z bin ich noch in der 17.woche ss am Freitag haben wir durch eine fruchtwasser Untersuchung erfahren das unser kleiner engel an trisomie 21 leidet und noch mehrere Organ Fehler haben wird.
Wir haben uns schweren Herzen dazu endscheiden unseren engel das alles zu ersparen und lassen ihn zu den engel ziehn...

Hat jemand Erfahrung?
Auf was sollte ich mich vorbereiten?
Wie lange wird so eine Geburt dauern?
Kann es ein 2. Mal passieren das man so eine Diagnose bekommt?

Ich habe schon 3 gesunde jungs im Alter vom 15,12 und 6 Jahren umso größer ist der Schock daß es ausgerechnet uns getroffen hat...Ich bin gerade einmal 35 😢

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Es tut mir sehr leid das ihr so eine Nachricht bekommen habt.
Wir haben in der 18ssw erfahren das unsere kleine keine Chance hat. In der 20ssw wurde sie dann geboren.
Eine trisomie ist ein blöder Zufall der Natur, es gibt soweit ich weiß in dem Fall kein erhöhtes Risiko für eine weitere Schwangerschaft.
Um unserer Tochter einen "Überlebenskampf" zu ersparen haben wir uns für eine spritze entschieden die in die Nabelschnur ging und dadurch ist sie eingeschlafen und das Herz hat aufgehört zu schlagen. Ihr solltet euch deswegen mit dem Arzt beraten. Wir waren Freitags da um alles zu besprechen, waren auch zur Besprechung beim Narkosearzt, in der ssw löst sich die Plazenta meist nicht richtig und es muss im Anschluss an die Geburt eine Ausschabung gemacht werden.
Montags vormittag waren wir dann wieder da, erst ein Gespräch beim Psychologen, ist kein Muss aber schon sinnvoll und möchte ich euch auf jeden Fall empfehlen.
Danach wurde unsere Tochter durch die Spritze erlöst, sie war sehr krank und hat gelitten.
Gegen Mittag /nachmittag waren wir dann auf Station(eine gynäkogische Station aber keine hochschwangeren oder frisch gebackenen Mütter)
Du hast die Wahl zwischen der Einleitung mit Tabletten oder einer Infusion. Lasst euch da auch vom Arzt beraten beides hat vor und Nachteile. Wir haben uns für die Infusion entschieden. Wir hatten Glück und es war nicht so voll auf Station sodass ich ein Zimmer alleine hatte und mein Mann auch ein Bett bekommen hat und bei mir bleiben konnte.
Nach ca einer Stunde hatte ich ziehen im Unterleib ähnlich wie bei der mens. Das ziehen wurde langsam immer stärker. Verlang ruhig großzügig nach Schmerzmitteln, man muss ja in unserem Fall keine Rücksicht auf das Baby nehmen. Wegen der wahrscheinlich bevorstehenden Ausschabung und Narkose darfst du kurz vor der Geburt nicht mehr essen, das wird dir aber alles noch erklärt und du kannst das ja mit den Schwestern /Hebammen absprechen.
Wir haben beschlossen nachts keine Pause von der Einleitung zu machen, ich konnte wegen den Schmerzen nicht schlafen oder liegen aber die Zeit ging schnell rum. Mehrmals in der Nacht habe ich verschiedene Schmerzmittel bekommen, angefangen mit paracetamol Tabletten bis zu meptid. Um 7uhr morgens wollte ich wieder Schmerzmittel, die Ärztin wollte aber erst einmal schauen was sich getan hat. Bis dahin hatte ich immer noch nur das ziehen, keine richtigen wehen. Der muttermund war schon weit genug geöffnet.
Ich wurde mit meinem Bett in den kreißsaal gebracht. Da ich keine richtigen wehen hatte sollte ich laut hebamme einfach mal nach Gefühl mitschieben. Ziemlich schnell ist dann die fruchtblase geplatzt. Ab dem Zeitpunkt hatte ich keine Schmerzen mehr. Es waren auch immer noch keine wehen da. Ich habe dann weiter geschoben wie ich meinte, ca eine halbe Stunde nach Ankunft im kreissaal ist unsere Tochter geboren. Mein Mann war die ganze Zeit an meiner Seite und wir haben das zusammen sehr gut gemacht, ich war sehr froh ihn dabei zu haben. Die Hebamme hat die Nabelschnur durchgeschnitten, unsere Tochter in ein Tuch gelegt, uns beschrieben wie sie aussieht und dann haben wir sie bekommen. Wir hatten sie beide auf dem Arm und konnten sie anschauen, streicheln, uns verabschieden. Ich musste dann zur Ausschabung weil die Plazenta nicht gekommen ist.
Am Nachmittag waren wir noch einmal bei unserer Tochter und haben Fotos gemacht und uns noch einmal verabschiedet.
Gegen frühen Abend wurde ich entlassen und durfte nach Hause. Das ganze ging also relativ schnell. Wenn du eine Hebamme hast dann melde dich jetzt auf jeden Fall bei ihr. Unsere hat sich sehr gut um uns gekümmert, hatte viele Tipps für uns, auch was die Beerdigung betrifft. Nach der Geburt hat sie mich öfter besucht und geschaut wie sie alles zurück bildet usw. Sie hat uns sehr geholfen! Bei weiteren Fragen melde dich gerne. Ich wünsche dir ganz viel Kraft!

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Was für ein lieber Beitrag für die Fragestellerin 💟.
Alles Liebe für Deine Familie und weiterhin viel Kraft für Euren Verlust.

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Mein Beileid für deine schlimme Erfahrung und Respekt für deinen tollen Bericht der jedem hier hilft und Angst nimmt.

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Ich finde es nicht ok einer Frau in dieser furchtbaren Situation auch noch Vorwürfe zu machen oder sie in irgendeiner Weise für ihre Entscheidung zu kritisieren..das steht uns nicht zu..
Jeder muss es für sich und seine Familie selbst entscheiden und keine Frau macht sich solch eine grausame Entscheidung einfach..
Ich würde mich auch für ein nicht gesundes Kind entscheiden..aber würde es nie verurteilen zw. kritisieren wenn sich andere Familien anders entscheiden..

Liebes..ich wünsche dir und deiner Familie ganz viel Kraft und entscheidet was euer Herz euch sagt..nicht jede Familie ist so einer Herrausforderung gewachsen..
LG ckli mit einem Sohn 8 J. an der Hand und einem🌟 tief im Herzen

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Ich denke, du verurteilst hier etwas sehr schnell. So wie ich das gelesen habe, hat das Baby zusätzlich zur Trisomie noch Organfehler... je nachdem wie stark diese sind, können sie lebensgefährlich sein und das Baby würde nicht lange überleben... dann denke ich, dass ein Schwangerschaftsabbruch, so schwer es auch ist, die richtige Entscheidung ist 😓
wenn man „nur“ eine T21 diagnostiziert bekommt, dann gebe ich dir recht und man sollte diese Entscheidung nicht vorschnell treffen. Häufig sind die werdenden Eltern überfordert und tragen viele Ängste mit sich herum. Hier hilft es bewusst Kontakt zu Menschen und Familien aufzunehmen, die mit dieser Behinderung Erfahrungen haben.

Für die Fragestellerin alles Gute

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Es tut mir unendlich leid, was du durchmachen musst.
Bei deiner Frage kann ich dir leider nicht helfen, ich hatte das „Glück“, dass bei uns die T21 sehr früh festgestellt wurde und ich somit den Weg einer AS wählen konnte.
Ich wünsche dir und deiner Familie auf jeden Fall ganz viel Kraft für die anstehende Zeit und das ihr euch halt gebt!


Leider war es auch wieder klar, dass der erste saudumme Kommentar nicht auf sich warten lässt. Wann werd ihr es endlich verstehen, dass ihr kein Recht habt, euch in solche Entscheidungen einzumischen! Jeder hat seine Gründe, seine Entscheidung zu treffen, die ihr nicht kennt und die euch auch nichts angehen, aber die ihr zu respektieren habt!

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Hallo liebes
Wir haben im September 17 unseren Leo in der 16.ten Woche zu den Sternen schicken müsse . Auch er war unheilbar krank und hatte keine lebenschancen...
Ich hab ihn normal entbunden...
Wenn du was wissen möchtest oder nur reden willst kannst du dich gerne per PN melden..

Mein tiefsten Mitgefühl für euch

LG Melli mit Leo und Henning im Herzen #herzlich

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Hallo jeana ,

es tut mir furchtbar leid, dass auch du dieses Schicksal erleiden musst. Trisomien sind wirklich eine fiese Laune der Natur. Man ist hilflos und vor allem machtlos dagegen. Ich werde demnächst 38 und bin körperlich auch völlig gesund, so dass wir auch nicht mit so einer Diagnose gerechnet haben. Man kann sich an nichts festhalten und niemandem Vorwürfe machen. Wie ein vakuumgefüllter Raum. :-(

Ich habe meinen Mika Anfang Oktober 2018 durch eine eingeleitete Geburt zu Beginn 6. Monat auf die Welt bringen müssen. Trisomie 18 war seine Diagnose mit vielen schlimmen Krankheitsmerkmalen, die es ihm unmöglich machten, lebend auf die Welt zu kommen. Ich habe 2x2 Pillen bekommen, um die Wehen einzuleiten. Das ging abends um 19 Uhr los mit dem Medikament und morgens um halb 8 ist die Fruchtblase geplatzt. Die Wehen waren "erträglich", wenn auch unangenehm, aber nicht so ausgeprägt wie bei einem voll ausgebildeten Baby. Da aber keine vollständige Öffnung des Muttermundes notwendig war, ging die ganze Geburt auch relativ schnell. Im Krankenhaus hat es mir die Hebamme so gut es ihr möglich war versucht, mir zuzureden und hat mich mit Worten nach der Geburt sehr stark aufgefangen. Wir haben eine Trauerkarte mit Hand- und Fußabdruck von den existierenden Gliedmaßen bekommen. Danach war noch eine Ausschabung gleich gemacht worden. Ich war alles in allem 3 Tage im Krankenhaus. Gespräche zum Schwangerschaftsabbruch habe ich im Voraus geführt, da hier zwei voneinander unabhängige Diagnosen notwendig waren.

Ich denke, der ganze Geburtsvorgang ansich ist nicht unmittelbar schlimm. Schlimm wird es nach meiner Erfahrung erst danach, weil sich alles falsch anfühlen wird. Vollgepumpt noch mit all den Hormonen im Körper war bei mir alles gleich zum Heulen, was passiert ist. Du wirst viel intensiver lauter Schwangere sehen und immer wieder trauern, was du alles mit deinem Baby nicht haben wirst. Wichtig war für uns, dass wir uns verabschieden konnten. Die Hebammen haben uns unseren Kleinen wirklich sehr liebevoll gebracht und wir hatten ganz viel Zeit mit ihm. Ein Trauerbegleiter hat uns geraten, uns der ganzen Situation vollkommen anzunehmen und nichts im Zusammenhang mit dem Baby kleinzureden. Wir sollen über ihn reden, ansonsten wäre es als ob es ihn nie gegeben hätte und dann hätten wir auch keinen Grund zu trauern. Für mich war es ganz wichtig, dass ich unseren Kleinen in unser Stammbuch eintragen lassen konnte. Das gab mir das Gefühl, ihn nach Hause zu holen, wenn ich ihn auch so schon nicht wirklich bei mir haben konnte.

Eine meiner eher blöderen Erfahrungen waren zwei Dinge: Zum einen habe ich mich in meiner Trauer in so einer Facebookgruppe angemeldet. Das ging zwei Tage gut, aber danach hab ich gedacht, dass mich das nicht wieder aufrecht gehen lassen wird, wenn ich weiter SO viel Trauer anderer Frauen mitlesen müsste. Und da waren ganz ganz schlimme Schicksale teilweise dabei. Manch einer empfindet es als tröstend, sich mit anderen auszutauschen. Für mich war das auch ein stückweit okay, aber am Ende hat es die Masse der Schicksale ausgemacht, die mich da wieder rausgehen ließen.

Das zweite war, dass viele Menschen in meinem Umfeld nicht mehr richtig mit mir umzugehen wussten. Auch Schwangere. Obwohl ich, unabhängig von meiner Situation, eigentlich keinen Grund dafür gab. Einige werden nicht wissen, wie oder ob sie dich darauf ansprechen sollen. Darum werden sie dir aus dem Weg gehen. Denen gib aber einfach Zeit. Andere wollen es wissen, um Infos zu bekommen, weil ihr eigenes Leben langweilig ist. Und wieder andere werden sagen, dass sie auch so ein Schicksal hinter sich haben und selbst anfangen zu weinen. Ich war sehr erstaunt, von wie vielen ich das hörte.

Wichtig ist aber, dass du und deine Familie über eure Trauer sprecht und nichts verheimlicht. Ihr müsst einen Weg finden, euch Raum fürs Traurigsein zu geben. Das ist weder heute noch morgen abgefrühstückt. Jeder bewältigt das Thema in seinem eigenen Tempo. Ganz weg wird es eh nie sein. Vermutlich nur erträglicher.

Ich drück dir die Daumen, dass du bzw. ihr einen Weg findet, der euch im Alltag hilft. Fühl dich gedrückt. #liebdrueck

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Ich möchte mich bei allen für die lieben Worte bedanken. Es ist wirklich fruchtbar wieviel dieses leid schon ertragen mussten.

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ich habe heute 8:00 Uhr meine Ausschabung gemacht in der 8 Woche war ich ca.
Auch wenn es dir nicht viel helfen mag und wir uns nicht pers. kennen möchte ich dir zusprechen weil das wirklich Mutig ist und WIR ES GENAU SO GEMACHT hätten !!!

Zufälliger weise lag neben mir eine Frau die genau das durchlebt hat wie du ich meine sie war in der 21 Woche ! Sie hat gesagt alle waren sehr nett und waren bei ihr auch ihr mann ! Lustiger weise nachdem wir beide nur geweint haben hat sie erzählt, dass sie morgens mit ihrem Mann ein Glas Gin getrunken hat und zu hause eine kleine zeromenie gemacht hat mit Kerzen und schöner musik und dass hat ihr sehr viel kraft und Mut und auch Fassung zu bewahren gegeben !
Noch einmal Hut ab du bekommst von mir alles positive geschickt was grad in mir ist wie gesagt meine AS war heute 8:00 Uhr

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Mein Mitgefühl für dich und deine Familie!
Wenn du die Kraft hast, kann ich dir den Film 24 Wochen ans Herz legen. Er ist genau über eure derzeitige Situation und beleuchtet den Weg ganz gut ohne zu verurteilen oder eine Meinung vorzugeben. Vielleicht kann dich das unterstützen und einige offene Fragen beantworten.
Ganz viel Kraft wünsche ich euch! Und liebe Menschen, die euch zur Seite stehen.