Heute auch mal meine Geschichte

Hallo zusamen!

Bisher habe ich in diesem Forum immer nur mitgelesen und auch viele Tränen vergossen. Es hat mir aber auch sehr geholfen, hier zu lesen und zu sehen, dass ich nicht alleine bin und viele das gleiche oder ein ähnliches Schicksal haben. Vielen Dank für dieses Forum, ohne dass es uns wahrscheinlich allen etwas schlechter gehen würde, als ohnehin schon. Nun aber zu meiner Geschichte:

Am 07. Oktober hielt ich endlich den lang ersehenten positiven SST in den Händen. Mein Mann und ich haben uns sehr gefreut, dass es endlich geklappt hat. Wir haben ca. ein halbes Jahr geübt. Mitte Oktober hatte ich dann den ersten Termin bei meiner FÄ und dort bekam ich das erste Bild, zwar war bis dahin nur eine Fruchthülle zu sehen, aber trotzdem schwebte ich irgendwie auf Wolke 7. 10 Tage später konnte man dann auch schon unseren Krümel sehen und das Herzchen schlug auch kräftig, allerdings war der Zwerg in der Größe ca. eine Woche hinterher. Das beunruhigte mich zwar etwas, aber da das Herzchen schlug, machte ich mir nicht allzu große Sorgen, da man ja auch überall liest, dass es mal vorkommt, dass das Kind etwas kleiner ist. Am 4.12. hatte ich dann wieder einen Vorsorgetermin, das Herzchen schlug kräftig und der Zwerg turnte fleißig rumm, dennoch sollte dieser Tag mein Leben komplett verändern. Die FÄ stellte eine Zystenbildung im Kopf des Kleinen fest und überwies mich direkt an einen Spezialisten. Sie versuchte mich noch zu beruhigen, aber irgendwie hatte ich es im Gefühl, dass dies nichts Gutes zu bedeuten hat. Am 7.12. sind wir dann zu dem Spezialisten gefahren, er machte sehr lange US und dann sagte er die Worte, die ich in meinem Leben nicht mehr vergessen werde: "Ihr Kind hat eine schwere Schädelfehlbildung, es ist nicht lebensfähig. Es tut mir leid!" Dann erklärte er uns, dass unser Zwerg einen offenen Schädel hat und wenn es die Geburt überleben würde, es kurz danach sterben würde. Es gab also zwei Möglichkeiten für uns, entweder die Schwangerschaft bis zum Ende austragen oder einen Abbruch in den nächsten Wochen. Wir entschieden uns für den Abbruch, da ich und auch mein Mann alles andere seelisch nicht verkraftet hätten, da wahrscheinlich immer wieder Hoffnung aufgekeimt wäre, die am Ende allerdings zu Nichte gemacht worden wäre. Der Arzt machte noch eine Chromozottenpiopsie (ich hoffe, dass heißt so) um festzustellen, ob die Fehlbildung eine genetische Ursache hat oder ob der liebe Gott es einfach noch nicht wollte. Das Ergebnis und den weiteren Vorgang sollte ich dann mit meiner FÄ besprechen. Dies haben wir dann auch in der darauffolgenden Woche getan. Meine FÄ ist sehr einfühlsam und hat alles getan, was sie machen konnte. Sie hat einen Termin für uns in der UNI Klinik MS gemacht, dort wurde dann nochmal alles untersucht. Am 19.12. mussten wir dann um 8:00 Uhr zur Einleitung dort sein. Ich bekam ein Zäpfchen vor den Muttermund gelegt und konnte von da an nur noch warten. Gott sei Dank hat es nicht lange gedauert und die Wehen haben eingesetzt. Sie waren so Stark, dass ein zweites Zäpfchen nicht mehr nötig war. Um 12:30 Uhr ist die Fruchtblase geplatzt und ich wurde in den Kreißsaal runter gebracht. Dort wurden wir von einer sehr lieben Hebamme begleitet. Um 13:30 Uhr kam unser Zwerg dann still auf diese Welt. Ich bin froh, dass es so schnell ging. Ich bin auch der festen Überzeugung, dass es daran lag, dass wir über eine Woche Zeit zum Abschiednehmen hatten. Man hat uns angeboten, dass wir unser Kind sehen können, aber wir wollten das Beide nicht. Allerdings haben wir Fotos bekommen, so das wir uns unser Kind anschauen können, wenn wir dafür bereit sind. Bei der Anschließenden AS habe ich noch sehr viel Blut verloren und bin nur knapp einer Bluttransfusion entkommen. Allerdíngs musste ich dafür eine Nacht auf der Überwachungsstation verbringen, bevor ich am 20.12. das Krankenhaus nachmittags verlassen konnte.

Bisher haben wir das Ergebnis der Pathologie noch nicht. Aber wir wissen, dass die Fehlbildung keine genetische Ursache hat. Das beruhigt uns etwas. Allerdings wissen wir noch nicht wirklich, was es geworden wäre. Die Chromosomenuntersuchung hat ergeben, dass es ein kleines Mädchen gewesen wäre, die Hebamme allerdings meinte es wäre ein Junge. Das ist etwas, was mir noch keine Ruhe lässt, aber ich hoffe, dass uns der pathologische Befund aufschluss darüber geben wird.

Momentan geht es mir so lala, es gibt Tage da scheint die Sonne und es gibt auch viele graue Tage.

Am 11.01. hat meine beste Freundin eine kleine Tochter auf die Welt gebracht. Dieses Ereignis hat mich doch wieder etwas nach hinten geworfen. Ich gönne ihr dieses Glück von ganzem Herzen, aber trotzdem tut es mir auch sehr weh. Ich glaube, dass sie das weiß, denn sie hat als erstes gefragt, wie es mir geht als ich sie besucht habe und mich ganz doll gedrückt. Ich bin sehr froh, dass ich sie habe ohne sie wäre es noch viel schwerer.

Gestern habe ich wieder meine Tage bekommen, für mich irgendwie ein schöner Tag, denn nun können wir wieder mit dem Üben anfangen.

Sorry, für mein vieles blabla, aber es tat gut, sich das mal alles von der Seele zu schreiben.

Ich drücke uns allen ganz doll die Daumen, dass wir bald alle ein gesundes Kind in den Armen halten können.

Feefisch mit Krümel ganz fest im Herzen

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hallo Feefisch,

...eigentlich finde ich gar keine passenden Worte für deine ergreifende Geschichte#schmoll
Es tut mir leid, eine #kerze soll deinen Krümel den Weg leuchten.
Wünsche Dir viel Kraft alles zu verarbeiten und #klee für die nächste #schwanger-schaft

Julia mit 3#stern-chen im #herzlich

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Danke! Ich drücke dich ganz doll. #liebdrueck

Drücke dir die #pro, dass es bei dir auch bald klappt.

Zünde drei #kerze n für deine #stern an!


Gruß - feefisch

3


danke,

ich kenne diese Tage, die sooo grau sind:-(aber ich habe fest in den Sinn gesetzt diese grauen tage nicht vermehren zu lassen denn das schulde ich meinen 3-en

Deshalb werde ich auf fleissig weiter üben damit es eben nicht ganz so sinnlos scheint#schmoll

Mir hat bei meiner letzten Fehlgeburt mit As neben meinen Mann und meinen Mädels ein Buch ganz gut geholfen "leise wie ein Schmetterling"#gruebel

Falls du magst, kannst du mich gerne über meine VK kontaktieren, würde es sehr interessieren ob ihr einen Stammhalter oder eine Prinzessin im #herzlich trägt

Denk daran, auch wir werden ein kleines, unser kleines auf Händen tragen;-)
lass dich ganz doll #liebdrueck, julia

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Hallo Feefisch,

ich wieß wie du dich zur Zeit fühlst, denn ich habe mein Baby auch still zur Welt gebracht.
Ich weiß garnicht was ich sagen soll, man selber will garnichts ohren, es reicht wenn man nur in den Arm genommen wir. Und das würde ich gerne machen, wenn es dir recht ist.
#liebdrueck

Ich wünche dir das du bald über den verlust hinweg kommst, aber lass dir zeit beim trauern. Hör nicht auf die leute die dir sagen das du aufhören musst zu trauer, hör auf dein Herz.

Eine #kerze für dein #sternchen.

VLG Jessika

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Hallo Jessica,

vielen Dank für die liebe Umarmung. Ich drücke dich auch ganz #liebdrueck

Ich werde den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern nach vorne schauen. Mein #stern wird immer in meinem Herzen sein, und ich werde es auch nicht vergessen.

Zum trauern, nehme ich mir so viel Zeit, wie ich brauche, da lasse ich mir von niemandem reinreden. I;-) ch glaube zwar nicht, dass man über den Verlust hinweg kommt, aber ich denke, man lernt damit zu Leben.

Ich wünsche dir alles Liebe und dass du bald ein gesundes Kind in den Arm nehmen darfst.

Liebe Grüße - feefisch

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habe ich doch gern gemacht, ich meine die Umarmung.

Ich denke auch das man nie richtig über den verlust hinweg kommt, wie du schon sagtes man kann lernen damit umzugehen. Mir hat mein Sohn (22 Monate) geholfen ein wenig besser damit klar zu kommen. Aber da ich schon in der 16 SSW war, war es doch ein rissiger schock für mich. Denn dann meint man ja, die schlimme Zeit ist vorbei. Und was auch noch schlimm war, mein Baby war gesund.

Aber wir durfen den Kopf nicht hangen lassen, bald werden wir ein gesundes Baby in den Armen halten.

Liebe Grüße Jessika

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Lieber Feefisch,
Deine Geschichte hat mich sehr traurig gemacht :-(. Es tut mir sehr leid, dass Ihr so etwas erleben musstet #schmoll.

Ich wünsch Dir viel Kraft, liebe Menschen und dass es ganz bald wieder klappt.

#herzlich -lichst
#liebdrueck
Osterglocke

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„...Die Chromosomenuntersuchung hat ergeben, dass es ein kleines Mädchen gewesen wäre, die Hebamme allerdings meinte es wäre ein Junge. Das ist etwas, was mir noch keine Ruhe lässt...“


Da fallen mir spontan zwei Erklärungsmöglichkeiten ein:

1.Plazenta-Mosaik

Du hast eine Chorionzottenbiopsie zur Chromosomenuntersuchung machen lassen. Dabei werden Zellen aus der Plazenta (Mutterkuchen) entnommen. Das Baby und der Mutterkuchen, durch den es versorgt wird, bilden sich aus einer gemeinsamen Ursprungszelle. Chromosomale Abweichungen zwischen den Zellen des Mutterkuchens und den Zellen des Kindes sind daher selten, wenngleich prinzipiell auch möglich (Risiko eines falsch-positiven oder falsch-negativen Befundes):

Als Plazenta-Mosaik bezeichnet man eine unterschiedliche Chromosomenausstattung von entweder Zellen innerhalb der Plazenta (d.h. dort liegen zwei verschiedene Zelllinien nebeneinander vor) oder eine unterschiedliche Chromosomenausstattung von Mutterkuchen und heranwachsendem Baby.

Bei etwa 1 bis 2 von 100 Chorionzottenbiopsien wird ein durch Mutationen nach Bildung der Zygote entstandenes Plazenta-Mosaik gefunden. Möglich, dass das hier der Fall war: Du bist ja eindeutig weiblich ;-) also kann es sein, dass es deine Zellen waren, die untersucht wurden und nicht die, die mit denen deines Kindes identisch gewesen sind.

Mal zwei Beispiele damit das Ganze etwas klarer wird: Hahneman und von Vejerslev beschrieben drei Fallbeispiele mit Befund einer Trisomie 14 bei Chorionzottenbiopsien. Alle drei Befunde betrafen aber lediglich die Plazenta und konnten bei der Untersuchung der Zellen der drei Kinder nicht nachgewiesen werden. In der Down-Syndrom-Mailingliste ist eine Mutter angemeldet, die bei der Chorionzottenbiopsie einen unauffälligen Befund bekommen hatte - ihr Baby kam jedoch mit Trisomie 21 (Down-Syndrom) zur Welt #liebdrueck.



2. Pseudo-Hermaphroditismus
Bei dieser Besonderheit sind das chromosomale und das körperliche Geschlecht unterschiedlich. Beim Smith-Lemli-Opitz-Syndrom Typ II zum Beispiel kann es vorkommen, dass die Kinder von den äußeren Genitalien her weiblich sind, ihr Karyotyp (also die chromosomale Ausstattung) ist aber männlich. Ich bin sicher, umgekehrt ist das ebenso möglich.



Naja, sind nur meine Gedanken dazu. Bestimmt wirst du nach der Untersuchung genaues wissen.

Liebe Grüße und alles Gute!!
Sabine

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Hallo feefisch,

ich habe dir eben über VK geschrieben.

LG Sandra #kerze

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Hallo du Arme #liebdrueck,

nein, mit deiner traurigen Geschichte bist du ganz und gar nicht allein. Sie erinnert mich sehr an mein zweites Sternchen, das ich im Dezember 2006 gehen lassen musste. Ich hab es in der 15. SSW still geboren, weil es unter anderem einen offenen Schädel hatte. Genetisch war es auch in Ordnung. Dass es ein Mädchen war habe ich erst nach der Autopsie erfahren. Danach konnten wir unserem Engel wenigstens einen Namen geben.

Die Ärzte rieten mir übrigens danch regelmäßig 5mg Folsäure zu nehmen - also ca. 10 mal soviel wie man sonst Schwangeren empfiehlt.

Alles Liebe und viel Kraft,
Doris mit Luna Sophia und zwei weiteren #stern im Herzen

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Vielen Dank. das wünsche ich euch auch.

Mit der Folsäure hat man uns auch empfohlen, nehme ich jetzt auch schon seit einem Monat. Ich hoffe, dass es hilft.

Liebe Grüße - feefisch

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