Missed abortion...ich vermiss mein Kind so sehr...

Hallo, ich bin total neu hier und hab mich jetzt endlich mal überwunden hier auch reinzuschreiben, nachdem ich schon viele Beiträge gelesen habe. Ich schreibe einfach mal los, vielleicht liest es ja jemand von euch, dem es vielleicht ähnlich geht.

Ich bin noch sehr jung, grad 22 geworden und hatte im August eine "Missed Abortion" mit Ausschabung. Wir haben uns unser Kind sehr gewünscht, obwohl wir beide noch studieren und uns bewusst dafür entschieden und es einfach in Gottes Hände gelegt haben, wann ich schwanger werde.

Wir haben uns unglaublich gefreut, mir ging es in den 12 Wochen mit meinem Würmchen so gut wie nie, meine ganze Familie hat sich mitgefreut und mein Mann und ich liebten es von Anfang an, keinen Moment haben wir unsere Entscheidung so früh ein Kind zu bekommen angezweifelt.

Dann am 8.8. die Worte meiner Ärztin: "Es tut mir leid, ich kann keine Herzaktivität mehr feststellen." Ich weiß nicht mehr, was ich gedacht habe, die Wochen danach waren die Schlimmsten bis jetzt in meinem Leben. Nach der Ausschabung fühlte ich mich total leer, ich war ja auch wieder leer... Wir haben unser Würmchen verabschiedet und diesen Freitag ist die "Beerdigung", da ich die Vorstellung nicht ertragen konnte, dass mein Kind irgendwo landet mit anderem Krankenhausabfall zusammen. Das Krankenhaus, wo die Ausschabung gemacht wurde hat eine Pfarrerin, die 2 Mal im Jahr einen Beerdigungsgottesdienst für alle Fehl-und Totgeborenen Kinder in diesem Krankenhaus macht. Sie werden alle eingeäschert und richtig beerdigt in einem Grab, wo alle Eltern hingehen und ihrer Kinder gedenken können. Ich finde das sehr schön und es tut mir gut zu wissen, dass der Körper meines Kindes dann einen Platz hat, zu dem ich gehen kann und wo es mit all den anderen Sternchen zusammen ist.

Irgendwie habe ich Angst vor Freitag, aber irgendwie befreit es mich auch. Es ist wichtig, dass es so einen symbolischen Abschied gibt, für mich, da ich auch an Gott glaube und ich denke, dass unser Würmchen und alle anderen Kinder, die nicht auf unsere Welt kommen konnten jetzt alle zusammen in einem Himmelskindergarten sind und auf uns schauen. Bis wir selber sterben und sie dann abholen kommen.

Ich gucke optimistisch in die Zukunft und ich weiß, dass ich sehr jung bin und hoffentlich noch viele Kinder kriegen kann. Aber in Momenten, wo einen die Trauer wieder überkommt, weil man sein Kind so sehr vermisst hilft dieses Denken nichts. Auch jetzt muss ich wieder weinen.

Das ist mein erstes Kind. Dieses Kind wollte ich gebären und kennenlernen. Kein Anderes. Dieses Kind liebe ich so sehr und werde es nie vergessen, weil ich mit ihm die 12 schönsten Wochen meines Lebens hatte.

Danke mein Würmchen.#stern

1

#heul
Fühl dich ganz lieb #liebdrueck. Und eine #kerze für dein #stern

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man es tut mir so leid für euch
von ganzen herzen man ich sitz hier und wein mit dir ich wünsche dir für freitag viel kraft
einen lieben gruss
dana

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Ich kann dich sehr gut verstehen....
ich hatte eine Fehlgeburt in der 11Ssw.und hatte nicht die Möglichkeit mich zu verabschieden denn in dem KH wo die Ausschabung gemacht wurde war es nicht üblich so kleine Würmchen zu beerdigen.
Es ist schon 6jahre her aber es macht mich traurig das ich mein kleines nie besuchen kann....
Du hast einen Ort wo du trauern kannst und das ist sehr sehr wichtig!
Ich wünsche dir alles alles Gute für die Zukunft!
Eine#kerzefür dein Würmchen
LG Tanja

4

Als ich eben Deine Geschichte laß, musste ich sehr schlucken. Ich wünsche Dir alles erdenklich gute.

Gott segne Dich!!!

Lieben Gruß, dur

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Liebe Momo,

ich kann dich soooo gut verstehen. Ich habe vor 6 Wochen in der 14 SSW mein Baby verloren.....

Fühl dich gedrückt #liebdrueck

Kerstin

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Hallo und danke für eure Antworten, ich weiß das wird hier oft geschrieben,
aber es ist wirklich schön zu lesen, dass man mit solchen schmerzlichen Erfahrungen nicht alleine auf der Welt dasteht.

Irgendwie sehe ich ständig schwangere Frauen auf der Straße und fühl mich jedes Mal so allein mit diesem Gefühl, mein Kind verloren zu haben.
Dabei gehen wahrscheinlich genauso viele Frauen auf der Straße umher, die das Gleiche erlebt haben, nur steht es ihnen nicht auf die Stirn geschrieben.

Für mich ist es zur Zeit irgendwie schwer, weil die "Beerdigung" ansteht und weil ich vor 8 Tagen noch einen kleinen Bruder gekriegt habe.
Das heißt meine Mama und ich waren 3 Monate gleichzeitig schwanger (sie mit ihrem vierten Kind, sie ist 42 und ich mit meinem Ersten und 21 Jahren).
Das ist wohl ziemlich ungewöhnlich, nicht die Tatsache mit 42 noch ein Kind zu kriegen, sondern das Mutter und Tochter gleichzeitig schwanger sind.

Ich hab mein Kind verloren und meine Mutter somit ihr erstes Enkel, aber ihr Kind ist gesund und seit letztem Montag in unserer Familie.

Ich hatte Angst wie es für mich wird, ein Baby so hautnah zu sehen, was auch noch so eng mit mir verwandt ist, aber ich habe gemerkt, dass ich unterscheiden kann. Unterscheiden zwischen meinem traurigen Schicksal und dem Glück meinen kleinen Bruder zu erleben, zu fühlen und zu riechen.

Er kann ja nix dafür, er kommt ja auch von Gott und bestimmt haben er und mein Kind sich getroffen. Nur sind sie beide nicht den gleichen Weg gegangen, er kam zu uns auf die Welt und mein Würmchen ging in Gottes Hände zurück.

Ich bin jeden Tag bei meinen Eltern und ich liebe meine Bruder, irgendwie gibt er mir Kraft und Optimismus, aber oft habe ich ihn auf dem Arm und muss einfach weinen, weil ich gleichzeitig froh bin, dass es ihn gibt und aber auch so unendlich traurig, dass ich mein Würmchen nie so im Arm halten kann.
Es ist einfach schwer.

So ein Kind ist einfach ein riesen Geschenk und sowas Wunderbares, dass es glaub ich für eine Frau persönlich das Schlimmste überhaupt ist, so ein kleinen Menschen, der von einem selbst kommt, zu verlieren.
Es ist anders, als wenn zB. der Opa stirbt. Da geht etwas, das Gefühl mit jemandem verbunden zu sein, was man nur als Frau nachvollziehen kann, wenn man schon Kinder hat oder wie ich eine Fehlgeburt. Nur zu seinen Kindern kann man solch eine intensive und innige Beziehung haben, weil sie in einem entstanden sind. Und wenn dieses besondere Gefühl plötzlich zerstört wird, dann ist das so ein Schmerz, den man gar nicht in Worte fassen kann,
der aber anders ist als all die anderen schmerzvollen Erfahrungen, die ich in meinem 22-jährigen Leben erlebt habe.

Ich habe Vertauen, Vertrauen in mich und in Gott, dass schon alles so kommt wie es kommt. Und tief in mir weiß und hoff ich, dass ich meine Kinder kriegen werde. ich wünsche mir nichts mehr, als dass ich mein zweites Kind, ganz egal, wann es in mir entsteht, gesund zur Welt bringen kann.

Ich wünsche allen, die jetzt grad den Schmerz eines verlorenen Kindes in sich tragen ganz viel Hoffnung, Vertrauen und viel Liebe und Zuwendung für diese traurige Zeit.

Jetzt hab ich schon wieder so viel geschrieben, aber irgendwie muss das mal sein...

Liebe Grüße, eure Momo

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Lass dich drücken!

Ich habe den Gang am Donnerstag vor mir und weiß zu hundert prozent wie es dir geht.
Habe mein Sohn in der 17SSW verloren und nun wird er ebenfalls eingeäschert.

Wünsche dir alle Kraft diese Erde.......es wird wieder besser das weiß ich #sonne



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hallo ich hatte auch einen missed abort in der 10.SSW, genau am 10.1.08, ich bin opperl so alt wie du also 42, na ja laut den ärzten kommt das immer wieder vor in jedem alter, ich habe schon 2kinder, sie sind schon 20 und 12 jahre alt, ich glaube einmal probieren wir es noch, angbelich ist das wiederholungsrisiko nicht sehr groß
alles liebe

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