keine Spermien - und jetzt?

Hallo,
mein Mann und ich versuchen seit über zwei Jahren schwanger zu werden. Vor einem Jahr habe ich mich durchchecken lassen, bei mir ist alles in Ordnung.
Endlich hat sich mein Mann auch zum Urologen begeben, das Ergebnis des Spermiogramms war, dass keine Spermien zu finden waren. Geahnt habe ich es irgendwie schon, aber die Bestätigung ist trotzdem wie ein Schlag ins Gesicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass das zweite Spermiogramm besser wird und das erste nur ein Ausrutscher war, strebt wohl gegen Null, da die vorangegangen zwei Jahre ergebnislos waren und für sich sprechen.
Klar, man kann jetzt noch weiter hoffen und auf behebbare Hormonprobleme und TESE und funktionierende ICSI hoffen, aber was, wenn das alles nichts ist?

Bei mir (und meinem Mann) schlagen zwei Herzen in der Brust. Zum einen ist unser Leben ganz gut so, wie es ist, mit Kindern wäre man eingeschränkter usw. Aber auf der anderen Seite ist es nicht vollständig. Es ist so ein hin und her. Auch wenn es jetzt ok ist und ich mich irgendwie damit abfinden könnte (wirklich, oder rede ich mir das ein), was ist, wenn die Wechseljahre da sind? Kommt dann der Katzenjammer?

Irgendwie fühlt es sich gerade für mich an, dass ich jetzt auch gleich in die Wechseljahre kommen könnte, dieses ganze Geblute, PMS usw. sind komplett für die Katz.
Mir graut schon vor der Reaktion meiner Familie. Geschwafel mit halbmedizinischem Wissen, probiert doch mal das und das, ist ja nicht so schlimm, Leben ohne Kinder ist ja auch ok, Heulerei (ich muss sie trösten), Fragen der Verwandtschaft, wann es denn so weit ist mit Kindern und warum wir so lange warten, ob wir nicht schon beim Arzt waren und wirklich alles probiert hätten, das wird schon noch, entspannt euch usw.
Am schlimmsten ist es bei einer Tante meines Mannes. Denen ist bei ihrer Tochter damals schon aufgefallen, dass sie keinen Alkohol trank, also ahnten sie, dass sie schwanger war. Und jedesmal, wenn ich dort bin, trinke ich absichtlich ein Bier (auch wenn es mir manchmal zum Hals raushängt), damit keine Tratscherei losgeht, die Spannung ist unerträglich, die Blicke auf meinen Bauch, der erwartungsvolle Blick "na, trinkt sie oder nicht". Manchmal könnte ich einfach nur auf die Leute einschlagen und losschreien.

Was nun?

Vielen Dank fürs Lesen.

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Hey * fühl dich gedrückt *
Ich kann dich gut verstehen als es bei uns damals hieß das für uns nur eine icsi in frage kommt da die spermien meines Mannes zu langsam sind war ich total fertig ein leben ohne Kind ist für mich einfach unvorstellbar. Macht euch mal einen Termin in einer kinderwunsch Klinik und lasst euch in ruhe beraten welche Möglichkeiten euch bleiben. Paaren wie uns bleibt leider nix anderes übrig als auf die Ärzte zu Vertrauen. Kopf hoch alles wird gut und klar eine icsi ist nicht einfach habe selbst 2 hinter mir aber es lohnt sich Es zu versuchen.

Lieben Gruß

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Aber was, wenn nicht? Wie damit umgehen und wie mit dem unsensiblen Umfeld umgehen? Meine Mutter verschwieg mir zwei Schwangerschaften in der Familie (nach 9 Monate kommen die Kinder eh raus), danach fühlt man sich gleich noch bekloppter und aussätziger ("ich hab's doch nur gut gemeint" - aber nicht über den beschränkten Horizont hinausgedacht, wie das bei mir ankommt, wenn es rauskommt).
Dann kotzen mich diese blöden Weiber aus dem Kinderwunschforum an, die im 1. ÜZ schwanger werden und dann der ganzen Welt erklären wollen, dass doch alles ganz einfach ist und zählen auf, was sie gemacht haben und wie die Symptome waren. :-[#aerger

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Deswegen bist du hier richtig aufgehoben denn hier haben wir alle ähnliche Probleme. Lass die Leute einfach reden. Deine Mutter meinte es wahrscheinlich auch nicht böse aber im Endeffekt kann es nur jemand nachvollziehen der in der gleichen Situation ist. Glaub einfach dran das alle gut wird. Guck mich an 2 negative icsi s und trotzdem geb ich nicht auf denn es bleiben ja nur 2 Optionen entweder sich damit abfinden (was ich nicht kann ) oder kämpfen :) also tschakka Krone richten und weiter kämpfen :) was sagt dein Mann wie sieht er das ganze?

Lieben Gruß

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Huhu,
einfach nur kakke!!! Wir haben genau das gleiche Spiel bei den Verwandten. Ein Wechselbad der Gefühle....mal könnte man sie anschreien, mal in Tränen ausbrechen....
So geht es hier bestimmt jedem dritten ....

Zu der Spermiensituation: ich kann mir vorstellen, du hast dir das Kinderkriegen einfacher vorgestellt...Ich übrigens auch (und hier alle anderen auch bestimmt;-) AAAber hier können dir bestimmt einige von solch Ergebnissen berichten und eine kenn ich sogar persönlich und die ist jetzt auch schwanger nach der ersten icsi und Behandlung des Mannes (mit Null Spermien)!!!

Es wird kein Zuckerschlecken! Aber es ist den Versuch dreimal Wert!!

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Hallo stoepselgack,

um den Druck und die Erwartungen bisschen zu entspannen, fand ich unsere Taktik ganz gut: ich habe gesagt, dass mein Mann keine Kinder bekommen kann. Dann waren alle erst mal schockiert. Aber seit dem haben wir Ruhe. Wenn jemand dann mit den vielen anderen Möglichkeiten noch angekommen ist, haben wir gesagt, dass wir das so nicht wollen. Ob ich Alkohol trinke oder nicht, schaut inzwischen auch keiner mehr. Manchmal hat man einfach keine Lust darauf. Fertig. Oder ich sage, dass ich fahren werde. Man hat ja schon eigene Wünsche und Erwartungen und Hoffnungen - und sich dann noch mit denen der anderen auseinanderzusetzen, finde ich dann einfach zu viel. Sollte es doch eines Tages klappen, werden wir erst im Nachhinein etwas sagen - oder auch nicht.

Ich finde eure emotionalen Voraussetzungen eigentlich ganz günstig: ihr könnt, wollt gerne, müsst nicht unbedingt. Dann würde ich, wenn mein Mann auch ja dazu sagt, erst mal die Tese machen lassen. Dann entscheidet sich eh, ob ihr weitergehen könnt oder nicht.
Und wenn das alles nichts ist? Wir haben uns beide Leben ausgemalt, wie wir es uns schön machen wollen - sowohl mit, als auch ohne.
Und ganz ehrlich, sollte es klappen der nicht, dann werde ich nicht so entspannt sein wie jetzt, während des Schreibens!

Hauptsache erst mal, die Bekanntschaft hört auf, sich eure Gedanken zu machen!
LG

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Hallo,

ich kann dich so gut verstehen, könnte auch genauso gut meine Geschichte sein.

Das erste SG meines Mannes beim Urologen war auch ohne Spermien. Nicht ein einziges. Wir haben uns dann entschlossen direkt in eine Kiwu Klinik zu gehen und dort wurde dann ein zweites SG gemacht. Dort konnten sie dann tatsächlich einige wenige Spermien finden. Max. immer so 15 - 20 Stück zwar sehr wenig aber genug für eine ICSI. Mittlerweile habe ich 3 ICSI'S hinter mir aber alle negativ.

Wie es weiter geht wenn es nicht klappen sollte weiß ich bei uns auch nicht.

Diese ständige fragerei von der Familie kenne ich auch nur zu gut. Mittlerweile sagen wir zu dem Punkt einfach gar nichts mehr und mit der Zeit hört auch langsam die fragerei auf.

lg Luna

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Ach Mensch!
Kopf hoch! Noch ist ja nichts verloren. Klar, das mit dem Gesellschaftsdruck ist echt schlimm, aber es ist ja eure Entscheidung. Auch wenn es nicht klappt entscheidet ihr euch füreinander mit der Gewissheit kinderlos zu bleiben. Ich drück euch aber die Daumen dass da das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.

Lass dir doch für die Zeit jetzt erstmal ein T-Shirt mit einem lustigen Spruch drucken um blöden Sprüchen vorzubeugen. Irgendwie sowas wie: Diese Einraumwohnung ist derzeit nicht zu vermieten oder sowas...
Viel Glück für euren Weg! #klee

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Hey...

das tut mir ehrlich leid für Euch! Und das Ergebnis muss jetzt erstmal verdaut werden.

Aber in der heutigen Zeit gibt es ja zum Glück auch Möglichkeiten, die neue Chancen ermöglichen und auf diese müsst ihr jetzt bauen. Erst wenn der letzte Versuch negativ war, könnt ihr Euch über die Zukunft Gedanken machen und wie ihr damit umgeht.
Im Grunde können wir nichts an der Situation ändern und unser Schicksal nicht beeinflussen. Wir müssen einfach drauf vertrauen, dass alles "Gut" wird, egal mit welchem Ausgang.

Ich habe "nur" unsere Eltern und ein paar wenige enge Freunde eingeweiht. Der Rest der Familie weiß nichts und zum Glück ist ja die Gesellschaft so weit , dass man direkt nach dem Kinderwunsch nicht fragt. So hat mich noch niemand direkt drauf angesprochen. Natürlich merkt man die Blicke oder bildet es sich ein und auch Fragen nach dem Alter zielen vermutlich genau darauf ab, aber ich bleibe da immer ganz cool und antworte nur kurz. Eine Brücke zum Kinderwunsch lasse ich nicht zu.

Ich hoffe für Euch, dass ihr mit etwas Gelassenheit in die KiWu-Behandlung gehen könnt und einfach darauf vertraut, dass alles "Gut" wird!

Kopf hoch!

LG
Stubby

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Das mit dem Spermiogramm tut mir sehr leid. Ich hoffe, sie finden beim 2. doch was oder ihr könnt eine andere Möglichkeit in Betracht ziehen.
Das mit dem wichtigen dahergerede von Frauen, die schnell schwanger wurden, kenne ich. In meinem Bekanntenkreis gibt es eine, die behauptet, mann kann die Schwangerschaft planen. Die wurde nun zum 2. Mal direkt schwanger. Die hatten sogar vor der 1. Schwangerschaft schon 2 Zimmer gehabt und eines in Mädchenfarbe und das andere für Jungs. Nun hat sie sogar wirklich beides (das Mädchen ist noch unterwegs).
Leider kann man eh nichts daran ändern, das Leben ist leider nicht immer fair.
Wir üben seit 2,5 Jahren und hatten bis vor kurzem nie einen Befund (das war psychisch der Horror). Hatte 1 negativen Transfer. Hatte nun auf einen Gerinnungstest bestanden und siehe da...

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Hallo,
ich danke euch allen für eure Antworten. Es hat gut getan zu sehen, dass man nicht allein in der Situation ist (auch wenn einem das der gesunde Menschenverstand schon vorher sagt).
Meine Freunde sind eigentlich schon seit einer Weile auf dem Laufenden, dass unser KiWu sich etwas schwierig gestaltet und von denen kam eigentlich kein komischer Kommentar, sondern nur Verständnis und "Zuhören".

Ich denke, ich werde beizeiten auch in der Familie einen Schritt nach vorn machen und denen sagen, dass es keine Kinder gibt und dann versuchen, alle möglichen resultierenden Vorschläge und Rückfragen abzubügeln.
Somit haben wir dann, wenn die Wogen geglättet sind, selbst etwas Luft, um uns Gedanken zu machen, wie es weiter geht und ob wir in die KiWu-Klinik gehen. Wenn das Thema "vom Tisch" ist, hoffe ich, dass uns das mögliche weitere Blicke und Erwartungen und Rückfragen erspart. Da ich in der Familie erlebt habe, wie man sich über meine Cousine das Maul zerissen hat, die nach 4 ICSI endlich ein Kind bekommen hat, will ich sowas gleich von vorn herein den Wind aus den Segeln nehmen, indem ich gleich sage, dass das nicht gehen wird. Es erübrigt sich wohl zu sagen, dass die Kommentare damals in die Richtung "man kann nichts erzwingen, sie soll sich damit abfinden" gingen, hinter ihrem Rücken gesprochen wurde und nur von Frauen kamen, die selbst Kinder hatten. Sie hat heute jeglichen Kontakt abgebrochen und keiner versteht, warum.
Viele Grüße