Einzige Möglichkeit: ICSI (längerer Text, bitte trotzdem lesen)

Hallo an alle

Wie schon an der Überschrift zu sehen ist, muss ich mal mein Leid unter Gleichgesinnten klagen.

Mein Mann (29) und ich (25) versuchen nun seit Dez '13 aktiv und gezielt ein Baby zu bekommen. Leider klappte nichts, und so haben wir uns an jeweils Urologe und Gynäkologe gewendet, um abklären zu lassen, ob alles okay ist.

Leider war das Spermiogramm meines Mannes sooo schlecht (zu wenige, zu langsame und nur 1% normal geformte Spermien), dass sein Urologe ihm empfahl, in eine KiWu Klinik zu gehen.

Dort hatten wir vor 2 Wochen unser Erstgespräch. Die Ärztin hat unsere Situation ganz klar geschildert: Dass wir auf natürlichem, normalem Weg schwanger werden, ist genauso wahrscheinlich, wie einen Lottoschein mit 6 Richtigen auf der Straße zu finden....

Und ihr könnt euch ja denken, WIE wahrscheinlich DAS ist...

Tja, sie machen zwar noch ein Spermiogramm, weil das ihres Labors genauer ist, aber dass sich da gravierend etwas ändert, im Vergleich zum ersten, ist eher ausgeschlossen.

Also hat sie uns gleich einen Einblick in die künstliche Befruchtung gegeben.

Durch das schlechte Spermiogramm kommt in unsere m Fall nur die ICSI in Frage, welche sie uns auch gleich erklärte.
Wir haben etliche Informationen mit nach Hause bekommen, und auch schon einige Anträge. Das Gespräch, in dem wir uns für oder gegen die ICSI entscheiden sollen, findet diesen Donnerstag statt.

Mein Mann und ich haben uns entschieden, es mit der ICSI zu probieren...

Nun wollte ich hier mal von ebenfalls Betroffenen hören, wie es euch mit der ICSI geht?

Wie läuft das genau ab?

Was kommt an Kosten auf uns zu? Unsere Krankenkassen zahlen 50% (bei meinem Mann) und 75% (bei mir). Mit welchen Kosten müssen wir dann zusätzlich rechnen?

Könnt ihr einfach mal berichten, "wie es bei euch so ist"?

Ich würde einfach gerne mal hören, wie es Anderen damit geht...

Brauche wohl etwas Zuspruch, weile ich doch ganz schön Angst habe, vor dem, was da auf uns zu kommt... Vor allem, was die Hormone, die Spritzen, die Punktion und so angeht...

Hattet ihr auch Ängste? Wie seid ihr damit umgegangen?

Ich habe momentan das Gefühl, dass mich niemand versteht... Und ich habe vor allem Angst davor, dass wir genauso scheitern, wie die letzten anderthalb Jahre...

Das ständige Hoffen und Bangen zehrt an mir, und an unserer Beziehung...

Wie gesagt, ich mag einfach mal hören, wie ihr mit all dem umgeht etc.

Sorry wegen des langen Textes, aber manchmal muss frau sich mal was von der Seele schreiben.

Bin gespannt auf eure Beiträge und bedanke mich herzlich im Voraus dafür!!

LG Mary Poppins

1

Hallo,bei uns ist es ähnlich. Aber: alles ist möglich!!! Wir hatten sofort nach der ersten icsi Glück, und ich bin schwanger geworden. Klar,das kann auch ein längerer weg werden, aber es lohnt sich in jedem Fall!!! Mein Mann hat auch fast keine Schwimmer und die sind auch noch langsam.Auf normalen Weg hätte das niemals geklappt!!! Hormone und Spritzen nimmt man dafür in Kauf,weil man ja keinen anderen Weg hat.Es gibt aber mehrere Krankenkassen, die 100 Prozent übernehmen.,wenn beide dort versichert sind!!!Ich drücke euch die Daumen!!! Das wird schon!!! Liebe grüße

2

Wie es mit den Kosten ist, weiß ich nicht. Wir sind Selbstzahler und haben uns deswegen entschieden es in Polen machen zu lassen. Dort haben wir nur 2500 Euro statt 5000 Euro gezahlt.

Ich musste mir täglich drei Ampullen Merional spritzen. Mein Freund hat gespritzt. Ich selbst kann das nicht. Ich hatte nach drei Tagen schon ziemliche Schmerzen und einen Bauch wie im fünften Monat. Dann wurde in regelmäßigen Abständen Ultraschall gemacht, um zu sehen, wieviele Follikel ich gebildet habe. Es waren ca 15.

Am ZT 11 hatte ich Punktion. Es konnten aber nur acht Eizellen entnommen werden. Fünf davon haben sich befruchten lassen.

Nach der Punktion hatte ich drei Tage böse Schmerzen, danach wurden sie erträglich.

Am ZT 16 hatte ich Transfer von zwei frühen Blastos. Die anderen drei haben sich leider nicht weiterentwickelt :(

Und jetzt muss ich warten, bis ich testen kann.

Eine Icsi ist eine Achterbahn der Gefühle. Durch die Hormone bin ich sehr weinerlich. Dann freut man sich aber, dass man dem Ziel vllt ein bisschen näher kommt. Ich habe Angst, dass es nicht klappt, weil wir noch eine Icsi nicht zahlen können. Das warten ist furchtbar. Es ist kein Spaziergang.

3

Hallo Liebes,

ich glaub die Frauen hier können dich sehr gut verstehen. Vielen hier ging es genauso. Die Gefühle können die meisten die nicht in der Situation sind nur schwer nachvollziehen, zumindest ist das meine Erfahrung die ich gemacht habe.

Ich habe Freitag den Transfer meiner ersten ICSI hinter mich gebracht und auch ich hatte Angst vor Spritzen, OP und dem ganzen unbekannten. Aber ich weiß wofür und das hab ich mir bei jeder Spritze, vor der OP und auch jetzt bei den leichten Nebenwirkungen immer wieder gesagt und ich bin ganz stolz das ich das mit Hilfe meines Mannes geschafft habe. Und wenn ein Kind euer sehnlichster Wunsch ist und die ICSI die Möglichkeit ist, dann nutze sie.

Bezüglich der Krankenkasse. Wenn ihr gesetzlich versichert seid würde ich mich nach Krankenkassen umschauen die 100% übernehmen. Dazu gibt's hier mehrere Einträge, wir haben auch gewechselt.

Ich wünsche euch das ihr guten Gewissens eine Entscheidung findet und keine Angst vor der Behandlung, das haben schon viele Frauen vor uns geschafft ;-)

Alles Gute und viel Erfolg.

LG Kaskaia

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Huhu
Alsooooo
ich glaube so wie dir geht es jeder/jedem am Anfang.
Alles ist neu und unbekannt und es kommt sehr sehr viel auf einen zu, gerade am Anfang..

Ich spritze seit Freitag und muss dazu sagen das ich ein sehr wehleidiger Mensch bin und ziemlich Schiss davor hatte (obwohl ich mich letztes Jahr schonmal sptitzen musste/Thrombosespritzen)..

Die Spritzen tun nicht weh und ich denke nach jeder Spritze-juhu wieder ein Stück näher am Wunschkind..

Ich werde seit 8 Jahren nicht schnwager, davon nun fast 2,5 jahre mit meinem Mann wo es nicht klappt..
Meine FÄ hat uns null ernst genommen und meinte wir seien ja noch jung (27/32) und hätten noch alle Zeit der Welt, da wir ja auch beide schon Kinder hätten, müsste es klappen, wir bräuchten halt mehr Zeit..

Naja sind dann auf eigene Faust zur Kiwu und sind sehr froh den Schritt gegangen zu sein..

Und auch wenn man anfangs denkt, dass sich alles unendlich lange zieht, bis was spannendes passiert, die Zeit rennt.
Ich hab morgen in 2 Wochen nun schon TF..

Alles Gute dir und bei Fragen kannst dich gerne PN an mich wenden..
LG mrscrime87

5

Hallo.

Ich erzähle mal kurz unsere Geschichte. Kinder Wunsch schon sehr sehr lange. Die spermiogramme meines Mannes alle schlecht. Er hat keine Spermien. Wir hatten aber zuvor schon die Krankenkasse gewechselt ohne Probleme zu der knappschaft. Alle beide. Die übernehmen 3 versuche für icsi zu 100%. Und den Antrag sofort am 2 ten des Monats abgegeben. Einen Tag später wo unser versicherungsbeginn begann. Dann hat man uns zur einer tese hodenbiopsi geraten weil in vielen Fällen direkt aus dem hoden nebenhoden Spermien gewonnen werden können. Das war eine ambulante op . Mein Mann hatte 14 Tage aua . Leider kam dabei raus das da auch keine Spermien vorhanden waren. Ein Schock . Nun ist es so das wir auf eine samenspende zurück greifen . Nächsten Zyklus beginnt unsere erste Behandlung . Nur leider sind wir jetzt komplett selbstzahler und müssen für drei iui versuche mit allem drum und dran 4500 Ca Zahlen. Das übernimmt nämlich keine Krankenkasse die samenspende . Ich würde euch raten die kk zu wechseln. Wie meine vorschreiber schon geschrieben haben.....am Anfang ist alles neu und total viel prasselt auf einen ein.

Ich wünsche das ihr euren weg geht. Hier kann man auch viel lesen. Hier sind viele gleichgesinnte

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Guten Abend .....!

So erstmal mach dich nicht zu verrückt !
Ich weiß leichter gesagt als getan...

Wenn du es wirklich willst geht alles auch spritzen die ersten zwei sind blöd aber dann kommt Routine und du könntest dich auch von deinem Mann spritzen lassen das macht ne Bekannte von mir so!

Der Weg wird nicht einfach aber er ist machbar! Ich kenne es zu gut das dich keiner so recht versteht und es ist für Außenstehende auch nicht einfach zu verstehen was man so durchmacht!
Ich habe es irgendwann so gehandhabt das ich einfach offen mit Familie und Freunden darüber gesprochen hab!

Dann zu den Kosten wir bekommen 50% bezahlt und die restliche Hälfte zahlen wir selbst ...wollte zuerst die Kk wechseln nur dann war mir der Aufwand und das warten dann zuviel ....wir warten seit 4 Jahren irgendwann ist das warten einen zuviel ...

Du entscheidest wann ihr bereit seit und sonst keiner ! Hör auf dein Gefühl und nicht auf andere! Wenn es dir gut geht geht auch der Versuch gut!

Wir befinden uns im ersten Versuch und am Freitag bin ich schlauer !

Mach dir nicht um Nebenwirkungen einen Kopf ....sowas gehört dazu und für ein Baby nimmt man alles in Kauf!

So drück dich mal dolle und denk dran hör auf dein Gefühl !

Gute Nacht

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Hier unsere kurze und knappe Erfolgsgeschichte:
Wir haben nicht mal ein Jahr versucht schwanger zu werden.Hatte regelmäßig einen Eisprung und so lag schnell der Verdacht nahe,dass bei meinem Mann etwas nicht stimmte.SG auf eigene Faust beim Urologen gemacht und siehe da,es war grottenschlecht.
Sofort Termin in der KiWu Klinik gemacht und gaaaanz viel zum Thema belesen.Dadurch wussten wir das wir die Krankenkasse wechseln mussten um 100% der Kosten erstattet zu bekommen,gesagt,getan.Sonst hätten wir uns die ICSI nicht leisten können.
1. Gespräch mit KiWu Klinik im Mai 2014 und Start der 1. ICSI im Juli,nachdem der KK Wechsel erfolgt war.Leider musste die 1. ICSI abgebrochen werden,weil sich bei mir noch ein PCO Syndrom raus stellte.Musste dann bis November warten,weil ich Medis dagegen bekommen habe.Aber dann 1. ICSI und sofort ein Volltreffer.

Es gibt leider viele andere Paare die nicht das Glück haben so schnell zum Erfolg zu gelangen.Aber du siehst,es geht manchmal auch ruck zuck.
Psychisch ist das natürlich alles sehr anstrengend.Aber ich habe immer das Gefühl gehabt,das jetzt endlich etwas passiert und das es endlich vorwärts geht,das hat mich mehr als beflügelt und alle Ängste vergessen lassen.
Was die Spritzen,Hormone,Punktion ect. angeht,ist das alles halb so wild.
Wir haben wirklich nur den engsten Verwandten und Freuden von der ICSI erzählt,weil mein Mann verständlicher Weise,ein psychisches Problem mit der Diagnose hatte.Sicherlich waren alle betroffen und haben mitgelitten,aber so richtig verstehen kann deine Ängste um die künstliche Befruchtung nur jemand der den selben Weg gehen musste.Da hat mir dieses Forum hier sehr geholfen.Deshalb "treibe" ich mich hier auch noch viel rum und versuche Anderen ihre Ängste zu nehmen.

Alles Gute für euren Weg!#klee

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Hey,
also bei uns war es auch so, bei mir war alles in ordnung, das spermiogramm meines mannes aber mist, keine schnellen, wenige, die sich im kreis drehen. ich war damals 29, er 33. nachdem wir es etwa 1 1/2 Jahre probiert hatten hat meine frauenärztin uns an eine kinderwunschklinik überwiesen. wir hatten dort ein vorgespräch und dann wurden erstmal viele tests gemacht, etwa ein zyklus lang. dann wurde das ergebnis besprochen und wir haben dann nach einiger zeit (ich glaube zwei monate oder so) ein zweites spermiogramm gemacht, da es wohl immer eine momentaufnahme ist. mein mann raucht leider auch recht viel und dies schon sehr lange. aber auch das zweite war nicht besser, woran es genau liegt kann man eh nicht sagen. naja uns blieb also auch nur die icsi und wir wollten das probieren.
bei uns übernahm die kasse je 50 %, für einen versuch mit blastos lagen wir so bei ca. 2.000 € ohne einfrieren oder anderes.
der erste versuch ging dann leider auch in die hose. ich muss sagen, dass ich aufgrund meines alters eigentlich wirklich überzeugt war, dass es bei uns gleich klappt. klar klappt es meist nicht beim ersten versuch, aber bei uns doch. naja war dann nicht so. es war schlimm. die spritzen konnte ich mir nicht geben, bin ne totale memme. das hat dann mein mann gemacht und auch das ist belastend gewesen. die spritzen muss man ja immer zur genau selben zeit geben. ich musste immer morgens und abends, ich habe den ganzen tag an nix anderes gedacht. es tat mir auch weh teilweise. der bauch schwemmte etwas auf. letzten endes nimmt man es aber eben auf sich und hat keine alternative. aber viele können das selber und ihnen tut nix weh und es geht problemlos.
das negativ war dann sowas von niederschmetternd.
wir haben zwei zyklen abgewartet und den nächsten versuch gestartet. diesmal waren die spritzen noch schlimmer und ich wusste gegen ende nicht, ob ich einen dritten versuch schaffen würde. nach der punktion war ich nur am heulen, weil ich sogar noch weniger eizellen als beim ersten mal hatte, obwohl wir die dosis erhöht hatten. ich dachte, das kann nichts werden. ich war sehr negativ eingestellt, konnte auch nicht zur arbeit, weil ich so mies drauf war. ich habe dann vor dem bluttest nen schwangerschaftstest gemacht, weil ich nochmal ein so unvorbereitetes negativ nicht ertragen hätte. aber was soll ich sagen, der war positiv und mittlerweile bin ich in der 12. woche...
mein fazit, es war alles genau richtig wie wir es gemacht haben, auch wenn es schwer ist. man muss versuchen, es locker anzugehen. bloß nicht zu verbissen, ich habe immer auch versucht, an etwas anderes zu denken, auch wenn es wirklich schwer ist.

bei dem ersten versuch habe ich übrigens fast jeden tag mit meiner mutter telefoniert. auch wenn sie die situation nicht aus eigener erfahrung kannte, sie hat mir immer zugehört und mit mir gelitten und mir zugesprochen. das war für mich unendlich wichtig, das teilen zu können und nicht nur in sich reinzufressen.

puh das war jetzt auch lang. ich drück dir die daumen dass es bei euch zügig klappt. bei uns ist jetzt mittlerweile mehr als ein halbes jahr seit unserem ersten gespräch vergangen. gebt euch zeit und versucht so wenig druck wie möglich auf euch auszuüben. es lohnt sich ganz sicher. und vergesst nicht, dass ihr euch liebt. LG