Kinderwunsch nach Hodenkrebs

Hallo ihr Lieben,

Ich habe länger hin und her überlegt, ob ich jetzt schon hier schreiben soll, da wir "erst" seit fünf Monaten erfolglos "üben".

Aber von Anfang.

Im Januar 2013 wurde bei meinem Mann ein Tumor im rechten Hoden entdeckt. Er hatte schon etwa ein halbes Jahr vorher eine Veränderung bemerkt, es aber immer wieder aufgeschoben, obwohl ich ihn mehrmals gebeten habe, zum Arzt zu gehen. Aber wie Männer halt so sind... Über Weihnachten 2012 bekam er dann Schmerzen, der Hoden schwoll auf doppelte Größe an, natürlich hatten die Ärzte dann Urlaub. Wir sind dann sofort montags morgens hin (ohne Termin), und wurde gesagt, dass es natürlich dauern könne, da nach dem Urlaub die Praxis rappelvoll war - da wollte mein Mann doch tatsächlich wieder gehen. Sind wir aber nicht, ich habe darauf bestanden, dass wir bleiben. Zwei Stunden später dann der Schock - Krebs. Freitags sind wir zur Anmeldungs ins Kh, am nächsten Montag wurde der Hoden entfernt. Nachuntersuchungen und die Biopsie des gesunden Hodens blieben zum Glück ohne Befund. Am 03.02.213 wurde unser Sohn geboren. Alles nicht so einfach, mein Mann ist selbstständig und konnte nach der Op gerade mal eine Woche frei machen.

Bestrahlung und Chemo wurden nicht gemacht, er hätte "vorsorglich" eine Chemo machen können, um das Risiko eines Rückfalls zu senken, aber er hat sich dagegen entschieden.

Nun wünschen wir uns ein zweites Kind, "Startschuss" war unsere Hochzeitsnacht (13.12.13).

Ich weiß, fünf Monate sind im Endeffekt lachhaft, aber ich habe Angst, dass durch den Krebs oder durch die Op die Fruchtbarkeit geschädigt wurde.

Am 19.05. hat er nun wieder Termin zur Nachsorge beim Urologen, ich fände es gut, wenn er in dem Zusammenhang vielleicht mal ein Spermiogramm machen ließe, weiß aber auch nicht, wie ich das ansprechen soll. Und ich habe auch ein bisschen Angst, dass der Urologe uns dann "auslacht", weils ja erst fünf Monate sind.

Ach, jetzt ist es doch recht lang geworden. Bitte seid mir nicht böse, ich weiß, andere versuchen es schon viel viel länger.

Hat vielleicht jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

Liebe Grüße und alles Gute,

Mary

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Hallo,
nun fünf Monate sind in der Tat noch nicht all zu lange aber du hast ja einen begründeten Verdacht und ich denke ein Spermiogramm kann doch nicht schaden. Normalerweise müsste es mit einem gesunden Hoden ja möglich sein ein Baby zu zeugen aber wenn du es genau wissen möchtest dann sprich doch mal mit deinem Mann und frage ihn ob er dazu bereit ist ein SG machen zu lassen. Er hat doch schließlich auch einen Kinderwunsch und dann sollte da doch nichts dagegen sprechen.

Gruß
Barrik

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Hi Barrik,

danke für deine Antwort! :-)
Ich habe das Thema heute mal angesprochen, aber er hat ein Spermiogramm abgelehnt. :-( Aber vielleicht denkt er ja noch mal drüber nach, den Urologen wenigstens mal zu fragen - sind ja noch zwei Wochen bis dahin.

Liebe Grüße!

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Moin!

Also ich finde es überhaupt nicht abwegig, jetzt schon über weitere Untersuchungen nachzudenken. Immerhin hat dein Mann nur noch einen Hoden und somit wäre jede kleine Einschränkung ja schon von Bedeutung. Und Veränderungen der Spermienqualität können ja auch unabhängig von dem damaligen Befund auftreten.
Wenn dein Mann dazu bereit wäre, würde ich beim Urologen einfach ein bisschen flunkern. Wir hatten damals auch erst 9 Monate geübt. Aber unser Verdacht hatte sich dann leider schnell bestätigt.

Wenn alles in Ordnung ist, könnt ihr euch entspannt zurück lehnen und den Dingen ihren Lauf lassen.
Alles Gute!!!

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Hey Kornblume,

auch dir vielen Dank für die Antwort!

Wie bereits bei den anderen schon geschrieben, ist er (noch?) nicht bereit, ein Spermiogramm machen zu lassen. *seufz* Aber vielleicht klappts ja doch so. :-)

Auch euch alles Gute und viel Glück! #herzlich

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Auf jedenfall würde ich an deiner Stelle mit deinem Mann reden, er wird es mit Sicherheit verstehen. Meinem Partner, der auch etwas länger gewartet hatte bevor er zum Arzt gegangen ist, wurde nach der Hoden-op gesagt, das der andere gesunde Hoden sehr oft auch schon in Mitleidenschaft gezogen ist, kann sein muss aber nicht, is halt von Mann zu Mann unterschiedlich. Und da dein Mann keine chemo oder Bestrahlung hatte ist in der Hinsicht die Fruchtbarkeit nicht eingeschränkt. Ich drück euch die Daumen. Lg Sunshinelady712

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Hi Sunshinelady,

ja, das habe ich jetzt schon öfter gelesen (uns wurde damals gesagt, dass der zweite Hoden i.d.R. die Funktionen des entfernten komplett übernimmt). Ehrlich gesagt mache ich mir aber auch unabhängig vom Krebs Gedanken über seine Spermienqualität, er hat/te nicht unbedingt den gesundesten Lebenswandel. #hicks Der Krebs kommt dann eben nur erschwerend dazu.

Mal sehen, wie es weiter geht.

Vielen Dank und alles Liebe auch für euch!

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Hallo,

ich würde es auf jeden Fall ansprechen beim Urologen. Ist doch ganz normal, dass ihr wissen wollt, wie es nun aussieht mit der Zeugungsfähigkeit. Wobei sich da ja ansich nichts verändert haben dürfte so ohne Bestrahlungen und Chemo.

Mich wundert aber schon, dass dein Mann so schluderig mit seiner Gesundheit umgeht. Mein Ex ist sofort zum Arzt, als er eine Veränderung bemerkt hat und wurde gleich ins Krankenhaus eingewiesen und operiert (Montag Urologe, Dienstag OP). Danach lief es ähnlich wie bei deinem Mann. Es war nur ein Hoden betroffen. Aber bestrahlt wurde er trotzdem. In dem Zusammenhang ist er dann auch aufgeklärt worden, wie das später mit Kindern aussehen könnte. Er wollte aber eh nie welche.

Im Freundeskreis habe ich zwei weitere Männer, die an Hodenkrebs erkrankt waren. Beide haben danach gesunde Kinder gezeugt.

LG
Sassi

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Hi Sassi,

ja, das ist bei ihm leider immer so mit der Gesundheit. Ich kann ihn ja auch nicht zwingen, zum Arzt zu gehen. Er sagt dann "Ja ja, nächste Woche" "Hab jetzt keine Zeit, nächsten Monat", "Wird schon wieder weg gehen". #augen Er ist da, so leid es mir tut, das so hart zu sagen, echt verantwortungslos... Aber wie gesagt, zwingen kann man ihn ja nicht. :-[

Danke für deine Antwort! #winke

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Hallo,

mein Ex war/ist auch so. Deshalb war ich dann doch sehr erstaunt, dass er es plötzlich so eilig hatte. Vermutlich war die Angst vor Krebs doch größer als die Abneigung gegen Ärzte. Ist ja auch nachvollziehbar.

Ich wünsche euch jedenfalls alles Gute und drücke die Daumen.

LG
Sassi

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Würde ich auf jeden Fall machen und ganz nüchtern ansprechen.

Hälfte der Hoden , "Hälfte der Spermien", da ist es doch ganz normal, dass man mal nachschaut wie es aussieht. Und wenn alles ok ist könnt ihr immer noch sagen '5 Monate ist nichts' und entspannt weiter üben

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Richtig, wenn alles ok ist, könnte ich da vermutlich auch entspannter dran gehen. Ich bin so ein entsetzlicher Kopfmensch. #augen Aber ich kann das Grübeln einfach nicht sein lassen. #hicks

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Hallo,

mein Mann hatte ebenfalls Hodenkrebs und daraus resultierend nur noch einen Hoden.

Er hat damals vorsorglich eine ambulante Chemotherapie gemacht - mit Carboplatin und auch nur eine Sitzung.

Seitdem (es ist jetzt 2,5 Jahre her) muss er ständig Kontrolluntersuchungen machen (alle 3 - 6 Monate), bei denen der Unterbauch und der Hoden immer wieder geschallt werden, ab und zu auch eine Blutuntersuchung und ein Spermiogramm.

Wenn der Urologe euch nach dieser Vorgeschichte (Krebs) auslacht, weil ihr ja "erst" 5 Monate übt, würde ich mich beschweren und der Urologe hätte mich das letzte Mal gesehen.

Kein (KEIN!) anständiger Urologe würde behaupten, der Krebs sei irrelevant und man solle doch erst mal 12 Monate so versuchen.

Ich würde einfach hingehen und sagen: hatte Krebs, hat nur noch 1 Hoden, keine Chemo gemacht, wir hätten gern ein Spermiogramm, um mal zu sehen, ob alles in Ordnung ist. Aus, fertig - und nicht mit mir diskutieren lassen.

Mein Mann hat inzwischen 7 SGs hinter sich. 2 vor der Chemo, 5 seit letztem Oktober. Und kein einziger Mensch - weder in der KiWu noch mein Gyn noch sein Urologe oder sein Onkologe, noch nicht mal unser Hausarzt haben es je gewagt, dass wir, obwohl wir auch "erst" im 2. ÜZ waren (Oktober 2013), ein SG machen lassen wollten und direkt in eine KiWu gegangen sind (auch im 2. ÜZ bereits).

Dein Mann hatte Krebs - ihr seid damit ein Sonderfall wie wir auch, denn die Rahmenbedingungen sind von vornherein komplett anders, daher muss man auch nicht so lange warten.

Wobei diese Faustregel - man solle es doch erst mal 12 Monate so probieren - in meinen Augen auch bei augenscheinlich gesunden Paaren totaler Humbug und psychische Folter ist - wenn ich das Gefühl habe, dass etwas nicht stimmt, dann will ich auch untersucht werden und mir nicht anhören, ich solle es erst noch ein Jahr lang so probieren - und wenn ich meinen Verdacht auch noch begründen kann (durch Krebs z.B.) erst recht.

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Korrektur:

Und kein einziger Mensch - weder in der KiWu noch mein Gyn noch sein Urologe oder sein Onkologe, noch nicht mal unser Hausarzt haben es je gewagt uns auszulachen, weil wir, obwohl wir auch "erst" im 2. ÜZ waren (Oktober 2013), ein SG machen lassen wollten und direkt in eine KiWu gegangen sind (auch im 2. ÜZ bereits).

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Liebe Yulara,

vielen vielen Dank für deine ausführliche Antwort! #herzlich

Bei meinem Mann wurde noch kein Spermiogramm gemacht, zur Kontrolle muss er aber auch alle 3 Monate mit Ultraschall, Tastbefund und Blutuntersuchung und alle 6 Monate zum CT. Bisher, wie gesagt, alles "gut".

Ich habe das Thema heute mal angesprochen und ihn gefragt, ob er mal um ein Spermiogramm bittet. Er hat das aber sofort abgelehnt. :-( Ich hab dann nicht weiter gedrängt, das bringt bei ihm gar nichts, hoffe aber, dass er es sich vielleicht noch mal durch den Kopf gehen lässt und es vielleicht doch mal anspricht.

Puuuh, irgendwie fehlen mir gerade die Worte. #gruebel
Also noch mal ganz lieben Dank für deine Antwort! #herzlich

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Hallo, mein Mann hatte auch Hodenkrebs. Festgestellt Ende Dez 2012. Falls du mal schreiben wollen würdest, ich würde mich sehr freuen. Ich kenne keine andere Frau, die das auch miterlebt hat.

LG katharina K.

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