Was macht eine Kinderwunschklinik am Anfang?

Hallo,

ich mache mir schon seit längerem Gedanken um eine Klinik. Da wir jetzt gut 2,5 Jahre am üben sind. Wir sollen angebl. beide gesund sein. Meisten liegt es zwar daran, das mein Mann nicht da ist. Oder das ich krank bin. Viel mit dem Darm zu tun habe.

Meine FÄ ist aus eine Klinik in Bad Münder. Sie hat jetzt ihre eigene Praxis.

Sie hat mich untersucht. Mir auch schon für einen einen Zyklus Clomi gegeben und mich überwacht. Es war jetzt auch die Rede eine BS machen zu lassen. Wo wird das gemacht?
Ich bekam auch Predalon gespritzt.

Bei meinem Mann sind die Spermien top-laut SG.

Wer kann mir sagen, was so eine Klinik am Anfang macht? Und was wir vielleicht noch untersuchen lassen können.

Brauche heute auch etwas Aufmunterung. Und ich möchte auch nicht zuviel Zeit ins Land gehen lassen.

Vielen lieben Dank.

LG Anne

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Am Anfang wird vermutlich nicht allzuviel passieren. Da es ja laut deiner Beschreibung keine nennenswerten Anhaltspunkte für ein vorliegendes Problem gibt, wird man in der Klinik vermutlich versuchen, euch erstmal mit der minimalen Unterstützung, sprich Insemination, zu helfen. Den Stress mit weiteren eigenmächtigen Voruntersuchungen könnt ihr euch meiner Meinung nach sparen, die Kliniken führen ohnehin alle notwendigen Test durch und verlassen sich am Liebsten auf eigene Ergebnisse.

Bestimmt wird noch mindestens ein weiteres Kontrollspermiogramm bei deinem Mann gemacht, ausserdem könnte eine Blutabnahme auf dich zukommen. In einer guten Klinik werden halt routinemäßig noch mal alle möglichen Problemverursacher durchgetestet, damit man sich bei der Behandlungsplanung auf aktuelle Daten stützen kann.

Vermutlich werdet ihr beim ersten Kontakt erst mal mit dem Arzt die bereits vorliegenden Untersuchungsergebnisse (FÄ, SG) besprechen und die für euch angeratenen Möglichkeiten erläutert bekommen.

Wenn ihr euch für eine Behandlung entscheidet, könnte noch ein Überweisung zum Humangenetiker folgen, der einfach anhand eurer Stammbäume und anhand einer Chromosomenuntersuchung prüft, ob vielleicht irgendwelche familiär bedingten genetischen Defekte bisher den Kinderwunsch verhindert haben.
Gleichzeitig wird ein Kosten-/Behandlungsplan erstellt, den ihr an eure Krankenkasse schicken müsst zwecks Genehmigung.
Und dann kann möglicherweise schon im nächste Zyklus mit der Behandlung begonnen werden. Wie das dann genau aussieht, ob Hormonspritzen oder nicht, usw... hängt dann halt von euren Optionen ab. Zu den einzelnen Behandlungsmöglichkeiten gibt es eine Menge guter und informativer Seiten im Web.

Körperlich belastend ist die Behandlung kaum, ausser man verträgt die Hormongaben nicht, falls diese notwendig sind. Das kommt leider auch öfters vor. Selbst die Eizellpunktion im Falle einer ICSI ist relativ harmlos und schnell überstanden.
Psychisch belastend ist vor allem die Ungewissheit und die ständige Hoffnung, dass es doch dieses Mal bitte klappen soll. Denn im Gegensatz zu den "privaten Bemühungen", wo man bis zum Einsetzen der nächsten Regel nie weiß, was Sache ist, kann man bei der Behandlung ziemlich sicher davon ausgehen, das JETZT die Spermien im Eileiter sind, das JETZT eine Befruchtung stattgefunden hat, das JETZT das befruchtete Ei in der Gebärmutter auf die Einnistung wartet. Wenn es dann trotzdem nicht klappt, ist die Enttäuschung um so größer. Andererseits weiß man auf normalem Weg nie, ob man überhaupt schon jemals so weit gekommen ist.

Deshalb rate ich euch, euch so bald wie möglich nach einer Klinik umzusehen. Sie sollte vielleicht nicht allzu weit weg liegen, da man öfters dorthin muss. Trotzdem könnt ihr es ja weiterhin normal versuchen. Vielleicht kommt ihr dem Onkel Doktor ja doch noch zuvor.

Gruß,
Mona-Lou

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Hallo,

ich danke dir herzlich. Du hast es sehr schön geschrieben.

Werde es im Angriff nehmen. Wenn meine FÄ aus dem Urlaub zurück ist.

Brauchen wir eine Überweisung? Ich bin mir nicht so sicher. Ob sie mir eine ausstellen würde. Manchmal habe ich schon das Gefühl, sie will mich hin halten. Es hätte noch Zeit. Aber ich glaube das nicht. Dann wird natürlich das Problem sein. Das mein Mann nicht immer da ist. Wenn es um seine Untersuchungen geht.

SG wurde jetzt zweimal innerhalb eines Jahres gemacht. Trotz seines Streßes waren es super Werte.

Diese Humandiganose oder wie das auch schimpft. Werden die auch in der Klinik gemacht. Oder muß mann wieder von dort weg?

Für mich wäre das alles ziemlich neu werden.

Die Klinik wäre in Bad Münder. Soll einen guten Ruf haben und ist nicht weit weg von uns. Noch in unserem Landkreis.

LG Anne#liebdrueck

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Eine Überweisung ist natürlich notwendig, sollte auch von der FÄ kommen (eventuell mal voher bei der Klinik telefonisch nachfragen, ob von Frauenarzt oder auch Hausarzt möglich)

Normalerweise sagt man so, dass es nach einem Jahr regelmäßiger Versuche und trotzdem ausbleibenden Kinderwunsch eine Behandlung indiziert ist. Wenn ihr natürlich aus den verschiedensten Gründen nie dazu kommt, es am richtigen Tag zu probieren (am Besten 2-0 Tage vor dem Eisprung, möglichst nicht danach) und die FÄ das weiß, kann ich allerdings ihren Standpunkt, falls du richtig vermutest, auch nachvollziehen. Selbst bei absolut regelmäßigen und perfekt getimten Versuchen ist die Wahrscheinlichkeit einer eintretenden Schwangerschaft pro Versuch nur bei etwa 30%. Es ist pro Zyklus also trotz perfekter "Durchführung" sehr viel wahrscheinlicher nicht schwanger zu werden, als einen Treffer zu landen.

Wenn ihr in den 2,5 Jahren also von den möglichen 30 Terminen es vielleicht nur in 5 Zyklen überhaupt mal in der Nähe deines Eisprungs probiert habt, ist eine bisher ausbleibende Schwangerschaft noch überhaupt kein Zeichen für ein vorliegendes Problem, sondern eher Normalität. "Frei nach dem Motto: Wer nicht am richtigen Tag p...t, bei dem nichts floppt" (hoffe, das wird jetzt nicht zensiert #schein). OK, bei manchen klappt es ohne gezieltes Timing gleich beim ersten Mal durch Zufall, aber das sind Ausnahmen.

Vielfach stellt sich bei Paaren dann z.B. im Spermiogramm heraus, das es einen sehr guten Grund für die vielen vergeblichen Versuche gibt, aber bei euch scheint ja alles bestens zu sein.

Das ist aber alles kein Hinderungsgrund für eine Kinderwunschbehandlung. Kann höchstens sein, dass die KK nichts dazu zahlen will, wenn kein wirklich feststellbarer Grund (also Störung bei dir oder deinem Mann) für die Behandlung vorliegt. Das gilt es auszuprobieren.

Die Chromosomenuntersuchung (falls sie vom Arzt für notwendig erachtet wird) wird vermutlich ausserhalb der Klinik erfolgen, man wird dir dort aber sicher einen Humangenetiker nennen, mit dem die Klinik zusammenarbeitet und eine entsprechende Überweisung schreiben.

Gruß,
Mona-Lou

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