Köpfchen in der Bauchlage halten - Erfahrungsbericht für andere Mütter

Hallo liebe Muttis,

da meine Zwillis gerade schlafen, möchte ich die Zeit schnell nutzen, Euch mal meine Erfahrungen zu schildern, bezüglich Köpfchen halten in Bauchlage.

Unsere Jungs sind jetzt ein halbes Jahr alt und wurden in der 35+2 SSW per Kaiserschnitt geboren.

Maximilian, der kräftigere der Beiden, hat sich die vergangenen Monate ganz normal entwickelt, sein Bruder Benjamin hinkte etwas hinterher. Beide Kinder hatten bzw. haben etwas flache Hinterköpfe, was u. a. daran lag, dass sie sich den Platz im Bauch schließlich teilen mussten.

Bei Benjamin hatten wir die letzten Monate das Problem, dass er ganz ungern auf dem Bauch liegen wollte, da er es einfach nicht schaffte, sein Köpfchen zu halten und immer wieder mit der Nase in die Decke versank. Bei den U-Untersuchungen nahm das die Kinderärztin zwar zur Kenntnis, sah aber noch keinen großen Behandlungsbedarf. Meiner Hebamme, bei der ich mit den Kindern zurzeit noch Delfi-Kurse mitmache, gefiel die Entwicklung aber nicht und sie drängte darauf, dass Benjamin Krankengymnastik bekommen sollte. Bei der U 4 sprach ich die Kinderärztin darauf an und tatsächlich wurde 10 x Krankengymnastik nach Votja (oder wie sich das schreibt) verschrieben. Die Krankengymnastik brachte zwar leichte Erfolge, aber so wirklich gefiel es mir dort nicht. Benjamin konnte am Ende der Behandlung zwar sein Köpfchen heben, aber nur für sehr kurze Zeit und dann immer ziemlich schief, nämlich zur rechten Seite.

Bei der U 5 stellte die Kinderärztin auch diese "Schiefe" fest, sah aber wieder keinen Grund zur Behandlung und bat mich, am 17.07.06 mit Benjamin noch einmal zur Untersuchung zu kommen, um zu sehen, ob sich etwas verändert hat.

Nun haben unsere Lütten in den letzten Tagen begriffen, wie man sich vom Rücken auf den Bauch drehen kann. Seitenlage finden die beiden auch ganz klasse und schlafen in dieser Position auch am liebsten ein.

Letzte Woche war ich wieder bei einer Delfi-Stunde, als mich die Hebamme ansprach, dass sie das Gefühl hätte, Benjamin würde den Kopf schiefer halten als sonst. Und damit hatte sie Recht. Sie riet mir, unbedingt mal einen Orthopäden aufzusuchen und äußerte den Verdacht, dass was eingeklemmt sein könnte.

Ich habe mir natürlich gleich große Sorgen gemacht und vereinbarte bei einem bekannten Kinderorthopäden in Hannover einen Termin. Zum Glück hatte er kurzfristig noch was frei. Im Internet hatte ich schon mal was über das KISS-Syndrom gelesen, aber die Krankengymnastin hatte mir gesagt, dass er das nicht hätte, schließlich könnte er den Kopf nach links und rechts drehen.

Der Orthopäde untersuchte Benjamin und zeigte mir, woran man erkennen würde, dass es sich doch um das sogenannte KISS-Syndrom handeln würde. Benjamin lag auf dem Rücken und er dreht den Kopf auf die Seite. Benjamins Schulter kam beim Drehen automatisch mit nach oben und das auf beiden Seiten. :-( Dann der gleiche Versuch bei seinem Zwillingsbruder und prompt das gleiche Problem! Es wurden zwei Röntgenbilder von Kopf/Halswirbelsäule gefertigt und auch darauf war die Schiefe, selbst für mich als Laien, deutlich erkennbar. Nach den Röntgenbilder folgte die Behandlung, bei der der Orthopäde zwei bestimmte Stellen im Halsbereich drückte und anschließend auch auf dem Rücken.

Anschließend machte er die gleichen Übungen wieder: Kopf nach links und rechts drehen: Schulter blieb gerade liegen. Kopf hoch und runter kippen, Kind hochheben zur rechten und zur linken Seite. Klappte alles bestens. Er entliess uns mit den Worten: "Jetzt müsste alles wieder in Ordnung sein."

Heute, drei Tage nach dieser Behandlung, liegen meine Söhne entspannt auf dem Bauch und recken ihre Hälse und halten den Kopf nach oben, das kann sich keiner vorstellen!!! Die Veränderung ist unglaublich.

Also wer auch ein Kind hat, dass mit fast einem halben Jahr immer noch Schwierigkeiten hat, den Kopf zu halten, dem kann ich nur empfehlen, mal einen Orthopäden aufzusuchen.

Übrigens war der Orthopäde, bei dem wir waren, entrüstet, dass ich 10x bei einer Krankengymnastin war, die nicht von allein bemerkt hat, dass der Kopf so schief ist, dass Krankengymnastik allein da nicht mehr hilft. Bei Gelegenheit fahre ich dort noch mal vorbei und werde das mal sagen.

Also im wahrsten Sinne des Wortes: "Kopf hoch." Den Lütten kann in vielen Fällen durch einen vernünftigen Orthopäden geholfen werden!

Viele Grüße
Steffi


1

Hallo Steffi, wie meinst du das mit "schief halten"? Wie sieht das genau aus? Neigt er den Kopf oder schaut er zur Seite?
Hab nächste Woche U5 und Benjamin;-) hat auch noch Probleme (auch 35+2 gebohren)
Er kann den Kopf zwar kurz anheben, aber länger halten geht nicht.
Auch im Sitzen oder aufrecht Tragen eiert er immer rum.
Ansonsten ist er völlig normal entwickelt.

Lg Conni und Ben (31.01.06)

2

Hallo Conni,

ich weiss gar nicht, wie ich das erklären soll: Wenn man Benjamin hochgehoben hat und er einen ansah, hatte man das Gefühl, der Kopf kippt nach links. So, als würde der Kopf nicht gerade auf dem Hals sitzen.

Bei uns war es wie du es auch schreibst. Selbst im Sitzen oder aufrecht tragen hatte er manchmal Schwierigkeiten, die Balance zu halten. Ist durch die Behandlung jetzt aber auch schon deutlich besser.

Der Orthopäde meinte auch, dass man Benjamin noch etwas Zeit geben müsse, sich an die neue Situation zu gewöhnen. Ansonsten ist unser Sohnemann von der Entwicklung her auch völlig normal.

LG Steffi mit Max und Benni (02.01.06)

3

Hallo Steffi !


Wir hatten/haben ein ähnliches "Problem" !

Alexander hat 8x KG nach Bobath bekommen, weil dem KA, nach uns, auch die Schiefhaltung des Kopfes aufgefallen war.

Bobath reichte nicht aus, er legte sich zwar mittlerweile links, schaute auch selbst zu dieser Seite, aber bevorzugte weiterhin die Rechte.
Also haben wir letzten Freitag mit Vojta gestartet, bei einer anderen Physiotherapeutin.

Die erste Therapeutin meinte auch, dass er kein KISS-Syndrom hat, weil er eigenständig den Kopf drehen kann, in dieser Position bleibt, sowie den Kopf auch wirklich gut hochhalten kann, und die Händchen öffnet.

Die neue Physiotherapeutin meinte jedoch sofort, dass er ein KISS-Syndrom hat- und hat uns für heute einen Termin bei einem bekannten Chriopraktiker in Köln ausgemacht ! - Ab morgen ist die Praxis geschlossen, Urlaubszeit!

Also waren wir dort heute morgen- auch Alexander wurde geröntgt, und eingerenkt- und das KISS-Syndrom wurde bestätigt !

Was soll man dazu noch sagen ...

Bobath war jetzt aber trotzdem hilfreich für ihn- und nun wird die Zeit zeigen, was ihm das jetzige Einrenken schon gebracht hat.

Ich habe gestern noch nach "KISS-Syndrom" gegoogelt, dort schrieb eine Mutter von drei Kindern, dass sie auch erst im späteren Alter der Kinder auf das Syndrom gestossen sind. Die Kinder waren zB unruhig oder unkonzentriert und somit schlechter in der Schule.
Nach der orthopädischen Behandlung war das auch aufgehoben.

Unser kleiner Mann hat zwar jetzt auch noch eine Deformation des Kopfes, aber das soll sich bis Jahresende gebessert haben.
Im Herbst haben wir in Köln einen zweiten Termin. Unsere vierjährige Tochter nehmen wir zu diesem Termin auch mit, weil wir sie auch aus verschiedenen Gründen dort einmal vorstellen möchten- wo ich jetzt den Bericht dieser Mutter gelesen habe !

KISS soll gerade unter der Geburt entstehen, wenn die Ärzte "härter anfassen" müssen, weil das #baby zügig geboren werden muss !
Die armen Kleinen !

Bei Alexander ist also das Hochhalten des Kopfes kein Problem, jedoch die bevorzugte Kopfhaltung und -lage.
Seine Wirbelblockade lag/liegt übrigens zwischen den Schulterblättern. Vielleicht konnte/wollte er deswegen bisher nicht entspannt bei uns auf dem Bauch liegen, und hat den Kopf nur hochgehalten !! Vielleicht war es ihm gar nicht möglich ...

Er versucht sich aber auch schon etwas zu drehen seit zwei Tagen ! #huepf
Er ist jetzt 4,5 Monate, korr. 3,5.

Wir wünschen Euren Zwei auch alles #klee weiterhin !!! #sonne

War es für Euch auch eine Privatbehandlung und erstattet die KK etwas ?

#herzlich

Chaos #wm


P.S. Die erste KG hat übrigens bei der KG die nach Vojta therapiert gelernt ! #augen

4

Moin Chaos,

ist schon interessant, dass gerade Krankengymnasten (zumindest einige) Wirbelblocken nicht rechtzeitig erkennen. Dabei spiel gar keine Rolle, ob es sich nun um das KISS-Syndrom handelt oder nicht, da dieses ja, warum auch immer, nicht überall anerkannt wird.

Wir mussten für die Behandlung eines Kindes 68,00 € bezahlen. Bei Zwillingen also das Doppelte. Egal, denn der Erfolg war nach der Behandlung gleich sichtbar und uns das Geld somit wert.

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten nicht, da das KISS-Syndrom bislang wie gesagt noch nicht überall als Diagnose gilt.

Wünsche Euch ebenfalls alles Gute weiterhin!

Steffi

5

Hi Steffi !


Ja, das ist äusserst negativ anzusehen ! #augen

Wir hoffen jetzt natürlich auch nur, dass es unserem Kleinen besser gehen wird !

Wir waren am Mittwoch bei einem renomierten Arzt in Köln, aber vielleicht habe ich das auch schon geschrieben- habe jetzt nicht nachgelesen.
Er hat geröntgt und eingerenkt. Jetzt wird die Zeit zeigen, ob er beide Seiten zum liegen und schauen einnehmen wird - und sich die Kopfdeformation löst.

Wir haben über 100 € für die Behandlung gezahlt. Die Unterlagen sind jetzt bei unserer KK zur Bearbeitung.

Alles #klee !


Chaos #wm

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