Einsparung beim Heizen -Verständnisfrage

Ich habe eine Frage zum Thema Energiesparen beim Heizen.

Unsere Gasheizung kann über ein Display im Wohnzimmer gesteuert werden. Hier haben wir Nachts 17 Grad eingestellt, Vormittags 19 und ab Nachmittag 20 Grad.

Jetzt hat jeder Heizkörper noch das Drehthermostat.

Was ist jetzt das Entscheidende. Geht die Heizung nach der Raumtemperatur? Wenn die Sonne scheint, sind die Räume ja wärmer.

Wenn mir jetzt warm ist und die Heizung auf 1 steht, es aber durch die Sonne 20 Grad sind, verbraucht die Heizung soviel als wenn es abends ist und die Heizung auf 3 steht für 20 Grad?

Vielleicht hab ich ein Brett vorm Kopf, aber ich verstehe nicht, wofür ich noch die Drehthermostate brauche. Es war mir sonst immer egal, aber jetzt muss ja gespart werden.

Danke euch!

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Die Thermostate am Heizkörper würgen die Heizung bzw. den Heizkörper ab wenn der Raum warm genug ist. Effizienter ist die Heizung würde die Vorlauftemperaturen des Heizungswassers zentral absenken. Das macht das Display. Das Display misst wahrscheinlich ebenfalls die Temperatur im Wohnzimmer.

Die Thermostate brauchst Du nur, wenn Du den Wunsch hast einzelne Räume zwischenzeitlich weniger und anders zu beheizen als den Rest der Wohnung/des Hauses. Je besser gedämmt das Haus ist, desto schädlicher sind Thermostate wenn es um das Sparen geht.

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"Je besser gedämmt das Haus ist, desto schädlicher sind Thermostate wenn es um das Sparen geht."

Wieso schädlich?

Und: auch im gut gedämmten Haus muss man ja nicht alle Räume gleich heizen.
Wir haben hier viele kleine Zimmer.
Das beste Beispiel sind die Kinderzimmer:
Um 17.00 drehe ich die Heizung aus. Es bleibt lange genug warm, dass die Kinder sogar im warmen Raum einschlafen. (Schlechter gedämmt hieße, die Restwärme reicht weniger lang, die Heizung muss länger laufen) Morgens ist es 1-2° kälter. Stoßlüften. Dadurch gehen sicher noch mal 1-2°(?) verloren - habe ich nie gemessen.
Erst mittags drehe ich die Heizung wieder an, nach 20 Minuten ist der kleine Raum wieder schön warm. Und schon um 17.00 wieder aus ;-).
Warum sollte der Heizkörper dort 20 Stunden lang immer mal wieder anspringen, um 20° zu halten, wenn ich diese Temperatur doch nur 4 Stunden lang brauche?
Und am Wochenende drehen die Kinder gleich morgens ihre Heizung an.

Das neue Haus wird nur unwesentlich besser gedämmt - von KfW 120 auf KfW 100.
Da bekommen wir dann programmierbare Thermostatventile, die im Prinzip das selbe tun.

Je seltener ein Heizkörper anspringt und warmes Wasser anfordert, desto weniger Gas brauche ich doch.
Ich habe im letzten Winter schon viel Gas eingespart, seit ich endlich mal konsequent die Thermostatventile benutzt habe.

LG

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Ersetze hier schädlicher durch überflüssiger.

Überflüssig in gut gedämmtem Haus: ich schaffe zwischen den Räumen maximal 2, vielleicht 3 Grad Temperaturunterschied, selbst wenn ich einen Raum nicht heizen würde. Solche Unterschiede habe ich einmalig über die Durchflüsse der Heizkreise eingestellt. An sind die Heizkreise immer und überall. Würde ich das über Thermostate machen kann ich 1-2 Tage warten bis etwas passiert. Bis dahin habe ich vergessen ob mir gestern zu kalt oder zu warm war. Ich kann bei mir keinen Raum mal eben aufheizen (Niedertemperaturheizung) und nicht gegenüber anderen Räumen abkühlen (Dämmung).

Schädlich weil ein Thermostat regelmäßig an/aus schaltet - das ist seine Aufgabe. Dadurch muss die Vorlauftemperatur zwangsläufig höher sein als eigentlich nötig um die Wunschtemperatur im Raum zu erreichen. Bei Gasheizungen nutzt du den Brennwerteffekt mit Thermostaten weniger, viel relevanter ist das ganze erst bei Wärmepumpen die mit jedem Grad weniger Vorlauf deutlich effizienter werden. Daher ist dort die erste Maßnahme zum Sparen alle Thermostate zu deaktivieren. Bei mir ist es sparsamer alle Räume zu heizen statt einzelne Räume nicht. Im Altbau oder mit anderer Heizung muss das aber nicht so sein.

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#rofl Über dieses Thema diskutieren mein Mann und ich seit Jahren!

Es war einfacher zu denken, solange das Wohnzimmer einen reinen innen-Temperaturfühler hatte. Da war klar:
Sobald im Wohnzimmer die Zieltemperatur erreicht ist, geht die Heizung aus. Gnadenlos.
Dann konnte man die Thermostatventile in allen anderen Räumen auf 5 drehen, da tat sich nix mehr.

Das war aber mit Kindern blöd; es wurde oben im Haus nie richtig warm.

Deshalb rechnet die Heizung jetzt mit einem Algorithmus aus Innen- und Außenfühler. Und senkt dann die Vorlauftemperatur, wenn es draußen warm ist und/oder sich drinnen der Zieltemperatur nähert.

Das spart natürlich im Prinzip Gas.

Leider sorgt das aber dafür, dass die Heizkörper auf Stufe 2 sehr unterschiedlich warm werden - und manchmal sehr lange brauchen, um die Zieltemperatur zu erreichen...

Im letzten Jahr haben wir das System ausgetrickst, indem wir uns im Wohnzimmer auf dem Display 23° gewünscht haben. Das Thermostatventil stand aber kurz vor 3 - so wurde es 20°, dann hat sich dieser Heizkörper ausgeschaltet.
Generell haben wir - bei vermutlich relativ hoher Vorlauftemperatur - am Thermostatventil dafür gesorgt, dass jeder Raum nur geheizt wurde, wenn er benutzt wird. Da die Räume ziemlich schnell warm wurden, brauchte man dafür keine Planung und keine Voraus-Heiz-Zeit. So haben wir im letzten Jahr sogar eine Menge Heizkosten gespart, im Vergleich zu vorher.

Jetzt bin ich unentschlossen.
Eine niedrige Vorlauftemperatur soll ja sparsam sein.
Wenn die Vorlauftemperatur aber stark schwankt, kann ich mit meinen Thermostatventilen nix mehr anfangen - ich weiß ja nie vorher, wie warm der Heizkörper wirklich wird... Dann drehe ich das Thermostatventil viel früher auf, drehe es sicherheitshalber höher... hm.


Also noch mal Kurzfassung:
Das Display fühlt, wie warm es ist, und passt die Vorlauftemperatur an. Wenn es an allen Fühlern warm genug ist, geht die Heizung aus.
Das Thermostatventil fühlt auch die Temperatur. Wenn der Raum warm genug ist, geht dieser Heizkörper aus.

Ich persönlich denke, dass ich mehr Gas spare, wenn ich über die Thermostatventile spare. Wir haben viele kleine Räume, so dass wir manche fast gar nicht heizen und andere schnell aufheizen können, wenn wir dort sind. Trotzdem habe ich gerade gewisse Hemmungen, mir 23° zu 'wünschen'... und manuell kann ich leider keine Vorlauftemperatur einstellen.
Wenn jemand eine Lösung weiß, immer her damit.

LG

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Die Komplette Heizung über einen Thermostat in einem Raum zu steuern, halte ich auch für Kontraproduktiv. Wir haben im Wohnbereich (Küche, Esszimmer, Wohnzimmer) 3 große doppelflügelige Terassentüren, die obendrein nach Südwesten ausgerichtet sind. Wenn da den ganzen Nachmittag die Sonne rein scheint, haben wir auch ohne Heizung deutlich über 20°. Im benachbarten Gästezimmer, was lediglich ein Fenster in Nord-Ost-Richtung hat, ist es aber ohne Heizung deutlich unter 20°. Wir haben dafür Raumthermostate in jedem Zimmer. Der Vorlauf der Heizung wird über einen Außenfühler geregelt, der im Nordosten hängt und somit zumindest im Winter nur wenig Sonne abbekommt (meine Eltern haben den Fühler abgeklemmt, weil die Heizung immer zu schwach war, wenn draußen die Sonne schien).

LG

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Ich glaube, es hängt viel mehr am Nutzerverhalten, als man normalerweise annimmt.

Das einzelne Thermostatventil war super, solange wir keine Kinder hatten.
Da wurde ja de facto nur das Wohnzimmer genutzt. Die anderen Zimmer wurden "irgendwie ein bisschen" mitgeheizt, aber wenn es im Wohnzimmer warm genug war, ging gleich die ganze Heizungsanlage aus.
Das war auf eine Art auch energiesparend...

Und wenn man Besuch bekam und die anderen Zimmer brauchte, musste man halt das Haupt-Thermostatventil austricksen.

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Stell Dir die Heizung wie ein Wasserkocher vor. -- sie macht im Keller so heiss, dass Deine Wunschtemperatur oben erreicht wird. (das ist voreingestellt). Da unten wird also immer das Wasser hochgekocht und wenn du oben die Termostate abdrehst, dann muss sie zwar nicht so viel abgekühltes wasser wieder hochkochen, - schafft aber viel.

heisst: MEHR sparst du, wenn du die Heizung unten so runter regelst, dass du oben auf 5 deine Maximal-Wunsch-Temperatur bekommst. --- sobald du in vielen Räumen auf 3 runter regeln musst, weil es sonst in den Räumen zu heiss wird, kocht die Heizung unten zu viel und zu heiß.

Auf einen einfachen Nenner ebracht. - es ist etwas komplizierter.
wer also nie auf 5 Dreht, hat von "unten" eindeutig zu heisse Vorlauftemperaturen.

Wir können zum Glück bei uns an der Heizung die Grad des Vorlaufes einstellen, also 60 oder 54 Grad.... --- die Einstellungen mit "Wunschtemperaturen" laufen tatsächlich etwas verschwenderischer.

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Sehr schön erklärt ;-)

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Du hast offenbar auch meinen Text gelesen ;-)

Nach deiner Erklärung müsste ich jetzt die "Wunschtemperatur" so weit runterstellen (ausprobieren), dass ich mit Thermostatventil auf Stufe 5 diese Temperatur erreiche. Richtig?
Aber gleichzeitig dafür sorgen, dass das Wohnzimmer der letzte Raum ist, der die Zieltemperatur erreicht, sonst geht die Heizung aus und der Rest wird nicht warm.

Das hat den Nachteil, dass alle Räume ewig brauchen, um überhaupt warm zu werden.
Ich vermute ja, dass die Methode super ist, um ein Haus mit 4-5 Zimmern zu heizen, die alle Recht groß sind - wie heute üblich.

Für unsere 13(!) sehr winzigen Zimmer bin ich da skeptisch... Aber vielleicht probiere ich es mal einen Monat lang aus.

Ich sehe hier immer den Brennstoffverbrauch im Vergleich zum Vorjahr. (Also Oktober 21 vs Oktober 22)
Über die manuelle Regelung der Thermostatventile habe ich 1/3 Gas gespart!! Eigentlich reicht mir das... ;-) Aber der Winter ist ja noch lang und bietet Zeit zum experimentieren.

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Ui ui, eine Wissenschaft für sich. Ganz dunkel klingelt es in meinem Hirn mit den 23 Grad, was eine auswringen schrieb. Die Heizung war nämlich auf 23 Grad tagsüber eingestellt und so warm wollten wir es nie. Ich meine, dass der Heizungsmonteur das absichtlich gemacht hat, dass die Heizung sich früher abstellt.
Auf jeden Fall werde ich sie bis Mittags auf niedrigerer Temperatur lassen, da niemand zu Hause ist, außer dem Hund. Und sie mag es nicht so warm.