Hauskauf sinnvoll? - wie lebt ihr in kleinen Reihenhäusern mit Familie?

Meine Schwester überlegt ein Haus zu kaufen, da sie aktuell ein gutes Angebot hat. Sie hat mich um Rat gefragt wie sinnvoll das ist, allerdings leben wir komplett anders als sie (Wir: grosses altes Haus auf dem Land, sie: in der Stadt), daher dachte ich frage ich mal euch wie ihr wohnt und wie zufrieden ihr damit seid.

Kurz zu den Fakten: Meine Schwester ist frisch verheiratet, hat noch keine Kinder, plant aber in den nächsten Jahren mit der Familienplanung zu beginnen und wünscht sich 2-3 Kinder.
Das Häusschen ist ein kleines Reihenhaus an sehr guter Lage. Der Garten ist winzig (das findet sie gut weil wenig Arbeit) und das Haus ist auch eher klein (120 m2, 4.5 Zimmer auf 3 Stockwerken). Das Haus ist fast 100 Jahre alt aber zumindest optisch gut gepflegt und in Schuss. Da würden sie aber natürlich noch eine Fachperson drüber schauen lassen. Wenn sich das Haus in einigen Jahren als zu klein erweisen würde hätte sie auch kein Problem nach etwas grösserem Ausschau zu halten. Preislich ist das Haus so, dass einer der beiden - meine Schwester oder ihr Partner - das Haus alleine tragen kann, wenn auch nur knapp. Wenn der andere Teil noch etwas dazu verdient reicht es relativ locker und im Moment arbeiten ja ohnehin beide 100%. Sie haben auch nicht vor, dass wenn es mal Familie gibt, einer Vollzeit Zuhause bleibt.

Gibt es welche von euch, die in einem ähnlichen Haus mit Familie wohnen? Findet ihr es praktikabel und hättet ihr es nochmal so gewählt? Wie viele Kinder habt ihr und haben alle ein eigenes Zimmer?

Ich denke es macht Sinn, dass sie jetzt nichts zu grosses kauft, da ja noch keine Kinder da sind und sie die nächsten Jahre ohnehin mit ihrem Partner alleine dort wohnt. Andererseits möchte sie auch nicht sofort umziehen müssen wenn sie Familie haben und es dann doch zu eng wird.

Danke für eure Meinungen :)

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wir haben früher in einem reihenhaus mit mini garten gewohnt. ich muss ehrlich sagen, jetzt in einer stadtwohnung habe ich mehr privatsphäre :-D
es ist wirklich sehr eng aneinander und in den gärten guckt sich jeder die ganze zeit an, man hört jedes wort der nachbarn draußen & drinnen auch viel. wir haben auch immer gehört, wenn jemand nebenan die treppen hochgegangen ist und es wurde sich viel wegen "lärm" beschwert, was einfach ein normales nutzen des hauses war.
der garten war dann bei 2 kindern auch viel zu klein, man konnte nicht mal wirklich laufen, eigentlich wie eine größere terasse :-D

ich würde als erwachsene nicht mehr in so ein reihenhaus ziehen, aber wenn es ein sehr gutes angebot ist und die möglichkeit besteht, sich danach was größeres zu kaufen, würde ich es vielleicht vorübergehend ausprobieren.

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Danke für deine Antwort! Hast du in der Stadtwohnung jetzt einen grösseren Garten?
Der Vorteil bei meiner Schwester wäre, dass ein Wald nur 100 m entfernt ist und es auch einige schöne Spielplätze in der Nähe hat. Sie wären also nicht nur auf den Garten angewiesen.

Das mit dem Lärm und der Privatsphäre ist ein guter Punkt. Da werde ich ihr sagen, dass sie sich das unbedingt anschauen soll bzw. vielleicht schon vor dem Kauf mit den Nachbarn das Gespräch suchen kann.

Die Alternative zu "jetzt Reihenhaus und später was grösseres Kaufen" wäre eben vorerst weiter mieten und sparen und dann später gleich etwas grösseres zu Kaufen. Echt eine schwierige Frage.

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ne, heute gehen wir täglich raus und haben in der stadt viel mehr möglichkeiten :-) aber das kommt natürlich stark auf die umgebung an. ich meine nur, garten ist nicht gleich garten. in so einem mini stück, wo alle einen beäugeln und man kaum spielen kann, lohnt sich meiner meinung nach kaum. aber kaufen statt mieten ist wohl oft eine gute idee, wenn man es sich leisten kann. und ein wald in der nähe ist auch toll, sowas hatten wir nicht :-)
die privatsphäre wäre für mich ein ausschlaggebender punkt, aber das ist ja auch sehr individuell. ich hatte immer das gefühl auf dem präsentierteller zu sein.

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Hallo, wir lebten früher auch in einem Reihenhaus mit ca 80qm auf 3 Stockwerken verteilt, haben 2014 geheiratet und ein Kinderzimmer wäre ja auch da gewesen, 2019 haben wir uns dann aber ein größeres Haus zugelegt, das kleine Reihenhaus vermieten wir jetzt.... ich denke man kann hier nichts verkehrt machen, man kann es dann aber auch wieder verkaufen...

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Also bereut ihr es nicht das Reihenhaus damals gekauft zu haben?
Das klingt gut :)

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Nein ,ganz und gar nicht, wie gesagt, wir vermieten es und haben ein tolles Pärchen zur Miete und so kleinere Häuser oder Wohnungen sind bei uns sehr beliebt und wenn man keine Lust hat sich um Vermietungen etc zu kümmern, kann man es ja auch wieder verkaufen oder man vereinbart von Anfang an einen Mietkauf... also da stehen einem tatsächlich ganz viele Möglichkeiten zur Verfügung... uns war es wichtig nicht an iwen Miete zu zahlen sondern gleich in was eigenes zu investieren und auch wir hatten damals ein tolles Angebot erhalten....
Lg

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"Man sollte bedenken, dass man nicht weiß, ob und wie viele Kinder man haben wird.
Vielleicht kann sie keine Kinder bekommen oder sagt nach einem Kind, dass das reicht, wäre sie nicht die erste." - Das ist natürlich klar. Eine gewisse Unsicherheit wird man immer haben im Leben. Hilft jetzt bei dieser Fragestellung aber nicht wirklich weiter.

Die anderen Punkte die du schreibst sind sehr allgemein und absolute Basics wenn es um Immobilienkauf geht. Darum geht es aber in meiner Frage nicht.

Wie hast du das denn als Kind im Plattenbau empfunden? Hattest du ein eigenes Zimmer? Fandest du es eng? Wie lebst du heute?

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Zum Thema Enge
Früher war es normal, dass Geschwister sich ein Zimmer teilten. Auch kleinere Zimmer waren eher normal. Das ist denke ich mal ein subjektives Empfinden von uns Erwachsenen, dass Kinder ein eigenes und/oder großes Zimmer brauchen.
Ich habe selbst 16 Jahre auf 7,5 qm gelebt und klar war es manchmal eng, aber das kam eher im Alter als der erste Freund kam oder auch mal Freundinnen übernachten wollten.

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Hallo,
also wir leben so mit drei Kindern, die inzwischen 16, 14 und knapp 11 sind. Einziger Unterschied ist, dass wir in einen Neubau eingezogen sind. Damals waren die Großen 3 und 1 Jahr alt und Nummer 3 nicht geplant.
Klar hätten wir lieber ein freistehendes Haus mit größerem Garten.
Aber manchmal muss man eben die Wünsche an die finanziellen Möglichkeiten anpassen. Für uns war es wichtig, dass wir immer noch relativ schnell in der Stadt und somit am Arbeitsplatz sind und der Abtrag auch für einen allein machbar ist.
Wir zahlen jetzt weniger Kreditrate als in einem vergleichbaren Haus die Kaltmiete kosten würde. Wir können (mindestens) zweimal im Jahr in Urlaub fahren, haben zwei abgezahlte Autos und müssen nicht in Panik ausbrechen, wenn die Waschmaschine kaputt geht.
In ca. 2 Jahren ist das Haus abbezahlt und wir können meiner Tochter dann ein Auslandsschuljahr in den USA ermöglichen.
Mit einem anderen/größeren/teureren Haus wäre das alles nicht so locker flockig.
Zum Thema Privatsphäre - in unserer Reihe stehen 4 Häuser, die nächste Reihe direkt dahinter. Natürlich bekommt man ziemlich viel von den Nachbarn mit, aber da alle total entspannt sind, ist das kein Problem. Hier beschwert sich keiner, wenn es im Sommer mal (!) abends länger laut ist, wenn sonntags mittags Rasen gemäht wird. Man nimmt sich gegenseitig Pakete an, grüßt sich, gießt im Urlaub die Blumen bzw. leert den Briefkasten und ansonsten - Leben und leben lassen!
Ich würde es immer wieder so machen!

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Nachtrag - aufgewachsen bin ich mit meiner Mutter (alleinerziehend) in einer 2-Zimmer-Wohnung mit ca. 50 qm. Meine Mutter musste zum Schlafen abends im Wohnzimmer die Couch ausklappen.
Mein Mann musste sich mit seinem Bruder das Zimmer teilen, bis der Bruder auszog.
Ich finde, das sind schon ganz schöne Luxusprobleme, die du (TE) hier beschreibst!

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Das klingt toll, Danke!

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Hallo!

Bei einem fast 100Jahre alten Haus sollte man unbedingt darauf achten ob es unter Denkmalschutz steht.
Wenn dem so ist, würde ich als "normaler" Eigentümer die Finger davon lassen...

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Guter Punkt, es steht nicht unter Denkmalschutz. Die ganzen Gebäude in der entsprechenden Strasse sind wohl ähnlich alt aber lange nicht die Ältesten im Ort.

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Wir leben in einem RHM ,allerdigs neu gebaut u. das seit 3,5 Jahren. Wir sind absolut zufrieden. Unsere Nachbarn hören wir drinnen NULL ,man hört einfach nichts,kein Kindergeschrei,kein Getrampel auf der Treppe ,einfach nichts.
wir haben 3 Etagen u. ca. 140 qm Wohnfläche.
Vorher hatten wir eine ETW ,86 qm ,allerdings nur 3 Zimmer.
Es entspannt einiges ,wenn jedes Kind sein eigenes Zimmer hat.Unsere KiZi sind recht klein mit gut 10qm ,aber unsere Kids sind schon sehr groß,da braucht es kein Spielzeug mehr,Hauptsache jeder hat sein eigenes Reich.
Wir haben auch nur einen kleinen Garten u. das auch total gewollt ,ich bauche nicht noch nach dem Job stundenlange Gartenarbeit,ich bin mit Garten groß geworden,ich weiß ,was das bedeutet.
Zu allen Nachbarn haben wir echt netten Kontakt,klar hört man sich im Sommer auf Terrasse,aber auf einem Balkon ist das ja auch nicht anders. Es gibt li&re jeweils einen Sichtschutz ,wir haben um vorn an der Terrasse große Gräser ,das bietet Privatspähre. Die kleineren Kids nebendran stören uns Null.
Spielplätze sind hier in 5 min 2 Stück erreichbar,von daher bräuchte man keine Trampolins,Rutschen etc im Garten (meine Meinung).Schwimmbad ist hier auch gleich um d.Ecke.
Wir genießen das Leben mitten in der Großstadt ,mit sehr viel Grün ,in einer 30er Zone ,super Verkehrsanbindung,Gymnasium gleich in d.Nähe ,ebenso Kindergärten ,Grundschulen,Einkaufsmöglichkeiten ,Ärzte usw.
Es muss ja auch alles bezahlbar bleiben .Hier kosten inzwischen ganz neue Reihenhäuser um die 750.000€.
Ich finde 120qm für 4 Personen (mit Keller) gehen absolut in Ordnung.Bei 3 KIds wird es schon schwieriger. Aber man kann halt auch nicht alles im Leben planen.

LG K

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Das klingt wirklich cool, Danke!

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Hallo,
für mich wäre das nichts so eng an eng, aber das ist Geschmacksache. Ich bin Landei und viel Platz gewohnt.
Ich würde mich aber ebenfalls dagegen entscheiden, weil ich mir bei der qm-Zahl nicht vorstellen kann, dass sich die Zimmer gut auf 3 Stockwerke verteilen. Sind zB alle Schlafzimmer oben oder wäre ein Kinderzimmer auf einer anderen Etage? Könnte lästige Lauferei nachts bedeuten.
Auch sonst fände ich es glaube ich nervig.
Das Haus ist schon sehr alt, was ist alles zu tun bzw kommt auf die beiden zu in den nächsten Jahren?
Und: sollten sie das Haus in wenigen Jahren wieder verkaufen wollen, müssen sie evtl Entschädigungszinsen für einen laufenden Kredit einkalkulieren...
ich möchte das ganze nicht schlecht reden, aber ich würde mir das in dem Falle echt ganz genau überlegen bzw glaube ich noch weitersuchen.
LG

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Ich glaube mit Lauferei und Platz sind nicht alle so anspruchsvoll wie du. Nicht alle können sich alles leisten. ;)
Das mit den Entschädigungszinsen ist ein guter Punkt den sie anschauen sollte wenn es um den Kreditvertrag geht.

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Huhu, ich meine damit nicht die qm Zahl an sich, sondern die Aufteilung dieser qm.
Ich glaube einfach, dass 120qm schon reichen, aber die Verteilung auf 3 Etagen nicht optimal ist 🙂 und mir persönlich wäre es einfach zu eng so nah mit den Nachbarn aneinander.
Meine Freundin hat neu gebaut und sie mussten auch über 3 Etagen bauen, nun ist sie kreuzunglücklich 😕

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Hallo,

ich bin in einem Reiheneckhaus aus den 70ern mit 120 qm aufgewachsen.
Das war absolut ok.
Wir hätten das Haus sogar übernommen, wenn wir nicht zu weit weg gearbeitet hätten und nur ein Kind gewollt hätten. Für zwei Kinder passte die Aufteilung nicht. Ich selbst bin ein Einzelkind.

Ich weiß immer nicht, was die Leute erwarten, wie weit man bei frei stehenden Häusern vom Nachbarn weg ist. #kratz
Hier stehen die neueren freistehenden Häuser nur wenige Meter auseinander. Wenn ein Reihenhaus oder eine Doppelhaushälfte vier eigene Wände hat, hat man da nicht weniger Privatsphäre als bei diesen Häusern.
Für richtig viel Abstand zu allen Nachbarn zahlt man entweder richtig viel Geld, oder man muss ganz weit raus ziehen.

Was mich an dem Haus, das Du beschreibst, stören würde, sind die drei Etagen. Da lebt man ja nur auf der Treppe. #schwitz

Aber, wenn das Deine Schwester nicht stört und wenn sie sich im klaren darüber ist, dass sie in ein paar Jahren vielleicht umziehen muss, weil es mit der Anzahl der Kinder nicht passt, klar, warum nicht?

LG

Heike

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Die Treppen kann man ja auch als Vorteil sehen - man bleibt immer automatisch fit 😅

Der Vorteil ist, dass unter dem Dach im 3. Geschoss nur ein großer Raum ist der sich anfangs als Gästezimmer oder später für ältere Kinder eignet. Der Rest der Räume ist auf den unteren beiden Stockwerken, dort würde sich der Hauptteil des Lebens abspielen.

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Ich würde es machen. Was man hat, das hat man. Es ist doch viel sinnvoller, jetzt mit dem Zahlen der Raten anzufangen, als erst in ein paar Jahren. Wenn sich in ein paar Jahren herausstellen sollte, dass das Haus doch zu klein wird, können sie ja über einen Verkauf nachdenken und etwas Größeres suchen. Da sie das Haus selbst bewohnen werden, müssten sie nicht mal Spekulationssteuer zahlen.

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