Interesse an Haus bekunden, ohne unverschämt zu wirken

Hallo zusammen!

Ich habe da so ein Dilemma, das sicher viele kennen, die auf der Suche nach einem Eigenheim sind.

Wir suchen in unserem Örtchen ein Haus und wie in vielen Ortschaften gehen die meisten Häuser hier unter der Hand durch Kontakte weg. Gleichzeitig haben wir so unsere Vorstellungen an ein Haus (und vor allem Garten), sodass hier gar nicht so viele Häuser für uns in Frage kämen.

Nun kennen wir hier ein Haus, das von Älteren Leuten bewohnt wird, die sehr zurückgezogen leben. Man sieht dem Haus an, dass sie (oder auch Angehörige) sich nicht mehr um das Haus kümmern können, der Garten verwildert, es scheint für sie wohl nicht mehr so einfach zu sein.

Das Haus an sich wäre unser absoluter Traum, auch wenn da viel zu tun wäre. Jetzt habe ich absolut Bedenken, da einen Brief zu hinterlassen, um unser Interesse an dem Haus zu signalisieren, schließlich wollen wir niemanden vertreiben, aber es besteht auch nun einmal eine Möglichkeit, dass das Haus den Leuten evtl. zur Last fallen könnte.
Bekannte haben uns auch schon geraten, einen Zettel reinzuwerfen... Ich bin da zwiegespalten.
Wie seht ihr das oder hat vielleicht jemand schon mal Erfahrungen gesammelt?

Ganz lieben Dank und Gruß!

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Hast du die Gelegenheit die Leute mal anzutreffen? Sieht man die mal auf der Auffahrt o.ä.? Dann würde ich sie vermutlich mal ansprechen und einfach mitteilen, dass ihr ja gerade in der Gegend auf der Suche nach einem Haus seid, dass es schwer ist etwas so tolles zu finden wie sie es haben und dann ganz zwanglos sagen „Also sollten Sie mal in Erwägung ziehen das Haus zu verkaufen, wir wären da grundsätzlich sehr interessiert und würden uns freuen, wenn sie uns dann ansprechen“ Und dann mal schauen wie reagiert wird.

Wenn das nicht der Fall ist fände ich es auch ok einen Brief zu schreiben. Würde mich da vorstellen in dem Brief und auch nicht so direkt sagen „wir wollen ihr Haus kaufen“ (ziehen Sie doch langsam mal in ein Altenheim) sondern eher nach dem Motto „Sollten Sie Verkaufsüberlegungen anstellen, würden wir uns freuen wenn Sie sich bei uns melden“.

Klingt hart, aber beruflich schreibe ich oft solche Briefe. Alte Leute sind da oft auch total ordentlich, heften soetwas ab, auch wenn sie sich nicht bei einem melden. Und dann... irgendwann... melden sich mal die Erben - so tragisch das ist.

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Ganz lieben Dank für die ausführliche Antwort!
Leider sieht man sie selbst NIE. Das letzte mal hab ich ein beleuchtetes Fenster im Winter gesehen, aber seit Monaten nichts mehr. Daher werde ich ehrlich gesagt auch etwas zappelig, es würde mich halt wurmen, wenn das Haus anderweitig wegginge, aber andererseits habe ich RIesenverständnis für die Leute, weil auch für Bewohner/Erben/Eigentümer solche Situationen total schwierig sind und man manchmal gar nicht so schnell entscheiden kann, was man mit einem Grundstück machen möchte...
Vielen Dank nochmal! :)

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Hallo,

uns geht es ganz genauso, mit dem kleinen Unterschied, dass unser Haus schon nicht mehr bewohnt wird, da das Paar alterbedingt schon ausgezogen ist. Das hat meinen Druck natürlich verstärkt und ich habe vor Ostern einen Brief dort in den Briefkasten geworfen, der auch eine Woche später abgeholt wurde.

Leider (für uns) scheinen sie auf das Geld nicht angewiesen zu sein bzw. traut sich die Frau anscheinend nicht zu verkaufen. Aufgrund einer Krankheit des Mannes, müsste sie es wohl selbst entscheiden. Das ist zumindest meine Vermutung.

Wir haben jedenfalls keine Antwort bekommen und das Haus steht nun weiterhin leer. Obwohl wir auch reingeschrieben haben, dass wir das Haus auch mieten würden, da ich dachte, dass das die Hemmschwelle etwas senkt.

Wir haben wohl Pech gehabt, aber ich wünsche euch mehr Glück. Besser man wagt es und weiß wie man dran ist, als ewig zu hoffen.

Achso und wenn ihr in so einem Örtchen wohnt, wie wir... kennt man doch meistens wen, der wen kennt und genaueres weiß. Habt ihr es so schonmal versucht?
Uns hat zwar auch leider das nichts genützt, aber versucht haben wirs.

Also, auf gehts, trau dich! Wenn das Haus irgendwann an jemand anders geht (oder verfällt), werde ich zwar sehr traurig sein, aber zumindest weiß ich, dass ich es versucht habe.

Lg Hannalala

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Ganz lieben Dank für die Ermutigung!!
Ja, ich hab mir jetzt überlegt, erstmal die Nachbarn von dem Haus anzusprechen, vielleicht wissen sie ja etwas mehr...
Und ja, ich wäre auch sehr traurig, wenn das Haus verfiele oder anderweitig wegginge... Das ist echt nicht leicht, aber euch auch ganz viel Erfolg!!! :)

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Danke 😊 ganz habe ich die Hoffnung auch noch nicht aufgegeben. Ist ja auch erst ein paar Wochen her und durch die derzeitige Situation ist auch vieles anders/langsamer... wir haben ja jetzt auch in dem Sinne keinen Druck, da wir günstig und hervorragend zur Miete wohnen. Also hab ich den Luxus auf mein Traumhaus noch ein bisschen länger zu warten, bevor wir uns anderweitig umschauen müssen. Wer weiß, vielleicht ergibt sich auch irgendwann etwas anderes, was uns genauso gut gefällt.. oder das Haus wird weitervererbt und dann haben wir bessere Chancen, da der Erbe ein Bekannter von uns ist 😊

Ich wünsche euch, dass es klappt und melde dich doch gerne mal, wenn du dich auch getraut hast (mir war das auch total unangenehm und ich wurde auch hier ermutigt von der Userin die als erstes auch bei dir geschrieben hat!) 😊

Was dir vielleicht noch helfen könnte: Hast du irgendwas mit dem Paar oder Angehörigen/Freunden/etc. zu tun? Oder mit einem Verein vielleicht, in dem die beiden auch waren? Das hilft einen Einstieg zu finden. Oder falls du tatsächlich auch in dem Ort aufgewachsen bist, schreib, wer deine Eltern und Großeltern sind oder wo du genau aufgewachsen bist. Meistens wissen die Älteren dann, wo sie dich einordnen können und es ist eine gute Einleitung, um nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen zu müssen.
So konnte ich das machen, weil die Besitzer "unseres" Hauses in der Straße wohnen, in der ich aufgewachsen bin und ich habe direkt meine Kindheitserinnerungen an das Pärchen als Einleitung in meinen Brief gepackt. Geholfen hat es zwar anscheinend nicht, aber mir hat es die Sache enorm erleichtert 😊

Viel Erfolg 🍀

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Ich verstehe eure Situation, aber erzähle dir aus der Sicht eines solchen Hausbesitzers. Wir haben ein älteres Haus geerbt und haben das Glück hier in bester und begehrtester Lage zu wohnen. Gerade als wir renoviert haben kamen ständig Makler und Privatpersonen in die Einfahrt um zu fragen ob das Haus zu haben ist. Von freundlichen Nachfragen bis hin zu wirklich unverschämten Aussagen war alles dabei.
Es hat GENERVT!!! Auch jetzt noch, Jahre später werden wir immer noch belauert, ob wir uns das Haus auch nach wie vor leisten können.
Deswegen würde ich sagen: wenn Ihr die Besitzer nicht über ein paar Ecken kennt, lasst es.
Es gibt einem ein unangenehmes Gefühl so bedrängt zu werden. So also ob sich die Leute freuen würden wenn man endlich pleite ist, oder über den Jordan geht.

Viel Erfolg euch auf jeden Fall bei der Suche!!

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Vielen lieben Dank auch für diese Perspektive! Spannend! :)
Ist (zumindest in meinem Fall) auf keinen Fall so gedacht, dass man nur abwartet bis man pleite/ausgezogen/tot ist. Deshalb hab ich ja auch die Bedenken! Ich gönne jedem ein wunderschönes Heim ♥
Es wäre nur schade, wenn es verfällt oder anderweitig verkauft wird...
Was wäre denn Ihr Tipp in dem Fall? Kennen Sie vielleicht jemanden, der geerbt hat und es nicht selbst bewohnen wollte/konnte? Wie wäre es für die am Angenehmsten? (Klar, selbst einen Käufer suchen, aber das tun ja leider nicht alle...)
Danke nochmal!!! :)

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Nein, nein, ich wollte dir nichts unterstellen - ich verstehe eure Lage ja auch total!! Mir war es eben nur wichtig, dir auch die andere Seite zu zeigen.
Gegen freundliches Nachfragen spricht ja auch normalerweise nichts. Kann auch sein, dass ich da mittlerweile echt auch ein bisschen empfindlich bin....*lach*

Ich sehe hier in der Gegend auch öfter Zettel an Laternen, oder in Supermärkten wo Leute Ihr Gesuch aufgeben, vielleicht wäre das auch was für euch? Ältere Leute sind ja meist nicht im Internet, aber beim einkaufen...
Den Vorschlag von einem anderen User zuerst mal die Nachbarn zu fragen finde ich auch sehr gut!

VIel Erfolg wünsche ich euch!!

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Hallo
Ich habe einen Brief geschrieben und eingeworfen. So sind wir zu unserem Häuschen gekommen. Ich wusste , dass die Leute kurz vorher verstorben sind und das einzige Kind in einem anderen Bundesland lebt. Chance genutzt und es hat geklappt. Hatte ja nichts zu verlieren. Bei uns gehen die guten Häuser auch nur durch Hörensagen unter der Hand weg. Bis man da was mitbekommt sind sie auch schon verkauft. Habe immer die Todesanzeigen im Ort verfolgt oder mal bei ebay Kl. inseriert, dass wir ein Häuschen suchen.

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Danke schön für den Erfahrungsbericht! Ich denke, hier wird das ähnlich sein und ich denke, ich werde mich irgendwie trauen müssen :)
Aber lieben Dank für die Ermutigung!!

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Direktes Fragen kann auch eine A*schbombe ins Fettnäpfchen sein...

Ich würde versuchen erstmal Kontakt zu jemanden zu bekommen, der jemand kennt, der jemand kennt, der die Besitzer kennt, um so zu sondieren ob einen eine direkte Verkaufsanfrage nicht direkt ins Abseits katapultiert.

Oder öfters mal im Hausumfeld 'rumlungern und schauen, ob man nicht mit den Nachbarn einen kleinen Plausch anfangen kann.

Grüsse
BiDi

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Sehr schön umschrieben! :)
Ich sehe das ähnlich und zum Glück hab ich ein Kind, das stundenlang vor einem Haus spielen kann, da versuche ich mal jemanden abzupassen und meine Anwesenheit auf mein Kind zu schieben :D ;)

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Hallo
Ob das Erfolg hat, kommt ganz auf die Bewohner an. Ein „verwilderter Garten“ muss nichts heißen. Meine Eltern haben auch Freunde, deren Garten definitiv mehr Pflege vertragen könnte. Das schaffen sie körperlich nicht mehr und machen nur das, was sie selbst schaffen. Hilfe annehmen möchten sie nicht, dafür sind sie zu stolz. Modernisierungsmaßnahmen im Haus gab/gibt es.
Meine Eltern selbst haben auch schon mehrere Briefe bekommen. Darunter ist auch eine Person, die mehr oder weniger regelmäßig an sich erinnert. Keine Frage, ist alles nett formuliert aber trotzdem so unangenehm aufdringlich. An diese Person würden sie niemals das Haus verkaufen wollen.
Ich denke auch, dass mehr über Kontakte geht. Meine Schwester hat so ihr Häuschen bekommen. Bekannte unserer Eltern, die mal mitbekommen haben, dass sie sich umschaut. Sie wollten das Haus in guten Händen wissen.

LG

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Ich hätte da auch Skrupel, den Leuten zu nahe zu treten. Es gibt aber genügt andere, die einfach ganz direkt nachfragen.
Vielleicht könntet ihr das ganze so gestalten, dass sie sich nicht direkt angesprochen fühlen. Wir wohnen in einer bevorzugten Gegend (allerdings nur in einer Mietwohnung) und hatten schon ein paar mal professionell gedruckte Karten von Maklern im Briefkasten. In etwa so: "Wir suchen für eine Familie ein Haus auf der XY-Straße und Umgebung. Wenn Sie Ihr Haus verkaufen möchten oder jemanden kennen, der in dieser Ecke ein Haus verkaufen möchte, nehmen Sie doch bitte Kontakt mit uns auf." Das könntet ihr ja selbst gestalten und in die Briefkästen aller Häuser werfen, die euch gefallen.

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Hi,
wir haben es genauso gehandhabt.

Allerdings stand das Haus leer und es ging das Gerücht, es könnte verkauft werden.

Wir haben einen netten Brief geschrieben, unser Interesse bekundet und haben das Haus tatsächlich gekauft.

Nur Mut, wer nicht fragt hat das NEIN schon in der Tasche.

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