Einfamilienhaus kaufen oder „mieten“

Hallo,

Meiner Oma geht es gesundheitlich nicht sehr gut und daher möchte Sie ihr Einfamilienhaus schon jetzt so verkaufen, dass es in der Familie bleibt.
Nun gibt es zwei Optionen wie der Verkauf geregelt werden kann.

Option 1:
Meine Eltern kaufen das Haus, da meine Mutter es sowieso erben würde entfällt 1/3 des Kaufpreises. Meine Eltern haben noch ein zweites Einfamilienhaus im Nachbarort, dass sie selbst bewohnen. Sie würden für die Renovierung einen Kleinen Kredit aufnehmen und das Haus würde nach unseren Wünschen renoviert werden und eine Küche eingebaut werden. Wir würden dann eine Kleinigkeit ca. 200-300 Euro an meine Eltern bezahlen um den Kredit zu bedienen. Wenn dieser abbezahlt ist, Müssten wir nichts mehr bezahlen und würden mietfrei wohnen.

Option 2:
Mein Freund und ich (30+ 31, und Baby) nehmen einen Kredit auf und bezahlen laut Einschätzung der Bank 35 Jahre ab. Da Ich gerade in Elternzeit bin, können wir uns eine Tilgung nicht leisten und würden mindestens das erste Jahr nur die Zinsen des Kredits bedienen. Nach dem Jahr würden wir dann tilgen können. Wir haben derzeit kein Eigenkapital demnach würden wir hier über eine vollfinanzierung sprechen.

Ich würde Option 1 bevorzugen, da wir keinerlei Risiken haben. Und sogar noch sparen und unser Leben mit Urlauben und für das Kind einfacher gestalten können.

Option 2 ist die bevorzugte meines Freundes. Da er sagt, dass ihm das Haus am Ende ja nicht gehört und er nichts davon hat. Für mich ist das ganze jedoch mit mehr Risiko verbunden. Wir müssen uns finanziell viel mehr einschränken. Müssen einiges an Rücklagen haben, falls dennoch etwas an dem Haus kaputt geht oder erneuert werden muss. Und die monatliche Belastung wird über die nächsten 30 vergleichsweise Hochs sein, wenn nicht sogar in 10 Jahren steigen.

Für welche Option würdet ihr euch entscheiden?

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Hallo,

beides ist Unsinn.
Der Mindestabstand zwischen Eltern und erwachsenen Kindern ist mindestens 20 km.
Spätestens wenn die Mutter/Schwiegermutter das dritte mal ohne anzuklopfen bei euch im Schlafzimmer steht, weisst du auch warum.
Sucht euch etwas anderes.

freundliche Grüsse Werner

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Sicher, dass ihr nur 200-300€ zahlen müsst bei Variante 1? Das erscheint mir sehr wenig. Immerhin muss das Haus gekauft, renoviert und eine Küche eingebaut werden. Da müssten deine Eltern ja einiges an EK haben. Ansonsten wäre das viel teurer.

Könnten deine Eltern euch für Variante sonst was dazugeben?

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Deine Eltern haben also soviel Geld auf der hohen Kante, daß sie das Oma-Haus bar bezahlen und künftige Instandhaltungskosten abdecken können? Sonst verstehe ich Deine Rechnung '200 - 300€ ein paar Jahre' nicht.

Dann könnten sie Dir doch einen Vorschuss auf's Erbe zukommen lassen, den ihr als Eigenkapital einbringt.

Das Problem ist tatsächlich, daß ihr bei der Miet-Variante von der Situation Deiner Eltern abhängig seid. Trennen sie sich, wird einer pflegebedürftig, etc. kann es sein, daß das Haus schnell zu Geld gemacht werden muss.

Grüsse
BiDi

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Wir hatten vor 7 Jahren eine ähnliche Entscheidung zu treffen. Meine Eltern wollten uns ein Haus bauen und wir sollten es Mieten. Mein Mann wollte das nicht und wir haben ein eigenes Haus gebaut. Meine Eltern waren damals mega sauer und enttäuscht. Inzwischen sind meine Eltern getrennt und führen einen Rosenkrieg vom Feinsten. Ich bin so dankbar, dass wir ein eigenes Haus haben und unabhängig sind. Mein weiß nie, wie das Leben spielt. Aber ich würde es selber kaufen. Und ja, wir hatten auch zwei Elternzeiten zu überbrücken. Wir haben alle Versicherungen ruhen lassen, keinen Urlaub gemacht etc. Aber es ging. Und ich bin jeweils nach 1 Jahr wieder arbeiten gegangen

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Habt ihr bedacht, dass die "Miete", die ihr da zahlt seitens deiner Eltern versteuert werden und damit einem Fremdvergleich standhalten muss?

Ich bin ansonsten ganz bei deinem Freund: er geht im Falle eines Falles "leer" aus. Wenn du schon schreibst, dass ihr bei Option 1 eben euer Leben "mit Urlauben und für das Kind einfacher gestalten" könntet, klingt das für mich mehr nach "juchu, wir sparen Kohle und können die für teure Reisen und sonstigen Schnickschnack auf den Kopf hauen". Mag nicht so gemeint sein, kommt bei mir aber so an. Würde dann also tatsächlich im Fall einer Trennung von dir und deinem Freund bedeuten, dass du schön im Haus das deinen Eltern gehört wohnen bleiben kannst und er "vor dem Nichts" steht.

Auch der Punkt "vielleicht werden die Eltern pflegebedürftig o.ä." ist nicht außer Acht zu lassen.
Hast du noch Geschwister, die vielleicht auch was vom Haus abbekommen wollen würden? Was würde passieren, sollten deine Eltern versterben? Gibt es genug Häuser/Werte, die ordentlich zwischen etwaigen Geschwistern aufgeteilt werden könnten?

Ich würde auch immer dazu raten das Haus selbst zu kaufen, denn dann gehört es eben euch. Ihr könnt dann vor allem komplett nach euren Vorstellungen alles machen.
Auch ohne deine Eltern zu kennen, können Eltern putzig werden, wenn man in deren Eigentum wohnt und etwas umgestalten möchte. Oder sie können plötzlich die Auffassung entwickeln, sie könnten bei einem ein und ausgehen wie es ihnen passt, weil ihnen schließlich das Haus gehört. Auf all das hätte ich keine Lust.

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An Verwandte darf man deutlich günstiger vermieten und kann den Mietverlust sogar steuerlich abgeben. Das ist rechtens.

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Das "deutlich günstiger" wird aber bei einem Haus, so es nicht in der absoluten Provinz liegt wo man Häuser eh "für nen Appel und ein Ei" bekommt nicht bei 200 bis 300 Euro liegen.
2/3 der ortsüblichen Miete müssen es nämlich auch hier sein. Mietverlust angeben ? Ähm, nee. Wenn man auf 2/3 der ortsüblichen Miete kommt, dürfen die vollen Werbungskosten geltend gemacht werden. Aber absetzen, dass man mehr Miete hätte bekommen können wäre ja noch schöner. Oder ich verstehe dich falsch ;-)

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Ganz klar mieten. So günstig kommt ihr nie an ein Haus. Wenn ihr es kauft, zahlt ihr wesentlich mehr an Zinsen und davon habt ihr auch nichts.

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Wir haben ein sehr großes Haus und als unsere erste Tochter geheiratet hat haben wir es umgebaut so das Sie ihr eigenes Reich haben.

Wir haben auch überlegt ihr da halbe Haus zu überschreiben. Aber was ist wenn wir das halbe Haus überschreiben .Unsere Tochter und Ihr Mann würden dann im Grundbuch stehen. Oder unsere Tochter allein .
Was wäre bei einer Scheidung? Im schlimmsten Fall zieht Sie aus und Er wohnt dann mit uns Wand an Wand?Oder Sie müssen ihre Hälfte verkaufen und es ziehen Fremde ein.
Das möchten wir nicht.

So zahlen beide nur Nebenkosten und wenn Sie uns mal nicht mehr ertragen können Sie sich selbst etwas suchen.;-)

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Hab mal eine Frage: muss man sich nicht an einen Mietspiegel halten wenn man offiziell vermietet?
Bekannte meiner Eltern haben ein 2 Familienhaus gekauft und die eine Wohnung an die Tochter vermietet, zu einem Spottpreis. Da haben sie Probleme mit bekommen und mussten die Miete dem Mietspiegel anpassen.

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Wir haben keinen Mietvertrag.Sie haben einen Eingang der durch den Garten geht, gehen aber Hauptsächlich durch unser Haus. Sie verbringen auch fast den Tag inklusive Essen bei uns.Hotel Mama ;-)

Sie haben alles, Küche, Waschmaschine eigene Zähler ist alles da, aber zur Zeit arbeiten Beide sehr viel und sind froh das Sie sich um nichts kümmern müssen.

Im Grunde haben Sie ein paar separate Zimmer zahlen ihren Strom , Wasser, Heizung usw Pauschale an uns. Mit Miete hat das nichts zu tun.
Wird vielleicht später mal anders.

Das man sich an einen Mietspiegel halten muss,habe ich noch nicht gehört.

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Option 1 klingt verlockend. Ich verstehe es aber nicht so ganz. Du gehst davon aus, dass ihr dann keinerlei andere Kosten habt als die 200-300€ Miete und natürlich die üblichen Nebenkosten? Deine Eltern sollen also für 200-300€ dann noch alle Vermieterpflichten übernehmen, also Wartung, Instandhaltung, Instandsetzung? Das fände ich etwas frech. Stellen sich das deine Eltern auch so vor? Oder glauben Sie, dass ihr dann da eher lebt wie in einem eigenen EFH in dem man sich selbst um alles kümmert? Hier muss man also alles ganz klar vorher besprechen. Und am Ende seid ihr abhängig bei einem Streit, etc. wird das immer als erstes aufs Brot geschmiert „wie undankbar man ist, obwohl man doch quasi umsonst wohnt“.

Option 2 würde ich nur machen, wenn ich das Haus auch wirklich haben will. Also würde ich es auch kaufen wollen, wenn es nicht der Oma gehörte, einfach weil es mein „Traumhaus“ ist?

Deine Mutter könnte auch auf Ihr Erbe verzichten und es an dich durchreichen. Dann würde auch bei Euch direkt ⅓ des Kaufpreises entfallen. Und für den Rest könnten sie Euch einen Privatkredit geben, den ihr durch flexible „Mietkaufraten“ abzahlt. Dann seid ihr Eigentümer und habt trotzdem das Problem mit der Finanzierung nicht. Auch hier muss natürlich der Privatkredit klar geregelt werden.

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Wir wollten vor 20 Jahren in ein Haus meiner Eltern ziehen und umfangreiche Umbauarbeiten machen (2 Etagen verbinden und daraus eine Maisonettewohnung daraus machen). Wir haben uns dann entschlossen, ein Haus außerhalb der Großstadt zu kaufen, das erschwinglich war (und trotzdem nur 30 km weg ist).
Das war auch gut so, denn meine Eltern und ich reden seit 7,5 Jahren kein Wort mehr miteinander....

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