Autismus Spektrum Störung Verdacht

Hallo ihr Lieben
Ich bin zurzeit echt am Ende, mir kreist nur noch ein Thema durch den Kopf.

Ich war vor 2 Wochen mit meinem Kleinen (4 Monate) zur U4. Alles war gut, anschließend wollte ich noch kurz über meine Tochter reden (3,5) ich mache mir schon länger etwas Sorgen wegen ihrem Sozialverhalten. Sie geht in die Kita seit sie 2 Jahre alt ist. Die momentane Situation ist, das sie nur alleine spielt, kein Kind an sich ranlässt, selbst wenn Kinder auf sie zu kommen, sagt sie "Nein ich will alleine spielen" von der Ärztin kam dann "Mit 3,5 sollte sie aber schon feste Spielpartner haben, ich tippe auf Autismus.... " ich konnte nichts mehr sagen, musste mich konzentrieren nicht zu weinen. Damit habe ich nicht gerechnet! Sie hat mir dann eine Überweisung gegeben. Dort habe ich direkt angerufen, dort hieß es sofort 6 Monate Wartezeit. Wir sollen einen Fragebogen zugeschickt bekommen, diesen ausfüllen, zurück schicken und dann bekommen wir 8 Termine.. danach gibt es dann die Diagnose. Also wenn wir Glück haben, wissen wir in einem Jahr was los ist. Ich weiß einfach zurzeit nicht, wie ich mit der Situation umgehen soll, diese Ungewissheit, diese Warterei. Ich ertappe mich natürlich ständig dabei, wie ich sie beobachte, auf alles genau achte. Ständig google.
Ich weiß mir wird hier niemand sagen können, ob meine Tochter Autistin ist, ich werde es erst erfahren, wenn alle Termine gelaufen sind.. aber diese Zeit bis dahin.... 😢

Ich möchte trotzdem kurz über sie erzählen. Sie kam nach 22 Std Wehen spontan zur Welt. Die ersten 3 Monate hat sie nur geschrien, wenig geschlafen bedingt durch Koliken.
Danach wurde es besser. Sie hat viel gelacht, sich früh gedreht. Brei wollte sie nicht, habe dann mit BEL gestartet, das klappte gut. Mittlerweile isst sie fast alles. Mit 6 Monaten konnte sie Robben, mit 8 Monaten sitzen, mit 13 Monaten laufen. Gekrabbelt ist sie nicht.
Sie war von Anfang an sehr ängstlich. Sie wollte nicht auf Rutschautautos, traute sich nicht zu rutschen oder zu klettern. Alles andere war ganz normal.
Aber diese Angst ist immer präsent, heute ist sie 3,5. Sie nimmt kein Kontankt zu Gleichaltrigen auf, sagt sie spielt lieber alleine, wenn ich sie frage, warum. Sagt sie , sie hat Angst vor Kindern. Für Babys interessiert sie sich sehr, auch für ihren kleinen Bruder. Auch Erwachsenen gegenüber zeigt sie sich aufgeschlossen. Aber bei Kindern weiß sie nicht wie sie sich verhalten soll. Wenn ihr ein Kind zu Nahe kommt, sagt sie, ich will das nicht, lass mich in Ruhe. Hört das Kind nicht auf, schmeißt sie sich irgendwann auf den Boden und weint. Mit ca 2 Jahren fing es an, das mir ihr Sozialverhalten auffiel, sie hat sich alles wegnehmen lassen uns dann geweint. Ich habe sie immer versucht zu stärken, aber mittlerweile hat sie schon fast eine Abneigung gegenüber Kindern entwickelt. Ansonsten malt sie gerne, sie spielt mit uns Gesellschaftsspiele, Rollenspiele, spielt mit Autos, baut gerne, sie liebt es mit mir Bücher anzuschauen, alles ganz normal. Allerdings rutscht sie nicht gerne, fährt kein Laufrad, kein Dreirad. Manchmal glaube ich wirklich, sie hat vorallem Angst, dass sie sich weh tun könnte. Sie lacht viel, ist sehr emphatisch, sehr sensibel.
Wenn wir aus dem Haus gehen, geht sie die Treppen nicht alleine. Ich muss sie an die Hand nehmen oder sie rutscht mit dem Popo runter.
In der Kita macht sie beim Morgenkreis, Abschlusskreis und beim Turnen gerne mit. Auch bei Aktivitäten ist sie immer gern dabei.

Ich weiß nicht, was ich erwarte.. ich weiß einfach nicht wohin mit meinen Gedanken. Selbst wenn sie Autismus hat, es ist okay. Ich liebe sie, wie sie ist und werde sie immer stärken. Aber diese Ungewissheit und dieses Warten macht mich echt fertig.
Danke erstmal fürs Zuhören.
Die völlig verwirrte, traurige Anni

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Nachtag: Sprechen konnte sie erst spät, sie fing erst nach ihrem 2. Geburtstag. Die Kinderärztin sagte damals, sie wäre ein "Late Talker". Mittlerweile hat sie aber alles aufgeholt und spricht altersentsprechend.

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Tut mir leid, dass ihr da so in der Luft hängt. Ich kenne mich mit Autismus nicht aus. Aber ich habe mich gefragt, ob die Augen deiner Tochter schon mal kontrolliert wurden. Vielleicht hat sie eine Sehschwäche, die sie beim Treppen steigen, rutschen usw. unsicher macht.

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Hey,
dir Augen lassen wir regelmäßig kontrollieren, da ich selber eine Sehschwäche habe, bei ihr ist alles in Ordnung.

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Hallo, kann es vielleicht sein dass sie schlecht hört. Ich bin selber auch schwerhörig und hatte als Kind ähnliche Probleme.
Liebe Grüße und alles Gute

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Hey, nein ihr Gehör ist in Ordnung, das haben wir schon abklären lassen.

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Hey!

Atme erst mal durch!
Ja, ein auffälliges Sozialverhalten kann für Autismus sprechen, aber nicht jedes Kind, das alleine spielt, ist Autist.

Kannst du sie in den Arm nehmen, sucht sie Körperkontakt? Lehnt sie auch euch ab? Tröstet sie andere und erkennt Trauer oder Schmerz durch die Mimik und Gestik? Hält sie Blickkontakt?

Es gibt zB auch Sozialverhaltensstörungen, zu denen ihr Verhalten passt. ODER sie ist eine normale 3-Jährige, die sich selbst genug ist und nicht gerne mit anderen spielt ;)

Wohin sollst du mit ihr gehen? Ich würde kein spz wählen, sondern eine KJP oder eine Autismus-Sprechstunde.

Liebe Grüße
Schoko

5

Lass bitte die Augen kontrollieren! Wie eine Userin schrieb: Wer nicht gut sieht, kann keine Treppen steigen oder mit anderen interagieren. Sowas würde ich nun eher erwarten als Autismus. Zumindest nach den o.g. Informationen.

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Hey,
Ich soll mit ihr nach Waldstedde, das ist ein riesen Komplex, wo tatsächlich alles ist. SPZ sowieso KJB.

Ja sie ist absolut schmusig und kuschelt mit ihrem Papa und mit sehr gerne, auch mit ihrem Bruder. Sie kann Blickkontakt halten und erkennt Gefühle. Heute hatten wir erst die Situation, das ein anderes Kind auf dem Spielplatz geweint hat, da kam sie sofort zu mir und fragte, Mama warum weint das Kind, warum ist das Kind traurig?

Liebe Grüße

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Hallo,
ich hätte jetzt auch nicht auf Autismus getippt. Wobei Autismus nicht das Ende der Welt ist. Es gibt schlimmeres. Und es gibt verdammt viele Diagnosen, die quasi identische Symptome haben.
Bei deiner Beschreibung wäre ich auf eine Wahrnehmungsstörung gekommen. Wurde dein Kind jemals auf VVWS getestet oder immer nur die Augen? Das Gehirn muss auch verarbeiten können, was die Augen sehen, sonst bringt das gar nichts. Ja, ein Kind mit VVWS würde sich unter Umständen so verhalten.
Mein Sohn hat AVWS (also das Gleiche mit dem Hören). Seine Ohren funktionieren super, aber sein Gehirn kann es nicht verarbeiten. Muss man einfach wissen. Vieles kann man einfach durch kleine Hilfen/Hilfsmittel vereinfachen im Alltag, anderes nicht.

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Hallo,

Meine Tochter ist Autistin, wir haben nach 4 Jahren endlich die Diagnose.

Aber das was Du beschreibst klingt für mich nicht nach Autismus. Eher vielleicht ein Bindungs- Beziehungsproblem. Aber ich kann mich auch täuschen. Jeder Autist ist ja anders. Bei meiner Tochter ist es so das sie größere Gruppen meidet, sie spielt dann abseits und geht auch nicht von selbst auf andere zu. Wenn allerdings ein Kind sie fragt ob sie mit ihm spielen möchte dann macht sie das sehr gerne. Sie hat auch 3 sehr gute Freundinnen.

LG
Sunny

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Hallo,

ich habe eine Verwandte, die als Kind diese Probleme mit der Motorik hatte und bei anderen Kindern auch unsicher war (bzw. sie ist immer noch unsicher).
Sie hat eine Wahrnehmungsstörung.

Das Getobe im Kindergarten ist Deiner Tochter anscheinend irgendwie zu viel.
Vielleicht wäre es sinnvoll, wenn die Erzieherinnen versuchen, sie und ein anderes ruhiges Mädchen einander näher zu bringen.

Nicht jedes Kind, das ein Problem mit anderen Kindern hat, ist Autist, bzw. es ist auch nicht jeder Autist ungesellig. ;-)

LG

Heike

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Hallo,

Sie ist nicht gekrabbelt, fährt keine Fahrzeuge und hat Probleme mit Treppen.

Mir fielen sofort Wahrnehmungsprobleme ein, vielleicht magst du dir mal ein wenig über SensorischeIntegrationsstörung durchlesen, die Kinder haben auch oft Probleme mit der Interaktion mit Gleichaltrigen.

Alles gute.

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Hallo,
ich empfinde die Diagnose der Ärztin mehr als gewagt und extrem vorschnell! Klar, dass dich das verunsichert! Ein halbes Jahr warten kann lang sein.
Mein Tipp ist, mal nach Frühförderstellen in eurer Umgebung zu suchen. Die bieten eigentlich immer eine kostenfreie Beratung an und können schonmal eine professionelle Meinung zur Entwicklung deiner Tochter abgeben. Ideal wäre wohl eine IFF (interdisziplinäre Frühförderung). Da arbeiten Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Logopäden und Heilpädagogen eng zusammen.
Dann stehst du mit deinen Gedanken nicht alleine da.
Für mich klingt es aber auch vorrangig nach einer vestibulären Unsicherheit. Das sie nicht gern rutschen und klettern wäre dann mehr als verständlich. Unsicher im Gleichgewicht heißt sich ständig wie auf einem Schiff bei Wellengang zu fühlen. Da hat man mit sich selber genug zu tun und vermeidet Bewegungen die das verstärken und daraus kann auch eine Unsicherheit mit anderen resultieren.
Lass dich beraten, mach einen Termin mit deiner Tochter bei einer Frühförderstelle und genieße ansonsten die Zeit mit ihr!

Ich schick dir liebe Grüße 👋🏻

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