Bin ziemlich aufgewühlt

Hallo,

meine Tochter ist gerade 6 geworden, und sie geht auf einen Förderkindergarten.
Ich hatte gestern ein Elterngespräch, und das war wirklich sehr schlimm für mich.

Sie haben mit ihr einige Tests gemacht, und sie war wohl in allem sehr schlecht,
sie ist wohl an der grenze einer geistigen Behinderung😥
Sie soll jezt auf eine Schule für geistig behinderte Kinder kommen.

Sie hat im letzten Jahr so tolle Fortschritte gemacht. Sie lernte Fahrradfahren und Schwimmen. Sie kommt bei den Vorschulübungen bei uns daheim gut mit.

Bin gerade ziemlich traurig. Wünsche mir das beste für meine kleine. Und sie hat sich wirklich so toll gemacht im letzten Jahr.

Lg

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Hi du,

dass tut mir leid. Mit Sicherheit war es ein totaler Schock für euch. Was sagt denn der Kinderarzt? Wart ihr schonmal in einem SPZ zur Vorstellung? Ich würde mir definitiv eine zweite Meinung einholen. Vielleicht hatte sie nur einen schlechten Tag. Allerdings muss ich sagen, dass Eltern natürlich immer ein anderes Bild von ihrem Kind haben (meine ich nicht böse). Mein Bruder war auch sehr Entwicklungsverzögert (brauchte eine Brille, Röhrchen.... und hatte dadurch sehr viele Probleme. Spät sprechen, laufen u.s.w) und das ist leider alles erst sehr, sehr spät aufgefallen. Er bekam dann die entsprechende Förderung und heute merkt man ihm seine "Startschwierigkeiten" nicht mehr an. Bei ihm war von einer geistigen Behinderung aber nie die Rede.
Wie soll sich das denn bei eurer Tochter bemerkbar machen?
Verdaue erst mal den Schock. Freue dich über ihre Fortschritte. Die sind doch super. Hole dir eine zweite Meinung ein. Und wenn sie die entsprechende Förderung braucht, nehme sie an. Ich wünsche euch alles Gute.

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Hallo,

ich kenne mich zwar mit Förderkindergärten nicht aus, aber haben die wirklich die Qualifikation IQ-Tests bei Kindern zu machen? Das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. #kratz

Vielleicht hatte Eure Tochter auch keine Lust zu den Tests, wenn Euer Eindruck von ihren Fortschritten so anders ist.

Ihr seid doch wahrscheinlich irgendwo in Behandlung mit ihr bzw. seid wo gewesen, wo Ihr eine Diagnose und die Empfehlung für den Förderkindergarten bekommen habt. Da würde ich das nochmal abklären lassen.

Was die Grundschule angeht, haben wir Inklusion. Dein Kind hat das Recht eine normale Schule zu besuchen. Wenn sie alleine nicht klar kommt, kann sie einen Schulbegleiter bekommen.

LG

Heike

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Von dem Bruder meiner besten Freundin hat übrigens damals auch mal ein Arzt behauptet, er sei geistig behindert. Er hatte damals einige Baustellen.
Die Mutter ist aus allen Wolken gefallen.

Heute hat er einen Doktor und forscht im Bereich seltene Erbkrankheiten in den USA. ;-)

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Oft erstellen Förderschullehrkräfte des Förderzentrums umfangreiche Gutachten dazu. Die dürfen auch testen und schauen sich das Kind ganzheitlich an.
Vielleicht ist ein Förderzentrum GE wirklich das Beste für sie.

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Moment 'an der Grenze' heißt dass sie es nicht ist denn alle Tests zeigen was sie mindestens kann. Weniger wird es nicht.
Lass dir Kopien der Tests geben, mit Stellungnahme wie genau getestet wurde und mach nen Termin bei eurem SPZ. Inkl Uhrzeit Angabe wann der test gemacht wurde. Unser spz bietet in Coronazeiten auch Beratung per Mail an. Bzw was war denn der letzte Stand des SPZ?

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Hallo,

lieben Dank für eure tollen Antworten. Wir sind schon lange Jahre im SPZ,
weil sie schon immer ihre Schwierigkeiten hatte.
Es wurde auch im letzten Jahr ein IQ Test durchgeführt, da war sie wirklich ziemlich
erkältet, und war trotzdem im normalen Bereich.

Kann mir einfach nicht erklären warum sie jetzt aufeinmal so schlecht sein soll.
Wir haben in den Wochen wo sie daheim ist viele Vorschulübungen gemacht.
Und sie hat es gut gemacht, manchmal musste man schon nachhelfen, aber sie hat immer alles lösen können.

Lg

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Hallo,

ok, das klingt schon merkwürdig. Generell würde ich dem Test im SPZ mehr glauben als dem im Kindergarten, lustig, unserer war auch gerade an dem Tag total matsch.

Ich würde wirklich die Unterlagen anfordern und sie ans SPZ weiterleiten und das besprechen, geht bei uns zumindest alles auch per Mail / Telefon, gerade wenn man schon da lange Patient ist.

Es kann natürlich an einem Tat eine schlechtere Leistung gezeigt werden, an dem Tag konnte sie halt mal "nix". Keine Ahnung, schlecht geschlafen, dumme Uhrzeit, mit den Gedanken bei den anderen Kindern die draußen was machen durften was sie auch gerne gemacht hätte ...
"Mal nachhelfen" ist ja keine Schande, Kinder müssen ja nicht als Autodidakten durchs Leben gehen.
Keine Ahnung was bei Euch los ist, wie gesagt, ich halte mich da immer sehr an unser SPZ. Manchmal will man als Eltern was nicht wahrhaben, manchmal wollen aber auch die Erzieher zuviel oder es werden andere Interessen verfolgt, ...

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Tja, auf die Entfernung hin ist es schwer.
Es ist schon richtig, dass Eltern quasi „betriebsblind“ sind. Nur dein Kind besucht ja schon einen Förderkindergarten. Ich gehe also davon aus, dass du WEISST, dass da ein deutlich erhöhter Förderbedarf besteht. Schließlich hast du für die Aufnahme in den Kindergarten ja gekämpft. Einen solchen Platz bekommt man ja nicht ohne extra Antrag.
Auf der anderen Seite sehen Eltern ihre Kinder Tag und Nacht. Sie sehen einfach Alles. Sowohl die schlechten, als auch die guten Tage und die Fortschritte, als auch die Rückschritte. Du kannst also deutlich besser beurteilen, wie sich dein Kind entwickelt. Soviel Fragen können in standardisierten, nicht barrierefreien Tests gar nicht vorkommen. Dein Kind ist ein Individuum.
Mal ganz abgesehen von der Tatsache, dass der Kindergarten mit diesen Tests eine absolute Grenze überschritten hat, denn IQ-Tests sind ausschließlich mit Zustimmung der Eltern durchzuführen und bedürfen sehr viel Erfahrung. Insbesonders letztere hat der Kindergarten definitiv nicht. Er weiß nämlich nicht, welchen Test er bei welchem Kind anwenden darf und welchen nicht. Der IQ-Test muss zwingend barrierefrei für das Kind sein, sonst ist das Ergebnis falsch. Abgesehen davon müssen auch alle anderen Dinge stimmen (Uhrzeit des Tests, absolut ruhige Umgebung,....). Gar nichts davon ist irgendwann in einem Kindergarten gegeben.
Den Beschulungsort, d.h. ob inklusiv oder Förderschule, entscheiden noch immer die Eltern. Das ist nicht die Entscheidung des Kindergartens, auch nicht die Entscheidung des Gesundheitsamtes, der Lehrer, der Schulleiter oder des Schulamtes. Also auch hier hat sich der Kindergarten extrem weit aus dem Fenster gelehnt und Kompetenzen überschritten. Ich muss allerdings gestehen, dass das auch bei meinen Kindern passiert ist. Wer hier seine Rechte als Eltern nicht kennt, bekommt totale Probleme.

Ich akzeptiere das Ergebnis eines IQ-Test erst dann, wenn ich mein Kind selbst in dem Test „wiederfinde“.
Mein Ältester hatte einen Test mit 3 Jahren - da hatte er einen IQ von 67. Gleichzeitig sagte aber die Ärztin sofort, dass das Ergebnis falsch ist und sein IQ deutlich höher liegen muß. Mit 4 wurde er nochmal getestet - diesmal ein nonverbaler Test, der SON-R. Das Ergebnis lag bei glatt 100. Mit 11 Jahren kam dann nochmal ein Test. Da er dann sprechen konnte, gab es den WISC. Der Gesamt-IQ von ihm liegt bei 101, aber mit extremen Schwankungen in den einzelnen Kernbereichen. Das reicht bei ihm von Geistiger Behinderung über Lernbehinderung bis zur Hochbegabung. In keinem einzigen Kernbereich hat er eine durchschnittliche Begabung. Der Kindergarten und die damals zuständige Grundschule schlugen vor, ihn in die Förderschule für Geistige Entwicklung zu geben. Gott, was haben wir gekämpft....immer und immer wieder. Wir haben für ihn wirklich absolut alles ausgenutzt, was überhaupt möglich war. Aber er besuchte seit der 1. Klasse eine Regelschule und wird nach Regellehrplan unterrichtet. Heute ist er in der 8. Klasse einer Gesamtschule. Er bereitet sich gerade auf seine ersten Prüfungen für das nächste Jahr vor und es bezweifelt gar niemand, dass er die schafft. Er hat ausschließlich sehr gute und gute Noten, außer natürlich im sprachlichen Bereich ... allerdings greift dort ohnehin der Nachteilsausgleich und Notenschutz.

IHR entscheidet, was mit eurem Kind passiert. Ob der IQ so stimmt...ja, kann sein, muss aber nicht. Einen IQ-Test vom Kindergarten würde ich generell anzweifeln. Das ist keine optimale Testumgebung. Dein Kind kann gar nicht in Allem schlecht sein. Offenbar kann es ja Fahrrad fahren und Schwimmen. Obwohl das jetzt kein Zeichen für einen hohen IQ ist. Genaugenommen kann das mein GE-Kind auch. Aber wie sieht es denn in der sprachlichen Entwicklung aus? Da kann man viel sehen. Oder in der Motorik? Am auffälligsten ist die geistige Behinderung bei uns immer am Spielplatz gewesen. Mein Jüngster hat dort immer mit Kindern gespielt, die einen Kopf kleiner und entsprechend jünger waren. Aber auch hier gilt: Mit der richtigen Förderung kann man da noch viel verbessern. Natürlich wird aus einem GE-Kind kein hochbegabtes Kind, aber in den Bereich der Lernhilfe wäre doch schon ein Fortschritt. Das ist uns in der 7. Klasse bei meinem Jüngsten gelungen. Der Kleine läuft seit einem halben Jahr als Lernhilfe-Kind. Klasse, Mitschüler,... musste er nicht wechseln, da er inklusiv beschult wird.

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Wusster ihr von den Tests?
Habt ihr den Tests zugestimmt?
Wer hat die Tests gemacht?
In welchem Umfeld?
Welche Tests konkret?

Bisher kenne ich es so, dass der Kindergarten zwar raten kann, zum Arzt zu gehen. Darauf hinzuweisen, dass man mal testen könnte. Ohne Diagnose im Vorfeld.

Kommt jemand externes in den Kindergarten, so müssen vorher die Eltern informiert werden und zustimmen.

Leider gab es im damaligen Umkreis auch Kindergärten, die mit Förderschulen zusamemnarbeiteten. So nach dem Motto: Schule braucht Schüler, Kindergarten schaut mal, welche in Frage kommen. Ein Kindergarten hat da immer wieder Eltern unter Druck gesetzt.
Auch weil sie bei Jüngeren Kindern gerne I-Kinder gehabt hätten. Ein I-Kind belegte 2 Kigaplätze.

Es kam heraus, da einige, vom Kindergarten als "dringend zu untersuchen" bezeichneten Kinder, von deren Kinderarzt bzw. SPZ als gesund eingestuft wurden. Diese sind heute Teenager und kamen gut durch Grundschule und haben keine Probleme an der weiterführenden Schule.
Manche Kinder kamen deswegen in einen anderen Kindergarten. Eltern hatten ein mulmiges Gefühl. Tja. Im neuen Kindergarten war alles tutti.

Diejenigen Kinder, die wirklich Schwierigkeiten hatten, wurden vom Kinderarzt untersucht. Bzw. wurde zusammen mit dem Kinderarzt besprochen, welche Möglichkeiten es gibt. SPZ, KJP, Fachärzte. Kindergarten gab dann zwar Tipps, untersuchte selbst aber nicht.
Mit Zustimmung der Eltern ! gab es dann auch externe Einschätzung im Kindergarten. Dann hat nicht der Kindergarten selbst getestet, sondern jemand Externes, dazu geholtes.
Mit Wissen der Eltern.


Welche Tests sollen das denn gewesen sein?
Wer hat diese durchgeführt?
Hat die Person eine Befugnis? (Sowohl Einverständnis durch euch Eltern, als auch Weiterbildung / anerkannte Qualifikation das zu können und dürfen?)

Welche Teilleistungen wurden getestet?
Unter welchen Umständen?
Manche Tests dürfen z.B. nur um eine bestimmte Uhrzeit gemacht werden, damit sie aussagekräftig sind.


Ohne detaillierte Auskunft, die ihr dann mit behandelnden Ärzten besprecht, würde ich mich auf nichts einlassen.

Eine Förderschule kann durchaus eine gute Wahl sein.
Allerdings sollte es dann im Vorfeld mit rechten Dingen zu gegangen sein.

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Hallo,

vielen Dank für deinen schönen Beitrag. Sie haben mir überhaupt nicht gesagt
welchen Test sie mit ihr gemacht haben.
Ich habe auch nichts schriftlich bekommen. Die ganzen Tests haben wohl eine Stunde gedauert, sie musste mahlen, turnen, und dann der IQ Test, dass alles in einer Stunde.

Habe heute angerufen um näheres zu erfahren, wurde ziemlich abgewürgt.
Sie haben nur gesagt, dass sie wirklich sehr schlecht abgeschnitten hat😥

Lg

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Dann würde ich auf das Ergebnis nicht so viel geben.

Im Spz / beim behandelnden Arzt nachfragen, ob das so rechtens ist. Ob ein Test unter solchen Umständen überhaupt gewertet werden darf.

", sie musste mahlen, turnen, und dann der IQ Test, dass alles in einer Stunde."

Na, bravo.
Klingt sehr dubios. Das abgewürgt werden auch.

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Hey!

Also, im spz wurde ein IQ-Test gemacht und der war normal? Dann wäre bei mir das Thema "geistige Behinderung" vom Tisch. Geistig Behinderte haben nämlich keinen normalen IQ.
Wie hoch war er denn? Welchen Wert hat es ergeben?
Bei einer geistigen Behinderung ist der Wert unter 70. Darüber gibt es noch die Lernbehinderung. Aber auch da hat man keinen normalen IQ.

Ich würde jetzt nicht über eine Förderschule nachdenken, sondern erstmal ein paar schriftliche Antworten bzw Gutachten erwarten, die ich dann im spz vorlege.
Welche Übungen wurden von wem mit dem Kind gemacht? Was ist dabei rumgekommen?

Bis dahin würde ich mir um den geistigen Zustand meines Kindes keine Sorgen machen, wenn ein spz dort nichts gefunden hat.
Falls mir dann Auswertungen ausgehändigt werden, würde ich die im spz erläutern- und vorher würde ich nicht mehr über mögliche Schulempfehlungen sprechen. "Wir haben da ein paar Übungen gemacht und sie ist geistig behindert" ist keine Basis für diese Entscheidung.

Liebe Grüße
Schoko

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