Ptosis?

Hallo!
Gibt es hier jemanden, dessen Kind ein Augenlid weniger weit öffnen konnte bzw. auch seltener geöffnet hat. Ich habe leider erst in 10 Tagen Augenarzt und danach ev. noch Augenklinik-Termin und wüsste gerne, ob und was gemacht wird. Bisher scheint es mir so, dass es da keine Behandlung gibt, oder????
Würde mich über Infos freuen. Nicole

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Hallo,

Hannes hat das auch.Der Augenarzt meinte das es sich ggf.verwächst und so lange es sein Sichtfeld nicht einschränkt macht man wohl erstmal nix.

Er ist jetzt 13 mon und man sieht es tatsächlich kaum noch wenn man es nicht weis.
Allerdings finde ich auf Fotos ist es stärker sichtbar.

LG
sannchen

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Upps was vergessen es kommt natürlich darauf an aus welchem Grund das Lid hängt.

Wir müssen auch regelmäßig zur Kontrolle zwecks der Sehkraft und um ein Schielen rechtzeitig zu erkennen.

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Danke, das macht mir Hoffnung. Bin nämlich total besorgt deshalb. Nicole

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Hallo Nicole,

grundsätzlich sollte man unterscheiden, ob eine angeborene oder erworbene Ptosis vorliegt. Bei Auftreten einer plötzlichen Ptosis sollte schnellstens abgeklärt werden, wo die Ursache liegt, um Grunderkrankungen o.ä. auschließen zu können.
Was die Ptosis selbst angeht, so wird erstmal geschaut, ob tatsächlich nur der Lidheber nicht richtig funktioniert oder auch noch andere, vom gleichen Augenmuskelnerven gesteuerte Muskeln (Der Okulomotoriusnerv steuert mehrere davon, so dass eine Lidheberschwäche häufig in Kombination mit Schielen auftritt). Ob eine Behandlung erfolgen muss, hängt davon ab, wie weit das Augenlid herunterhängt, ob die Pupille auch beim Geradeausblick frei ist und, falls nicht, ob eine Kopfhebung eingenommen wird, um mit dem betroffenen Auge schauen zu können.
Ist tatsächlich die Pupille ganz oder teilweise vom Augenlid verdeckt und wird keine Kopfhebung eingenommen, so wird häufig das nicht betroffene Auge abgeklebt, um zu erreichen, dass das Ptosisauge aktiv eingesetzt werden MUSS und sich keine bleibende einseitige Sehschwäche entwickelt. Erst im Alter von etwa 12-13 Jahren bleibt die Sehschärfe auch bei Sehbehinderungen (wie z.b. dem hängenden Augenlid) konstant, so dass gerade im frühen Kindesalter versucht wird, eine möglichst gute Sehschärfe des betroffenen Auges durch das Abkleben zu erreichen. Dieses muss unter Umständen bis zum o.g. Alter stunden- oder gar Tageweise durchgeführt werden (je nach Intensität der Sehschwäche), was zwar für Kinder und deren Eltern oft beschwerlich ist aber sich letztendlich lohnt, wenn sich bei konstanter und konsequenter Durchführung die angestrebten Erfolge zeigen.

Was die Behandlung der Ptosis selbst angeht, so kommt es, wie bereits oben geschrieben, darauf an, welche Ursache sie hat. Oftmals wartet man bei Kindern eher ab und kontrolliert engmaschig die Sehschärfe, denn eine Op am Lidheber ist nicht ganz ohne und sollte gut überlegt sein, zumal sich manche Formen der Ptosis im Kindes- und Jugendalter verringern können, so dass keine OP nötig ist...

Ich würde mich auf jeden Fall gut beraten lassen, regelmäßig zur Kontrolle zu einem Augenarzt mit Sehschule (Orthoptistin) gehen und ggf. auch eine zweite Meinung in einer Augenklinik mit orthoptischer Abteilung einholen.

LG

Andrea (gelernte Orthoptistin)

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Danke für die ausführlichen Infos - hatte mir schon ähnliche Gedanken gemacht bzgl. Abkleben - aber jetzt bleibt wohl nur, auf den Termin bei Arzt und Klinik zu warten und auf das bestmögliche Ergebnis hinzuarbeiten.... Nicole

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Hallo Nicole,

mein Sohn hatte nach der Geburt auch eine Ptosis. Die Pupille war gerade noch so zu sehen.

Wir sind regelmäßig zum Osteophaten gegangen und der hat das super hinbekommen. War sogar der Kinderarzt überrascht :-) #freu.

Heute sieht man es nur noch ganz ganz selten, dass ein Auge weiter geschlossen ist, als das andere.

Viele Grüße Andrea

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hmmm - ich bin ja immer skeptisch, was Ostheopathen angeht - aber ev. ist das ja auch eine Überlegung wert....
Hattet ihr viele Termine???? Nicole

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Hallo,

ich sehe das ähnlich skeptisch - und würde eine solche Behandlung nicht ALLEIN einem Osteopathen überlassen...zumal dieser nichts zur Besserung der Sehschärfe tun kann sondern eher etwas im Bereich der Muskelarbeit tut...also: immer auch einen Augenarzt/Orthoptistin draufschauen lassen!

LG

Andrea

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Huhu Nicole,

ich hab eine angeborene Ptosis. Mit 4 Jahren wollten meine Eltern das eigentlich operieren lassen, aber ich habe mich so dagegen gewehrt, das meine Eltern entschieden es nicht zu tun, zu späteren Zeitpunkten gab es keine Ärzte die mich operieren wollten bzw. einer ist sogar vorher gestorben.

Ich trug Jahrelang eine Brille und bekam ein Auge, anfangs beide im wechsel abgeklebt.

Ende vom Lied ist, dass ich mit 18 die "Schönheitsop" gemacht habe und der Muskel umgeschlagen wurde, seitdem sieht man es mir nur noch an, wenn ich extrem müde bin. Leider verliere ich irgendwann mein Augenlicht. Ich kann keine 3-D Sachen sehen, mein räumliches Sehen ist nicht vorhanden und mein "krankes" Auge lässt das gesunde Auge die meiste Arbeit machen (merk davon aber nichts bzw. nur wenn ich übermüdet bin minimal etwas).

Ansonsten führ ich ein normales Leben, durfte meinen Führerschein paar Jahre nach der Op machen, brauch die Brille nur noch zum Autofahren, da aber auch nur weil es dem Augenarzt lieber war, normal muss es nicht sein.

Letztendlich wurde mir gesagt, dass man zwar mit allen möglichen Sachen viel versuchen kann, aber die Krankheit kann so oder so enden. Meine Form mit dem Erblinden des Auges ist wohl etwas extremer und kommt häufiger vor, wenn das Auge nicht frühzeitig operiert wird. Es wurde auch nie rausgefunden wieso ich das habe, meine Kinder haben es alle 3 nicht geerbt und sonst in der Familie gibt es das auch nicht

Lg

P.s. Augenarzt und Augenklinik sind die besten Ansprechpartner

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Hallo,

mich würde sehr interessieren, warum Du irgendwann Dein Augenlicht verlieren wirst? Hast Du eine fortschreitende Augenerkrankung? Und hat das überhaupt etwas mit der Ptosis zu tun? Ich bin gelernte Orthoptistin und daher interessiert mich das, kannst auch gerne per PN zurückschreiben.

LG

Andrea

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Hallo Nicole,

ich habe eine sog. erworbene Ptosis (aufgrund einer Tumoroperation im Stirnbereich) und laufe nun schon viele Jahre damit herum.

Ich war in der UNI-Klinik in Hamburg (UKE damals Prof. Haase) in Behandlung, ich war sehr zufrieden. Bei mir ist das Maximale heraus geholt worden.

Auf jeden Fall solltest Du darauf achten, sofern eine OP stattfinden soll, dass die Pupille frei wird und das das Auge sich noch locker (komplett) schließen lässt (wegen evtl. Austrocknung). Die regelmäßige Überprüfung des Gesichtsfeldes wäre in jedem Fall ratsam.

Es gibt diverse Untersuchungen, bei denen die Muskel-/ und Nerventätigkeit des Lidmuskel überprüft werden können.

Alles Gute für Euch.

Gruß Claudia

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