Integrativer Kindergarten oder normaler ?

Hallo zusammen,

nachdem wir nun eine Immobilie gefunden haben, die behindertengerecht ist bzw. umgebaut werden kann, stellt sich für uns die nächste Frage:
Integrativer oder normaler Kindergarten?

Leon ist 3 1/2 und hat Muskeldystrophie Typ Duchenne.

Er besucht derzeit einen normalen städtischen Kindergarten und wir sind mit seiner Entwicklung sehr zufrieden. Die Leitung und Erzieherinnen sind super und Leon geht gerne hin.

Nun müssten wir Leon in eine andere Kita gehen lassen. Dort habe ich jetzt mit dem Jugendamt gesprochen und diese meinte, es wäre wohl besser Leon in einen integrativen Kindergarten gehen zu lassen. Er sei dort besser aufgehoben und würde dort entsprechend gefördert.

Jetzt bin ich hin- und hergerissen. Geistig ist er fit, lediglich motorisch zeigt er erste Anzeichen: Steht nur auf, indem er sich über seinen Körper stützt oder woanders hochzieht, kann nicht hüpfen oder schnell laufen. Langsam zeigen sich auch die ersten Veränderungen in der Feinmotorik. Besteck bedienen, malen etc. wird so langsam schwieriger.

Wäre vielleicht doch ein integrativer Kindergarten die richtige Entscheidung?

Vielen Dank für Eure Tipps

1

Integrativer KiGa ist ja nix Anderes wie ein normaler KiGa mit I-Plätzen.

Für I-Kinder bekommen aber die KiGas oft andere Zuschüsse......wenn z.B. eine Rampe benötigt wird haben "normale"Kigas da oft Probleme das bezahlt zu bekommen. Beim I-KiGa geht das leichter.
Ausserdem ist die Gruppenstärke nicht ganz so groß meistens........manchmal findet man auch wirklich große Tolietten bzw. Bäder wo ein rollie viel Platz hat.

Also ich tät mir an Deiner Stelle die KiGas in der Nähe ansehen, und dann entscheiden was am besten geeignet wäre.

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Werde mir die Kindergärten wohl angucken müssen, da hast Du natürlich Recht.


Ich unterliege halt ebenfalls den Vorurteilen diesem Kindergarten (integrativ) ggü. und denke einfach, dass er in einem normalen Kindergarten ggf. mehr gefördert wird durch Animation der anderen Kinder etc. Auf der anderen Seite gibt es halt KG und andere Förderungsmaßnahmen, die seinem Krankheitsbild wohl auch entgegen kommen. Puh, nicht einfach die Entscheidung.

Menschen aus den Muskelschwundverbänden haben uns geraten, Leon nicht in einen integrativen Kindergarten zu schicken, so auch das SPZ Essen, das auf Muskelschwunderkrankungen spezialisiert ist. Alle anderen (auch Kinderärztin) zieht den integrativen Kindergarten in Erwägung.

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Meine ist im Integrativen Kiga und wir sind auch in Essen in Behandlung - aber andere Erkrankung, jedoch u.a. auch mit Muskelhypotonie.

Sie hat Motopädie 2x wöchntlich und Logopädie hatte sie auch bis zu 3x wöchentlich!

Meine hat enorm aufgeholt!!!!

Da sie aber auch Wahrnehmungsstörungen hatte/hat, war der Kiga die beste Wahl und ist es immer noch!

LG scrollan

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Hallo,

ich verstehe nicht, wie ein SPZ von einem integrativen Kindergarten abraten kann. Dein Kind wird wahrscheinlich in seiner Entwicklung langsam zurückschreiten- irgendwann wird dies auch den Erziehern auffallen und sie müssen sich mehr mit dem Kind beschäftigen. Spätestens dann, werden sie über den Mehrbedarf klagen und ggf. auch die Eltern, die ihre Kinder dann nicht ausreichend gefördert sehen.

Bei einem intergrativen Kindergarten lernen auch die anderen Kinder mit gehandicapten Kindern umzugehen UND die Erzieher haben mehr Zeit für die Kinder, die eben mehr Zeit benötigen.

Unser I-Kindergarten ist auch ein Traum. Meine Tochter hat sehr spät laufen gelernt und wurde jederzeit entsprechend gefördert und wirklich integriert.

Sprich doch einfach mit der Leitung des KIga und den Erziehern , in wieweit sie sich zuständig fühlen und ab welcher Grenze sie passen müssten. Es ist ja auch toll, wenn ihr so zufrieden seid mit dem KiGa...

LG Ninna

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Hallo, gibt es denn auch Kindergärten bei euch, so etwas wie eine Heilpädagogischer Kindergarten?

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Nimm den integrativen Kiga. Mein Sohn war das 1. Jahr in einem "normalen" Regelkiga, für ihn war das die Hölle, er wurde schnell als Stöhrenfried abgestempelt und die Erzieher waren genervt das er manchmal mehr Hilfe brauchte wie andere Kinder, dann kam er in einen anderen Kiga in eine I-Gruppe mit 15 Kindern und 3 Erziehern, das war seine Rettung, er blühte dort total auf und war beim Personal und den Kindern sehr beliebt. Seine Theraphien konnte er nun im Kiga bekommen und er wurde dort toll gefördert, in der Gruppe war auch ein Kind mit Down Syndrom und noch 3 weitere Kinder mit Auffälligkeiten. Eine I-Gruppe ist nicht für "dümmere" Kinder gedacht sondern einfach für Kinder die auf irgendeinem Gebiet Defiziete haben und etwas mehr Hilfe brauchen. Bei uns war immer e8ine Heilpädagogin in der Gruppe die sich besonders um die 5 I-Kinder gekümmert hat. Unser Sohn hat in dieser Zeit enorme Vortschritte gemacht, erst wurde uns gesagt das eine Regelschule für ihn nie in Frage kommt, tja gestern wurde er in eine Regelschule eingeschult und die Prognose vom Kiga ist sehr sehr gut für ihn.

Nimm unbedingt den I-Platz das ist das Beste was deinem Kind passieren kann, du kannst ihn ja auch als Regelkind in eine I-Gruppe stecken wenn du denkst das er durch diesen Platz sonst einen "Stempel" aufgedrückt bekommt. Wenn er wirklich mit der Zeit mehr Hilfe benötigt kannst du ja immer noch seinen Regelplatz in eine I-Platz umändern lassen aber er muß dann nicht nochmal die Gruppe bzw die Einrichtung wechseln.

LG
visilo+Lukas 16.11.04

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Vielen Dank für die Antworten!

Leider komme ich jetzt erst zu einer Antwort!!!

Werde mir den I-Kindergarten mal angucken und dann überlegen.

Bisher hat er nicht wirkliche Probleme. Aber Ihr habt sicherlich recht, es wird mit der Zeit größere Auffälligkeiten geben und er ist in einem Intetrativen Kindergarten sicherlich besser aufgehoben was die Betreuung betrifft. Derzeit hat er (noch) Anschluss und kommt auch gut mit den anderen Kindern klar und hat liebe Freunde gefunden. Wir haben auch das Glück, dass die Eltern der Kinder super lieb und Verständnisvoll sind und auch auf Leon eingehen.

Werde mir das ganze aber überlegen und mir den I-Kiga angucken. Wie gesagt, danke - und auch wenn ich die gewöhnlichen Vorurteile habe - bin ich jederzeit offen für Neues und Gutes!

Lieben Dank

nic

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