Unser Turbobaby (sorry ist etwas länger geworden)

Sowohl meine Gynäkologin als auch der Arzt von der Feindiagnostik sagten mein Baby ist 3 Wochen weiter als die errechnete Schwangerschaftswoche. Die Gynäkologin sagte sogar wenn wir die 37. Woche erreichen sind wir gut. Doch der Zeitpunkt kam und ging und das Baby machte keine Anstalten zu kommen. Der Muttermund war zwei Finger durchlässig und alles schon schön weich.

Aufgrund des hohen Schätzgewichtes vom Baby sollten wir nicht über den Termin gehen. Da aber mein Zweiter ein Not-Kaiserschnitt war wollte ich keine Einleitung. Die Ärzte im Klinikum überzeugten mich jedoch es zunächst zu probieren. Also wurde am 6.6. (Et-2) mit der Einleitung begonnen. Ich bekam morgens einen Wehencocktail (der nicht mal schlecht schmeckte) und durfte dann wieder nach Hause. Nachmittags kamen leichte Wehen und das CTG zeigte diese auch. Der Befund blieb jedoch wie vorher.

Am nächsten Tag wurde mir dann ein Wehentropf angehängt und auch der produzierte Wehen. Teilweise musste ich die schon veratmen aber sie waren gut auszuhalten. Ich tigerte durch den Kreißsaal, den Flur auf und ab und scherzte mit meinem Mann und atmete. Am Abend hieß es dann wir müssen abbrechen da sie mich aufgrund mehrerer Not-Kaiserschnitte nicht weiter betreuen können. Also gingen wir nochmal spazieren und dann musste ich da bleiben. Der Befund war noch immer der Gleiche. Muttermund bei 2-3 cm, weit hinten aber alles weich. Ich heulte wie ein Schlosshund und war einfach fertig. In der Nacht waren die Wehen dann weg.

Am Montag (errechneter ET) zeigte das CTG wieder keine Wehen und ich bekam schließlich Gel gelegt. Das verursachte dann schon ganz ordentliche Wehen und ich blieb 2h am CTG. Mein Mann konnte mir mit Blick aufs CTG dann immer schon sagen wann die nächste Wehe begann. Nach den zwei Stunden sind wir wieder spazieren gegangen und nach dem nächsten Kontroll-CTG war der Befund einfach nur ernüchternd. Wehen waren zu sehen aber wohl nicht stark genug und laut Hebamme hat sich am Muttermund auch nichts getan. Ich bat daraufhin um ein Arztgespräch und nach langer Wartezeit, durften wir rein und ich wurde erneut untersucht. Das Ergebnis war wie ein Schlag ins Gesicht. Muttermund bei 2-3cm, weit hinten und alles weich. Da ich keine Kraft mehr hatte, bat ich um einen Kaiserschnitt. Nach einigem hin und her einigten wir uns darauf, dass er am nächsten Tag stattfinden sollte und ich ließ mich aufgrund der Risiken fürs Kind auf eine Spinale statt Vollnarkose ein. Für die Nacht sollte ich ein Beruhigungs- und Schmerzmittel bekommen.

Ich schickte daraufhin meinen Mann heim und begann mir eine Stulle zum Abendessen zu schmieren. Da kam die Ärztin wieder rein und meinte ich sollte nicht soviel essen da der Kaiserschnitt eventuell doch noch am Abend gemacht wird. Die Ärzte hatten Angst es könnte sonst in der Nacht passieren. Die Oberärztin wollte mich nochmal untersuchen und dann würde entschieden werden. Gesagt, getan. Die Ärztin kam zum gleichen Ergebnis wie die andere und war aber ziemlich grob beim untersuchen (im Nachhinein erfuhr ich sie hat wohl den Muttermund gedehnt).

Meine Hebamme (sie hatte zum Glück Dienst) gab mir ein OP-Hemd und die Thrombosestrümpfe und versprach mir mit in den OP zu kommen, da mein Mann nicht mit rein durfte. Ich rief ihn an und er versprach sofort zurück zu kommen. Ich machte dann mein Handy aus. Während des ausfüllens vom Aufklärungsbogen und beim Anziehen der Strümpfe überrollt mich dann die erste heftige Wehe. Die dritte war dann so stark dass ich in mein Kissen brüllte. Meine Zimmernachbarin rief eine Hebamme und diese rief dann völlig überfordert meine Hebamme dazu. Sie sah mich, untersuchte mich und meinte "Der Muttermund ist offen" und im gleichen Augenblick setzten die Presswehen ein. Das sagte ich ihr und dann fegten sie mit mir im Bett über den Flur zum Kreißsaal. Sie hatte Angst ich bekomme das Kind auf dem Flur. Im Kreißsaal angekommen, rief sie alle anwesenden Hebammen zusammen, die gaben ihr alle nötigen Instrumente und halfen mir in einer Wehenpause aufs Gebärbett. Dort durfte ich dann pressen, die Blase wurde geöffnet und nur wenige Wehen später kam mein kleines Turbobaby zur Welt. Er wurde mir auf den Bauch gelegt da die Nabelschnur nicht ausreichte um ihn bis zur Brust zu bekommen. Meine Hebamme nabelte ihn ab und dann bekam ich ihn nach oben. In dem Moment brachen alle Dämme. Ich zitterte und heulte. Ich war so mega glücklich, erleichtert und völlig überrumpelt.

Zehn Minuten später kam mein Mann am Kreißsaal an und wurde mit den Worten "na der ist schon da" empfangen. Er dachte sich die machen einen Spaß und ich werde nie sein Gesicht vergessen als er die Tür öffnete und mich mit dem Kleinen da liegen sah. Er sagte nur völlig verdattert "Was ist denn das? Wie jetzt? Wieso ist er denn schon da?". Dann kam er kuscheln und half beim Vesorgen der Kleinen. Nachdem ich noch ein bisschen genäht wurde, durften wir uns zusammen kuscheln und haben den beiden großen Brüdern telefonisch die Nachricht übermittelt...

Unser "kleiner" Mann kam also innerhalb von 14 Minuten mit einer Größe von 55cm und einem Gewicht von 4100g zur Welt.

1

Wow :-) auf einmal ging es schnell :-)

Schade das die Ärztin da einfach was gemacht hat, ohne dich zu informieren....

4

Ja da weiss ich bis heute nicht was ich davon halten soll....

5

Ich würde es ansprechen und sagen das du das nicht gut fandest

2

Wow, na da hat es ja ganz schön gearbeitet während du nicht damit gerechnet hast. Da waren die Wehen durch die Eingriffe wohl das schlimmste.
Schön, dass alles doch so problemlos lief, herzlichen Glückwunsch und viel Spaß mit dem Kleinen!

3

Herzlichen Glückwunsch. Na das ist ja einer, wie mein dritter. Erst ni ht wollen und dann schnell wobei deiner es um Klassen getoppt hat. Dafür hat er identische Maße wie meiner 4 Tage vor ET, auch mit Einleitung, da hoher Blasenriss

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