Für die einen eine Horrorgeburt, für mich ein Traum! Spontan nach sectio

Erstmal vorweg einmal kurz was zu meiner ersten Geburt. Diese endete leider nach Einleitung an ET +7 nach Einleitung mit cytotec in einer sec. Sektio. Ich hatte lange zeit daran zu knacken. Körperlich wie auch psychisch. Als ich erfuhr das ich erneut schwanger war, nahm ich mir vor alles daran zusetzen, spontan entbinden zu können. Dementsprechend suchte ich mir Auch das Krankenhaus aus. Die kleinen in unserer Umgebung schieden sofort aus. Bei einer vorangegangenen sectio würde ich hier beim kleinsten Problem wieder im op liegen. Meine Wahl fiel somit auf die nächstgelegenen Uni. Diese hat eine Kinderklinik, hat eine geringe Kaiserschittrate und setzt alles daran so natürlich zu Gebären wie eben möglich.

Ich las das Buch die Selbstbestimmte Geburt und redet viel mit meiner Hebamme und meinem Arzt über mein Vorhaben und meinen ängsten. Beide bestärkten mich immer wieder darin spontan zu entbinden und sollte ich über Termin gehen nicht einleiten zu lassen. Zumindest nicht zu voreilig. Zu dem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht das dies niemals zur Debatte stehen würde.

Dann möchte ich mal zum eigentlichen Bericht kommen. Ich hatte Entbindungstermin am 15.09.2013

Alles fing mit unregelmäßigen wehen an. Tage vorher.

Am Dienstag den 10.09ten hatte ich den ganzen Tag über wehen. Immer und immer wieder. Die wehen kamen und gingen in Abständen von 15 min. Ich wusste ok, da nicht mal für ne Stunde Ruhe war wie sonst, bald würde es losgehen. Das es sich noch so hinzieht ahnte ich zu diesem Zeitpunkt nicht. Abends habe ich dann den berühmten wannentest gemacht. Die wehen blieben, wurden aber auch nicht stärker. Also ab ins Bett.

Mittwoch der 11.09:
Die Nacht über nur sehr sehr wenig geschlafen. Die wehen blieben und ich bin nur zwischendurch eingenickt. Ab 5 Uhr wurden die wehen schmerzhafter und siehe da ich war bei 7 Minuten. Ich überlegte ob mein Mann überhaupt zur Arbeit fahren solle. Habe ihn dann losgeschickt. Kaum war er weg, bereute ich es schon, denn ich wusste nicht wie ich meine kleine große mit den wehen zum Kindergarten bringen sollte. Also habe ich mich und die kleine im Schneckentempo fertig gemacht und prustete schon ordentlich rum. Ins Auto rein, Wehe! Also veratmen, Wehe weg schnell zum KiGA. Angekommen nächste Wehe. Wehe im Auto veratmet, danach schnell nele im kiga abgeliefert. Ich merke oh es kommt wieder eine, schnell aus dem Gruppenraum raus. Habe es dann bis zur Turnhalle geschafft und musste wieder veratmen. Indem kommt meine Tochter hinterher: Mama atme, atme! :D ich also meine Wehe veratmet und mich von püppi verabschiedet. Zuhause angekommen bin ich dann zur Toilette. Was sehe ich da? Ah mein schleimpropf ist abgegangen. Die wehen behielten den Abstand von 7 Minuten wurden aber schmerzhafter. Ich spürte aufeinmal druck und war mir unsicher, da wir auch noch bis zu ner Stunde bis zum KH brauchen und mein Mann auch nochmal 30/45 min. bis er hier ist. Also meine Ersatzhebamme angerufen, da meine Urlaub hatte. Die sagte dann sie sei nicht vor ort und es würde auch zu lang dauern, ich solle lieber ins KH mal schauen lassen. Gesagt getan! Ich völlig aufgeregt meinen Mann angerufen. Er solle bitte kommen. In der Zeit habe ich die restlichen Sachen in meiner bereits gepackte Kliniktasche gepackt dann meine Mutter angerufen, sie möge bitte meine große später vom Kiga abholen. Sie kam dann eben vorbei, holte sich nen Schlüssel und Sachen für die große und dann war mein Mann auch schon da. Also ab zur Klinik!

An der Klinik angekommen wurden wir von einer netten Hebamme in Empfang genommen. Sie bat uns einen Moment zu warten ich würde gleich ans CTG kommen. Nach einer kurzen Wartezeit also ran ans CTG! Und dies schrieb auch schön fleißig wehen mittlerweile in 4-6 Minuten abständen mit tollen ausschlägen auf. Ich machte mir schon totale Hoffnungen. Danach wurde ich dann vaginal untersucht. Und was kam bei raus? Ein ziemlich ernüchternder Befund! Muttermund bei 1cm und ziemlich weit hinten. Seltsam... mein FA und Hebamme hatten schon nen Befund von 3 cm. Naja nützt ja nix. Die Hebamme meinte dann, normalerweise müsse sie uns wieder nach Hause schicken mit dem Befund. Da wir aber so einen weiten weg hätten, sollten wir ein bisschen spazieren gehen in die Kantine was essen und dann würden wir nochmal schauen. Also gesagt getan!

Als wir uns dann wieder zur Untersuchung meldeten war der Befund leider unverändert und wir wurden wieder nach Hause geschickt. Ich bekam zwei Buscopan mit, damit mein Muttermund sich nicht so verhärtet da er ziemlich verkrampft war. Wir also Trübsalblasend wieder nach Hause.

Gegen 19:00 Uhr rief mich dann meine Ersatzhebamme an. Am Telefon musste ich eine wehe veratmen. Sie sagte sofort: sandra ich komme gleich und untersuche dich! So wie du dich anhörst steckst du mitten in der Geburt und gehörst ins KH!

Also warteten wir darauf das meine Hebamme kam. Die wehen pendelten sich derzeit bei 4 Minuten ein. Meine Hebamme kam untersuchte und teilte uns enttäuscht mit: Befund unverändert! Buscopan nehmen und ab in die Wanne!

Also bin ich nochmal in die Wanne! Danach ab ins Bett in der Hoffnung ein wenig Schlaf zu bekommen. Na pustekuchen! Meine wehen wurden immer stärker! Die abstände allerdings gingen wieder auf 6 Minuten hoch! Ich lag im
Bett und war nur am rumtönen, ich wusste nicht mehr wohin mit mir. Ich war nicht mehr im Stande die wehen gescheit zu veratmen. Um zwei Uhr weckte ich meinen Mann: "Schatz ich glaube wir müssen los." Meine Tochter war mittlerweile von meiner Lautstärke wieder wach geworden und hielt meine Hand. Ich bat meinen Mann meine Mutter anzurufen wegen der kleinen. Meine Mutter kam und holte sie ab. Ich suchte meine Sachen zusammen und wir fuhren gegen 3 Uhr los. Die Straßen waren frei, so dass wir um kurz nach halb vier am KH ankamen.

Also wieder ab in den Kreissaal. Wieder wurden wir von einer netten einfühlsamen Hebamme empfangen die mich sofort mitnahm. Ich war mittlerweile so mit den Schmerzen überfordert das ich hyperventilierte. Sie nahm mich mit, legt mich ans CTG sprach beruhigend mit mir und lagerte mich und leitet mich im Atmen an. Dann legte sie mir einen Zugang und verabreichte mir einen schmerztropf. Das anleiten beim atmen und das seitliche Lagern halfen mir ungemein und gleich ging es mir deutlich besser. Das CTG schlug wieder schön aus. Danach nochmal nach dem Muttermund schauen. Siehe da, wenn auch langsam es hat sich was getan. 3 cm! Die Hebamme informierte eine Ärztin die dann nochmal nach mir schaute und mir mitteilte dass ich jetzt stationär aufgenommen werden würde und das KH ohne Baby nicht mehr verlassen würde. Ich war heilfroh, denn Zuhause wäre ich mir verloren vorgekommen. Wir durften dann hoch auf Station und mein Zimmer beziehen, sollte mich dann später nochmal zur Kontrolle melden. Wir also aufs Zimmer.

Mein Mann ist nochmals nach Haus Gefahren um sich zu Duschen. Ich legte mich ins Bett und machte zwischendurch wie die Hebamme mir empfohlen hat Beckenkippübungen im Vierfüßler, da baby mit dem Kopf auf nem Knochen lag und der Kopf die "kurve" kriegen musste. Gegen Mittag merkte Ich, das meine wehen plötzlich weniger wurden. Mein Mann war derzeit wieder da und wir beschlossen nachdem ich ne Dreiviertelstunde wehen frei war mal in den Kreissaal zu gehen und nachzufragen. Es wurde CTG geschrieben und tatsächlich wurden nur 2 wehen aufgezeichnet. Abstände viel zu groß, Wehe viel zu kurz. Muttermund unverändert bei 3 cm dafür aber weiter vorn und weicher.

Ich war völlig frustriert und mein Mann und ich ging erstmal eine Runde spazieren, dabei heulte ich ordentlich. Danach ab auf Zimmer. Mein Mann und ich beschlossen das es besser ist wenn er wieder nach Haus fährt da er eh nichts machen konnte und er keine Schlafmöglichkeit hatte. Also schickte ich ihn wieder nach Hause.

Kaum allein und auf dem Zimmer wurden die wehen wieder regelmäßiger. Ich tigerte im Zimmer auf und ab und veratmete fleißig. Komm Baby komm! Jede Wehe bringt dich näher!!!

Ich habe dann versucht ein wenig zu schlafen was mir nicht wirklich gelang. Gegen zwölf Uhr beschloss ich nicht mehr lang zu warten und nochmal zum Kreissaal zu gehen. Ich hatte das Gefühl als wären die wehen nun regelmäßiger und in kürzeren abständen. Also runter zum Kreissaal, auf dem weg nach unten vier wehen veratmet.

Ich Klingel am Kreissaal und werde von einer genervten Hebamme empfangen. "Was kann ich für sie tun?"
Ich erklärte das die wehen regelmäßiger seien und ich sicher gehen wollte wie der Befund ist, da mein Mann Zuhause ist und seine zeit braucht bis er hier wäre.
Dann meinte die Hebamme in einem unmöglichen ziemlich unfreundlichen Ton, ich hätte keine wehen. Ja was habe ich denn dann bitte? Bilde ich mir das alles ein???
Sie stehen nicht unter der Geburt! sie haben keine wehen, sonst wären sie nicht so locker nach unten gekommen!

Moment mal! Locker nach unten?! Ich hatte vier wehen die ich fein wegprusten musste und das war mit Sicherheit nicht locker!!!!

"Ich habe all ihr ctgs gesehen, sie haben keine wehen, sonst wär ihr Muttermund auch geöffnet!"
Hab ich was verpasst? Der ist doch 3 cm offen!

"3 cm da spricht man nicht von geöffnet!, ok wir schauen und schreiben erstmal CTG."

Während ich mit der Hebamme diskutierte, brodelte es innerlich in mir und ich dachte nur: Frau wo hast du dein Einfühlungsvermögen gelassen? Nun veratmete ich immer wieder fleißig meine wehen die ja keine waren, laut Aussage der Hebamme. Jede Frau hätte schließlich ein anderes schmerzempfinden und ich sei wohl sehr anfällig war ihre Äußerung! Na dann!!!

Endlich legte sie mir das CTG an und verschwand nach nebenan um dort einem anderen Baby auf die Welt zu helfen. Nun lag ich dort am CTG! Überwältigt von den Schmerzen und dem gesagten der Hebamme! Es wiederholte sich immer wieder in meinem ohr! Ich sprach zu mir selbst: komm der zeigen wir es, von wegen keine wehen, von wegen keine Muttermundsöffnung! Öffne dich jetzt verdammt nochmal und helfe meinem Baby nach draußen!!!!

Eine Wehe jagte die nächste und auf einmal gingen die Herztöne vom Baby runter auf 60, war die Wehe zuende gingen sie wieder hoch, nächste Wehe auf 50 kurze zeit schrieb das CTG nicht mehr auf! Ich bekam Panik und schrieb meinem Mann ne SMS! Verdammt warum kommt kein Schwein! Soll ich rufen?! Ich höre nebenan die Frau und dann ihr Baby, sie hatte ihres jetzt im Arm und ich bangte gerade um meins. Mit einem mal kam die Hebamme wieder rein! Ich habe gerade ein Baby entbunden waren ihre Worte. Ich sagte voller Panik "meinem geht's nicht gut ich wollte schon rufen" sie schaut bekommt große Augen! Machen sie sich sofort frei ich muss untersuchen!

Und schon wurde ich ein weiteres mal vaginal untersucht! Sie schaut mich an: rufen sie ihren Mann an, 5 cm! Danach sofort rüber in den Kreissaal!

Kurz darauf hatte ich zwei Ärzte, einen jungen gut aussehenden Herren nicht älter als ich und eine junge Dame bei mir. Sie lagerten mich anders und rüttelten an meinen Bauch. Das Baby müsse geweckt werden. Als die beiden verschwanden rief ich meinen Mann an. Er nahm nicht ab! Verdammt nochmal wo steckst du!? Gleich werde ich in den op geschoben und bekomme mein Kind allein! Wieder ne Wehe, wieder die Herztöne runter danach nicht aufzuzeichnen. Sofort war der Arzt wieder bei mir. Ich wieder versucht meinen Mann anzurufen! Mir wurde heiß und kalt. Wieder ging er nicht ans Telefon, da ich jetzt auf festnetz versuchte startete ich direkt den nächsten Versuch auf Handy! Ich verfluchte ihn in dem Moment und endlich ging er ran! Ich ihm schnell die Situation geschildert er solle sich beeilen!

Der Arzt war weiter damit beschäftigt immer wieder die Herztöne zu suchen. Ich wimmerte nur: meinem Baby geht's nicht gut und versuchte ganz gezielt zum Baby hin zu atmen in der Hoffnung es würde was bringen. Der Doc sagte: ich weiß ich habe es im Auge und sehe von draußen auch alles. Wir müssen jetzt erst abwarten wie es sich weiter entwickelt, gehen sie erstmal rüber in den Kreissaal. Also CTG ab und schnell rüber ins eigentliche geburtszimmer, dort angekommen wartete auch schon meine Freundin die Hebamme! Urplötzlich war sie ein ganz anderer Mensch! Oh wow! Sie konnte doch ein wenig einfühlsam sein. Ich musste noch Pipi und bin schnell auf die Toilette. Auf einmal blutete ich was das Zeug hält. Habe schon den ganzen Tag geschleimt und schmierblutung gehabt aber das war ne richtige Blutung. Ich habe also voller Panik die Hebamme darüber informiert. Diese beruhigte mich und teilte mir mit, das dies zu diesem Zeitpunkt der Geburt ganz normal sei. Sie fragte mich, ob ich Schmerzmittel benötigte oder ob sie der Anästhesie Bescheid geben solle bezgl. Einer PDA. Ich ging einen Moment in mich. PDA ja oder nein, eigentlich wollte ich so lang es ging ohne PDA da ich in dem Buch die Selbstbestimmte Geburt gelesen hatte, das dann oft der normale Geburtsfluss gestoppt würde und die wehen aussetzten. Aber ich habe ebenfalls gelesen das man immer sehr genau abwägen muss. Es gibt Situationen in denen es sehr sinnvoll ist eine PDA zugeben. Z.B wenn die Frau zu sehr verkrampft und sich nicht fallen lassen kann. Der Muttermund sich somit nicht öffnet. Also wägte ich ab, teilte der Hebamme meine ängste mit das die wehen ausbleiben aber ich denke das ich zu sehr verkrampfe da mein Muttermund bis zu dem Zeitpunkt ja auch sehr schleppend aufgegangen war. Die Hebamme stimmte mir zu, sie meinte in meinem fall würde sie es befürworten und das es wirklich sein kann das die wehen zu schwach werden aber dann können man mit einem wehentropf gegensteuern und da ich ja bereits den 3ten Tag in den wehen lag, könnte ich so nochmal ein wenig kraft tanken.

Also willigte ich ein und die Hebamme informierte die Anästhesie. Ich wurde dann aufs Kreisbett gelagert und ans CTG angeschlossen und dann war mein Mann auch schon da. Bis die Anästhesie da war musste ich noch ordentlich wehen veratmen und war froh das ich der PDA zugestimmt hatte. Die Hand meines Mannes musste zu dem Zeitpunkt gut leiden. Dann wurde mir endlich die PDA gelegt. Alles halb so wild. Nicht angenehm, ein fieses Brennen plus druckgefühl aber nicht so schlimm wie es alle immer beschreiben. Am schönsten ist es eine Wehe ruhig zu veratmen wärend man mit rundrücken dort sitz weil einem gerade der PDA Katheter gelegt wird. Und versucht euch mal bitte mit ner Riesen Kugel vorn dran in rundrücken hinzusetzen. Gar nicht so einfach. Als die PDA lag setze auch schon sehr schnell die Wirkung ein. Es wurden noch kurz Tests gemacht bis wohin ich was verspürte. Ob die PDA optimal saß! Und das Tat sie! Ab diesem Zeitpunkt keine Schmerzen mehr! Eine Wohltat! Mir wurde kurz das Prinzip erklärt, wenn der Knopf Grün sei dürfte ich nachdosieren. Ich solle nicht sparsam sein und gar nicht erst die Schmerzen wieder aufkommen lassen. Wenn eine Wehe kam spürte ich dies zwar aber ich hatte keine Schmerzen. So konnte ich mich noch ein wenig entspannen soweit dies ging, denn immer wieder mussten die Herztöne von Ole gesuchte werden, am Bauch gerüttelt werden, ich musste an einem Wattebausch mit zitronenaroma riechen. Das sollte stimulierend aufs Baby wirken. Irgendwann sollte ich in den Vierfüßler um Beckenkippübungen machen damit Baby richtig ins Becken rutsch. Dies muss so gegen halb fünf gewesen sein. Die zeit raste nur so dahin. Ich dachte zu dem Zeitpunkt noch es würde sich ewig ziehen. Aber dann ging alles relativ schnell. Das Baby war endlich richtig ins Becken gedreht mein Muttermund bei 8 cm. Die Hebamme öffnete meine fruchtblase und entleerte meine Harnblase. Als die fruchtblase offen war fing es an das ein unheimlicher Druck zu verspüren war. Ich sollte die PDA nicht mehr nachdosieren es sollte jetzt gleich in die heiße Phase gehen. Ich teilte der Hebamme mit das ich den Drang verspüren würde mit zur pressen. Sie untersuchte mich nochmal und ich war tatsächlich vollständig eröffnet sollte aber noch nicht pressen sondern weiter veratmen. Wow! Das war wirklich hart! Ich wollte pressen und durfte nicht und diesen Drang zu unterdrücken das war schon nicht einfach. Ich teilte der Hebamme mit das ich es kaum aushalten würde ich müsste jetzt pressen. Sie sagte ok wir schauen mal. Also auf die nächste Wehe gewartet und mitgepresst. Die Hebamme prüfte und kam zu dem Entschluss: so wird das nichts! Nicht mehr Pressen weiter veratmen! Na witzig! Kurze zeit später kam sie wieder mit der Ärztin und dem Arzt! Die Hebamme erklärte mir das wir jetzt weiter pressen würden und der Doc. Von oben über meinen Bauch mitschieben würde! Gesagt getan! So durfte ich pressen! Nach 4 Presswehen sagte die Hebamme: mein Gott hat das Kind nen dicken Kopf! Ich dachte nur: na klasse! Aber scheißegal Baby du musst da unten raus. Die Hebamme sagte sie können den Kopf schon sehen und ich solle mal fühlen. Also nahm sie meine Hand und zeigte mir das dort tatsächlich der Kopf schon zu ertasten war. Unglaubliches Gefühl! In dem Moment tankte ich wieder neue kraft. Die Hebamme sagte dann nur. Oh nein er hat gar nicht so einen dicken Kopf der Arm sitzt nur direkt daneben und schafft sich Platz!

Die Oberärztin kam direkt mit der Geflügelschere um die Ecke und kassierte nen dicken Einlauf von der Hebamme sie solle ihr nicht ins Handwerk fuschen es wird nicht so einfach geschnitten. Bei den Presswehen drückte der nette gut aussehende junge Arzt dann fein auf meinem Bauch rum! Ich wusste in den Moment nicht ob ich ihn verfluchen sollte oder ihm dankbar sein sollte.

Als der Kopf also zur kurz davor war geboren zu werden musste ich unwillkürlich an das Lied the Ring of Fire denken! Denn genauso fühlte es sich an! Wie ein Ring aus Feuer und dieser unsagbare Druck, einfach kaum zu beschreiben. Die nächste Wehe durfte ich nicht pressen und die Hebamme versuchte alles mögliche um zu dehnen aber leider ging es nicht und so musste doch geschnitten werden. Mit der nächsten wehen war der Kopf geboren und ich fühlte mich schon hier wie auf Wolke sieben! Sollte ich es wirklich geschafft haben? Ich sah das kleine Köpfchen zwischen meinen Beinen hervor schauen. Ole hatte eine Nabelschnurumschlingung die direkt von der Hebamme gelöst wurde. Auch jetzt musste ich genau auf die Anweisungen der Hebamme hören, denn ich durfte nur noch ganz kurz und sacht mit Drücken!

Die nächste Wehe ließ auf sich warten, als sie endlich kam schob ich nur sacht mit. Und da war unser Wunder! Er wurde mir direkt auf den Bauch gelegt! Dieser Geruch! Diese Wärme! Dieser glückscocktail an Hormonen! Ich wimmerte, ich schrie vor Freude! Ich hatte es geschafft! Mein größter Wunsch war in Erfüllung gegangen! Ich schaute meinen Mann an! Dieser stand völlig kreidebleich neben mir und verdrückte sich ein paar tränchen. Wärend der Geburt hatte ich ihn komplett ausblendet und alles um mich rum "abgeschottet"! Dieser Moment war so unwirklich und mit einmal war mein Bewusstsein in der Realität und ich bekam Panik. Ole hatte noch gar nicht geschrien, ich schaute ihn an, rieb ihm über den Rücken. Er gluckste und es sah so aus als Rang er nach Luft. Ich fragte panisch: ist mit ihm alles gut? Der Arzt kam rum, er hatte sich vorher meine Verletzungen angeschaut und die Hebamme war raus gegangen. Er rieb ihn ab und pustete ihn ins Gesicht. Erst sagte er es könne schonmal vorkommen wenn sie nicht direkt schreien. Die Ärztin kam rein und schaute nach seinen vitalwerten. Dann kam die Hebamme und sagte sie nehme ihn kurz mit und würde ihm das Fruchtwasser absaugen. Ich hatte bereits ein seltsames Gefühl. Als sie nach einer gefühlten Ewigkeit wiederkamen wurde er vermessen und gewogen. Ich wurde in der zeit genäht. Wohlgemerkt eine Stunde lang! Die Plazenta war Übrings in der ganzen zeit ohne Probleme einfach mit einer Wehe vollständig geboren worden und war völlig verkalkt. Ich wurde gefragt ob ich starke Raucherin wäre und ich habe noch nie geraucht. Als Ole vermessen wurde, sagte die Hebamme dann sie würde lieber die Kinderärzte dazu rufen Ole würde sich doch nicht so "machen" wie gewünscht. Also war der Kinderarzt auch ziemlich schnell da und nahm Ole wieder mit. Nach langen 20 min. Kam er wieder. Mit Ole im Wärmebettchen. Ole hatte bereits einen Zugang bekommen und lag an einer Infusion. Mein Baby so zu sehen zerriss mir das Herz! Ich musste direkt weinen. Der Arzt sprach mit mir und meinem Mann ud erklärte die Sachlage. Ole müsste nochmal mit in die Kinderklinik. Er hätte Anpassungsschwierigkeiten, atemstörungen, die blutgaswerte würden nicht passen, und der laktartwert wäre zu hoch. Es könne sein das alles Harmlos ist und es stressbedingt durch die Geburt sei oder aber er hätte eine Infektion. Das müsse geklärt werden. So kam Ole also auf die Kinderklinik und ich blieb ohne Baby zurück und musste warten bis ich mit nähen fertig war.

So war das alles! Für die einen eine Horrorgeburt! Für mich die absolute Traumgeburt. Ich war einfach nur glücklich spontan entbinden zu dürfen auch wenn die Freude ein wenig getrübt wurde, dadurch das ole direkt weg kam. Er stabilisierte sich Super schnell und durfte am nächsten Tag kerngesund zu mir auf die Station aufs Zimmer wechseln. Es hatte sich gelohnt sich bei der Krankenhauswahl genauestens zu informieren. Woanders wäre ich wohl wieder 10 mal im op gelegen.

Ole geboren am Freitag den 13ten September um 5:35 Uhr mit 3180 Gramm und 52 cm, KU von 35 cm.

Heute ist Ole 3,5 Wochen und wiegt 4.450 Gramm! :)

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#herzlich Glückwunsch zu eurem kleinen Mann!

4

Dankeschön!

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Hallo Sandra!
Herzlichen Glückwunsch#klee

und vielen Dank für diesen spannenden Geburtsbericht.

Freitag der 13. passt irgendwie zu der Geburt;-)

"The Ring of fire"#rofl, aber Du hast vollkommen recht mit diesem Vergleich!!!

Liebe Grüße und viel Freude an Deinen Kindern

babyleo2005

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Danke! :)

Du wirst lachen aber ich habe echt nen Ohrwurm bekommen: Burne Burne Burne... :D

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#rofl#rofl

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#herzlich#baby#torte Herzlichen Glückwunsch und #danke für Deinen Bericht. Für mich liest es auch als Traumgeburt ;-) , obwohl ich zwischendurch doch mal dachte Oh die Arme. Bin in derselben Situation und hoffe nach Sek. Sectio im Nov spontan entbinden zu können.

Alles Gute
LG

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Danke! Ich drück dir die Daumen! Lass dich nicht von deinem weg abbringen und wähle dein Krankenhaus mit bedacht! Es ist wirklich wichtig ein gutes Team um sich zu haben. Bei meiner Tochter damals war die Situation mit den Herztönen noch lang nicht so kritisch wie jetzt und ich landete im op. :( heute bin ich schlauer! Kann dir das Buch die Selbstbestimmte Geburt empfehlen!

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Herzlichen Glückwunsch zur Geburt eures kleinen Ole (den Namen finde ich #pro) und danke für den richtig tollen Bericht.

Ich versteht warum du es als Traumgeburt bezeichnet, ich hab auch nach sec. Sectio spontan entbinden dürfen.

LG und alles Liebe für euch vier Emmy

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