Die Geburt von Felix und Elisa – ein etwas holpriger Start ins Leben zu fünft (lang!)

Hier nun unser Geburtsbericht:

Geplant war aufgrund der Schädellage von Felix eine spontane Geburt, aber wie sagt man immer: 1. kommt alles anders und 2. als man denkt.

Die Wehen begannen am 21.03. (38+0) nachmittags um 17 Uhr, kurz nachdem ich meinen Mann noch ins Fitnessstudio geschickt habe, damit er sich auch eine Stunde Zeit für sich nimmt, da unser großer Sohn (2 Jahre und 4 Monate) am Tag vorher krank geworden ist (MOE, Virusinfektion mit Ausschlag und Bronchitis) und er nun mit Kind-krank-Schein daheim war.
Die Wehen waren nicht richtig schmerzhaft, aber doch als solche deutlich zu erkennen. Sie kamen auch gleich im 10-Minuten-Abstand, der sich aber eigentlich mit jeder Wehe verringert hat. Als mein Mann dann gegen 18.20 heimkam, hatte ich grade mit dem Kochen angefangen, weil das Kind ja was essen muss - und ich auch! Mein Mann kam zur Tür rein, ich sagte noch, ruf mal deine Eltern an, dass sie Noah nehmen, ich glaube, heute kommen die Kinder. Aber erst essen wir noch. Mein Mann: „keine Chance, ich fahre Noah gleich rüber, wir fahren sofort los. Außerdem ist mir der Appetit vergangen...“

Gut, ich habe währenddessen noch schnell was gegessen, Zähne geputzt, alles aufgeräumt, gelüftet, Kliniktasche nochmal fertig gepackt. Alles mit Wehen, die mittlerweile in 3 Minuten Abständen kamen. Aber immer noch nicht schlimm waren, gut zu veratmen.

In der Klinik angekommen, wollten mich die 2 Hebammenschülerinnen erst in der Schwangerenambulanz ans CTG legen. Erst auf meinen dezenten Hinweis, dass ich Zweitgebärend bin und die Wehen mittlerweile minütlich kommen, haben sie uns gleich in den Kreißsaal gebracht (der letzte freie, Glück gehabt!). Das CTG schreiben erwies sich als Ding der Unmöglichkeit, da bei jeder Wehe die Herztöne nicht mehr schreibbar waren. Nach 20 Minuten Versuch kam die Hebamme, stutzte, weil ich trotz Querlage des nachfolgenden Zwillings eine natürliche Geburt zugesichert bekommen hatte und meinte dann, dass sie lieber gleich nach dem Muttermund schaut, bevor wir jetzt noch weiter das CTG versuchen. Tja, nach 2 Stunden Wehen war der Muttermund schon 5 cm auf! Aber sie rief gleich den Arzt an, damit der nochmal mit Ultraschall nach der Lage der Zwillinge schaut, ihr kam der „Kopf“ ein wenig weich vor. Beim US kam dann raus, dass Felix sich doch noch irgendwann in BEL gedreht haben musste. Also doch keine natürliche Geburt, sondern ein Kaiserschnitt. Genau das, was ich überhaupt nicht wollte! Aber was blieb mir anderes übrig.

Also ab in den OP, noch im Vorraum kam der Arzt und erzählte, dass die Oberärztin, die uns die SS hindurch beim Doppler oft betreut hatte, noch in der Nähe bei einer Veranstaltung wäre und extra für uns kommen würde. Die Spinalanästhesie wurde gelegt, mein Mann kam wieder rein und dann ging es los. Zwischendurch konnte ich nur immer sagen, „mir wird so komisch“, dann wurde irgendeine Infusion wieder hochgedreht, und es ging mir kurzzeitig wieder besser. Dass Felix rausgezogen wurde, hab ich kaum bemerkt, aber als sie dann anfingen, Elisa rauszuziehen, dachte ich, dass eine normale Geburt nicht schlimmer ist als ein Kaiserschnitt. Puh, die haben da rumgekruschtelt, das war nicht mehr feierlich. Und es hat auch satte 3 Minuten gedauert, bis sie Elisa draußen hatten. Sie hat auch gleich geschrien und dann wurde mir ein rosiges Bündel kurz gezeigt – und ich brach in Tränen aus – meine Tochter! Felix hatte ich nicht schreien hören und ich habe ihn auch nicht gesehen, fiel mir da ein. Auf meine Nachfrage hat mein Mann dann gesagt, dass er ihn gesehen hat und er auch schon im Nebenraum schreit. Gottseidank, alles in Ordnung! Dann kam die Hebamme und sagte, dass Felix ein Drittel weniger wiegt als seine Schwester und 4 cm kleiner ist! Wie denn das? Die sollten doch gleich groß sein?

Felix wiegt 2.160 g bei 47 cm, Elisa stolze 3.470 g und 51 cm. Geburtszeiten: 21.04 und 21.07 Uhr.

Auf dem Weg in den Kreißsaal wurden mir noch die beiden Kinder in den Arm gelegt, es wurde ein Foto gemacht, und dann hieß es, Felix muss in die Kinderklinik rüber, wegen seines geringen Gewichts muss der Zuckerspiegel überwacht werden. Gut, eine Nacht überstehen wir das. Mein Mann geht mit rüber, um zu schauen, wo er hinkommt. Elisa und ich fahren erst mal in den Kreißsaal, und dort kuscheln wir ausgiebig, Elisa immer noch nackt auf meinem Bauch. Und sie sucht sofort und saugt! Mein Mann kommt zurück, berichtet, dass Felix schläft und auf der Neugeborenenstation im Wärmebett liegt, er hat auch gleich noch Fotos gemacht. Um 1 Uhr kommen wir aufs Zimmer, mein Mann schaut nochmal bei Felix vorbei, bevor er heimfährt.

Die erste Nacht verbringe ich mit Elisa im Arm, immer wieder trinkt sie, quer auf meiner Brust liegend, ich kann mich kaum bewegen, alles tut weh.

Die nächsten Tage vergehen mit immer neuen Schreckensnachrichten von Felix, erst kommt er an den Tropf, dann bekommt er eine Magensonde, weil er nicht trinken will. Er schläft nur, bewegt sich nicht, ständig werden Untersuchungen gemacht. Immer heißt es, er ist reif, er muss so und so viel pro Tag trinken, das tut er nicht, da stimmt was nicht. Auf unsere Einwände hin, dass er vielleicht nicht so viel braucht oder einfach noch Zeit braucht, wird nicht eingegangen. Bis er dann anfängt, grünlich zu erbrechen, sobald man ihm seine „benötigte“ Menge per Magensonde zuführt. Der herbeigerufene Oberarzt entscheidet endlich richtig: Magensonde raus, Nahrung wieder zurückfahren und ihn so viel trinken lassen, wie er will. Der Rest Flüssigkeit wird per Tropf zugeführt. Halleluja, endlich wird mal auf der Kind gehört!

Von da an geht es bergauf, Felix trinkt immer ein bisschen mehr, immer noch zu wenig, aber wir freuen uns auch über 25 ml! Leider spuckt er immer noch nach fast jeder Mahlzeit einen Großteil wieder aus, egal wie gut er aufgestoßen hat.

Elisa und ich sind mittlerweile daheim, genau 1 Woche nach der Geburt haben wir das KH verlassen und wollen täglich in die Kinderklinik pendeln.

1 Tag nachdem wir heimkommen, muss mein großer Sohn aufgrund eines anaphylaktischen Schocks mit Atemnot (Reaktion auf der Antibiotikum, das er wegen seiner MOE und Bronchitis bekommen hat)per Notarzt in die Kinderklinik – zum Glück kommt er in die gleiche, nur 2 Stockwerke unter Felix. Mein Mann geht natürlich mit, ein 2-jähriger kann ja nicht alleine in der Klinik bleiben. 2 Nächte müssen die beiden stationär bleiben. Irgendwie kommen wir uns vor wie in einem schlechten Film. Das kann doch alles nicht wahr sein!
Nach 1,5 Wochen hat Felix, als wir ankommen, schon Hunger, was fast nie vorkam bisher. Die Flasche war noch nicht fertig, die Schwester meinte: „legen sie ihn doch mal an, hier haben sie ein Stillhütchen, vielleicht klappt es ja“. Und siehe da: Felix trinkt in 10 Minuten 25 ml an der Brust, die gleiche Menge aus der Flasche dauert gerne mal 30 Minuten! Die gleiche Schwester schlägt auch vor, dass ich mal meine Avent-Flaschen mitbringen soll, vielleicht muss er dann nicht mehr so oft spucken.
Von da an geht es jeden Tag besser, er trinkt an der Brust, die anderen Mahlzeiten aus der Avent-Flasche und er spuckt nicht mehr! Die Möglichkeit, Felix Ostern nach Hause zu holen, wird immer realer. Am eigentlichen ET, Mittwoch, den 04,04, 2 Wochen nach der Geburt, macht es „klick“: er trinkt von jetzt auf gleich seine benötigten 50-60 ml pro Mahlzeit, und es heißt: „morgen dürfen Sie heim!“

Und da sind wir nun, und gewöhnen uns an ein Leben zu fünft. Die Nächte sind bisher recht gut, Felix verlangt ca. alle 3 Stunden nach der Brust, Elisa kommt nachts schon mal 5-6 Stunden ohne Brust aus, aber das ist wirklich in Ordnung, vor allem nach so einem schwierigen Start ins Leben!

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Hallo

Herzlichen Glückwunsch!
Es freut mich das alles gut ausgegangen ist.

Genießt die Zeit zu fünft und bleibt gesund!
Ich wünsche euch trotzdem schon mal Frohe Ostern und das zu Hause in aller Ruhe.

LG Denise

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Wow! Herzlichen Glückwunsch und respekt. Ich wünsche dir viel Kraft und gute Nerven. Ein Kleinkind und dann Zwillinge... Ich kann es mir gar nicht vorstellen. Meine sind 22,5 Monate auseinander und DAS finde ich schon heftig.

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Naja, es muss ja gehen, und vorstellen kann ich es mir auch noch nicht so richtig, das kannst du mir glauben! Wenn alle 3 mal anfangen rumzuzicken... Gute Nacht! Aber man wächst ja mit seinen Aufgaben ;-)

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Hallo,#winke

alles gute Euch fünf. Man das war ja ein schrecklicher Start, mir standen gleich die Tränen in den Augen. Ich wünsche euch alles gute und frohe Ostern.#herzlich

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