Nie wieder dieses KH - endlich ist alles durchgestanden

Hallo ihr lieben,

meine Kleine ist nun schon 3 1/2 Monate alt und jetzt erst kann ich über meinen Krankenhaus-Aufenthalt berichten, denn jetzt erst ist klar, dass dieser keine rechtlichen Folgen haben wird.

Ca. 3 Monate vor ET (21.11.11) fing ich an, mir verschiedene Kliniken anzuschauen und habe auch "Elternabende" besucht. Da ich selbst hier in einer Klinik (Klinikverbund) arbeite (wir haben jedoch keine Geburtshilfe), war ich natürlich nicht gerade scharf da drauf, im Kreißsaal bzw. OP Kollegen von mir zu treffen, daher habe ich mich für eine Hamburger Klinik entschieden, die nicht zu unserem Kliniksverbund gehört.
Diese hat einen sehr guten Ruf hier, hat eine Neugeborenen-Intensiv, eine Frühchenabteilung.. alles, was man sich so "wünschen" kann.
Beim "Elternabend" haben wir einen sehr netten Eindruck bekommen und auch der GVK hat sehr viel Spaß gemacht.

Aufgrund der BEL meiner Kleinen, sowie eines begleistenden SS-Diabetes entschieden wir uns für einen Kaiserschnitt, welcher dann für den 18.11.11 geplant wurde. Zudem hatte ich mich für Einbettzimmer entschieden (Selbstzahler).

18.11.11:
Ich sollte morgens gegen 9 Uhr im KH sein, der KS war für ca. 11 Uhr geplant.
Nach der Aufnahme kam ich dann zunächst ans CTG -> alles gut, leichte Übungswehen,

danach ging es in den Kreißsaal zur Vorbereitung (umziehen, AT-Strümpfe, rasieren).
Um 11 wurde ich dann abgeholt und in den OP gebracht, mein Männe durfte mich natürlich begleiten.
Die ganze Zeit war dann auch eine mir zugeteilte Hebamme mit dabei.
Die Spinalanästhesie funktionierte nicht sofort, aber nachdem noch ein weiterer Arzt dazu kam, dann doch recht zügig.
Um 12:06 machte meine Kleine dann ihren ersten Schrei!
Sie wurde mir nur kurz gezeigt und dann den KiAs vorgestellt, da sie leichte Anpassungsschwierigkeiten hatte.
Ich wurde während dessen weiter versorgt und im Anschluss in den Aufwachraum gebracht. Hier gab es ein getrenntes Abteil extra für frisch gebackene Familien.
Mein Mann war die ganze Zeit bei der Kleinen dabei.

Um ca. 13:15 Uhr kam dann die Hebamme mit meinem Mann und der Kleinen, legte sie mir nackt auf die Brust und sagte noch "wenn sie sucht, müssen sie sie anlegen - Alles Gute"... Das war das letzte mal, dass ich diese Hebamme gesehen habe...

Um 14:30 durften wir dann endlich aufs Zimmer, zunächst ein 3-Bett-Zimmer, da mein 1-Bett-Zimmer noch gereinigt werden musste.

Bisher kam noch keiner auf die Idee, meinen Blutzucker zu messen!
Natürlich war ich seit dem Vorabend nüchtern, so dass ich meinem Mann losschickte, er solle mal die Schwestern nach etwas zu essen fragen. Antwort: "Essen gäbe es später".
"Später" war dann 18:30 Uhr (!!!), als ich auch endlich mein Zimmer bekommen habe (über denZustand des Zimmers reden wir nun nicht, das würde den Rahmen sprengen... Es endete jedenfalls da drin, dass meine Mutter am Samstag das Zimmer putzte)!

Mittlerweise habe ich immer wieder versucht, meine Kleine anzulegen. Ob ich es richtig machte? keine Ahnung, interessierte ja auch auf nachfragen Niemanden! Aussage: "Wenn sie saugt, ists doch gut!" Ach ja, Blutzucker interessierte auch weiterhin niemanden!

Die Nacht war entsprechend unruhig, klar, Neugeborenes Kind an meiner Seite...

19.11.2011:
Morgens kam die Schwester rein, sie müsse die Kleine zum Zucker und Gewicht messen mitnehmen. Alles soweit ok, Zucker grenzwertig, aber noch gut...
Mittags gab es dann BOHNENEINTOPF!!! Auf einer Geburtsstation!!! Tschuldigung, aber das ist doch wirklich nicht wahr, oder?? Egal, habe mit die Möhren und Kartoffeln raus gepickt, hatte eh nicht wirklich Hunger.
Abends kam dann nochmal ne Schwester, ob denn noch was wäre, ansonsten wünsche sie mir eine Gute Nacht... Es war nichts, also ward sie auch nie wieder gesehen...

20.11.2011:
Morgens wieder die gleiche Schwester, wieder Gewicht und Zucker messen. Dann kam sie wieder mit meiner Kleinen: "Nix gut, nix gut"... Was? "Gewicht nix gut und Zucker, Kinderarzt" ahh ja... mehr konnte die gute mir dann auch nicht sagen, hat dann wohl mit dem KiA telefoniert, der befand wohl alles für gut und mit mir wurde nicht weiter gerpochen (bin ja auch nur die Mama).
Mittags gab es dann panierte Hähnchenbrust in SALBEISOßE!! Auch toll.. da versucht man gerade mal, überhaupt die Milchproduktion anzukurbeln und dann das!!
Abends kam dann die erste Schwester, die mich mal fragte wie es mir geht, wie das Stillen klappt, sie hat sich das auch angeschaut, also die erste Schwester, wo ich sage, sie hat nicht nur Dienst nach Vorschrift gemacht.
Zudem hat sie mir auch mit Stillkissen eine kleine "SChlafburg" gebaut, dass meine Kleine und ich mal zum Schlafen kommen.

21.11.2011:
Meine Kleine wurde immer unruhiger, der Milcheinschuss ließ auf sich warten. Also anlegen, anlegen, anlegen... Der KiA (U2) war soweit zufirieden und am Folgetag wollten wir dann endlich nach Hause. Dem sprach auch nichts dagegen.
Abends hat meine Kleine dann richtig aufgedreht. Aufgrund der vorherigen Nächte war ich total im Eimer. Mein Mann ebenfalls. Nachts um 1 ist die Kleine dann endlich mal eingeschlafen, er ist nach Hause und die Schwester meinte noch, wenn was ist, solle ich mich melden.
Um 1:30 wurde die Kleine dann wieder wach und schrie wieder. Ich habe also die Schwester geholt, wir haben zusammen nochmal versucht, ob sie was trinkt (wollte sie aber anscheinend nicht). Die Schwester hat sie dann mit ins Babyzimmer genommen, um sie mir bei Hunger wiedeer zu bringen. So hatte ich zumindest mal etwas Ruhe.
Um 5:30 hat sie mir die Kleine dann wieder gebracht, sie habe die ganze Zeit geschlafen (ich auch!!).

22.11.2011:
Morgens war dann die nette Schwester vom Vortag wieder da und fragte mich direkt, ob ich die Kleine jetzt immer zufüttern wolle...??? Ich war total baff und wusste nicht was los war: Sie hat in der Nacht 40ml Fertigmilch bekommen, damit sie danach schläft!!! Und das ohne mein Wissen!!! Sicherlich hätte ich zugestimmt, so fertig wie ich war, aber ich hätte es zumindest gerne gewußt!
Am Mittag war dann die Gyn-Untersuchung, alles soweit ok.
Ich fragte noch nach der Anti-D-Spritze (bin Rh negativ), da meinte er, ich bräuchte sie nicht, die Kleine wäre auch negativ.
Wir sind dann ENDLICH gegen 14 Uhr nach Hause.

Zu Hause fragte mein Mann dann, welche Blutgruppe denn die Kleine habe und wir haben in den Unterlagen nachgeschaut: Dort stand AB neg.
Das konnte aber nicht sein, da ich A neg. und mein Mann 0 neg. ist!! Wo kommt das B her???
Mit anderen Worten hatten wir Schwarz-Auf-Weiß im Mutterpass stehen, dass die Kleine nicht unsere Tochter sein kann, bzw. dass irgendwo ein risen Fehler passiert sein muss.

Ich habe also wieder im KH angerufen (ca. 15 Uhr) und mich zum Oberarzt, der auch die Untersuchung und die OP gemacht hatte, durchstellen lassen. Auch er war der Meinung, da könne etwas nicht stimmen, er würde sich kümmern und sich melden...
Also ich dann um 17:30 noch nichts gehört habe, habe ich nochmal angerufen, der OA war mittlerweile wieder zu Hause, die diensthabene Ärztin wollte sich (mal wieder) kümmern und sich melden... So viel dann dazu.
Wir hatten jetzt also eine Nacht lang Zeit, darüber nachzudenken, was denn schief gelaufen sein kann, und glaubt mir, das war absolut keine schöne Nacht!!

23.11.2011:
Um 10 Uhr Anruf vom Krankenhaus, wir sollen nochmal zur Blutentnahme kommen.
Gesagt getan... und ich darf zuschauen, wie meiner Kleinen zwei Nadeln in den Kopf gesteckt werden.. toll...
Danach sind wir erstmal wieder nach Hause, waren total fertig, die Kleine auch, war total ruhig den Tag...
Um 14:30 kommt dann der Anruf, wir mögen bitte sofort in die Klinik kommen, die Kleine habe nun Blutgruppe 0 pos.!! (Die Blutgruppe des Papas). Wir waren erstmal erleichtert, dass es "nur" eine Verwechslung der Blutröhrchen war, andererseits kamen dann die Gedanken, dass ich ja keine Anti-D-Spritze bekommen habe!
Also wieder hin, Blutentnahme bei mir, glücklicherweise keine Antikörper nachweisbar, Spritze bekommen, wieder nach Hause...

06.03.2011:
Mittlerweise sind >3 Monate vergangen und nun war ich nochmal zur Antikörper-Kontrolle, um endlich mit dem ganzen Kapitel abschließen zu können und zum Glück ist alles gut ausgegangen!
Deswegen kann ich auch jetzt erst schreiben, denn wären in der Kontrolle nun Antikörper gewesen, wären wir beim Anwalt gelandet...!

Auch wenn der Text nun verdammt lang geworden ist (und vermutlich die wenigsten Zeit und Geduld dafür aufbringen, alles zu lesen), ist es doch gut, sich das Ganze mal von der Seele schreiben zu können...
Wir sind verdammt froh, dass alles Gut ausgegangen ist, unsere Kleine entwickelt sich prächtig...
Wir wissen aber auch, dass ihre Geschwisterchen nicht in dieser Klinik zur Welt kommen werden!!

Euch noch einen schönen Mittwoch Nachmittag...

Bye,. Wibbi

1

was für ein horror...
kann euren ärger gut verstehen!

Trotzdem herzlichen Glückwunsch zu EURER :-p Tochter!

2

Hallo,

erstmal alles Gute zur kleinen Maus!!!!

Im Gegensatz zu Deinen Befürchtungen, habe ich tatsächlich alles gelesen. Zuerst hab ich mich doch tatsächlich gefragt, ob es in Deinem Zimmer nicht so eine Klingel gab. Ich hätte das Teil wahrscheinlich zum Glühen gebracht.

Aber viel schlimmer: Mir als absolut nicht vorgebildete Person in Sachen Blutgruppen, wäre der Fehler nicht aufgefallen. Bis zu meiner ss hatte ich sozusagen keine Blutgruppe.
Was wäre dann passiert?????

LG und ganz viel Freude mit der kleinen Maus. So verarbeitest das hoffentlich nun wirklich ganz schnell!!!

3

Moin,

das hatten wir uns auch hhinterher gedacht, denn die wenigsten wissen ja überhaupt ihre Blutgruppe! Mein Mann weiß sie nur, weil er Blutspender ist!
Tja, eine Klingel gabs auf dem Zimmer.. ich gehöre jedoch auchzu den Menschen, die immer alles selbst schaffen wollen, bzw. anderen auch nicht auf die Nerven fallen wollen... Ich weiß, in mancher Situation hätte ich besser klingeln müssen, aber ich denk mir dann auch immer: Die haben hier gerade genug zu tun... Ist halt mein Charakter...

bye, Wibbi

6

Eigentlich bin ich auch so. Aber ich war über Weihnachten drinnen und da war echt total wenig los. Die Schwestern und Hebammen waren froh, wenn man mal geklingelt hat, da hatten sie mal was zu tun. An den letzten 1,5 Tagen hab ich auch keinen gesehen. Die dachten wohl, wir wollen unsere Ruhe, also ich und meine Maus ;-)

4

Erst mal herzlichen Glückwunsch zu Eurem Nachwuchs.

Allerdings kann mit dem Rhesusfaktor wieder etwas nicht stimmen. Wenn Ihr beide Rh neg. seid, dann kann Eure Tochter nicht Rh. pos. sein.

Rh. pos. ist dominant gegenüber Rh. neg., d.h. wenn Ihr beide neg. seid, dann tragt Ihr nicht das Gen für Rh. pos..

5

uuups, da hab ich mich doch glatt verschrieben.. mein Mann ist 0 pos.!

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Das ist falsch! Auch wenn beide Elternteile negativ sind kann das Kind positiv werden! Habe mir das mal von nem Arzt erklären lassen, kann es aber jetzt nicht so wieder geben. Es kommt auf jeden Fall auf die Untergruppen an!!!

Lg, C.

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Erstmal Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! #freu

Auch ich habe deinen Bericht bis zum Ende gelesen und ich finde es bei weitem nicht so schlimm wie du. Das einzig richtig doofe ist das vertauschen der Blutgruppen! Das wäre für Folgess wirklich ungünstig gewesen, aber den Rest des Verlaufes find ich wirklich nicht schlimm!

Habe da wirklich weitaus schlimmeres erlebt und bin somit einfach am 2.Tag nach dem Kaiserschnitt nach Hause ;-) Das hättest du ja auch machen können...

Wünsche euch alles Gute und das ihr die gemeinsame Zeit genießen könnt! #freu

Lg, C.

9

Hallo,

Mensch, da hattest Du auch was durch....Dir das von der Seele zu schreiben hat Dir bestimmt geholfen. Ich kann Dich gut verstehen...hatte ähnliche Erlebnisse bei meiner Tochter und zweifelte oft an der Kompetenz und am Verstand von Schwestern und Ärzten...allerdings musste ich zwei Wochen "warten", bis ich nach Hause durfte...
Die Sache mit der Verpflegung ist mir schon aufgefallen, stillfreundlich solls sein und dann sowas, Bohnen nach der Entbindung, wo der Darm so viel Platz im Bauchraum hat uns sich richtig aufblähen kann...
Die Sache mit der Blutgruppe...wie kann das sein? Das ist ja echt ärgerlich, man muss sich doch halbwegs darauf verlassen können. Hätte mich da auch aufgeregt.

Schwestern haben (bis auf Ausnahmen) Scheuklappen auf und arbeiten leider oft stur ihre Routine ab..leider.

Auch wenn die Erlebnisse öfter noch hochkommen und Dich ärgern...
Alles Liebe!
Claudia

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Das mit der Blutgruppenbestimmung ist sicherlich nicht professionell gelaufen, aber der Rest- bleib mal auf dem Teppich!

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Glaube mir, ich weiß wie es in Krankenhäusern laufen kann, denn stell dir vor, ich bin Ärztin. Und glaube mir, ich habe die Länge des Beitrags schon begrenzt und nur "die Spitze vom Eisberg" hervor gekramt!
Also, wenn du Lust hast, dort zu entbinden, lade ich dich herzlich gerne dazu ein, dann kannst dir selbst nen Eindruck verschaffen!

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Willkommen im Club, ich bin auch Ärztin, und wie man sieht, ist das nicht das Kriterium, sondern eher, wie man mit Problemen umgeht oder sie bewertet.

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Ich finde du übertreibst total- zum Beispiel das mit dem Essen, du bist doch nicht in einem Hotel.

Gut das mit der Blutgruppe war blöd- aber sonst reagierst du total unangemessen.

Meine Meinung!

Alles Gute.

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