Leons schwerer Start ins Leben

Hallo zusammen,

ich versuche mal die Zeit in der unser Wurm schläft zu nutzen und mal eben meinen Geburtsbericht zu schreiben.

Alles begann an einem Sonntag. Ich war fünf Tage über ET. Die Sonne hat geschienen und ich habe Leon gesagt das heute ein schöner Tag wäre um auf die Welt zu kommen. Prompt ist mir die Fruchtblase geplatzt. Wir haben dann noch in Ruhe gefrühstückt und uns dann auf den Weg in Krankenhaus gemacht.

Dort haben wir unser Familienzimmer bezogen und auf Wehen gewartet. Gegen 16 Uhr haben die Wehen eingesetzt. DIe Schmerzen sind irgendwann sehr stark geworden und ich habe eine PDA bekommen. Danach war ich schmerzfrei :-)

Leon ist um 0.16 Uhr mit etwas Hilfe vom Arzt auf die Welt gekommen. Er hatte die Nabelschnur einmal um den Hals gewickelt und war sehr blau. Er hat dann aber nicht richtig geatmet und wurde sofort weggebracht um untersucht zu werden. Ich habe ihn zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesehen.

Nach einiger Zeit des wartens kam der Kinderarzt zu uns und sagte uns das er nicht selbstständig atmet und er ihn untersuchen muss. Das dauert ungefähr zwei Stunden und dann würde er wieder kommen. Es begannen furchtbare Minuten des Wartens. Ich wurde in der zwischenzeit versorgt. Ich bin ein bisschen gerissen und wurde genähnt. Das war in diesem Moment aber alles egal.

Nach ca. 1,5 Stunden kam der Arzt wieder in den Kreissaal mit einem besorgten Gesichtsausdruck. Er sagte uns das Leon einen schweren Herzfehler hat und in die MHH gebracht werden muss um sofort operiert zu werden.

Bei uns brach einen Welt zusammen. Mein Mann konnte Leon dann noch kurz sehen. Der Arzt meinte das es ca. 4 Stunden dauern würde und er uns danach anrufen würde. So wurden wir ohne Baby wieder in unser Zimmer gebracht und mussten wieder warten. Als wir nach vier Stunden noch keinen Anruf hatten fragten wir bei den Schwestern nach, die wiederrum bei den Kinderärzten und die haben in der MHH angerufen. Dann kam die Kinderärztin zu uns und hat uns erklärt was Leon für einen Herzfehler hat. Wir wussten zu diesem Zeitpunkt nicht ob unser Kind lebt oder nicht.

Mein Mann hat die Ärztin dann unterbrochen und gefragt wie es Leon geht. Sie sagte er wäre stabil und liegt in der MHH auf der Intensivstation. Wir sind in Tränen ausgebrochen.

Wir haben uns dann schnell aus dem Krankenhaus entlassen und sind in die MHH gefahren. Dort habe ich meinen Sohn das erste mal gesehen. Voller Kabel. Zugänge in den Händen, im Hals. Beatmung und Magensonde in der Nase. Es war furchtbar. Ich hatte eine so schöne Schwangerschaft und es war immer alles in Orndung. Man fragt sich einfach nur "Warum?" Warum muss uns sowas passieren.

Uns wurde erklärt das nach einer Woche die Hauptoperation durchgeführt werden muss. Er hat sich in dieser Woche super gemacht, Er hat selber geatmet und getrunken und hat uns viel Freude gemacht. Nur mein Kind jeden Abend alleine lassen zu müssen war das schlimmste. Immer ohne Kind nach Hause fahren. Es verging kein Tag voller Tränen.

Der Tag der OP war schrecklich. Die Operation hat ca. 6 Stunden gedauert. Der Chirurg hat uns gesagt das wir gegen drei bei seiner Sekretärtin anrufen sollen falls wir bis dahin nichts gehört haben. Um halb drei hat es mein Mann nicht mehr ausgehalten und angerufen. Beim ersten Versuch ist keiner ran gegangen. Ich bin noch nervöser geworden.

Beim zweiten mal ist der Arzt selber ans Telefon gegangen. Ich habe nicht gehört was er zu meinem Mann gesagt hat, aber irgendwann hat mein Mann den Daumen nach oben gehalten um zu Signalisieren das alles gut gelaufen ist. Wir haben nur noch geheult. Unser kleines Baby hat eine so schwere Operation am offenen Herzen überstanden.

Danach mussten wir noch eine Woche auf der Intensiv verbringen und zwei Wochen auf normaler Station. Heute ist Leon 8 Wochen alt und wir sind total stolz auf ihn. Er ist so ein fröhliches liebes Baby.

Sein Herzfehler heißt übrigens TGA ( Transposition der großen Arterien)

Falls es hier noch Eltern mit einem "Herzkind" gibt, würde ich mich freuen wenn man sich dazu mal austauschen kann.

Alles was bleibt ist eine Narbe und viel Dankbarkeit.

Liebe Grüße,
Melanie mit ihrem kleinen Kämpfer Leon der friedlich schlummert :-)

1

Du Arme,

ich wäre auch vor Sorge umgekommen. Ich musste beim Lesen voll heulen.

Mein kleiner ist am 12.01. geboren und hatte auch die Nabelschnur um Hals und da hatte ich die größte Angst die ich in meinem Leben hatte.

Mein Freund sagte mir auch später das man mir die Angst richtig angesehen hat.

Zum Glück ist bei uns alles gut gegangen und bin nach 2 Tagen KH dann mit dem kleinen neben mir schlafenden nach Hause.

Ich wünsche dir alles Gute und eine schöne Zeit mit deinem kleinen Sorgenkind :-)

LG freya mit Björn 5 Tage

7

Die Angst um das eigene Kind beginnt ja mit positiven Test und hört laut meiner Mutter nie auf :-)

Nur auf diese Erfahrung hätte ich verzichten können.

Danke für deine lieben Worte
LG

2

Hallo!

Jetzt sitze ich hier und weine, tut mir leid. Aber das was Ihr durchgemacht und so toll gemeistert habt, vor allem Euer kleiner Löwe, berührt mich einfach.

Ich wünsche Euch eine schöne Zeit und alles Liebe für den Kleinen

LG Miss Bennett

8

Danke das ist total lieb von dir. Es war eine schreckliche Zeit die uns alle stärker gemacht hat...

LG

3

hallo,

erst mal glückwunsch zum baby und das dann alles gut gegangen ist.

eine frage aber: warst du zur feindiagnostik in der ss?
lg und alles gute

5

Danke schön. Nein ich war nicht bei der Feindiagnostik. Es gibt Frauen bei denen das schon in der ss festgestellt worden ist. Weiß aber nicht ob es für uns besser gewesen wäre es vorher zu wissen. So hatte ich wenigstens eine schöne Schwangerschaft...

Lg

9

hallo,
ich gehe immer (bei 3 ss - bei jedem kind) zur fd, weil wir immer hausgeburten hatten bzw planen und die hebi natürlich damit schon bessere kenntnisse hat. pflicht ist das zwar nicht, aber die haben es schon gerne. von daher ist intressant, ob es schon vorher festgestellt worden ist bzw nicht. danke dir.
lg

4

Sehr schöner bericht, auch wenn er etwas traurig ist. Hattet ihr den Namen "Leon" schon vorher für ihn bestimmt? Passender könnte er ja nciht sein!!!

6

Ja, Leon stand schon vorher fest :-)

10

Hallo Melanie,

Dein Bericht hat mich so ergriffen, mir sind die Tränen beim Lesen gekommen. Ich habe schon eine Tochter, die zum Glück gesund zur welt kam und bin nun wieder schwanger und kann mir gut vorstellen, wie groß Eure Angst gewesen sein muss und wie groß nun die Freude über Euren nun hoffentlich gesunden Leon ist.

Ich wünsche Euch alles Gute für die Zukunft!

LG

11

Wow - ich bin voellig geruehrt. Dein Geburtsbericht ist sehr bewegend. Ich sitze hier in einem kleinen Cafè und mir sind die Traenen gelaufen.
Ich habe grossen Respekt vor euch! Trotz dieser unglaublichen Herausforderung klingst du zuversichtlich und gluecklich. Das imponiert mir.

Von ganzem Herzen wuensche ich euch alles Gute zur Geburt eures Sohnes und ich hoffe sehr, dass Klein Leon ohne grosse Probleme sein Leben bestreiten wird und somit auch seine Eltern gluecklich machen kann.

Alles Liebe, Chrissi 09 #herzlich

12

Wow ich habe gerade richtig kämpfen müssen und bin doch nicht gegen an gekommen =(

So ein bericht zieht einen richtig runter.

Mein Sohn kam als frühchen in der 34ssw per notsectio zur welt. wog 2045g und war 45cm groß alles in allem ging es ihm super. natürlich musste auch er (wie viele frühchen) mit der brille beim atmen unterstützt werden. immerhin aber nur 3 tage. bekam zugänge und wurde sondiert. nach 17tage auf der frühgeborenenstation konnte er selbstständig trinken und 3tage später (hieß es ) sollten wir nach hause dürfen. jedoch als wir am nächsten tag zu ihm kamen, hing ein zettel an seinem überwachungsmonitor. bei tachykardien....... Ich wusste nicht was das bedeuten sollte. fragte eine krankenschwester. hatte an nichts schlimmes gedacht. bis die kinderärztin kam und ein gespräch aufsuchte. auf einmal hieß es er habe herz-rhytmusstörungen. für mich ist eine welt zusammen gebrochen. musste erstmal raus weinen. nunja er bekommt nun ein medikament seit dem tag an. wir hoffen das es bis zu seinem 1 lebensjahr verschwindet. die chance liegt bei 90% aller babys. also haben wir sehr große hoffnung. durch das medikament ist bisher nichts auffällig gewesen. müssen regelmäßig zur untersuchung in die herzklinik. er entwickelt sich prächtig. nichts auffällig trotz frühgeburt. naja langsam findet er die kabel, die von seinem überwachungsmonitor mit ihm verbunden sind, sehr interessant. schöne reißleinen sind das :D

Aber das ist ja nun nichts gegen dem was ihr erlebt habt =(

Trotzdem wünsche ich allen mütternganz viel kraft.

LG phils-mum

Top Diskussionen anzeigen