Mein Sohn das Mädchen - Erfahrungen gesucht

Mein Kind ist inzwischen 3 Jahre alt und war schon immer sehr "puppenlastig".
Die Lieblingsfarbe ist pink und spielen tut es nur mit Mädels (ich denke auch, dass das irgendwie zusammenhängt, da seine besten Freundinnen schon sehr "pink" und rosa Tüllkleid sind.)
Seit mehreren Monaten will er nun permanent Nagellack tragen - ich habe keine Ahnung wo das herkommt - das letzte Mal Nagellack habe ich bei meiner Hochzeit getragen und da war er noch nicht mal geboren.
Ich bin kein "typisches Mädchen", war es auch noch nie und anfangs fand ich demnach die "femine Seite" meines Sohnes sehr süß, solange es nur um Puppen und Kleider und lange Haare mit Zöpfen ging, einfach weil ich das alles von mir gar nicht kenne.

Inzwischen mache ich mir aber wirklich Sorgen, seit knapp 9 Monaten behauptet er, er sei ein Mädchen. Er kennt den Unterschied zwischen Jungen und Mädchen, kann auch alle Menschen aus unserem Umfeld hier richtig einordnen, nur bei sich selbst ist er sich eben sicher, dass er ein Mädchen mit Penis ist und lässt sich davon auch nicht abbringen, egal was wir sagen.

Ich suche nun Menschen, die damit auch bei ihren eigenen Kindern Erfahrungen haben oder selbst trans (?) Sind.
War bei euch in dem jungen Alter (er ist jetzt 3,5) schon klar, dass euer Kind ein anderes Geschlecht hat?
Oder gibt es jemandem, bei dem das nur eine Phase war und die Chnacen stehen gut, dass er sich in ein paar Wochen wieder als Junge sieht?
Wie sollte man hier am besten vorgehen? Ist Pferde scheu machen derzeit die falsche Vorgehensweise oder was sollten wir derzeit machen?

Ich denke es ist klar, dass ich mein Kind über alles liebe, egal ob Mädchen oder Junge, aber dass man sich nicht für sein eigenes Kind wünscht, in ein paar Jahren solch einen steinigen Weg mit Geschlechtsangleichungen etc. gehen zu müssen, der mit so viel OPs und Schmerzen und Ausgrenzung verbunden ist :/

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Mein jüngster Sohn hatte in diesem Alter auch eine recht lange Phase, wo er Glitzerspängchen in seinen blonden Locken tragen wollte und im Kindergarten gerne Röcke tragen wollte. Es hat sich auch niemand über ihn lustig gemacht, er sah ja auch echt zuckersüß aus #verliebt
Das Einzige was ich doof fand war, dass die anderen Mütter teilweise dachten, dass es von mir ausgehen würde, weil ich halt 3 Söhne, aber keine Tochter habe.
Nach gut einem Jahr flog seine Puppe dann in die Ecke und er wollte kurze Haare haben.
Er ist jetzt 11, ist sehr empathisch, kann gut seine Gefühle zeigen und verbalisieren und hat eine kreative Ader. Das unterscheidet ihn schon von seinen Brüdern.

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Hallo,

ob ein 3,5-jähriger schon weiß/spürt, dass er im "falschen" Körper steckt weiß ich nicht und mag ich auch nicht zu beurteilen.
Als gelernte Erzieherin weiß ich aber, dass sich Kinder gerne ausprobieren, neues entdecken und erfahren (wollen) und auch ihr eigenes "ich" finden/kennen lernen müssen. Bei vielen Kindern kommen aber die Eltern in die Quere in dem sie die typischen Klischee-Rollenbilder vorleben/vorgeben. Beispiel: Rosa für Mädchen, blau für Jungs. Die Kinder werden (oft unbewusst) schon als Babys in die entsprechende Rolle ihres Geschlechtes gedrängt. Ich hatte schon mehrere Eltern von Jungs die regelrecht geschockt waren, als ich ihnen beim Elterngespräch gesagt habe, dass ihr Junge gerne im Rollenspielbereich spielt (= Kinderküche, Puppe usw.).

Ich würde es einfach so weiter laufen lassen. Lass ihn das tun was ihm Spaß macht und was ihn interessiert. Steh hinter ihm, bestärke ihn, dass er das auch alles so ausprobieren darf!
Das "Problem" ist nicht, dass dein Sohn rosa und Nagellack mag, dass Problem ist die Gesellschaft, die es nicht annehmen kann.
Ich war neulich einkaufen und meine Tochter wollte ein Teil mit Dinos drauf. Natürlich bekommt sie das. Eine Dame stand neben uns, völlig entsetzt (während ich nach der richtigen Größe gesucht habe) "Aber Mädchen, Dinos sind für Jungs, da drüber sind die Mädchensachen da gibt es ganz viel mit rosa, glitzer, Pferde und Einhörner!". Meine Tochter ist absolut Selbstbewusst "Ja ich weiß, ich habe mir auch schon ein Shirt mit Einhorn ausgesucht aber ich möchte auch eines mit Dinos und das ist ok. Auch ein Mädchen darf Dinos toll finden!". Ihr ist die Kinnlade runtergekippt und ist völlig beschämt gegangen.

Kinder dürfen vielfältige Interessen haben und das gilt es zu bestärken.
Zum Kindergeburtstag meiner Tochter (inzw. 6) kamen bisher immer mehr Jungs wie Mädchen. Sie trägt Glitzerleggings mit einem Spiderman-Shirt dazu... wünscht sich eine Einhornschultüte und eine Vesperbox mit Spiderman...
Mein Sohn ist auch 3,5 Jahre alt. Er findet Nagellack gerade auch absolut toll.

Die Lieblingsfarbe meines Neffen war auch pink bis zur 2./3. Klasse... zur Einschulung hatte er eine pinke Schultüte mit einem Piraten drauf. Er geht gerne zum Hip Hop Tanzen. Inzwischen geht er in die 7. Klasse und ist ein absolut aufgeweckter, schlauer, selbstbewusster junger Mann geworden. Er ist Klassensprecher... und ich glaube vieles liegt daran, dass er sich selbst einfach ausleben durfte und ausprobieren.

Mir fällt gerade ein Spruch dazu ein:
"Alle sagten: Das geht nicht!" Dann kam einer, der wusste das nicht und hat`s einfach gemacht!"

Alles Gute euch!

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Wenn deine Tochter der Dame so ein Spruch entgegen bringt, hast du alles richtig gemacht 👍

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Hey,
Erstmal finde ich es super, dass du deinen Sohn machen lässt und es akzeptierst, dass er ein Mädchen sein möchte. Ich kann mir gut vorstellen, dass man sich Sorgen macht, wie man das Kind begleitet und sich fragt, ob es „nur eine Phase ist“. Ich würde dir empfehlen mal diesen Verein zu kontaktieren:

https://www.trans-kinder-netz.de/wer-sind-wir.html

Es gibt dort auch Erfahrungsberichte.

LG

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Vielen Dank, das ist eine tolle Seite und ich habe dort meinen Sohn und mich sehr wiedergefunden!

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Meine Tochter ist mit einem Mädchen befreundet, bei dem schon in der Kita sichtbar wurde, dass sie im falschen Körper steckt.
Sie durfte von zu Hause aus immer so sein wie sie wollte, also ein Junge.
Sie hat sogar den Vorteil, dass ihr Körper sowie auch ihr Gesicht sehr männlich wirken.
Man merkt absolut nicht, dass sie eigentlich ein Mädchen ist. Sie wurde auch von der Kita bis zur Grundschule nie angefeindet. Das Thema wurde in der jeweiligen Einrichtung von den Pädagogen aufgegriffen und die Kinder kamen untereinander gut klar.

Bei deinem Sohn ist zwar die Tendenz da, aber ob sie bleibt ist offen. Man kann nichts machen, außer ihn so zu lassen wie er es gerne möchte und ihn darin zu bekräftigen, dass es in Ordnung ist.
Sollten andere Kinder gemein auf ihn reagieren, würde ich im Kiga darum bitten dieses Thema mit den Kindern zu besprechen.
Der Sohn meiner Freundin hatte auch mal eine pinke Phase im Kindergarten.
Das ging einige Monate und dann war Fußball interessant. Jetzt ist er gerade volljährig geworden und nun sind Mädchen wieder interessant, aber um sie zu erobern.

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Das Kind, mit dem deine Tochter befreundet ist, ist ein Junge. Es ist unlogisch, von dem Kind weiter als Mädchen zu sprechen, wenn es so klar und deutlich als Junge lebt. Nicht das Mädchen steckte im falschen Körper, sondern der Junge.

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Sie will doch hier ausdrücken, dass dieser Junge aber mit einem anderen offensichtlichen Geschlecht zur Welt kam. Zudem zeigt sie keinerlei Vorurteile. Es ist also nicht unlogisch im ersten Schritt von einem Mädchen zu sprechen, wenn man die Situation erläutern will. Herrje…

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Ich würde es einfach beobachten. Es gibt transkinder ("ich bin Sophia"), die sehr früh wussten, dass sie im falschen Körper stecken.
So lange sein Penis ihn nicht stört und du ihn auch noch mit seinem Namen ansprechen darfst, würde ich diese Phase einfach begleiten und schauen was passiert.

Sollte es aber zu Problemen mit dem Namen und eben auch mit den für ihn sichtbaren Geschlechtsmerkmalen kommen, dann würde ich professionelle Unterstützung suchen.

Vielleicht ist er auch einfach nur nicht binär. Es gibt so vieles zwischen männlich und weiblich und transident. Alles Gute für euch.

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Ich habe gerade mal so überlegt....ich selber habe Puppen und rosa Kleidchen gehasst, ich liebte Bären und mein Lieblingsspielzeug war eine kleine Modelleisenbahn.
Meine Tochter und mein Sohn spielten mit allem, was ihnen in die Hände fiel; an meiner Tochter sind 3 Jungs verlorengegangen, was sie alles anstellte, auf Bäume kletterte, zerschrammte Knie heimbrachte usw. Ein rosa Glitzertyp war sie nie.
Allerdings wollten beide nie das andere Geschlecht sein. Mein Sohn sah lange sehr feminin aus, das störte ihn aber nicht, erst in der Pubertät bestand er auf das Abschneiden seiner weichen Locken.
Nägel lackieren würde ich keinem dreijährigen Kind, egal, ob Bub oder Mädel. Diese oft verfransten Mininägelchen sehen damit zum einen nicht gut aus und ob das Chemiezeug so gut ist für die weichen Nägel, weiß ich auch nicht. Dann knabbern sie den Lack ab, naja - auch nicht so lecker.
Da würde ich immer ein Kind auf später vertrösten, wenn es älter ist.
Behandle ihn einfach wie immer und warte ab, wie es weitergeht. Pferde scheu machen würde ich sicher noch nicht. Immerhin behaupten Kinder in dem Alter auch manchmal, sie seien ein Astronaut, ein Dino oder ähnliches. In der Kita meiner Enkelin befanden sich etliche Phantasiewesen, die auch regelmäßig durchwechselten 😎
LG Moni

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Meine Tochter ist 3 und mag auch oft Jungs-Sachen. Aber bei ihr ist es eine Mischung. Mal mag sie rosa, mal mag sie blau. Sie hasst Kleider, sie Fähr ihr Laufrad, wie ein Profi (Slalom und Beine und Füße weit nach oben, wie ein Frosch). Sie ist motorisch sehr weit entwickelt und die letzten Wochen kam sie nach Hause mit mehreren Kratzern am Körper, die waren nur von Jungs. Sie spielt mit Jungs. Allerdings hat sie auch eine beste Freundin. Sie ist echt misch-masch. Also man kann nicht sagen, dass sie ein typisches Mädchen ist aber auch ein Junge ist sie auch nicht. Sie darf sich ausprobieren und ich unterstütze sie. Sie sind nich so klein um irgendwas fest zu legen.

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Aber sie sagt ja nicht, dass sie ein Junge ist, oder?
Das ist ja unser "Problem":
"Ich bin ein Mädchen."
"Mädchen machen das so. Deswegen muss ich das auch so machen."
"Mit dem Nagellack bin ich noch ein hübscheres Mädchen als vorher."
"Wenn ich groß bin will ich Mama werden." "Nein, nicht Papa. Ich will Mama werden und ganz viele Kinder kriegen. Ich kann kein Papa werden, ich bin ja ein Mädchen!"
"Die Jungs sind blöd. Zum Glück bin ich ein Mädchen."
"Wieso habe ich einen Penis? Die meisten anderen Mädchen haben keinen Penis!" "Mama, ich kann nicht in die Jungsumkleide, da dürfen nur Jungs rein!"
"Wenn ich groß bin will ich Mama werden und dann heirate ich und dann bekomme ich ganz viele Kinder und dann kann ich den ganzen Tag mit denen spielen!"

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Ich würde dem nicht so viel Bedeutung zumessen. Mein Glitzerspangensohn wollte lange seinen besten Freund heiraten. Da habe ich auch mit den Schultern gezuckt und gesagt: Okay, wenn er es denn auch will ;-)
Inzwischen hasst er seinen "besten" Freund wie die Pest und ist mit einer Lilly "zusammen"--was man so zusammen nennt mit 11 #rofl

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ich kann dir aus der pädagogischen arbeit sagen, dass das allerwichtigste ist, das kind so anzunehmen, wie es ist. wenn man anfängt sachen zu verbieten oder schlecht zu reden, sind das die momente, die ein leben lang in dem kind stecken würden. gerade in deinem fall ist wohl deine größte aufgabe, dein kind vor der gesellschaft und der intoleranz zu schützen. identität, geschlecht usw. sind prozesse, je freier das kind diese durchleben kann, desto besser. etwa 4% der menschen sind trans, das ist natürlich nicht viel, aber immerhin 1 von 25 personen. gib ihm rückhalt und schütze ihn, wo du kannst. dann hast du alles gegeben, was eben geht und der rest entwickelt sich von alleine :-)

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4%? Das kommt mir gar viel vor. Ich finde nur Angaben 0,25 bis 0,5%
Bei 4% säße ja in jeder Klasse mindestens ein trans Kind. Das fände ich schon eher viel!
Ansonsten stimme ich dir absolut zu!

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da geht es nicht rein um die transition, sondern einfach um trans menschen. die zahlen, die du schreibst, sind meistens die offiziellen transitionen, aber das macht ja der großteil der trans menschen (erstmal) nicht :-)

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Der kleine Bruder meines Mannes war mal ne ganze Zeit lang "Prinzessin Wunderschön", inklusive Glitzerzauberstab und rosa Röckchen. Irgendwann war das dann von jetzt auf gleich wieder vorbei, genauso schnell wie es gekommen war.

Ich verstehe gut, dass ihr euch Sorgen macht, würde das aber im Moment eher noch beobachten und schauen wie es weitergeht. Phasen wo Jungs gerne Mädchen sind und Mädchen gerne Jungs sind glaube ich gar nicht so unüblich. Ob dein Sohn wirklich ein grundlegendes Problem mit seinem Körper hat wird sich dann im Laufe der Zeit zeigen. Bisher finde ich deine Schilderungen und sein Verhalten nicht zwangsläufig unüblich.

LG

Dragonflies #blume

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