Vorfall im Kindergarten

Hallo zusammen!

Erstmal sorry, mir ist keine bessere Überschrift eingefallen!

Folgende Situation:
mein Sohn hatte heute seinen 11.Kindergartentag. Die Eingewöhnung hat super geklappt, meistens wollte mein Sohn (2 Jahre 3 Monate 19 Tage ;-)) auch noch länger im Kindergarten bleiben als zur vereinbarten Abholzeit.

Als ich heute zum Abholen kam, waren alle Kinder inkl. Erzieher draußen auf dem Kindergartenspielplatz. Mein Sohn wäre (wie meistens) zwar lieber noch länger geblieben (obwohl er sich gefreut hat, mich zu sehen ;-)), aber durch gutes Zureden durch eine Erzieherin und mich, hat er sich überzeugen lassen, mit mir friedlich nach Hause zu gehen.

Fertig angezogen war er ja schon, wir mussten nur noch seine Tasche aus dem Gruppenraum holen (der ja leer war, weil alle draußen waren). Plötzlich stürmt ein Kind (3 oder 4 Jahre alt) aus der Gruppe meines Sohnes rein, läuft auf meinen Sohn zu, der in der Nähe des Gruppentischs stand (und mit dem Rücken zu dem anderen Kind) und schubst ihn aus vollem Lauf mit ausgestreckten Armen um. Mein Sohn fällt natürlich um und heftig gegen einen Stuhl.

Meine erste Reaktion war, dass ich dem Kind sagte „Hey, das war böse!“ (was Besseres fiel mir nicht ein, da ich einfach nur geschockt von dem Überraschungsangriff war), ich bin dann raus in den Flur, weil ich wusste, dass da die Mutter dieses Kindes war (hatte ich vorher gesehen), und habe voll unterdrückter Wut gestammelt, dass ihr Sohn meinen heftig gegen einen Stuhl geschubst hat #hicks (ich war fassungslos und geschockt).
Kinder, die zarter gebaut sind als mein Sohn, hätten eventuell eine Platzwunde davon getragen.

Ich dann zu meinem Sohn hin, hab ihn auf dem Arm genommen und versucht zu beruhigen. Ich dann wieder raus auf dem Flur (wo die andere Mutter mit dem Kind war), weil ich unbewusst vermutlich eine entschuldigende Geste (Blick, Worte, o.ä.) der anderen Mutter erwartet habe (meine Erwartungshaltung ist mir gerade jetzt erst bewusst geworden).

Auf jeden Fall bekomme ich mit, wie diese Mutter ihren Sohn fragt „Hast du geschubst?“ und das Kind mit Stolz, Freunde und strahlendem Gesicht geantwortet hat „Jaaaaa!“
Diese Mutter (die ihren Sohn auf dem Schoß hatte) hat dann gesagt „das macht man aber nicht!“ und das war’s.

Mich schockiert zum einen das fehlende Schuldbewusstsein des Kindes und das mangelnde Sozialverhalten der Mutter (ich an ihrer Stelle hätte mich bei ihr für das Verhalten meines Sohnes entschuldigt).

Ich war selber ein SEHR aggressives Kind, aber mir war wenigstens nach meinen Attacken gegen andere Kinder klar, daß ich was falsch gemacht habe und hätte entsprechend kleinlauter reagiert als dieses Kind.

Und was sollte die Frage, ob ihr Sohn geschubst hat?!??!? Hatte ich ihr ja gesagt. Meint die gute Frau, ich lüge sie an, nur damit ich einen Grund für das Geschrei meines Sohnes habe???

Nicht falsch verstehen:
ich weiß, dass Schubsereien, Ärgereien, Rangeleien zwischen Kindern dazu gehören. Und ich bin sicher keine Mutter, die einen Aufstand macht, wenn ihr Kind mit einem blutigen Kratzer aus dem Kindergarten kommt (weil ich davon ausgehe, dass die Erzieher im Kindergarten, von denen ich sehr begeistert bin, das dann schon geregelt haben).

Aber ich kann auch nicht gleichgültig daneben stehen, wenn ein erkennbar älteres Kind meinen Sohn offensichtlich grundlos so brutal und gefährlich (wegen des Tisches und der Stühle, die da standen) umschubst.

Wäre mein Sohn nur auf dem Boden gefallen, hätte ich das Kind nur ermahnt, und die Sache danach abgehakt, aber so wie es gelaufen ist (inkl. Verhalten der anderen Mutter), bin ich irgendwie noch auf 180.

Dazu kommt, dass mein Sohn, der bisher ohne größere Proteste mit mir nach Hause gegangen ist, nach dem Vorfall so einen Trotzanfall bekommen hat, dass ich ihn letztendlich bis zum Auto tragen musste. Dabei hat er so gezappelt, dass erst ein Schuh runter gefallen ist und seine Hose über den Popo gerutscht ist.

Die andere Mutter ist übrigens 5 Minuten nach der Attacke ihres Kindes an mir vorbei, als ich neben meinem am Boden trotzenden und brüllenden Kind vor dem Kindergarten stand. Auch da hatte sie es nicht nötig, wenigstens mal entschuldigend rüber zu schauen.

Wie hättet ihr euch an meiner Stelle verhalten? Findet ihr das Verhalten des anderen Kindes und seiner Mutter normal? Bin ich diejenige, die nicht ganz normal ist?

Mir ist klar, dass die Mütter, deren Kinder schon häufig verbeult oder zerkratzt aus dem Kindergarten kommen, das gelassener sehen als ich. Für mich war es das 1.Mal, dass mein Kind so attackiert wurde.

Und ich möchte nochmals betonen, dass es für mich einen Unterschied macht, ob ich so eine Situation live miterlebe oder ob es in meiner Abwesenheit passiert, da ich dann nicht beurteilen kann, wie viel Schuld mein Sohn selbst an der Attacke hatte.

LG,
Juniorette

P.S.: nachdem ich alles aufgeschrieben habe, geht es mir schon besser

P.P.S.: mir ist klar, dass mich jetzt einige für eine hysterische Kuh halten. Das ist okay, aber gerade von denen wüsste ich gerne, wie sie sich an meiner Stelle gefühlt hätten.

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Hallo!
Ganz klar, mein Herz hätte auch geblutet, aber ganz so dramatisch hätte ich es wohl doch nicht gesehen und so viel erwartet auch nicht.

Ich hätte erwartet, daß die Mutter ihrem Sohn sagt, daß er sich zu entschuldigen hat, so wird das auch bei uns im Kiga gehandhabt und ich finde es gut, daß die Kinder sich für "Fehlverhalten" entschuldigen müssen und sich (hoffentlich ) dadurch ihres Fehlverhaltens bewußt werden. Daß die Mutter sich entschuldigt, hätte ich nicht unbedingt erwartet. Hm, als sie gesehen hat, wie Du mit Deinem Sohn zu "kämpfen" hattest, hätte sie evtl. nochmal fragen können, ob denn alles ok ist.LG
Sandra

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Hallo Sandra,

danke für deine Antwort!

"Ich hätte erwartet, daß die Mutter ihrem Sohn sagt, daß er sich zu entschuldigen hat"

Ja, sicher, hätte die Mutter das gemacht, hätte ich wenigstens das Bemühen ihrerseits gesehen, ihren Sohn zu erziehen. Hat sie aber nicht.

Sie hat ihrem Sohn gesagt, daß es nicht okay war, aber ich bezweifle, daß bei einem Kind, das auf seine Attacke noch stolz ist, das irgendeinen Nutzen hat.

Wobei ich persönlich kein Fan von "erzwungenen" Entschuldigungen bin. Entweder, ein Kind merkt zumindest im Nachhinein (am Geschrei meines Sohnes, und mein Sohn ist sicher keine Heulsuse, das wegen jeder Kleinigkeit heult), das es falsch gehandelt hat, und entschuldigt sich deswegen oder das Kind kann es gleich lassen.

Ehrliches Schuldbewußtsein ist mir wichtiger als das Wort "Entschuldigung".

"Daß die Mutter sich entschuldigt, hätte ich nicht unbedingt erwartet. "

Ich sage ja nicht, daß es die Pflicht einer Mutter ist, sich jedes Mal für das Fehlverhalten ihres Kindes zu entschuldigen, aber wenn ich sehen würde, daß eine andere Mutter wegen des Fehlverhaltens meines Sohnes plötzlich ein hysterisches Kind hat, würde ich mich alleine schon wegen der Arbeit, die die Mutter hat, um das Kind zu beruhigen, entschuldigen.

Daß es nicht die Mutter war, die mein Kind geschubst hat, ist mir natürlich klar ;-)

"Hm, als sie gesehen hat, wie Du mit Deinem Sohn zu "kämpfen" hattest, hätte sie evtl. nochmal fragen können, ob denn alles ok ist."

DAS hätte ich sehr nett gefunden, und hätte mir erspart, meinen Frust in einem ellenlagen Thread bei Urbia ablassen zu müssen ;-)

Nochmals danke für deine Antwort!

LG,
J.

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#liebdrueck
LG
Sandra

2

Hallo,

vorsichtig gesagt, würde ich sagen, dass du zuviel von der Mutter erwartet hast. Natürlich tut es weh, wenn ein deinem Kind wehgetan wird, aber im Kindergarten geht es im Allgemeinen manchmal nicht so behütet zu, wie zuhause. Ich hätte mich nicht für meinen Sohn entschuldigt, sondern hätte von meinem Sohn verlangt ,dass er sich entschuldigt. Dann hätte ich zuhause in aller Ruhe nochmal mit ihm über den Vorfall gesprochen, ohne die anderen Zuhörer im Kindergarten. Vielleicht war die andere Mutter von deiner offensichtlichen Wut auch so geschockt, dass sie erst mal nicht wusste, wie sie reagieren sollte. Und vielleicht spricht sie zuhause auch mit ihrem Kind. Mangelndes Sozialverhalten zu unterstellen, finde ich schon etwas heftig. Und ich an ihrer Stelle hätte auch meinen Sohn gefragt, ob er geschubst hat, nicht um dir eine Lüge zu unterstellen, sondern um ihn die Chance zu geben ,die Sache zu erklären.

Ich glaube, dass du die Sache etwas überbewertest und du einfach auf 180 warst, und die andere Mutter auch zu überrascht von deinem Angriff war, um so zu reagieren, wei du es erwartet hast.

LG Sriver

5

Hallo sriver,

auch dir vielen Dank für deine Antwort!

Ja, vielleicht habe ich zu viel erwartet :-(

"Ich glaube, dass du die Sache etwas überbewertest und du einfach auf 180 warst, und die andere Mutter auch zu überrascht von deinem Angriff war, um so zu reagieren, wei du es erwartet hast. "

Hmm, ich habe die Mutter nicht angegriffen. Ich war stocksauer, das hat sie mit Sicherheit auch gemerkt, aber ich habe mich mühsam beherrscht, damit ich NICHT das sage, was ich in dem Moment über ihren Sohn gedacht habe ;-) (ja, ich bin sehr emotional teilweise)

Aber ich finde es gut, daß du mir deine Sicht geschildert hat, danke!

LG,
J.


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hallo
ich frage meinen sohn auch immer selber wenn etwas vorgefallen ist, nicht weil ich anderen leuten unterstelle zu lügen, sondern, weil ich möchte das ich mit meinem kind darüber rede, bevor ich ihn übergeh und ihn ermahne, weil mir jemand anderes etwas über ihn sagt.

aber ich hätte auch keine erwartungshaltung wenn ich rausgeh weil dort die mutter sitzt.
denn die mutter saß draussen und das kann dir auch mal passieren, das du drin oder draussen bist und dein kind irgendwas blödes macht.
ja, es war sicher blöd, aber es kommen unendlich viele kinder und erwachsene zusammen in der KITA und ich habe längst aufgegeben, von allen zu erwarten , das sie genauso handeln würden wie ich es tun würde.
sicher hätte sie einmal sagen fragen können ob alles okay ist und das es blöd war.
l.g.

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Hallo ue3,

danke für deine Antwort!

"aber ich hätte auch keine erwartungshaltung wenn ich rausgeh weil dort die mutter sitzt.
denn die mutter saß draussen und das kann dir auch mal passieren, das du drin oder draussen bist und dein kind irgendwas blödes macht. "

Ja, ist schon klar, daß mein Sohn auch Mist bauen kann, und irgendwann wird er derjenige sein, der Kleinere schubst, ohne Frage.

Ich hab mich bis jetzt immer für das Fehlverhalten meines Sohnes entschuldigt, wenn ich es mitbekommen habe.

Kann natürlich sein, daß ich dieses Verhalten irgendwann aufgebe, weil ich abstumpfe ;-)

"sicher hätte sie einmal sagen fragen können ob alles okay ist und das es blöd war. "

DAS hätte mich sehr gefreut, und wie ich oben schon geschrieben habe, hätte ich in diesem Fall diesen Thread nicht eröffnet.

Aber ich sehe an den Antworten, daß ich übertrieben reagiert habe und gehe davon aus, daß ich bei den nächsten (ähnlich gearteten) Vorfällen gelassener reagiere, weil man sich an alles gewöhnt (und weil mein Sohn ja auch mal das "böse" Kind sein wird).

Die bisherigen Meinungen haben mir geholfen, klarer zu denken, danke!

LG,
J.

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Hallo!

Wenn irgendetwas vorfällt, was ich selber nicht gesehen habe, frage ich auch erst meine Tochter. Ich kann ja nicht ("nur" weil ich es von anderen gehört habe, es aber selber nicht gesehen habe" meine Tochter gleich beschuldigen. Daher würde ich das nicht persönlich nehmen, das sie es dir nicht glaubt...

Ich entschuldige mich auch nicht für meine Tochter. Das muß sie selber machen (weil sie es ja auch lernen muß). Ich rede dann halt mit meiner Tochter und "ermutige" sie, das sie sich entschuldigt.

Im großen und ganzen finde ich den Vofall zwar nicht schön, aber auch nicht so dramatisch. Ich glaube wirklich, je länger die Kinder in den Kiga gehen, desto gelassener sieht man sowas als Eltern.

Ich würde den Vorfall abhaken und vesuchen, das positive daraus zu ziehen, in dem Du deinem Sohn an dem Beispieol erklärst, das es gefährlich ist von hinten zu schubsen und das es nicht schön ist, wenn man sich nach einem Fehler nicht entschuldigt, weil das andere Kind sich sonst so fühlt wie er in dem Fall.

LG janamausi

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Hallo Juniorette,

ich weiß garnicht wie ich genau reagieren würde, wenn ein anderes Kind meinen Sohn schuppst. Aber allein bei dem Gedanken daran kommt mir schon so die Wut hoch, dass ich das Drecksbalg (denn wer mein Kind schuppst IST ein Drecksbalg!!!) total zusammenbrüllen würde. Niemand fasst mein Kind an!

Irgendwie stell ich grad fest, dass ich ne Löwenmutter bin

Alles gute für dich und deinen Sohn jedenfalls. Hoffentlich will er trotzdem weiter so gerne in den Kindergarten gehen wie vorher.

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Hallo goldauge,

danke für deine Antwort.

"denn wer mein Kind schuppst IST ein Drecksbalg!!"

Füge noch das Wort "asoziales" davor, und du weißt, was ich in dem Moment nach der Attacke über das Kind gedacht habe.

Ich bin unheimlich stolz auf mich, daß mir die zwei Worte nicht in Gegenwart der Mutter rausgerutscht sind #schein

Ich hatte ja weniger Probleme mit dem Schubsen an sich (das machen Kinder halt mal), sondern mit der Wucht des Schubsens und daß es in der Nähe von harten Möbeln passierte.

Fassungslos war ich über den Stolz, mit dem der Junge vor seiner Mutter zugab, daß er meinen Sohn geschubst hat #schock Zumindest ICH habe den Eindruck, daß bei der Erziehung des Jungen irgendwas schief gelaufen sein muß, wenn er in der Situation nicht mal ein kleines bißchen kleinlaut wird.

"Hoffentlich will er trotzdem weiter so gerne in den Kindergarten gehen wie vorher. "

Das hoffe ich auch, werde ich ja morgen sehen. Daß auch unangenehme Erfahrungen auf ihn zukommen werden, wußte ich ja vor der Anmeldung in den Kindergarten, aber nicht, daß ich diese Erfahrungen gleich live miterleben muß #aerger

Danke für deinen Zuspruch, das tat meiner geschundenen Mutterseele ;-) sehr gut!

LG,
J.

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"denn wer mein Kind schuppst IST ein Drecksbalg!!!"

Dann hoffe ich für dich, dass dein Kind nie ein anderes schupsen wird.

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Hi Junior,

ich wäre in dem Moment sicherlich ebenfalls ziemlich sauer gewesen...

Aber: Als Mutter des schubsenden Bengels hätte ich ebenfalls erst einmal ihn gefragt, ob er geschubst hat, ganz einfach, um zu checken, ob er sich bewusst war, dass er geschubst hat und zweitens, ob es stimmt, das ist eine ganz normale Reaktion, behaupte ich mal (wenn dein Kind z. B. eine Tasse herunterschmeißt, du nicht dabei warst und eine andere Mutter kommt und das zu dir sagt, würdest du, denke ich, auch erst einmal dein Kleinteil fragen, ob es die Tasse hinunterbefördert hat und wenn ja, warum). Und dann hätte ich ihm - genau wie die Mutter - erklärt, dass das nicht in Ordnung ist (sprich mit ihm geschimpft) und ihn sich dann selbst entschuldigen lassen! Aber pronto.

Dass es der Mutter nicht egal war, hast du ja daran gemerkt, dass sie ihn zur Rede gestellt und auch gerügt hat. Vielleicht hast du sie durch dein wütendes Gesicht und auch Gebahren abgeschreckt, und sie war sich unsicher, ob sie zu dir etwas sagen sollte oder nicht.

Schwierig, die Situation zu beurteilen, wenn man selbst nicht dabei war. Denn man müsste beide Seiten erzählen lassen. Vieles beruht ja oft auf Missverständnissen - selbst beim eigenen Partner geht es einem doch ab und an so...

Ob der Junge sich grundsätzlich so benimmt, weiß man nicht, müsstest du mal bei der Erzieherin nachhaken. Es könnte aber auch nur eine Phase sein, so wie die, wo die Kleinteile sich gegenseitig bekriegen.

Hier, ich reiche dir jetzt erst mal einen #tasse rüber. Und würde sagen, schlafe eine Nacht darüber...

LG
Gael - deren Minimaus auch seit 2 Wochen Kindergartenkind ist (das jüngste in der Gruppe :-()

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Hi gael,

wie so oft: schön, dich zu lesen :-)

Okay, ich gebe zu, daß ich in punkto Frage der Mutter "Hast du geschubst?" zu empfindlich war.

"Vielleicht hast du sie durch dein wütendes Gesicht und auch Gebahren abgeschreckt, und sie war sich unsicher, ob sie zu dir etwas sagen sollte oder nicht. "

Auch das kreide ich mir an.
Ich habe mir immer vorgenommen, wenn es zu körperlichen Attacken zwischen Kindern kommt (mit meinem Sohn als Opfer) cool zu bleiben, und den entschuldigenden Eltern zu sagen "Ach was, sind halt Kinder!" ;-)
1) kommt es anders, 2) als man denkt ;-) 3) hat sich ja keiner entschuldigt...

Mir wäre es lieber gewesen, ich hätte ein Pokerface aufsetzen können (konnte ich noch nie) und man hätte mir nicht angemerkt, wie aufgebracht ich war.

"Ob der Junge sich grundsätzlich so benimmt, weiß man nicht"

Nun ja, zur Eingewöhnung meines Sohnes gehörte es dazu, daß ich an den ersten drei Tagen im Gruppenraum abseits dabeisaß, so daß mein Sohn im Notfall (Angst vor der neuen Situation) zu mir hätte kommen können.

Und du kannst mir glauben, daß mir der Junge (neben den dauerzickenden Mädchen #augen) als Einziger negativ aufgefallen ist.

Dieser Junge meinte auch (als Einziger) mir die Kindergarteneingangstür zuhalten zu müssen, als ich mit meinem Sohn ankam - hach, wie lustig #augen

Bin ich eigentlich die Einzige, die es nicht normal findet, daß ein Kind voller Stolz zugibt, ein anderes Kind (noch dazu jünger und kleiner) geschubst zu haben #kratz
Ich wäre eher Typ Kind gewesen, was knallhart gelogen hätte (aus Angst vor den Konsequenzen).

"Hier, ich reiche dir jetzt erst mal einen rüber. Und würde sagen, schlafe eine Nacht darüber..."

Kaffee und Schlafen?! Nach dem Erlebnis heute Mittag brauch ich einen Whisky, und zwar einen doppelten ;-)

Mit dem "eine Nacht drüber schlafen" hast du natürlich vollkommen Recht. Ich bin auch sehr gespannt, wie ich in einem Jahr über meinen Thread denke (denn bis dahin hat mein Sohn sicherlich auch einiges ausgefressen) #schein

Auch dir danke für deine Antwort!

LG,
J.

P.S.: ich bin ein weiblicher "Junior" - Juniorette halt ;-)

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Hi J.,

ich weiß doch, dass du ein weiblicher Junior bist...#cool

Also nein, du bist ganz bestimmt nicht die einzige, die es nicht in Ordnung findet, dass ein Kind voller Stolz zugibt, ein anderes geschubst zu haben. Mit mir biste schon zwei! Ich finde das schlimm. Wenn der Junge, wie du schreibst, schon mehrfach unangenehm aufgefallen ist, sollte man das vielleicht mal ansprechen. Evtl. ist er so ein Typ und seine Mutter entsprechend überfordert, könnte ich mir vorstellen... Boah, meine Kleine, wenn das einmal "ausprobieren" würde, hätte schlechte Karten.

Nee, also ALLES schlucken "weil es Kinder sind" würde ich auf keinen Fall! Kinder hin oder her, alles hat seine Grenzen. Sicher sind die einen wilder, die anderen schüchterner usw., aber es ist schon etwas Wahres an dem Sprichwort "früh übt sich...", und das ist im Negativen wie im Positiven der Fall. Man kann in gewissen Situationen Fünfe gerade sein lassen, weil es zur kindlichen Entwicklung dazugehört, mal zu schubsen etc., aber auch hier ist irgendwann eine Grenze erreicht.

Soso, Whiskey.... hm, zur Zeit nicht im Angebot, aber ich hätte ein Glas leckeren portugiesischen Vinho Verde anzubieten. Whiskey/Cola mag ich auch, traue mich das aber zur Zeit nicht zu trinken, weil es ziemlich heftig ist und es könnte ja was sein mit Babyschnecke und man müsste Auto fahren....

Hier, noch etwas gesalzenes Popcorn dazu...

Beobachte mal den Jungen und sein Verhalten. Wenn er weiterhin negativ auffällt, sollte man etwas sagen. Es ist ja auch für den Jungen nicht von Vorteil.

LG
Gael

.... und noch etwas: du fällst mir als eine der wenigen hier auf, die über sich (und andere) nachdenken, wenn sie etwas "kritische" Anmerkungen hören oder - in dem Fall hier - andere Meinungen bzw. besser gesagt Sichtweisen. Ich weiß, dass das nicht einfach ist, gerade wenn man so richtig sauer ist, oh ja. Schade - könnten sich so manche eine Scheibe von abschneiden.


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Von manchen Eltern kann man nichts erwarten. Mein Sohn wurde schon dreimal von ein und demselben Kond gebissen. Zweimal in den Arm und diesmal hat er einen ganzen Gebissabdruck im Gesicht. Von einer Entschuldigung habe ich ach noch nichts gehört. Mein Sohn ist 3,5 Jahre un der andere 4,5 Jahre. Ich persönlich hätte mich entschuldigt. Aber naja......


LG

18

Ist traurig, oder?

Daß Kinder erst noch lernen müssen, sich zu entschuldigen, ist klar, aber Erwachsenen sollte es nicht so schwer fallen.

Hätte die andere Mutter mir relativ zeitnah angedeutet, daß es ihr leid tut, hätte sie mir (und meiner Wut) allen Wind aus den Segeln genommen.

Es wäre sooo einfach gewesen #gruebel

Siehst du die Mutter des Beíßerkindes denn regelmäßig? Wie reagiert sie auf dich? Wie reagieren die Erzieher im Kindergarten darauf, daß das Kind immer wieder beißt?

LG,
J.

32

Hallo!
Das finde ich allerdings heftig. Wenn die Erzieherinnen da nicht nachharken, würde ich das bei der betreffenden Mutter aber mal selbst tun.
LG
Sandra

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20

Hallo J.
Ich kann dich da schon ganz gut verstehen.
1. ich bin jedesmal aufs neue darüber entsetzt wie brutal manche Kinder in diesem Alter sein können und wie normal das jetzt ist kann ich immer noch nicht einstufen.

2.Ich erlebe im Alltag wirklich Tag täglich irgendetwas bei denen ich das Gefühl habe das die Eltern entweder dessinteresiert sind, ignorant oder resigniert wirken.

3. Und ja, ich denke das die Mutter sich hätte erkundigen sollen ob etwas passiert ist, nochnicht einmal um dir und Kind genüge zu tun, sondern um das Beispiel zu geben besorgt zu sein das durch das schubsen etwas schlimmes geschehen ist.

Was ich jetzt bei einem 4 Jährigen nicht vorraus setze ist das er abschätzen kann das schubsen in einem zugestellten Raum gefährlicher ist wie in einem freien Raum. Deswegen sollensie gar nicht schubsen
zottel

22

Hallo Zottel,

vielen Dank auch für deine Antwort!

Ich sehe 1.-3.genauso wie du, wobei du mit dem 3.Punkt bei mir total ins Schwarze getroffen hast.

Mich hat das Nicht-Entschuldigen der Mutter tierisch aufgeregt, und dank deiner Formulierung ist mir auch gerade klar geworden, warum:
mein Kind hätte von dem Schubsen gegen den Stuhl eine schlimmere Verletzung davon tragen können und vor allem hat die andere Mutter vor dem Kindergarten gesehen, daß ich mich mit einem brüllenden und trotzenden Kind abmühe (und das war für mich auf jeden Fall die Folge der Attacke zuvor), und hat null Interesse an meiner mißlichen Situation gezeigt (fand ich ja auch nicht toll, mit einem schreienden Kind inmitten der abholenden Eltern festzusitzen).

"Was ich jetzt bei einem 4 Jährigen nicht vorraus setze ist das er abschätzen kann das schubsen in einem zugestellten Raum gefährlicher ist wie in einem freien Raum. Deswegen sollensie gar es nicht schubsen "

Du hast völlig Recht, daß sie es noch nicht abschätzen können, und auch, daß sie es genau deswegen nicht machen sollen.
Trotzdem sehe ich einen Schubser, bei dem das Kind auf den Boden fällt, gelassener als das, was ich heute erleben mußte.

Schön, daß du mich verstehst :-)

LG,
J.

24

Hallo,
ich hätte mich auch über den Jungen und seine Mutter geärgert.

Aber schon mal daran gedacht, daß sie sich für das Verhalten ihres Sohnes schämt und deshalb nicht darauf "rumreiten" will? #kratz

Oder sie hatte einen schlechten Tag? Hätte sonst anders reagiert?

Du weißt NICHT, was dann (vielleicht) noch kam, als ihr 2 außer Sichtweite wart!

Also: EINE unangenehme Situation lässt nicht darauf schließen, wie diese Frau ihr Kind erzieht! #aha

LG

P.S.: Aber ich verstehe deinen Ärger trotzdem! ;-)

26

Hallo,

auch dir danke für deine Antwort.

Ich bin schon den ganzen Tag am Rätseln, ob ihr ignorantes Verhalten daran liegt, daß sie sich schämt oder ob sie sich innerlich darüber aufregt, was für eine hysterische Kuh ich bin ;-)

Ich habe wirklich gar keine Ahnung.

Sagen wir mal so:
nächsten Sonntag ist Wandertag von unserem Kindergarten aus (also für die Kinder und die Eltern), in der Woche darauf veranstaltet die Gruppe meines Sohnes ein "Herbstessen", zu dem die Eltern eingeladen sind.

DANN werde ich ja sehen, wie sich die Frau mir gegenüber verhält ;-)

Aber schön, daß du meinen Ärger verstehen kannst :-)

LG,
J.

31

...versteh ich nicht, du willst sehn wie die mutter sich in ein paar tagen dir gegenüber verhält?

na ich denke doch so wie allen anderen gegenüber, normal. man grüsst , man redet ein wort, ich denke nicht, das sie in einer woche auf dich zugeht und darüber reden wird. ich würde es nicht tun und ich kenne auch keine mutter die das machen würde,

denke das irgendwann einfach mal schluss sein muss und gut ist.

du erwartest schon wieder etwas von der mutter in einer woche an dem sonntag.

l.g. und einen schönen abend noch

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du übertreibst.

ich frag übrigens auch immer mein Kind, bevor ich irgendeiner Mutter oder sonst wem was glaube.

unter Kindern geht es nun mal oft so zu. irgendwann wird auch dein Kind mal wen schubsen!

meine Tochter war mal in einer ähnlichen Situation, sprich, sie hat bei einem gewissen Kind immer den Kürzeren gezogen.

Mein Mann und ich haben sie daraufhin "gecoacht", (;-) ) und ihr gut erklärt, wie sie sich in solchen Situationen verhalten soll. was sie machen und sagen kann.
darüber hat sie sich total gefreut, man hat richtig gemerkt, wie sie sicher geworden ist und der nächsten Begegnung mit diesem Kind ohne Angst entgegen gesehen hat.
Es hat seitdem nie wieder etwas gegeben!

LG #klee

PS.: aber auch nach 3 Jahren KiGa blutet mein Herz immer noch, wenn ich eins meiner Kinder ungerecht behandelt glaube :-) aber das ist wahrscheinlich auch noch so, wenn sie 30 sind! ;-)

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Hallo,

ja, mag sein, daß ich heute übertrieben reagiert habe.

Ich stehe am Anfang der Kindergartenzeit meines Sohnes, es war das erste Mal überhaupt, daß mein Sohn in einer Art und Weise attackiert wurde, daß es weh tat, ich war in der Situation schockiert, hilflos und fassungslos.

"ich frag übrigens auch immer mein Kind, bevor ich irgendeiner Mutter oder sonst wem was glaube. "

Hast du dir den ganzen Thread durchgelesen?
Ich habe jetzt schon mehrmals zugegeben, daß es dumm von mir war, sich darüber aufzuregen, daß die Mutter erst ihr Kind gefragt hat, ob es geschubst hat ;-)

"Mein Mann und ich haben sie daraufhin "gecoacht", "

Mein Sohn begreift wirklich schon erstaunlich viel, wirklich.
Aber wie ich ihm beibringen soll, daß er nicht vor Schmerz brüllen soll, wenn er von hinten so geschubst wird, daß er mit voller Wucht mit seinem Kopf gegen einen Stuhl knallt, ist mir schleierhaft #kratz

Mein Sohn ist 2 (!!!!) Jahre alt, und spricht für sein Alter recht schlecht (obwohl es während der letzten 2,5 Wochen Kindergarten deutlich besser geworden ist).
Du darfst auch nicht vergessen, daß Mädchen in Vielem reifer sind als gleichaltrige Jungs.

"PS.: aber auch nach 3 Jahren KiGa blutet mein Herz immer noch, wenn ich eins meiner Kinder ungerecht behandelt glaube aber das ist wahrscheinlich auch noch so, wenn sie 30 sind! "

Ja, so wird es mir wohl auch gehen ;-)

Auch dir vielen Dank für deine Antwort!

LG,
J.

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ja ist klar, dass er brüllen soll, wenn ihm was wehtut!!

ich mein nur, ich will nicht, dass mein Kind dann nur brüllend dasteht und hilflos ist, sondern dass es auch mal zurückbrüllt, "ich will das nicht" oder irgendsowas halt. tut zwar in dem Moment nicht weniger weh, gibt dem Kind aber Stärke. und es ist nicht nur in der Opferrolle.

und ein lautes NEIN bringt auch ein weniger sprachgewandtes Kind über die Lippen ;-)

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