Me-too-Diskussion

Hallo zusammen!

Ich weiß, es passt nicht ganz ins Liebesleben, aber ich würde gerne Meinungen zu dem Thema oben hören. Mich interessiert es einfach und ich finde es spannend, wie andere Leute drüber denken. Und zur Zeit ist diese Diskussion ja allgegenwärtig. Ich habe dazu offenbar eine etwas exotische Ansicht, habe ich festgestellt. Oder ist das in den Medien einfach aufgebauscht?

Vorneweg möchte ich sagen, dass es mir bei meiner Meinung NUR um Situationen zwischen einigermaßen gleichgestellten Personen geht, also 1. muss es sich bei beiden um "wirklich" erwachsene Menschen (ich sag jetzt mal gut jenseits der 20, vielleicht auch 25) handeln und 2. darf kein Abhängigkeitsverhältnis (im Sinne von Praktikantinnen oder so) bestehen. Und wenn eine 50kg-Frau mit einem durchtrainierten 100kg-Mann im einsamen Waldstück ist, nun ja, dann ist das wohl auch so eine Sache.

Aber jetzt mal so die "normale" Situation. Ich bin eben der Meinung, dass ich nicht davon zu Grunde gehe, wenn ein Mann mal versucht, mich "anzugrapschen" im Sinne von meine Brüste oder meinen Hintern zu berühren. Natürlich sind mir Männer, die das nicht tun, auch sympathischer, aber als erwachsene Frau kann ich mich doch dagegen "zur Wehr" setzen bzw. mich elegant wegdrehen. Ich finde, "es mal zu versuchen" (besonders wenn Alkohol mit im Spiel ist und/oder man sich in gelöster Atmosphäre - wie z.B. Disco oder so - befindet) ist jetzt nicht gleich "strafbar" oder schlimm. Ganz ehrlich gesagt finde ich es sogar gelegentlich ganz ok und es kann sich draus ein nettes Spiel entwickeln.

Und schon sind wir beim zweiten Punkt. Ich bin tatsächlich auch der Meinung, eine Frau darf sich nicht beliebig weit in ein Spiel hineingeben und dann irgendwann abbrechen. Ich hatte am Wochenende die Situation, dass ein Mann mit mir sehr aufreizend getanzt hat. Ich habe es ehrlich gesagt tatsächlich genossen, war aber auch in der komfortablen Situation, dass mein Mann dabei war und für mich die Sache komplett klar abgesteckt war und ich auch eine prima Fluchtmöglichkeit hatte ;-). Ich hätte gerne noch 2-3mal öfter getanzt mit ihm, aber das wäre m.E. nicht in Ordnung gewesen. Ich fand tanzen toll, auch meine kleinen eleganten Drehungen, damit er mir eben nicht zu nahe kommt. Er wollte eine Frau aufreißen - so viel war klar. Ich hätte es unverschämt gefunden, ein paarmal öfter mit ihm zu tanzen, vielleicht sogar mit ihm vor die Tür zu gehen oder mich gar von ihm heimbringen zu lassen und ihm dann zu sagen, dass er mich null interessiert. Natürlich gibt ihm das nicht das Recht, eine Frau zu vergewaltigen oder so, aber wundern braucht sich frau auch nicht, wenn der Herr dann zudringlicher wird.

Und noch ein Drittes: Gerade für "echte" Opfer von Vergewaltigungen oder auch von echtem, dauerhaftem Ausnutzen von Abhängigkeiten muss es doch ein Schlag ins Gesicht sein, wenn jede Frau, die schon mal die Hand auf dem Oberschenkel hatte, jetzt "metoo" postet. Ich selber wurde übrigens auch von meinem Musiklehrer öfter zudringlich behandelt, als Mädchen von etwa 10 oder so. Es war der Horror! Wenn ein Politiker einer Journalistin die Hand aufs Knie legt, dann finde ich das dumm und arrogant und solche Männer sind nicht "mein Ding", aber schlimm oder belastend find ich das nicht. Genauso wie ich darüber lachen konnte, wenn mir ein alter Knacker beim Dorffest als Bedienung an den Hintern fasste. Hat sich schnell rumgesprochen und der bekam dann eben kein Bier mehr serviert, weil keine mehr hinging.

Puh, lang geworden. Und jetzt interessiert mich euer Standpunkt.

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Ich finde es im Moment einfach nur nervig. Jede Frau die mal flüchtig berührt wurde meint jetzt auch Opfer zu sein und dies laut in die Welt zu posaunen.

Für mich, die als Kind vom eigenen Onkel mehrfach mißbraucht wurde, ist das wirklich nur zum Kopfschütteln.

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Danke! So ähnlich sehe ich es auch. Und dabei habe ich gelegentlich auch noch das Gefühl, dass die Frauen ein bisserl stolz sind drauf, dass sie auch mal wer angefasst hat.

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Jeder der eine echt schlimme Erfahrung hat machen müssen, der schweigt über so etwas und stellt sich niemals hin und brüllt es in die Welt.
Denn das versucht man einfach nur zu vergessen/verdrängen und es ist die schlimmste Vorstellung das es jeder wüsste.

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Ach so, und dann muss ich noch sagen, dass es mich stört, dass alle Männer (oder zumindest die Mehrheit) als Grapscher und Überschreiter sexueller Grenzen hingestellt werden. Die ALLERMEISTEN der Männer, die ich kenne oder mit denen ich zu tun habe, verhalten sich einer Frau gegenüber völlig normal und mit der nötigen Distanz - nicht nur mir gegenüber sondern auch was ich beobachte. Und diejenigen, die aus welchen Gründen auch immer, es "mal versuchen", merken es zumindest bei mir auch sehr schnell, dass "sowas" von mir nicht erwünscht ist - auch ohne dass ich das sage.

Ich wundere mich da wirklich manchmal, welche Welt tatsächlich voll von Männern ist, die nichts besseres zu tun haben als Frauen unter den Rock oder an die Brust zu grapschen.

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Ich denke dass dies normal ist bei Männern die du kennst, dass die die Finger von dir lassen, eben genau weil sie dich kennen.
Aber klar, bei fremden Männern ist dies was Anderes, Frau weiss ja nicht genau wie die ticken und was die schon fast als Einladung interpretieren könnten was wir dann aber denken dass wir uns doch völlig normal verhalten.
Ich verstehe deine Gedankengänge nicht ganz bezüglich dem Tanzen, du schreibst dein Man war mit dabei aber trotzdem schreibst du dass es falsch gewesen wäre wenn du dich von dem Andern nach Hause hättest bringen lassen. Also für mich stellt sich diese Frage nicht mal wenn ich in einer Beziehung bin. Möchte ja auch nicht unbedingt falsche Hoffnung erwecken.

LG

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Ja, nein, klar. War doof geschrieben mit dem Nachhause-Bringen. Die Frage stellte sich natürlich nicht, darum schrieb ich ja "in einer komfortablen Situation". Kommt für mich auch nicht in Frage, ob mein Mann nun dabei ist oder nicht. Aber auch als Single-Frau wäre es für mich so gewesen: Ich fand das Tanzen echt super - ich hab noch nie mit einem Mann getanzt, der das so drauf hatte (oder zumindest erinnere ich mich nicht mehr). Ich hätte den ganzen Abend mit dem tanzen können - es war einfach genial. ABER der Mann war überhaupt nicht mein Typ, auch wenn ich noch so ausgehungert gewesen wäre ;-). Und mich in der Großstadt von einem Mann heimbringen lassen, den ich nicht kenne, dafür wäre ich sowieso viel zu feige #zitter, also eh alles sehr theoretisch. Und da würde ich es eben auch als Single nicht fair finden, wenn man das dann auskostet ohne vorher abzustecken, dass da nicht mehr ist. Ich finde halt, dass man klare Stopp-Signale senden muss und erwarte aber auch, dass die dann respektiert werden. Und meine Erfahrung besagt, dass eben die allerallerallermeisten Männer diese Stopp-Signale durchaus respektieren. Die metoo-Debatte suggeriert aber, dass es eben so viele Männer gibt, die das nicht tun. Und da stellt sich mir die Frage, ob vielleicht einfach auch genügend Frauen keine ganz so klaren Stopp-Signale senden.

Das mit den Männern, die ich kenne, bezieht sich nicht nur auf mich, sondern auf den grundsätzlichen Umgang mit Frauen. Man ist ja auch mal als Gruppe aus und sieht dann, wie sich auch diese Männer gegenüber unbekannten Frauen verhalten. Und da gibt es vielleicht 80%, die sich eh nicht ungebührlich nähern, und der Rest probiert es vielleicht mal, aber hört auf, wenn es nicht erwünscht ist.

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Wie du ja selber merkst funktionieren deine Gedanken nur, weil du dir selber Grenzen ziehst.

Für nicht gilt in jedem Fall ein nein ist ein nein und man packt Frauen oder Männer nicht einfach an, erst recht nicht an Busen, Po oder in den Schritt. Punkt!

Um auf deine Beispiel einzugehen:
1. Wenn Du es nicht schlimm findest und sogar anregend, wenn dich Männer ungefragt an Busen und Po berühren, dann will ich dir das nicht nehmen. Trotzdem bist du nicht der Masstab und viele Menschen finden das halt unangemssen. Dazu muss man auch nicht die Frage aufkommen, ob man daran zugrunde geht. man geht an sie vielen Dingen nicht zugrunde, trotzdem sind sie schlimm, unangemessen und unverschämt.
Es ist ihr Köper und sie bestimmen,w er diesen anfassen darf.

Darüber hinaus dient dieses Angrabschen ja auch nicht als Ausdruck von Bewunderung oder ist als Kompliment gedacht, sondern ist ein Ausdruck von machtgehabt. ich hätte echt nicht gedacht, dass es irgendwie eine Frau gibt, die das anregend findet. Nun gut, jeder wie er mag.

2. Man darf sich so weit in ein Spiel beigegeben wie man will und man darf auch seine Meinung währenddessen ändern. IMMER. Ich finde deine Aussagen hier wirklich schlimm und männerfeindlich. Du suggerierst, dass Männer sind wie Tiere, die irgendwann Opfer ihres Triebes werden und ein nein nicht mehr akzeptieren können, wegen des inneren Sexprogrammen das abläuft, Wäre ich ein Mann würde ich diese Aussagen grob beleidigend empfinden.
Was du für Spielchen mit deinem Mann in Diskotheken treibst ist dabei total irrelevant und auch wieder nicht der Masstab.
Ich gebe dir aber recht, dass es einfach unfair ist, jemanden Hoffnungen zu machen, wenn man weiss, dass man gebunden ist und der andere he keine Chance hat. Trotzdem darf Mensch sich auf dem Weg von heiss zusammen tanzen bis im Bett landen jederzeit auch umentscheiden. Es ist keine Einbahnstrasse aus der man irgendwann nicht mehr zurück kann.
Du setzt dir deine Grenzen, ab wann du einen Schuldanteil hättest, wenn man die vergewaltigen würde. Was aber ist, wenn dein gegenüber schon bei einem heissen tanz meint das recht zu haben dich zu vergewaltigen. Er sieht da halt dann ein wenig anders als du, hat er dann recht oder Du?

3. Warum ist es ein Schlag ins Gesicht einer vergewaltigten Frau, wenn andere Frauen klarmachen, dass sie auch sexuellen Übergriffen ausgesetzt waren. Gibt es so exklusive Premium-Opfer und andere die minderwertiger sind? #meetoo bedeutet eine Stimme für sexuelle Belästigung, die fast jeder Frau widerfährt. DAS ist ja gerade das schockierende.


Zum Ende muss ich sagen, dass ich es unheimlich traurig finde, dass eine junge attraktive Frau sich daran gewöhnt hat von fremden angetatscht und begrabscht zu werden und ihr Selbstbewusstsein nur dadurch wieder herstellen kann indem sie sich über andere Opfer erhebt.

Das erinnert mich an Sophia Thomalla, deren ganzes mediales Sein auf eine bestimmte Frauenrolle ausgerichtet ist, die nur im Kontext mit Männern funktioniert und die medial genau das gleiche macht, wie du gerade.
ich finde das extrem traurig, wirklich!

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Du hast gar nichts verstanden.

Zu 1. Nein, ich finde es nicht geil, wenn Männer ungefragt an meinen Busen langen. Es käme aber auch keiner auf die Idee, das zu tun - im normalen Leben. Ich kenne solche Männer nicht. Ich würde mich mit jedem meiner Kollegen, Freunde, ... allein in ein Zimmer legen um dort zu übernachten und wäre mir zu 100% sicher, dass NICHTS dabei passieren würde. Und nein, mein Busen ist nicht hässlich, aber darum geht's "diesen" Männer ja sowieso nicht. Zu deiner Aussage, das sei unangemessen und unverschämt. Stimmt, es ist aber genauso unverschämt, jemandem dauernd seinen Dialekt vorzuhalten - ist mir mal passiert und fand ich sehr unangenehm. Wie du siehst, kann ich mich sehr gut in Hochsprache ausdrücken, im privaten Kreis ist es mir aber zu anstrengend, zumal wenn die anderen ebenfalls Dialekt (einen anderen) sprechen. Wenn dann jeder Satz, den man beginnt, wegen eines Ausdrucks bekichert wird, fühle ich mich dabei genauso runtergesetzt wie wenn jemand versucht, mir auf den Arsch zu langen. Und es gibt sicher noch 10000 Möglichkeiten, jemand anders zu "beherrschen". Keine davon ist sympathisch, keine davon ist in Ordnung. Kontakt zu solchen Menschen breche ich ab oder - falls nicht möglich - beschränke ich auf ein Minimum und kann im Zweifel auch noch arroganter sein.

Mit dem Angrabschen aus dem Beispiel Disko/Alkohol/... meinte ich Situationen, wo man sich vortastet in einem Flirt. Manche sind da schneller, andere langsamer - Männer wie Frauen. Und dieses Spiel finde ich nicht abstoßend und auch nicht verwerflich. Es ist m.E. ok, zu testen, wo bei meinem Flirtpartner die Grenze sitzt, solange ich jederzeit bereit bin, diese zu respektieren. Wie soll man denn sonst wissen, wo eine Grenze ist? Ich weiß es ja nicht mal selber. Bei manchen Leuten mag ich noch nicht mal, dass sie mich an der Hand/am Unterarm/... berühren #zitter

Zu 2. Natürlich DARF man jederzeit abbrechen und auch ich mache das gelegentlich. Und nein, ich sehe nicht in jedem Mann ein triebgesteuertes Tier - genau im Gegenteil. Und natürlich hat kein Mann das Recht mich zu vergewaltigen, auch wenn ich nackt auf seinem Schoß rumhopse. ABER man könnte sich durchaus vor solchen Aktionen schützen, wenn man klarere Stoppsignale sendet. Mit einer angeschickerten Diskobekanntschaft, den keiner kennt, heimzugehen, ihn heißzumachen und ihm dann was von Kopfschmerzen zu erzählen, ist jedenfalls wesentlich gefährlicher als seinem Angetrauten zu erklären, dass es zwar bis hierher sehr anregend war, aber dass man gestern die Pille vergessen hat.

Zu 3. Weil es ein Unterschied ist, ob eine Frau sich belästigt fühlt und wehren kann oder ob sie sich nicht wehren kann. Eine Frau, die von Präsident Busch sen. vor Journalisten am Arsch begrapscht wird, oder eine Frau, die von einem Politiker die Hand aufs Knie gelegt bekommt, fühlt sich vielleicht nicht ganz ernst genommen, sie fühlt sich angeekelt und sie denkt sich ihren Teil über den Charakter des Mannes. Aber sie kann aus der Situation raus. Eine Frau, die vergewaltigt wird oder die in einer Abhängigkeit ist oder gar noch ein Kind ist, die kann da eben nicht raus. Ist dir sowas schonmal widerfahren? Vergewaltigung? Sexuelle Belästigung als Kind? Oder als Abhängige von einem Mann? Mir ja, als Kind! Und JA, es IST ein Unterschied! Ein so gewaltiger, das kannst du dir wahrscheinlich nicht mal im Entferntesten vorstellen. Vielleicht habe ich gerade deshalb auch gelernt, meine Signale so zu setzen, dass ich die Spielregeln bestimme.

Und der Begriff "Premiumopfer" ist eine Frechheit.

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Ich muss zugeben, ich bin sehr erstaunt über deine Antwort weil du mir extrem aggressiv gegenüber trittst und alle möglichen Dinge einfliessen lässt, die ich überhaupt nicht angesprochen habe : hässlicher Bissen, Dialekt, Ausdruck bekichern? Wovon redest du?

Ich kenne echt nur noch en Kopf schütteln. Flirten in Discos beinhalten an den Busen tatschen und mal auszutesten?

Sorry, aber genau das meine ich. Das geht gar nicht!

Ich kann dir überhaupt nicht folgen.

Was meinst du in Punkt 2: Du brichst auch gelegentlich ab. Ich dachte du wärst verheiratet und hättest kein Interesse an anderen Männern.

Punkt 3. ich finde es unheimlich dreist, wie du dich hier über andere Opfer erhebt, weil dir etwas vermeintlich schlimmeres geschehen ist. Da ist er wieder, der Mangel an Solidarität unter Frauen.Du willst über andere bestimmen, wie sie mit ihren Erfahrungen umzugehen haben, weil du meinst das wertvollere Opfer zu sein, mehr sagen zu haben. Dazu gehört auch, dass du die Opferkeule sofort auspackst, wenn jemand nicht deiner Meinung ist. Woher willst du wissen, was anderen passiert ist, was mir geschehen ist. Ekelhaft finde ich das!

Ich kann dir nur raten dich der Vergangenheit zu stellen, wie du damit umgehst ist falsch, einfach nur falsch! Ich kann den Begriff Premiumopfer nur wiederholen.

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Hallo,

"Ich bin tatsächlich auch der Meinung, eine Frau darf sich nicht beliebig weit in ein Spiel hineingeben und dann irgendwann abbrechen."

Da habe ich eine andere Meinung als Du. Ich finde, dass ich das Recht habe, jederzeit "das Spiel" zu beenden, ganz egal wie weit ich davor -warum auch immer-mitgegangen bin.

Ich hatte mal eine Begegnung mit einem fast gleichaltrigen Jungen als ich 16 Jahre alt war. Er hatte mich um den Finger gewickelt, hat mir zugehört, war für mich da. Wir hatten uns geküsst und ich lag in seinen Armen. Er wollte Sex, hatte mich überall berührt, mich gegen meinen Willen gefingert. Ich sagte immer wieder, dass ich das nicht möchte. Er hat es nicht ernst genommen und weiter gemacht. Ich wollte weg von ihm und er hielt mich fest. Ich merkte, dass ich es körperlich nicht schaffen werde, ihm zu entkommen. Da ich mit ihm absolut keinen Sex wollte, entschied ich mich, ihm einen zu blasen, damit er Ruhe gibt und mich gehen lässt, ohne mich gevögelt zu haben. Nach ein paar Minuten war er natürlich noch mehr in Fahrt gekommen, er zog sich ein Gummi über und drang in mich ein, bis er kam. Ich sagte immer und immer wieder, dass er aufhören soll. Danach bin ich Nachhause und habe mich lange geduscht. Leider kam ich 1 Jahr später mit ihm in eine Klasse und musste ihn 2 Jahre lang in meiner Nähe ertragen. Ich habe mich eine Zeit lang mega schlecht gefühlt. Habe heute noch schlimme Träume, in denen ich die Kontrolle über mich verliere. Glücklicherweise habe ich in der Sexualität mit meinem Partner überhaupt keine Probleme.

Ich hätte mir gewünscht, dass dieser Kerl aufgehört hätte, wenn ich ihm deutlich zu verstehen gebe, dass ich keinen Bock auf ihn habe. Er hat gedacht wie du, sie hat bis zu einem gewissen Punkt mitgespielt und jetzt soll sie es zu Ende bringen.

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Es ist furchtbar, was dir passiert ist. Ich unterstütze die Kampagne auch sehr. Aber ich frage mich immer wieder, WARUM du ind auch andere zum Opfer geworfenen nicht getraut hsbrn, so ein vergehen anzuzeigen. Nicht falsch verstehen, die metoo Kampagne zeigt auf, dass sexuelle Nötigung und Missbrauch weiter verbreitet sind, als man angenommen hat. Aber warum, warum muss erst so eine Kampagne kommen um auf diese Missstände aufmerksam zu machen? Warum wird so ein vergehen nicht gleich angezeigt? Warum wurde so lange geschwiegen? Warum tut man nicht das einzige richtige als Opfer und zeigt so ein vergehen an? Warum muss erst metoo passieren, daß msn darüber spricht? Warum geht msn nicht zur Polizei und zeigt das arschloch an? Das ist es, qas ich nicht verstehe. Statt sich die ganzen Jahre über zu schämen müsste eine Frau, der sowas passiert ist doch wütend genug sein um den einzig (!) Richtigen Schritt zu gehrn und dieses Schwein SO SCHNELL WIE MÖGLICH zur Rechenschaft zu ziehen. Warum schweigen? Warum Jahre lang schweigen und sich erst durch eine Kampagne trauen, den Mund auf zu machen? Wo war eure Wut, als die Tat noch angezeigt und bestraft hätte werden können? Metoo zeigt eigentlich nur, dass all die Aufklärung NICHTS bewirkt und stattdessen Facebook mit einem # und einem Wort die macht hat. Der Täter hat doch nur so lange macht, wie man es selbst zu lässt. Selbst diese Kampagne bringt nichts außer das sich viele erst nach Verjährung einer tat trauen, zu reden. Statt seine Geschichte über metoo öffentlich zu machen, wäre es sinnvoller, sie GLEICH anzuzeigen. Und das macht mich an metoo betroffen. Erst nach Jahren kommen alle hervor - aber das nützt euch nichts mehr. Außer, das die Öffentlichkeit nun weiß, was euch passiert ist, hat es keine Konsequenzen für den, der euch das angetan hat. Hilfe, ist metoo nur bedingt. Und es zeigt nur, dass wesentlich mehr Frauen sich klein halten als man annimmt.

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Wenn du dir die Frage stellst, warum Frauen übergriffiges Verhalten nicht anzeigen, kannst du dir ja gerne mal die Antworten der Damen in grau hier durchlesen, die sagen, dass echte Opfer nie laut über die Taten sprechen würden, sondern nur vergessen wollen und schweigen.
Dass es eine Beleidigung für alle "echten" Vergewaltigngsopfer ist, wenn man Frauen sich mit viel "Geschrei" über sexuelle Übergriffe die nicht in einer Vergewaltigung geendet haben beschweren.
Oder dass an den Hintern oder Busen greifen Bagatellen sind oder normale Formen der Kontaktaufnahmen. Auch, dass man sich ja wundern muss, wenn man die falschen Signale sendet in dem man flirtet oder sich nach Hause bringen lässt. Hier ist sogar die Aussage gefallen, dass diese Frauen sich doch nur damit brüsten wollen, dass ein Mann sie überhaupt angefasst hat.

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Hallo und guten Abend,

wie auch immer sich eine Bewegung nennt, die klar stellt, dass absolut NIEMAND das Recht hat eine Frau, einen Mann, ein Kind zu begrapschen - sie erhält meine Unterstützung!!!

In welcher Intensität einem Missbrauch widerfährt, ist an dieser Stelle tertiär, ...es ist Unrecht!!!

Nein, niemand darf "austesten", wie weit er gehen kann...und nur weil wir Titten und einen Hintern haben, heißt das nicht, dass sie zur freien Verfügung stehen. Allein ich entscheide, wer sie anfassen darf!!!

...das erinnert mich an "Argumente" wie, "die hatte einen kurzen Rock an - die hat das doch gewollt"...

Nein, nein, nein!

Flirten? Klar! Anfassen - an eindeutigen Geschlechtsmerkmalen? Sicher nicht.

...und man muss auch nicht wetteifern, welcher Missbrauch schlimmer ist...das ist unwürdig.

Gruß, Andra

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Es ist immer dasselbe: Es passieren schreckliche Dinge, und in der Folgezeit kommen dann die Trittbrettfahrer und Trittbrettfahrerinnen.

MeToo! wird jetzt geschrien - als habe man vorher nicht die Möglichkeit gehabt, Übergriffe zur Anzeige zu bringen. Ich bin da mal so mutig und schreibe: Etwas, das mir als es passiert war keine Anzeige wert war, brauch ich nicht teilweise Jahre später dann wieder zu thematisieren.

Überhaupt find es es schwach, dass mittlerweile die Schwelle für alles so weit herabgesetzt wird, dass kaum noch ein Verhalten korrekt ist. Rassismus! wird mittlerweile schon geschrien, wenn jemand z.B. beim Fußball sagt, dass der Schwarze von Schwarz Weiß Nachbardorf stark spielt. Er muss ja sagen: "Der Spieler mit der Nummer 9". Ich selbst bin schwul, und in was einige, mit denen ich zu tun habe, alles Homophobie hineininterpretieren. Die gefällt man sich zum Teil sehr in der vermeintlichen Opferrolle und gibt bravourös das Mimöschen.

Ich behaupte sogar, die Vorfälle in Köln in der Silvesternacht haben, so schlimm sie auch gewesen sein mögen, durch eine MeToo-Welle einiges an Aufpusten erfahren. Irgendwann hatten sich da mehr Frauen wegen Belästigungen gemeldet, als wahrscheinlich vor Ort waren.

In jedem dieser Fälle leiden vor allem die tatsächlichen Opfer tatsächlicher sexualisierter Gewalt und tatsächlicher Diskriminierung.

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Du meinst also, dass die "tatsächlichen Opfer" in jedem dieser Fälle leiden, behauptest aber gleichzeitig, es handele sich bei den Teilnehmerinnen an der MeToo-Kampagne, nur um Trittbrettfahrerinnen, denn man müsse nichts thematisieren, das in der Vergangenheit nicht schon zur Anzeige gebracht wurde.

Solche widersprüchlichen Aussagen zeigen, wie wichtig es ist, dass derartige Erfahrungen nicht mehr verschwiegen, sondern thematisiert werden. Wir hatten im privaten Bekanntenkreis auch Männer, die der Auffassung waren, dass sie aus ihrem Umfeld gar keine Frauen kennen, die Übergriffe von Männern am eigenen Leib erfahren haben. Tatsächlich konnte dann jede, wirklich jede am Tisch von dergleichen berichten.

Hier ein Beispiel aus meiner Erlebniswelt: im Alter von 14 Jahren war ich beim Frisör. Ein eigentlich harmloses Unterfangen. Der Frisör bat mich in einen kleinen Nebenraum, obwohl im großen Raum noch Plätze frei waren. Es waren zwei Frisörinnen mit ihren Kundinnen anwesend. Im Nebenraum meinte er dann, was ich doch für eine tolle Figur habe und ich solle doch das T-Shirt ausziehen, damit nicht alles mit Haaren voll ist.

Ich war regelrecht erstarrt, habe mich auch nicht ausgezogen, er hat mich auch nicht unterhalb des Kopfes angefasst, ich hätte aufstehen und gehen können, aber ich saß einfach da wie ein Kaninchen, das in die Scheinwerfer eines Autos glotzt.

Wem habe ich davon erzählt? Niemand. Ich habe mich geschämt. Und genau da liegt das Problem. Solche Vorgänge sind schambehaftet für die Betroffenen und es liegt auf der Hand, warum die Opfer nichts sagen - da muss ich nur solche Beiträge wie deinen oder auch den Ausgangsbeitrag lesen. Trittbrettfahrerinnen, Mimöschen, man darf ja gar nichts mehr. Genau so funktioniert das Spiel und das, obwohl jeder seiner Tochter oder seinem Sohn doch diese Erfahrungen eher nicht wünscht, oder ist das egal? Sie kann sich doch elegant wegdrehen und wenn nicht? Selber schuld.

Was ich auch gar nicht nachvollziehen kann, ist dieses Relativieren: die einen plustern sich auf, die anderen sind die echten Opfer, meinst du. Wird jemand die Geldbörse gestohlen, wird man ihm aber doch auch nicht sagen, dass er darüber froh sein soll, da immerhin nicht die Wohnung ausgeräumt worden ist. Ich weiß nicht, wie schlimm ein Vorfall sein muss, um sich für dich als Opfer outen zu dürfen oder wie aktuell der Vorfall für dich sein muss. Ich bin aber der festen Überzeugung, dass die Debatte wichtig ist und die Öffentlichkeit viel mehr sensibilisiert werden muss. Da kann man nur hoffen, dass mehr Solidarität erreicht wird und die Wegseh-Mentalität nicht dadurch gefördert wird, dass man andere als Trittbrettfahrerinnen als Wichtigtuerinnen oder gar Lügnerinnen beschimpft.

Schon das über MeToo im Bereich "Liebensleben" diskutiert wird, liegt neben der Sache. Übergriffe haben so viel mit Liebesleben zu tun wie der Schlag mit dem Nudelholz mit Kochen.

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Ich glaube, bisher haben nur Frauen hier geantwortet. Meine Meinung als Mann mal dazu. Ich kann von mir behaupten, noch nie eine Frau ungewollt an den Hintern, Brüste oder zwischen die Beine gegriffen zu haben.

Wenn ich jedoch lese, dass in USA ein Mann zurück tritt, weil er vor über 10 Jahren einer Frau die Hand aufs Knie gelegt hat, bekommt man es als Mann ja mit der Angst zu tun. Da werde ich wohl in Zukunft auch vermeiden, einer Frau einen freundlichen Klaps auf die Schulter zugeben, wenn es eigentlich als Anerkennung gedacht ist, da es ggfls. als sex. Belästigung ausgelegt wird???

Und, darüber wird nicht gern geschrieben, manche Frauen legen es auch regel recht darauf an. Ein Beispiel. Ich habe viele Jahre als Dozent gearbeitet. Eine Studentin hat mal kurz vor der Prüfung im Unterricht einen Minirock an und sich so hingesetzt, dass es schwer fiel, wegzuschauen. Der I-Punkt: sie hatte nichts unter dem Rock an. Ja, solche Sachen gibt es dann auch.

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Wobei mir das mit den Politikerrücktritten eine Hoffnung macht: Vielleicht stellt sich eine Frau hin und sagt, der Trump hätte sie begrabscht - was bei so einem Kerl noch nicht einmal unwahrscheinlich ist. Und dann tritt der auch zurück? Wär das nicht vielleicht was?

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Ich zitiere:
"...manche Frauen legen es auch regel recht darauf an."

Und genau das sind die Reaktionen, die es Mädchen, Frauen und auch belästigten Jungen und Männern so erschweren, den Mund aufzumachen.

Hier stehen nicht alle Männer unter Generalverdacht und ich glaube dir, dass du selbst nie Mädchen oder Frauen belästigt hast. Wir reden hier aber über Opfer. Und diese bringst du in Verbindung mit "selber schuld".

Das entspricht dann der Arguementation: der hat so mit seinem Geld geprotzt, dann habe ich ihm eben mal was davon weggenommen, der hat es drauf angelegt.

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Ich sehe es so: Der Mann kann Macht haben über Frauen, weil er ihr oft körperlich überlegen ist oder vielleicht auch von der Ausstrahlung her (gibt immer noch sehr viele Mädel, die eher zur Zurückhaltung und Duckmausertum erzogen werden und Jungs werden eher zu kleinen Alpha-Tierchen erzogen). Die Frau kann Macht über den Mann haben, weil sie es in der Hand hat, ihn anzuzeigen oder auch durch lautes Geschrei in der Öffentlichkeit soweit bloßstellen kann, dass sein Ruf ruiniert ist - obwohl evtl. gar nichts passiert ist. Beides ist gleich scheiße, finde ich. Und - und das finde ich eigentlich am allerschlimmsten - beides schwächt die Position von Frauen, die sich wirklich in Not befinden.

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Sicher auch, aber nicht nur körperliche Überlegenheit spielt eine Rolle, hier geht es auch um Macht, die Männer dadurch haben, dass sie in der Regel in der besseren beruflichen Position sind.

Dass Frauen auch von klein auf auf Unauffälligkeit, Zurückhaltung geprägt werden, ja, da sehe ich auch ein Problem.

Was ich anders sehe: Sicher konnte man auch bisher über Geschrei in der Öffentlichkeit Männer bloßstellen und es wurden auch Karrieren ruiniert mit falschen Vorwürfen. Aber das eine falsche Verhalten macht das andere falsche Verhalten, nämlich sexuelle Belästigung ja nicht besser oder gar richtiger.

Man würde z.B. ja auch nicht sagen, der Dieb eines Smartphones wäre dadurch entschuldigt, dass die Beklauten ja so blöd sind, ihr Zeug überall offen rumliegen zu lassen. Auch da gibt es dann sicher Stimmen, die sagen, ja, wie unvorsichtig ist das denn. Aber man würde nie behaupten, ach, Diebstahl... was man heutzutage so alles Diebstahl nennt, das war doch sicher ein Geschenk.

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Nein, aber das Problem ist, wenn viele Frauen Banalitäten (und sorry, eine Hand auf einem KNIE!!!! ist banal, die wisch ich weg und fertig) an den Pranger stellen oder gar falsche Beschuldigungen anstellen, dann ist man leichter versucht zu glauben, dass auch ein echter Fall kein echter ist sondern lautes Geplärr.

Um bei deinem Beispiel mit dem Handy zu bleiben: Wenn man auf einer Klassenfahrt von einem gestohlenen Handy hört als Lehrer, was meinst du, was man AUS ERFAHRUNG zuerst tut? Polizei rufen und Diebstahl anzeigen oder zum Durchsuchen aller (eigenen!) Taschen, Jacken, Zimmer, Bussitzplatz, etc. aufrufen. Und was macht die Altenpflegerin im Seniorenheim, wenn einer alten Dame 500 Euro fehlen? Auch ZUERST mal suchen. Das mag für den Betroffenen schlimm sein, weil er nicht ernstgenommen wird, aber dennoch findet man die meisten Dinge wieder. Weißt, wie ich mein?

Was ich echt schade finde: Warum meint man denn immer noch, dass Männer in einer besseren Position sind? Warum erzieht man Mädchen immer noch zu Duckmäusern? Und Jungs zu Machos?

Ich finde es wichtiger, einem Mädchen echte Gleichberechtigung (was nicht immer Gleichmacherei bedeuten muss) zu vermitteln, dann gibt's diese Probleme nicht. Ich wurde wirklich geschlechterneutral erzogen und die einzige "Übermacht", die ich mir bei einem Mann wirklich vorstellen kann, ist die körperliche. Alles andere kenne ich von mir selber nicht. Natürlich hatte ich männliche Chefs, aber auch weibliche. Ich hatte aber auch schon männliche "Untergebene" genau wie weibliche. Ich sehe mich psychisch mit Männern per se auf Augenhöhe (wobei es natürlich - wie bei Frauen auch stärkere und schwächere Charaktere gibt). Und dann brauch ich einen "Übergriff" nicht zu fürchten, den kann ich abwehren oder einfach "umkehren" (nicht indem ich ihn auch begrapsche, klar ;-)). Das einzige, wovor ich wirklich Angst hätte, wäre ein tatsächlich körperlicher Übergriff, wo ein Mann mich festhält gegen meinen Willen. Und SOLCHE Männer gibt es zum Glück nur sehr wenige.

Das soll jetzt nicht heißen, dass die Duckmäuschen selber schuld sind am "Übergriff" oder dass sie sich dadurch gedemütigt fühlen. Ich glaub, man muss ganz woanders ansetzen, viel früher. Dass man seinem Mädchen die gleichen Chancen zugesteht wie seinem Jungen. Dann braucht sie sich auch nicht mit einem metoo-Geschrei wichtig machen, wo gar nichts war (und ich glaube dennoch, dass bei vielen gar nichts war).

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Ich finde es schade, dass die Diskussion zu dem geworden ist, was sie jetzt ist und das Frauen sich jetzt gegenseitig dafür zerfleischen, ob die einen nun jetzt mehr Opfer ist als die andere oder ob das weibliche Geschlecht nun in der ihm eigenen Art hysterisch geworden ist.
Fakt ist doch, dass me too zeigt, dass es in unserer Gesellschaft Sexismus im Leben vieler Frauen noch eine Rolle spielt und viele Situationen, die Frauen erleben, erleben Männer nicht oder mit Abstand nicht so häufig. Und darüber muss man sprechen. Und deshalb müssen Männer sich auch nicht auf den Schlips getreten fühlen.
Ich wünsche mir einfach mehr Sensibilität der Geschlechter im Umgang miteinander.
Und me too ist da, finde ich, ein guter Gesprächsanlass, um gemeinsam zu überlegen, wie man besser miteinander umgehen kann.

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